FE: Tom Dillmann ersetzt Maro Engel im ePrix Paris

tom_dillmann(c)Venturi
Tom Dillmann ersetzt beim sechsten Lauf der Formel-E-Meisterschaft in Paris am 20. Mai Venturi – Stammfahrer Maro Engel. Der 31-Jährige muss bei dem Rennen in der französischen Landeshauptstadt aufgrund einer Terminüberschneidung mit der DTM, in der er als Mercedes-AMG DTM-Werksfahrer ebenfalls engagiert ist, pausieren.

„Ich bin glücklich, dass ich für Venturi in Paris als Ersatzfahrer einspringen kann“, sagt Dillmann, der bereits beim Formel-E-Rennen in Mexiko Anfang April in der innovativen Elektro-Formelserie für den in Monaco beheimateten Rennstall fuhr. Damals ersetzte er freitags Stephane Sarrazin im sogenannten Shakedown. „Die Formel E ist ein aufregender Platz für einen Fahrer – mit packendem Rennsport und interessanten technischen Entwicklungen. Mein Ziel ist natürlich, in der Zukunft eine komplette Saison in dieser Serie zu bestreiten.“ Dillmann ist der amtierende Champion der Formel V8 3.5. Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn zählen der Gewinn der Meisterschaft in der deutschen Formel 3 im Jahr 2010 sowie Rennsiege in der GP2. Aktuell bestreitet Dillmann Einsätze im Sportwagenbereich.

„Tom hat in Mexiko bereits einen sehr professionellen Job abgeliefert und sich intensiv mit dem Team und der Arbeitsweise der Ingenieure auseinandergesetzt“, sagt Marc Gindorf, Teilhaber des Venturi Rennstalls. „Das wird ihm in Paris helfen. Wir denken, dass wir mit ihm eine optimale Wahl für diesen Einsatz gefunden haben.“ Auch Teambesitzer Gildo Pallanca Pastor ist überzeugt von dem jungen Franzosen „Mit Tom Dillmann haben wir einen Fahrer gewählt, der trotz seiner jungen Jahre bereits über eine enorme Erfahrung verfügt auch wenn er in der Formel E nun als `Rookie`gilt.“

Maro Engel, der zuletzt beim Rennen in Mexiko mit einem hervorragenden zweiten Startplatz glänzte, wünscht Dillmann seinerseits viel Erfolg: „Ich habe Tom bereits in Mexiko kennengelernt und er hat sich dort sehr gut in das Team eingefügt. Ich freue mich, dass er mich in Paris vertritt. Natürlich werde ich das Rennen vom Lausitzring aus verfolgen und ihm falls notwendig aus der Ferne mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

Bevor es am 20. Mai in Paris buchstäblich rundgeht, steht für Venturi eine Woche zuvor das Heimspiel in Monaco auf dem Programm. Am 13. Mai findet im Fürstentum Monte Carlo an der Côte d’Azur der fünfte Saisonlauf der Formel E statt. Das Rennen wird auf einer verkürzen Variante des Stadtkurses ausgetragen, der seit 1929 mit dem Großen Preis von Monaco in die Geschichte einging.


Test-Termine für neue Formel-E-Fahrzeuggeneration enthüllt

Venturi-Verkleidung(c)Venturi

Die Saison fünf der Formel E wartet mit zahlreichen Neuerungen auf. BMW steigt als Hersteller ein, ZF baut den Antriebsstrang für Venturi, Batterie und Chassis werden ganz neu konzipiert sein und sollen den bisher obligatorischen Fahrzeugwechsel ad acta legen. Seit der Premierensaison der Formel E 2014/15 müssen die Fahrer ihre Arbeitsgeräte während eines Rennens tauschen, da die Batterien noch kein ganzes Rennen durchhalten.

Den Energiespeicher, der die Formel E-Boliden zukünftig mit 54 kWh antreibt, stellt die britische Firma McLaren Applied Technologies her, für das neue Chassis zeichnet Spark Racing Technologies verantwortlich, die schon die aktuellen Chassis entwarfen. Neben leistungsstärkeren Akkus und einer neuen, unverwechselbaren Optik verbessert sich die Leistung und damit die Spitzengeschwindigkeit in der Formel E. 200 kW ist momentan die Höchstleistung, ab der fünften Saison flitzen die Elektroboliden dann mit bis zu 250 kW, rund 340 PS, um die engen Straßenkurse.

Als Termin für erste Testfahrten der neuen Fahrzeuggeneration ist der Oktober 2017 vorgesehen, wie ‚Motorsport.com‘ meldet. Damit müssen sich die zehn Teams länger auf die neuen Boliden zum Testen gedulden als ursprünglich vorgesehen war.

Eigentlich hätte zum 1. Oktober 2017 bereits die Auslieferung der Formel-E-Fahrzeuge an die Teams stattfinden sollen, doch die längere Suche nach einem geeigneten Batteriehersteller verzögerte die Fertigstellung der Fahrzeuge. Jetzt wird der Februar 2018 als erste gemeinsame Testsession aller Teams ins Auge gefasst.

Sechs Monate später, also im August 2018, erfolgt dann die obligatorische Homologation der neuen Fahrzeuggeneration. Gerade rechtzeitig für den Beginn der mit Spannung erwarteten Saison 2018/19.


FE: Hans-Jürgen Abt: „Wir können kleine Nadelstiche setzen“

Hans Juergen Abt,FIA Formula E, Test Donington (c)ABT

Mit dem ersten Saisonsieg in der Formel E haben sich Lucas di Grassi und ABT Schaeffler Audi Sport wieder einen kleinen Schritt zurück in den Titelkampf gebracht. Im Interview spricht Teamchef Hans-Jürgen Abt über das dramatische Rennen in Mexiko, die Kräfteverhältnisse in der Elektro-Rennserie und seine Vorfreude auf die Rennen in Europa.

Wie haben Sie das Formel-E-Rennen in Mexiko erlebt?

„Als eines der spannendsten überhaupt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade in den letzten Runden noch irgendjemand ruhig geblieben ist. Der Mexiko ePrix hat ein kleines Stück Formel-E-Geschichte geschrieben. Ich bin stolz, dass wir mit unserem Team einen Teil dazu beigetragen haben.

Wie konnte Lucas di Grassi vom 15. Startplatz und mit einem zusätzlichen Stopp dieses Rennen gewinnen?

„Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit einer guten Strategie nach vorn fahren – denken Sie zum Beispiel an Hongkong, wo Lucas vom 19. Startplatz aufs Podium gefahren ist. Aber in Mexiko haben Rennfahrer und Team ihr Meisterstück abgeliefert: die Mannschaft in der Box, weil sie den Mut zu einer äußerst riskanten Strategie hatte. Die Mechaniker, weil sie bei dem außerplanmäßigen Stopp cool geblieben sind. Und Lucas di Grassi, weil er top konzentriert, fehlerfrei und mit voller Kontrolle über den Energieverbrauch seine Runden gedreht hat.“

Wäre sein Teamkollege Daniel Abt von der Pole-Position, die er nachträglich verloren hat, auch ein Kandidat für den Sieg gewesen?

„Selbstverständlich. Nicht nur mir und dem ganzen Team, auch den Fans tut es leid für Daniel. Er hat im Qualifying einmal mehr eine Wahnsinnsleistung gebracht, seinen Teamkollegen zum dritten Mal im vierten Rennen geschlagen. Im Rennen hat er elf Positionen gutgemacht und mit Platz sieben Punkte geholt. Ich weiß, er mag es nicht mehr hören, aber: Der Knoten wird platzen und bald steht er ganz oben auf dem Podium.“

Das erste Drittel der Saison ist absolviert. Wie schätzen Sie die Kräfteverhältnisse in der Formel E ein?

„Genau so, wie es viele vor der Saison prognostiziert haben: Das Feld ist viel enger zusammengerückt, viele Teams haben sich enorm gesteigert, statt drei oder vier gibt es jetzt in jedem Rennen mindestens ein Dutzend Kandidaten für den Sieg. Wie erwartet ist die Werksmannschaft von Renault das Team, das es zu schlagen gilt. Aber wir sehen: Wenn wir hart arbeiten, niemals aufgeben und noch dazu ein bisschen Glück haben, dann können wir kleine Nadelstiche setzen. Wenn eine Chance kommt, wollen wir sie nutzen.“

Nach Gastspielen in Asien, Afrika, Süd- und Nordamerika kommt die Formel E im Mai nach Europa. Wie groß ist die Vorfreude?

„Riesig – und nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen Fans, Medien und Partnern. Mit dem Rennen in Monaco nimmt die Formel E endlich richtig Fahrt auf, wir fahren dann vier Rennen innerhalb von vier Wochen. Ich bin mir sicher, dass die Serie dann noch mehr Interesse auf sich ziehen wird – nicht zuletzt, weil die TV-Übertragungen dann nachmittags laufen. Mit dem Wechsel von Eurosport zu DMAX erreichen wir außerdem viele neue Zuschauer.“

Einer der Höhepunkte sind die beiden Heimrennen in Berlin am 10. und 11. Juni. Wie gefällt Ihnen das neue Streckenlayout in Tempelhof?

„Ich bin überzeugt davon, dass die Fans in Berlin ein Mega-Event erleben werden. Die erste Reaktion unserer Fahrer auf das neue Layout ist durchweg positiv, das werden spannende Rennen mit vielen Überholmanövern und reichlich Action. Auch für die Fans ist das Areal in Tempelhof ideal: Sie erleben das ganze Programm der Formel E auf engstem Raum vor einer beeindruckenden Kulisse – und hoffentlich einen starken Auftritt des deutschen Teams.“

Parallel zu den aktuellen Rennen laufen schon die Vorbereitungen für die nächste Saison. Was ist der aktuelle Stand?

„Der aktuelle Stand ist, dass unsere Ingenieure und Mechaniker in den nächsten Wochen wenig Zeit für ihre Familien haben werden und viel unterwegs sind. Unser Plan bis zum Auftakt der neuen Saison steht, alle Tests auf der Strecke und auf Prüfständen sind geplant. Ende März haben wir in Spanien schon ein paar Kleinigkeiten ausprobieren können. Richtig los geht es dann in den Wochen rund um das Rennen in Berlin. Die Zusammenarbeit zwischen Audi, Schaeffler und ABT funktioniert gut – schön zu sehen, wie alle Seiten an dem gemeinsamen Ziel arbeiten, in der Formel E auch künftig eine gute Rolle zu spielen.“


FE: DS Virgin erobert Podiumsplatz in Mexico

2016/2017 FIA Formula E Championship. Mexico City ePrix, Autodromo Hermanos Rodríguez, Mexico City, Mexico. Saturday 1 April 2017. Photo: Zak Mauger/LAT/Formula E

In einem intensiven, spannenden ePrix auf der Rennstrecke Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko kletterte DS Virgin Racing, dank des Podiumsplatzes von Sam Bird und dem sechsten Rang von Jose Maria Lopez, auf den dritten Platz der Fahrerwertung. Das positive Ergebnis stellt das große Potenzial des DSV-02 unter Beweis.

Der ePrix wurde von Höhen und Tiefen geprägt. Nach enttäuschenden Ergebnissen im freien Training hoffte DS Virgin Racing auf mehr Grip im Qualifying. Das Team konnte sich hierfür auf das neue Setup und die guten Leistungen seiner Fahrer verlassen. Jose Maria Lopez startete von Position zwei, Sam Bird von fünf.

Das Rennen begann mit einer Kollision in der zweiten Runde. Nicolas Prost, Stephane Sarrazin und Lucas di Grassi mussten in die Box. Beide Fahrer von DS Virgin Racing hielten ihre Positionen. Lopez attackierte als Erster. Er ergriff die Chance nach den technischen Problemen von Oliver Turvey und übernahm die Führung hinter dem Safety-Car. Anschließend gelang es Lopez, den Abstand zu seinen Kontrahenten zu vergrößern.
Di Grassi und Jerome d’Ambrosio wechselten die Strategie. Durch einen erneuten Einsatz des Safety-Car übernahmen sie Position eins und zwei. Nach dem Monocoque-Wechsel fuhr Jose María Lopez als Dritter mit 20 Prozent mehr Energie als die beiden Konkurrenten vor ihm. Nach der ersten Rennhälfte schienen zwei Podiumsplätze für DS Virgin Racing in greifbarer Nähe. Bei einem Überholmanöver drehte sich Lopez jedoch.

Gleichzeitig lieferten sich Sam Bird und Jean-Eric Vergne ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bird überholte d’Ambrosio in der 44. Runde und eroberte den dritten Podiumsplatz. Ein letzter Unfall kamLopez zugute. Einige Kontrahenten mussten aufgeben und der Argentinier überquerte die Ziellinie als Sechster.

Stimmen:
Sam Bird: „Das Team hat fantastische Arbeit geleistet. Nachdem wir uns im freien Training nicht durchsetzen konnten, sind der dritte und der sechste Platz ein hervorragendes Ergebnis.“

Jose Maria Lopez: „Ich hatte heute einen ausgezeichneten Rennwagen. In der ersten Rennhälfte war ich schneller als die Konkurrenz und konnte meinen Vorsprung ausbauen. Zum ersten Mal in der Saison war ich dem Sieg nahe. Ich habe gespürt, dass ich Jérôme d’Ambrosio schnell überholen musste. Womöglich habe ich dies nicht an der richtige Stelle versucht. Sam und ich haben dennoch bewiesen, dass wir das Potenzial haben, Rennen zu gewinnen.“

Alex Tai, Teamchef von DS Virgin Racing: „Ich freue mich über die gute Leistung des Teams, bin aber überzeugt, dass wir zwei Podiumsplätze hätten erzielen können. Unsere Boxencrew hat richtig gehandelt, wir hatten eine gute Strategie und unsere Fahrer waren leistungsfähig. Wir blicken voller Zuversicht auf das kommende Rennen in Monaco.“

Xavier Mestelan Pinon, Direktor von DS Performance:
„In der Teamwertung machen wir einen Sprung nach vorn. In der ersten Rennhälfte hat Jose Maria López gezeigt, dass unser Rennwagen schnell ist. Trotz eines anschließenden Manöverfehlers freuen wir uns, dass unser DSV-02 den Abstand zu den Kontrahenten vergrößern kann und dabei weniger Energie verbraucht.“


FE: Venturi ohne Punkte in Mexico, Aufwärtsschwung bei Engel

Maro Engel in Mexico (c)Venturi

Zum vierten Rennen der Saison traten die Formel E Teams im Herzen Mexico City`s an. Das Autodromo Hernandos Rodriguez ist zwar permanent in Benutzung, erhielt speziell für die Formel E am Wochenende aber ein verändertes Layout. Dabei geht es durch ein altes Baseball Stadium, welches während des Rennens zum wahren Hexenkessel wird. Vor allem, weil die temperamentvollen, mexikanischen Rennfans jedes einzelne Überholmanöver und jedes einzelne Rad-an-Rad-Duell enthusiastisch feiern. Und davon sollte es genügend geben. Das Renngeschehen als abwechsungsreich zu beschreiben, wäre dabei stark untertrieben. Davon zeugen am Ende auch drei Safety Car Phasen.

Nach einer Modfikation am von Venturi GP entwickelten Renngetriebe, war das Team rund um die beiden Stammfahrer Maro Engel und Stephane Sarrazin zuversichtlich, in Mexico die gute Performance aus Buenos Aires noch steigern zu können.
Und das sollte auch eindrucksvoll gelingen. Maro Engel schaffte auf Anhieb den Einzug in die Super Pole, den Shoot Out der schnellsten fünf Fahrer aus dem Qualifying. Dort zeigte er dann das Potential der neuen Getriebe-Variante auf und feuerte seinen Venturi auf Position zwei.

Da eineVeränderung am Getriebe während der Saison eine Strafversetzung von 10 Plätzen in der Startaufstellung nach sich zieht, gingen Engel von 12 und Sarrazin von Position 17 ins Rennen. Und das sollte extrem turbulent werden.Keine Runde, in der es nicht irgendwo im Feld rappelte. Dabei zerknitterte Stephane sich bereits in der Anfangsphase die Nase an seinem Formelrenner und musste einen Boxenstopp einlegen.

Das hinderte ihn aber nicht daran, sich wieder zurück auf Position 15 zu kämpfen, bevor ein zweiter Stopp, dieses Mal mit beschädigtem Heck, ihn endgültig aus dem Punkterennen warf. Maro Engel konnte sich aus allem heraushalten und lag mit Platz 9 vor seinem Fahrzeugwechsel in optimaler Position um am Ende die Top 5 anzugreifen. Allerdings war die Freude von kurzer Dauer, als sich an seinem zweiten Fahrzeug ein schleichender Verlust der Leistung einstellte und er seinen Formel E am Ende in der Box abstellen musste. Keine Punkte also für die beiden Venturi-Boys.


FE: BMW i und MS Amlin Andretti bleiben in Mexico City punktelos

 2016/2017 FIA Formula E Championship. Autódromo Hermanos Rodríguez, Mexico City, Mexico Saturday 1 April 2017. Photo: Sam Bloxham/LAT/Formula E ref:

Enttäuschender Renntag für MS Amlin Andretti in Mexiko: Sowohl BMW Werksfahrer António Félix da Costa (PRT) als auch Teamkollege Robin Frijns (NED) blieben beim Mexico City ePrix ohne Punkte. Frijns wurde Elfter, während Félix da Costa das Rennen nach einem technischen Zwischenfall vorzeitig beenden musste.

Das Qualifying
Wie der gesamte Renntag verlief auch das Qualifying für das MS Amlin Andretti Team unvorhergesehen. Félix da Costa sicherte sich auf der staubigen und unbeständigen Strecke in einer Zeit von 1:03.363 Platz acht. Aufgrund einer Strafe für einen anderen Wettbewerber rückte der Portugiese eine weitere Position nach vorn auf Startplatz sieben. Frijns wurde 17. in einer Zeit von 1:03.688.

Félix da Costa erlebte zudem einen besonderen Nachmittag, als er den Sieg im eRace vor einem großen und begeisterten Publikum im eVillage holte. Anschließend erhielt das Team überraschenden Besuch von Paris Hilton, die sich Zeit für gemeinsame Fotos mit dem Team nahm und erfuhr, wie Nachhaltigkeit und Elektrotechnologien die Zukunft des Motorsports beeinflussen.

Das Rennen
Nach dem Start geriet Félix da Costa in der ersten Runde in dichten Verkehr und musste diesem ausweichen, was ihn sieben Plätze kostete. Er kämpfte hart und konnte sich bis auf Position sechs vorarbeiten, bevor ihn technische Probleme zum vorzeitigen Aufgeben zwangen. Frijns Auto war schnell unterwegs und brachte ihn bis auf Position fünf. Nach einer Durchfahrtsstrafe wegen Nichteinhaltens der vorgeschriebenen Boxenstopp-Zeit konnte er sich noch einmal nach vorne kämpfen, landete am Ende aber außerhalb der Punkteränge auf Platz elf. Der Sieg ging an Lucas di Grassi (BRA) vom Abt Schaeffler Audi Sport Team. Das Qualcomm BMW i8 Safety Car kam während des Rennens insgesamt drei Mal zum Einsatz.

Die Reaktionen

António Félix da Costa: „In Bezug auf unsere Pace lief es deutlich besser als in Buenos Aires. Die Arbeit, die wir seitdem geleistet haben, hat sich wirklich gelohnt und wir waren besser vorbereitet. Das zeigt, dass wir aus unseren Fehlern lernen und das tun, was nötig ist, um im Wettbewerb mitzuhalten. Im Qualifying waren wir äußerst konkurrenzfähig und mit Startplatz sieben konnten wir einen guten Schritt nach vorne machen. Das Auto war gut, obwohl ich schon zu Beginn einen Fehler machte, was uns einige Positionen kostete. Ich habe es geschafft, mich wieder nach vorne zu kämpfen, und hatte eine gute Pace, wodurch ich einige Fahrer überholen konnte. Nach dem Boxenstopp sah es so aus, als könnten wir eine Top-5-Platzierung einfahren. Doch ein technischer Defekt sorgte dafür, dass ich zurück in die Box musste. Momentan ist es nicht einfach für uns, doch wir als Team werden in Monaco gestärkt zurückkommen.“

Robin Frijns: „Das Rennen lief eigentlich recht gut. Wir starteten von Platz 17, und ich habe mich gut gefühlt. Nach ein paar Runden und einem Fehler von António lag ich direkt hinter ihm. Ich hatte das Gefühl schneller zu sein als die Autos vor mir, aber auf dem vorderen Streckenabschnitt ist es schwer zu überholen. Es ist bedauerlich, dass uns während des Boxenstopps ein Fehler unterlaufen ist. Wir sind drei Sekunden früher wieder losgefahren, als es erlaubt ist. Deshalb haben wir eine Durchfahrtsstrafe bekommen. Ohne diese wäre eine Top-5-Platzierung definitiv möglich gewesen, was wirklich enttäuschend ist.“


FE: Lucas di Grassi triumphiert in Mexico

AUDI SPORT ABT SCHAEFFLER FORMULA E TEAM, Lucas di Grassi (c)ABT

Das Team ABT Schaeffler Audi Sport erlebte beim vierten Lauf der Formel E ein Wechselbad der Gefühle – und ein sensationelles Happy End: Lucas di Grassi holte in einem dramatischen Rennen seinen fünften Sieg und hat sich damit zurück in den Titelkampf gefahren. Teamkollege Daniel Abt zeigte ebenfalls eine beeindruckende Aufholjagd und fuhr auf Platz sieben.

Die knapp 40.000 Fans in Mexiko-Stadt erlebten eines der dramatischsten Rennen in der noch jungen Geschichte der Elektro-Rennserie. Hauptdarsteller: Lucas di Grassi. Dank einer äußerst riskanten Strategie und dem nach eigenen Worten „besten Rennen“ seiner Formel-E-Karriere jubelte der Brasilianer schließlich doch als Sieger vor den begeisterten Fans. Ebenso wichtig: Weil Erzrivale Sébastien Buemi nur einen Zähler holte, ist der Titelkampf bei noch acht ausstehenden Rennen wieder offen.

Lucas di Grassi war nach einem verkorksten Qualifying nur vom 15. Startplatz ins Rennen gegangen und fiel nach einer unverschuldeten Kollision in der ersten Runde und dem nötigen Wechsel des Heckflügels sogar auf den letzten Platz zurück. Anschließend setzte das Team alles auf eine Karte und holte di Grassi bereits in der 18. von 45 Runden zum Autowechsel an die Box. In den verbleibenden 27 Runden lieferte der Brasilianer sein Meisterstück in Sachen Energiemanagement ab und hielt die mit deutlich mehr Power ausgestattete Konkurrenz bis zur Ziellinie hinter sich.

„Heute haben alle gesehen, was die Formel E ausmacht: Man darf niemals aufgeben, egal wie aussichtslos die Situation auch scheint“, sagt Lucas di Grassi. „Vor allem die Runden nach dem Stopp waren die vielleicht besten meiner Karriere: Ich musste mit meiner Energie haushalten und durfte keinen einzigen Fehler machen. Mein Dank geht an die Mannschaft in der Box, die mutig genug war, diese gewagte Strategie zu riskieren.“

Teamkollege Daniel Abt war der tragische Held des Mexiko ePrix: Mittags hatte der Deutsche in einem spannenden Qualifying seine zweite Pole-Position in der Formel E erobert – und wenig später unverschuldet doch wieder verloren: Die Sportkommissare attestierten einen minimal zu geringen Luftdruck und versetzten den Deutschen ans Ende des Starterfeldes. Von dort kämpfte sich Abt mit einem starken und fehlerfreien Rennen nach vorn, hielt sich aus den meisten Rangeleien heraus und sammelte im Ziel mit Platz sieben wertvolle Punkte. „Von dieser schlechten Ausgangsposition waren Punkte unser Ziel – das haben wir erreicht und damit Schadensbegrenzung betrieben“, sagt Abt. Und fügt lächelnd hinzu: „Aber natürlich ärgert es mich schon ein wenig, denn man hat an Lucas gesehen, was mit ein bisschen mehr Glück möglich gewesen wäre.“


FE: Di Grassi siegt dank Strategie in Mexico

lucas-di-grassi-mit-pokal(c)Audi

In einem packenden 45-Runden-Rennen gewann Lucas di Grassi vom deutschen Abt Schaeffler vor Jean Eric Vergne (Techeetah) und Sam Bird (DS Virgin). Bester Deutscher wurde Daniel Abt als Siebter, Nick Heidfeld (Mahindra) kam auf Platz 12, Maro Engel wurde 17.

Die ‚Schnellste Maus von Mexico‘ vor 40.000 Besuchern war zweifellos di Grassi, der mit einer einmaligen Strategie und einem effizienten Energiemanagement seinen ersten Saisonsieg feierte. Von Startplatz 15 musste der Brasilianer bereits in der Anfangsphase in die Box, um seinen beschädigten Heckflügel zu wechseln. In Runde 18 kam di Grassi erneut in die Box, um auf das zweite Auto umzusteigen. Damit fuhr der Abt-Pilot 27 Runden um die 2,093 Kilometern lange Strecke und wechselte sein Arbeitsgerät sieben Runden früher als die Fahrerkollegen. Zugute kam di Grassi zudem drei Yellow Flag-Phasen, damit konnte kräftig Energie gespart werden.

Di Grassis schärfster Verfolger in der Meisterschaft Sebastien Buemi kam auf einen enttäuschenden 14.Platz. In Runde 35 musste der Schweizer den Notausgang nehmen, als er beim Überholmanöver Bremsprobleme hatte.

Großes Pech hatte Geburtstagskind Oliver Turvey (NextEV NIO), der von der Pole-Position aus bis zu Runde 13 das Feld anführte und wegen Batterieproblemen sein Auto in Führung liegend abstellen musste.

Daniel Abt lieferte erneut ein gutes Rennen und kam von Startplatz 18 auf Platz sieben. Eine kleine Entschädigung für den Kemptener, der seine Pole-Position wegen zu geringen Reifendrucks an Turvey verlor. Für Heidfeld sah es bis kurz vor Rennende ebenfalls mit einer Top Ten-Platzierung aus, doch ausgerechnet Teamkollege Rosenqvist kollidierte mit dem Mönchengladbacher.

In der Meisterschaft kam di Grassi (71 Punkte) bis auf fünf Punkte an Buemi (76 Punkte) heran. Dritter ist Nicolas Prost mit 46 Punkten.

Ergebnis Mexico 2017(c)FIAformulaE


FE: Nelson Piquet jr:“Mexico ein besonderes Rennen“

Nelson Piquet Jr - NextEV NIO Formula E Team_(c)NextEV

Der Formel-E-Champion aus der Premierensaison Nelson Piquet jr kommt immer besser in Schwung. Während in der abgelaufenen Saison es ein Jahr zum Vergessen für den Ex-Champion war, erzielte der Brasilianer zuletzt in Buenos Aires mit Platz fünf sein bestes Saison-Ergebnis. Schon beim Auftakt in Hongkong ließ Piquet jr mit der Super Pole aufhorchen und belegt aktuell im Gesamtklassement Platz neun. Im Interview vor dem Mexico ePrix spricht der NextEV-Pilot über seine Ziele für das Rennen, welche Streckenabschnitte er besonders mag und welchen Einfluß die mexikanischen Fans auf seine Leistung haben.

Welche Hoffnungen hast du für das Mexico-Rennen?

Piquet: „Es ist immer ein wenig schwierig genau zu wissen, wie es sein wird. Wie jedes Rennwochenende rechnen wir damit, dass es ein gutes wird. Jedes Rennwochenende ist eine Herausforderung, aber wir glauben, wenn alles past und wir in perfektes Rennen haben, können wir an die Top Drei anklopfen und versuchen, unser erstes Podiumsergebnis seit Saison eins zu erzielen.“

Welche Sektionen des Kurses magst du besonders oder sind sehr herausfordernd?

Piquet:: „Es gibt viele Bremspunkte in den Kurven wie die zweite oder die letzte Schikane. Wir versuchen Energie zu rekuperieren, diese Sektoren machen es allerdings ein bisschen schwierig. Der beste Abschnitt ist das Stadion vollgepackt mit den Zuschauern und du kannst die jubelnde Menschenmenge während des Rennens hören.“

Was glaubst du wird das aktuelle Auto unter Rennbedingen auf dem Kurs in Mexico leisten?

Piquet: „Es ist nicht so einfach auf dieser Strecke zu überholen. Wenn wir ein gutes Auto haben, sollte es machbar sein. Wenn die Strecke wegen der Temperature ein wenig leichter zu fahren ist, wird es ein wenig leichter für alle, lassen wir uns überraschen.“

Die mexikanischen Fans sind begeisterte Motorsportfans, wieviel beeinflußt dich das und deine Leistung im Rennen?

Piquet: „Es ist immer großartig, begeisterte Fans zu haben und die Formel E ist wirklich gut in Mexico im letzten Jahr aufgenommen worden. Für die Fans war es unglaublich. Nur in einem Formel-E-Boliden kannst du die Masse hören wenn sie jubeln. Daher ist es ein besonderes Rennen.“

Wie fokussierst du dich auf die Meisterschaft und was machst du während der ePrix?

Piquet: „Die Rennen waren im ersten Saisondrittel ziemlich weit verstreut, aber das beeinflußt meinen Fokus nicht. Ich kann es kaum erwarten im Auto in Mexico zu sitzen. Dann übersiedeln wir nach Europa, da sind die Rennpausen kürzer. Seit Buenos Aires ist es für mich ein ziemlich anstrengender Monat gewesen. Ich habe Testfahren im Hinblick auf die Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) unternommen, wo ich auch dieses Jahr antrete. Dann habe ich mehrere Simulatortests mit NextEV Nio im Hinblick auf den Mexico ePrix absolviert.“


FE: Venturi mit modifizierten Getriebe und Dillmann in Mexico

Tom Dillmann(c)Venturi

Die Formel-E-Meisterschaft macht erneut Station in Südamerika. Zum vierten Rennen der Saison am 1. April reist das Venturi GP Formel-E-Team nach Mexiko. Inmitten der Hauptstadt Mexiko Stadt liegt die traditionsreiche Rennstrecke ‚Autodromo Hermanos Rodriguez’, auf der die beiden Stammfahrer des monegassischen Teams, Stephane Sarrazin und Maro Engel, erstmals mit einem abgeänderten Getriebe in ihren Elektro-Formelfahrzeugen an den Start gehen werden.

Technische Veränderungen während der laufenden Saison werden in der Formel E sanktioniert, so dass Sarrazin und Engel in der Startaufstellung für das Rennen jeweils um zehn Positionen zurückversetzt werden. „Das überarbeitete Getriebe sollte uns bereits in Mexiko mehr Zuverlässigkeit gegenüber dem bisher eingesetzten bringen“, sagt Gildo Pallanca Pastor, Teameigner von Venturi GP. „Die Rückversetzung um zehn Positionen in der Startaufstellung ist hart“, ergänzt Sarrazin, der trotzdem zuversichtlich ist: „Wir haben derartige Situationen in der Vergangenheit gemeistert und werden das auch in Mexiko schaffen.“

Die Rennstrecke in Mexiko Stadt hat Kultcharakter. Der 1959 eröffnete Kurs im Osten der Neun-Millionen-Metropole war von 1963 bis 1970, 1986 bis 1992 sowie 2015 und 2016 Austragungsort des Großen Preises von Mexiko der Formel 1. In die Siegerlisten haben sich Jim Clark und Graham Hill genauso eingetragen wie Alain Prost und Ayrton Senna. Die Formel E debütierte 2016 auf dem ‚Autodromo Hermanos Rodriguez’, zu dessen Besonderheit ein 1,6 Kilometer langer Ovalkurs zählt. Die Formel E nutzt eine 2,1 Kilometer lange Variante mit Infield.

„Ich freue mich auf das bevorstehende Rennwochenende“, sagt Engel. „Die Mexikaner gelten als sehr enthusiastisches Publikum – tolle Stimmung ist fast schon garantiert.“ Die Pause seit dem dritten Lauf in Buenos Aires (Argentinien) am 18. Februar verbrachten Team und Fahrer produktiv. „Wir haben die Gelegenheit genutzt, uns noch besser auf das Fahrzeug einzustellen“, sagt Engel. „ Ich denke, wir haben durch unsere Performance im Allgemeinen gute Chancen, die Rückversetzung im Rennen zu kompensieren. Wir wollen punkten.“

Aufgrund einer Terminüberschneidung mit dem offiziellen Vorsaisontest der Sportwagen-Weltmeisterschaft (WEC), reist eine Reihe von Formel-E-Piloten, darunter Stephane Sarrazin, verspätet in Mexiko an. Den sogenannten Shakedown am Freitag – eine Trainingssitzung – absolviert daher Tom Dillmann. Der Franzose ist amtierender Champion der Formel V8 3.5 und Ersatzfahrer von Venturi GP in Mexiko. „Wir sind froh, dass Tom uns beim Shakedown aushelfen wird“, sagt Marc Gindorf, Teilhaber des Venturi GP Rennstalls. „Er verfügt über viel Erfahrung im Formelrennsport und wird uns in Abwesenheit von Stephane wichtige Daten liefern.“