DTM: Neues Format mit zwei gleichwertigen Rennen pro Wochenende

Der Countdown zur DTM-Saison 2017 läuft: In weniger als 40 Tagen startet die DTM mit einem angepassten Format in die Saison. Das neue sportliche Reglement sieht zwei gleich lange Rennen pro Veranstaltungswochenende mit jeweils einem vorgeschriebenen Boxenstopp vor – nur zwei Gründe, warum sich die Fans der Serie in diesem Jahr auf noch mehr DTM-Action freuen können. In Kombination mit den technischen Neuerungen – die neuen Boliden von Audi, BMW und Mercedes-AMG Motorsport haben über 500 PS Leistung, weniger Abtrieb und sind damit anspruchsvoller zu fahren – stehen die Zeichen auf Vollgas für eine spannende und abwechslungsreiche DTM 2017.

Zwei gleichwertige Rennen pro Wochenende

Jeder der 18 Wertungsläufe führt in der bevorstehenden Saison über die Distanz von 55 Minuten plus eine Runde. Somit verlängert sich die Renndauer eines Wochenendes gegenüber dem Vorjahr um zehn Minuten. „Das neue Format fordert Teams und Fahrer stärker als bisher zu abwechslungsreichen Strategien und perfekter sportlicher Leistung. Den Zuschauern soll die DTM dadurch an beiden Tagen des Rennwochenende mehr spektakuläre Rennen und Unterhaltung bieten“, sagt ITR-Vorstand Florian Zitzlsperger.

Zudem wird der Einsatz von Heizdecken verboten, wodurch die Fahrer ihre Reifen sowohl beim Start als auch nach dem Boxenstopp erst auf die optimale Temperatur bringen müssen. Champion Marco Wittmann freut sich über diese Neuerungen: „Die Boxenstopps mit Reifenwechsel in beiden Rennen bringen in Verbindung mit den neuen Reifen von Hankook und dem Verbot von Reifenheizdecken deutlich mehr taktische Möglichkeiten und werden hoffentlich für mehr Überholmanöver auf der Strecke sorgen. Für unsere Fans und für uns Fahrer bedeuten diese Änderungen ein deutliches Plus an Action auf der Strecke.“ Die Anzahl der Slick-Reifen ist pro Rennwochenende auf acht Sätze limitiert und mit dem neuen Rennformat wurden auch die Regeln für die Boxenstopps deutlich vereinfacht. In diesem Jahr gibt es keine Vorschrift mehr, wann die vier Reifen bei einem Stopp gewechselt werden müssen – der Boxenstopp kann nach der ersten und muss vor der letzten Rennrunde absolviert werden, was den Teams viele taktische Möglichkeiten eröffnet.

Teams bei den Boxenstopps deutlich mehr gefordert

Die Boxenstopps erhalten in der kommenden Saison einen höheren Stellenwert: Die Teams müssen die Reifenwechsel während der Rennen mit deutlich weniger Personal als bisher durchführen und dürfen dabei lediglich zwei Schlagschrauber einsetzen – je einer pro Fahrzeugseite. Pro Auto sind nur noch acht Mechaniker bei einem Boxenstopp zugelassen. Die Standzeit der Autos wird sich dadurch zwangsläufig verlängern und jeder einzelne Mechaniker bekommt zusätzliche Aufgaben und somit mehr Verantwortung als bisher.

Vier Stunden Tracktime für die DTM-Fahrzeuge

Die DTM-Boliden von Audi, BMW und Mercedes-AMG Motorsport sind nun noch länger auf der Strecke zu sehen: neben den beiden Rennen weiterhin in den Freien Trainings – jeweils über 30 Minuten am Freitag, am Samstag und am Sonntag – sowie in den beiden Qualifyings über je 20 Minuten. In Summe ergibt sich so eine Gesamtfahrzeit von vier Stunden am Rennwochenende.

Die DTM-Saison 2017 startet am Wochenende vom 5. bis 7. Mai traditionell auf dem Hockenheimring in die neue Saison.


FE: BMW i in Mexico: Kluge Strategie entscheidend

Antonio Felix da Costa vor Mexico (c)BMW

Am 1. April geht die FIA Formula E Championship 2016/17 in Mexiko City in ihre nächste Runde. BMW Werksfahrer Antonio Felix da Costa und Robin Frijns sitzen auch beim Mexico City ePrix am Steuer der beiden MS Amlin Andretti ATEC-002. Zum zweiten Mal in Folge ist das ‚Autódromo Hermanos Rodríguez’, ein einzigartiger Stadionkurs, ein Teil des Formel E Kalenders.

Die Herausforderung

Nachdem der Saisonauftakt in Hongkong mit zwei Punkteplatzierungen vielversprechend verlaufen war, hatte das MS Amlin Andretti Team in den Rennen zwei und drei kein Glück. In Marrakesch und Buenos Aires blieb die Mannschaft von Michael Andretti jeweils ohne Meisterschaftszähler. Das Ziel für Mexiko ist damit klar: Punkte. Das Rennen findet auf dem ‚Autódromo Hermanos Rodríguez‘ statt, das sich aus Baseballstadion und Rennstrecke zusammensetzt. Der Kurs verläuft zwischen hohen Tribünen, so entsteht eine unverwechselbare Atmosphäre. Das Layout ähnelt dem jener Streckenvariante, die beim Großen Preis von Mexiko befahren wird. Zudem ist es mit 2.500 Metern die höchstgelegene Strecke im Rennkalender.

Für das MS Amlin Andretti Team werden eine kluge Strategie und ein guter Start seiner Fahrer entscheidend sein, um in diesem Rennen gute Platzierungen erreichen zu können. Spannende Rennen sind in der Formel E garantiert. Sich aus dem Getümmel herauszuhalten und einen sauberen ePrix zu fahren, ist einer der Schlüssel zum Erfolg.

Das Team

MS Amlin Andretti schickt in Saison 3 den ATEC-002 ins Rennen und tritt mit Félix da Costa und Frijns in seinen beiden Fahrzeugen an – Frijns mit der Startnummer 27 und Félix da Costa mit der Startnummer 28. BMW bringt seine Kompetenz unterstützend in das US-amerikanische Team ein, das zum ersten Mal einen eigenen Antriebsstrang verwendet. In den ersten beiden Saisons war die Mannschaft von Andretti mit der Standard-Technologie der Formel E gefahren.

Die Erwartungen

Antonio Felix da Costa:
„Ich freue mich darauf, nach Mexico City zurückzukehren. Es ist eine coole Stadt. Durch das Stadion zu fahren, fühlt sich fantastisch an – das kann man mit nichts vergleichen. Es werden viele Zuschauer vor Ort sein und jede Menge Lärm machen, wirklich wie in einem Fußballstadion. Die Pause nach dem letzten Rennen war lang, hat uns aber gut getan. Das Rennen in Buenos Aires ist enttäuschend verlaufen. Deshalb war es gut, das abzuhaken und als Team entsprechend zu reagieren. Ich denke, das ist uns gut gelungen. Die Hausaufgaben, die wir vor dem Rennen in Mexiko geleistet haben, werden sich auszahlen. Die Strecke könnte uns ganz gut liegen. Es ist ein schwieriger Kurs. Die Höhenlage macht es zudem zur härtesten Strecke der Saison, die Luft ist unheimlich dünn. Wir dürfen uns so wenig Fehler wie möglich erlauben. Dann können wir auch auf Punkte hoffen.“

Robin Frijns: „Im vergangenen Jahr sind wir in Mexico City von Platz 14 gestartet und konnten das Rennen letztlich auf dem fünften Rang beenden. Es ist eine fantastische Strecke, auf der gute Duelle möglich sind. Es fühlt sich immer toll an, dort zu fahren und die vielen Zuschauer vor Ort zu sehen. Wenn man ins Stadion kommt, kann man all die Fans sehen und hören, die gekommen sind, um sich das Rennen anzuschauen. Das Wochenende in Buenos Aires hat uns wichtige Informationen geliefert, und wir haben in den vergangenen Wochen hart gearbeitet, um das Auto weiter zu verbessern. Unser Ziel ist es, das Rennen mit beiden Autos in den Punkten zu beenden und an die Leistungen aus Hongkong anzuknüpfen.“

Die Strecke

Austragungsort des Mexico ePrix ist das Autódromo Hermanos Rodríguez, das nach den berühmten Rennfahrerbrüdern Pedro und Ricardo benannt wurde. Dabei handelt es sich um die einzige permanente Rennstrecke im Rennkalender der Formel E. Der Streckenverlauf umfasst zwei lange Haarnadelkurven, die ein Oval bilden, sowie zahlreiche Kurven innerhalb des Hauptkurses. Anders als andere FIA Meisterschaften fährt die Formel E auch die anspruchsvolle Peraltada-Kurve. Im Bereich der Strecke befindet sich ein Baseballstadion, ehemaliges Heimstadion der 16-maligen mexikanischen Champions „Diablos Rojos del Mexico“, das Fahrern und Zuschauern eine einzigartige Atmosphäre bietet und zahlreichen Fans in den einzelnen Kurven rund um das Infield Platz bietet. Mit 2.500 Metern über dem Meeresspiegel ist es zudem die höchste Strecke im Rennkalender.


FE: DS Virgin Racing will in Mexiko punkten

Sam Bild und Jose maria Lopez_(c)DS Virgin

Trotz des zweiten Platzes von Sam Bird in Marrakesch spiegelt der Saisonbeginn noch nicht die wahren Fähigkeiten von DS Virgin Racing wider. Nachdem Sam Bird in Hongkong Siegchancen hatte und beide DS Virgin Racing Piloten in den freien Trainings in Buenos Aires Bestzeiten setzten, will das Team in Mexiko-Stadt Punkte einfahren. Dabei zählt der Rennstall auf die Leistungsfähigkeit seines Rennwagens DSV-02 und seiner Fahrer.

Der ePrix von Mexiko findet auf der 2,094 Kilometer langen, 17 Kurven umfassenden Rennstrecke Autódromo Hermanos Rodríguez statt. Insgesamt sind 45 Runden zu absolvieren. Mit 2.500 Metern über dem Meeresspiegel handelt es sich um die höchstgelegene Rennstrecke der Saison und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h zugleich um die zweitschnellste.

In der vergangenen Saison erreichte Sam Bird den sechsten Rang mit lediglich drei Sekunden Rückstand auf einen Podiumsplatz. „Trotz eines schwierigen Laufs in Buenos Aires fahre ich voller Zuversicht nach Mexiko“, erklärt Sam Bird. „Ich glaube an das Team und an unser Auto. Wenn es uns gelingt, eine gute Startposition zu erobern, ist das Podium in Reichweite.“

José María López wird nach Testfahrten in der Langstrecken-Meisterschaft (WEC) erst am Samstagmorgen in Mexiko ankommen. Test- und Entwicklungsfahrer Alex Lynn wird deshalb am Freitag das Steuer des DSV-02 übernehmen. Während des Rennens steht der Brite als Ersatzfahrer zur Verfügung.

„Es ist eine Herausforderung, erst am Morgen des Rennens anzukommen. Ich habe mich aber intensiv an unserem Rennsimulator auf den ePrix von Mexiko vorbereitet“, so José María López. „In Buenos Aires habe ich nach einem hart umkämpften Rennen einen Punkt eingefahren und fühle mich in dem Rennwagen immer wohler.“ In Mexiko-Stadt will der Argentinier sein Potenzial voll ausschöpfen.

Alex Tai, Teamchef von DS Virgin Racing: „Das gesamte DS Virgin Racing Team kann es kaum erwarten, nach Mexiko zurückzukehren. Die Mexikaner begeistern sich sehr für den Motorsport. Es war also nicht überraschend, dass so viele Zuschauer den ersten ePrix von Mexiko in 2016 verfolgt haben. In diesem Jahr rechnen wir mit ähnlich vielen Fans. Ihnen möchten wir einen Grund zum Jubeln bieten. Wir werden alles dafür tun, dass unsere beiden Fahrer wettbewerbsfähig sind und um die vorderen Plätze mitfahren.“


FE: ABT ist bereit für Formel-E-Fiesta in Mexiko

AUDI SPORT ABT SCHAEFFLER FORMULA E TEAM,(c)ABT

Fiesta Mexicana. Stadionatmosphäre, Mega-City, enthusiastische Fans und eine breite Strecke für viele Überholmanöver: Der ePrix im Herzen von Mexiko-Stadt am kommenden Samstag (1. April) ist einer der Höhepunkte im Kalender der Formel E. Das Team ABT Schaeffler Audi Sport liegt mit Lucas di Grassi und Daniel Abt auf dem zweiten Platz in der Team- und Fahrerwertung.

Sébastien Buemi und sein Renault-Werksteam sind in der Formel E derzeit die Kombination, die es zu schlagen gilt. Erster Verfolger im internationalen Feld ist das deutsche Team ABT Schaeffler Audi Sport mit seinen beiden Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi. 19 Mal stand das deutsch-brasilianische Duo in den bisher 25 ausgetragenen Rennen auf dem Podium. Für das Gastspiel in Mexiko ist das Ziel deshalb klar: perfekt aussortiert anreisen, angreifen, den kleinsten Fehler ausnutzen.

Der 2,093 Kilometer lange Kurs liegt im Herzen von Mexiko-Stadt und nutzt einen Teil des Autódromo Hermanos Rodríguez, auf dem auch die Formel 1 startet. Besonders beeindruckend ist der Abschnitt zwischen den Tribünen, die für eine stadionähnliche Atmosphäre sorgen. Anders als die Formel 1 führt der Kurs der Formel E nicht nur durch dieses Stadion, sondern schlängelt sich vor den Tribünen entlang. Auch die Podiumszeremonie findet auf einer Bühne vor den im Vorjahr fast voll besetzten Tribünen statt – ein emotionales Highlight für Fans und Rennfahrer gleichermaßen.

Tests, akribische Analyse der gesammelten Daten, Optimierung der Software, Arbeit an der perfekten Abstimmung, Vorbereitung der Piloten im Simulator – auch während der Saison überlässt ABT Schaeffler Audi Sport nichts dem Zufall. „Nur wenn wir perfekt aussortiert in den Renntag starten, haben wir eine Chance auf Pokale und Champagner“, sagt Daniel Abt. Ebenso wie sein Teamkollege freut sich der Deutsche besonders auf die einmalige Atmosphäre in Mexiko.

„Unser Ziel bleibt auch für das Rennen in Mexiko unverändert: Wir wollen um das Podium und bestenfalls um den Sieg kämpfen“, sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Im Vorjahr hat Lucas das Rennen souverän gewonnen, den Pokal aber anschließend wegen unseres Fehlers verloren – auch deshalb haben wir mit Mexiko noch eine Rechnung offen. Leicht wird es nicht, denn in dieser Saison gibt es in der Formel E gleich mehr als ein Dutzend Kandidaten für den obersten Platz auf dem Podium.“

In der Formel E werden Training, Qualifying und Rennen innerhalb weniger Stunden ausgetragen. Start ist um 16 Uhr Ortszeit (Mitternacht deutscher Zeit). Das Rennen in Mexiko führt über 45 Runden und wird live auf Eurosport ab 00:00 Uhr von Samstag auf Sonntag übertragen. Am Dienstag, 4. April, zeigt der Sender ab 22:00 Uhr ein einstündiges Magazin zur Formel E.


FE: Neues Berliner Streckenlayout veröffentlicht, Tickets verfügbar

Berlin track map_(c)Veranstalter

Ab sofort geht der Kartenvorverkauf für den Berlin ePrix 2017 bei Ticketmaster.de weiter. Mit einer völlig neuen Rennstrecke findet das vollelektrische Motorsport- Event auf dem historischen Flughafen Tempelhof statt. Erstmals fährt die Formel E in der deutschen Hauptstadt ein Doppelrennen, das den Zuschauern am 10. und 11. Juni gleich ein ganzes Rennwochenende voller mit Spannung und Unterhaltung bietet.

Die Runden 7 und 8 der Formel E-Meisterschaft kehren zurück an den Austragungsort der ersten Saison, jedoch auf einem mit Spannung erwarteten, neuen Streckenlayout. Auf der 2,25km langen Strecke auf dem Vorfeld des stillgelegten Flughafens, werden sich – gegen den Uhrzeigersinn – die 20 vollelektrischen Boliden zwei packende Rennen am Samstag- und Sonntagnachmittag liefern. Der neue Berliner Kurs umfasst zehn Kurven, mit der langen Geraden, mehreren Highspeed-Corners und zahlreichen filigranen Ecken zählt Tempelhof zu den wohl anspruchsvollsten im gesamten Rennkalender.

Daniel Abt, Fahrer im Team Abt Schaeffler Audi Sport sagt dazu: „Für uns als deutsches Team mit deutschen Partnern und auch für mich als deutscher Fahrer ist es eine großartige Neuigkeit, dass wir in dieser Saison gleich zwei Heimrennen fahren werden. Es ist kein Geheimnis, dass ich den Track auf der Karl- Marx-Allee im letzten Jahr sehr mochte. Aber jetzt habe ich das neue Streckenlayout für Tempelhof gesehen und kann die beiden Rennen in Berlin kaum erwarten! Die Fans werden von den besonderen Features der Strecke begeistert sein: Vor Ort kommen sie dem Renngeschehen und auch uns Fahrern sehr nahe. Die Strecke bietet viele Überholmöglichkeiten und verspricht ein richtig spannendes Rennen. Ich freue mich wahnsinnig auf das heimische Publikum – wir werden in Berlin eine riesige ’48-Stunden-Formel E- Party’ für die Fans abfeiern!“

Im Video zeigt euch Daniel Abt den neuen Berliner Formel-E-Kurs:

Tickets verfügbar:

Tribünentickets für einen Renntag sind für 49,- Euro erhältlich, Senioren (60+ Jahre), Schüler und Studenten erhalten eine Ermäßigung von 10,- Euro (39,-€/Ticket). Tribünenkarten für Kinder (6-15 Jahre) kosten mit 24,50 Euro die Hälfte. Das Tribünenticket für beide Renntage kostet 79,- Euro.

Rennen Berlin 2015 (c) Adam Warner/LAT/Formula E

Der allgemeine Zugang zur Strecke und dem Allianz eVillage an einem Renntag kostet für Erwachsene nur 5,- Euro, Kinder erhalten freien Eintritt in Begleitung eines erwachsenen Ticketinhabers.
Einen besonderen Blick hinter die Kulissen können Fans bei einer Führung durch die Boxengasse werfen und den Teams bei ihren letzten Vorbereitungen auf das Rennen zuschauen. Das Ticket für den so genannten Pit Walk kostet 20,- Euro, für Kinder 10,- Euro.

Fans, die bereits im Besitz eines Tickets für das ursprünglich geplante Rennen auf der Karl-Marx- Allee sind, werden von Ticketmaster kontaktiert und erhalten ein tolles Upgrade für den neuen Austragungsort in Tempelhof.

Fans erhalten weitere Informationen zu den Ticketpreisen sowie dem Karten-Upgrade über die Homepage von Ticketmaster.de oder per E-Mail an: kundenservice@ticketmaster.de.
Link zum Ticketverkauf des Berlin ePrix 2017: http://info.fiaformulae.com/berlin-eprix


FE: [INTERVIEW 2/2] Daniel Abt: „Fahrerwechsel bei Techeetah verständlich“

Daniel Abt, Abt (c)Abt

Am Sonntag haben wir die erste Hälfte unseres Interviews mit Daniel Abt im Rahmen des jüngten Eurosport-Events veröffentlicht. Im zweiten Teil erzählt uns der deutsche Formel-E-Fahrer, wie beim letzten Lauf in Argentinien eine bessere Platzierung möglich gewesen wäre, und ob der FanBoost wirklich hilft. Ferner zeigt sich Abt beeindruckt von der Entwicklung seines YouTube-Kanals und seiner Wahl zum Sportler des Jahres in seiner Heimatstadt. Auch verrät er, wie er den Fahrerwechsel beim Team Techeetah (Gutierrez für Ma) einschätzt und was er von Felipe Massa in der Formel E halten würde.

Daniel, du bist in Buenos Aires Siebter geworden. Was wäre drin gewesen, wenn das Qualifying besser gelaufen wäre?

Fakt ist, dass ich dieses Jahr sehr, sehr stark bin auf eine Runde gesehen. Bis zum Zeitpunkt des Unfalls war ich zwei Zehntelsekunden schneller als mein Teamkollege Lucas (di Grassi). Eine bessere Zeit wäre möglich gewesen. Das Auto war sehr gut an diesem Wochenende, es war definitiv unser stärkstes Wochenende, was die reine Performance des Autos angeht. Von daher war es sehr ärgerlich und auch unnötig. Ich habe einen Tick zu viel gewollt. Im Nachhinein zu sagen, was dabei herausgekommen wäre, ist immer schwer und bringt auch nichts. Das Rennen war gut, denn es war wirklich hart, von da hinten (Startplatz 16) loszufahren, weil es in der Anfangsphase immer sehr knifflig ist am Ende des Feldes. Neun Positionen gutzumachen, damit kann ich schon zufrieden sein.

Auch dank FanBoost konntest du Robin Frijns, der dir fest im Nacken saß, hinter dir halten…

Ja, das stimmt. Ich habe mir das Rennen im Nachhinein noch einmal angesehen, und der Zeitpunkt, als ich den FanBoost gezündet habe, war die letzte Möglichkeit. Was oft nicht erklärt wird: Der FanBoost funktioniert nur mit mindestens 50 Prozent Batterie-Ladestand und unter 50 Prozent gibt es nicht mehr die volle Leistung des FanBoost. Das heißt, ich habe darauf gewartet, ob er zum Einsatz kommt und auch etwas bringt. Ich habe zu meinem Ingenieur gesagt, er solle bitte Bescheid geben, wenn die letztmögliche Runde kommt und wo es sinnvoll ist, und dann habe ich ihn halt gezogen, weil ich in dem Fall musste. Aber der FanBoost war nicht zwingend nötig, um Robin hinter mir zu lassen. Er war zwar an mir dran, aber technisch nicht wirklich eine Gefahr für mich.

Aber vermutlich ist es nicht gerade angenehm, wenn drei, vier Kollegen dich jagen, oder?

Nein, das ist absolut nicht angenehm. Was halt in der Formel E anders ist, ist das Thema Energiesparen. Das Problem ist: Man sieht nicht, was die anderen Fahrer gerade machen. Ich muss mit der Box kommunizieren und fragen, welche Strategie die anderen fahren. Oftmals kommt ein Fahrer angeflogen und überholt dich. Dann fragt man sich: Bin ich jetzt viel zu langsam, oder verbraucht der andere Fahrer zu viel Energie? Das war gerade in der Anfangsphase des Buenos Aires ePrix einige Male der Fall. Einige haben mehr Energie verbraucht, und ich hatte das Gefühl, gar nicht so schnell zu sein. Aber mein Energielevel war einfach besser. Ich konnte jeweils die letzten zwei, drei Runden eines Stints unheimlich viel Boden gutmachen, das hat mir ein wenig geholfen.

Du hast nun zweimal hintereinander den FanBoost gewonnen, hilft dir dabei auch dein eigener YouTube-Kanal?

Ich hoffe es. Ich gebe da wirklich Gas und nehme das sehr ernst. Der Kanal ist neben dem Rennfahren ein sehr wichtiges Projekt. Ich versuche dabei, den Leuten die Person Daniel Abt auf verschiedenste Art und Weise näherzubringen, aber auch den Motorsport. Ich versuche, die Formel E anders zu zeigen und dem Publikum bekannter zu machen. Wenn im Gegenzug die Leute Fans werden und dann auch für mich abstimmen, ist das eine sehr, sehr schöne Sache. Ich machen den Kanal aber nicht nur wegen des FanBoost, sondern weil ich Lust darauf habe. Es bereitet mir sehr viel Freude. Das Feedback, das ich bekomme, ist gigantisch. Was da in einem Jahr entstanden ist, ist für mich Motivation genug, da mit Vollgas weiterzumachen.

Daniel_Abt_Berlin_2015 (c)Erich Hirsch

Macht es dich stolz, „Sportler des Jahres“ in deiner Heimatstadt Kempten geworden zu sein?

Ja, das war eine sehr, sehr große Ehre für mich. Ehrlicherweise war das für mich überraschend, muss ich sagen. Damit habe ich gar nicht gerechnet, als es bekannt wurde. Es macht mich natürlich sehr stolz. Kempten ist eine Kleinstadt, hat aber einige sehr gute Sportler, zahlreiche Vereine und viele Personen, die sich in den verschiedensten Sportarten engagieren. So eine Auszeichnung bedeutet mir viel und macht mich schon sehr stolz.

Wie findest du die Entscheidung, die Formel-E-Übertragung von Eurosport zu DMAX zu verlegen?

Grundsätzlich kann ich das sehr schwer beurteilen, da ich selbst kein klassischer Zuschauer bin und die Rennen nie anschauen kann (lacht). Ich glaube, es ist wichtig, dass man den Sendeplatzwechsel richtig kommuniziert, sodass die Leute auch davon wissen. Ich glaube, es ist generell wichtig, dass man fernsehtechnisch mehr für die Formel E macht. Ich bin fest davon überzeugt, dass da Luft nach oben ist. Man muss es den Leuten schmackhaft machen und gewisse Dinge näher erklären. Man sollte nicht nur die Rennen zeigen.

Ab dem Mexiko-Rennen nächstes Wochenende ersetzt Esteban Gutierrez den bisherigen Piloten Ma Qing Hua bei Techeetah. Richtige Entscheidung?

Ja, ich finde es gut. So nett der Kollege auch ist, aber Ma ist nicht auf dem Niveau der anderen Piloten gefahren. Gutierrez hat damit sofort ein starkes Auto, und er ist ein Fahrer, der sehr gut ist und einen großen Namen hat. Er kommt jetzt zu seinem Heimrennen nach Mexiko. Ich glaube, das bringt schon etwas. Ich möchte dem Ma nichts absprechen, aber aus Teamsicht ist der Wechsel verständlich. Für Gutierrez ist die Formel E ein guter Schachzug.

Massa war lange als Fahrer für die Formel E im Gespräch. Würde er der Serie guttun?

Grundsätzlich ist es gut, einen Fahrer mit hoher Bekanntheit zu bekommen. Im Endeffekt ist es seine eigene Entscheidung, ob er Formel E fahren möchte oder nicht. In erster Linie muss es für Massa stimmen. Mir oder den anderen Fahrern brächte die Verpflichtung Massas in der Formel E nichts. Wir haben schon viele ehemalige F1-Fahrer, es ist aber auch wichtig, dass der Nachwuchs ebenso zum Zug kommt. Die Serie sollte nicht nur aus Ex-Formel-1-Fahrern bestehen. Man sollte den jungen Fahrern zeigen, dass sie auch in der Formel E Karriere machen können und nicht nur die Ex-F1-Piloten. Die gesunde Mischung macht’s.


FE: Daniel Abt im Interview: „Ich mag keine Doppelrennen“

Daniel Abt bei Eurosport(c)Eurosport Motorsport Launch

In München lud Sportsender Eurosport kürzlich Medienvertreter zur einem ‚Home of Racing’-Event ein. Neben diversen Serien der Zweirad- und Vierradszene war die Formel E ein Schwerpunkt des Abends. Dabei vertrat die Elektrorennserie, die in Deutschland exklusiv von Eurosport übertragen wird, der Kemptener Pilot Daniel Abt. Der junge Bayer ist einer von drei deutschen Piloten der diesjährigen Formel E und fährt bekanntlich für das einzige deutsche Team ABT Schaeffler Audi Sport. Wir hatten die Gelegenheit, uns mit Abt über die aktuelle Saison zu unterhalten. Im ersten Teil unseres zweiteiligen Interviews erzählt uns der 24-Jährige, warum er kein Liebhaber von Doppelrennen ist, warum er ein Rennen in Berlin am Alex nachtrauert und ob es bereits Testfahrten für Saison Vier gegeben hat. Außerdem verrät er uns exklusiv, was sich durch den Werkseinstieg von Audi im Abt-Team verändert und ob ihm bange wird um ein Cockpit im Audi-Team.

Berlin bekam kürzlich den Zuschlag für ein Doppelrennen. Bist du damit sehr zufrieden?

Abt: „Grundsätzlich ja. Es ist schön, dass Berlin der Formel E erhalten bleibt. Es ist schon mal gut, zwei Rennen in Berlin zu fahren. Ich persönlich bin allerdings nicht der größte Fan von zwei Rennen an einem Rennwochenende, das muss ich ganz ehrlich sagen. Für die Fans und den Leuten vor Ort ist es eine gute Sache und ein zumindest versöhnlicher Ausgang nach all dem Hin und Her.“
Es gibt neben Berlin mit New York und Montreal zwei weitere Locations mit Doppelrennen. Warum bist du kein Fan von zwei Rennen an einem Wochenende, ist es dir zu anstrengend?

Abt: „Nein, daran liegt es definitiv nicht. Man hat ein Rennen, ein Rennwochenende. Ich finde, es soll ein Ergebnis und einen Sieger pro Wochenende geben. Wenn es ein Doppelrennwochenende gibt, kann es sein, du gewinnst eines und bei einem Rennen fällst du aus. Man fährt nach Hause und weiß nicht genau, ob es ein gutes Rennwochenende war oder nicht. Was berichten die Zeitungen, welcher Fahrer war jetzt der Beste am gesamten Wochenende? Das ist ein bisschen schwierig, in der DTM ist es ja ähnlich. Daher finde ich es besser, ein Rennen pro Rennwochenende und einen Gewinner auf einer Rennstrecke und dann fährt man zur nächsten Rennstrecke. Ich habe aber mit zwei Rennen kein Problem.“

Lucas di Grassi, Daniel Abt (c)Abt

Du hast im Vorjahr in Berlin am Alex dein bestes Rennen mit Platz zwei abgeliefert. Bedauerst du den Umzug zurück gen Tempelhof?

Abt: „Ich bedauere es wirklich sehr. Letztes Jahr war für mich überhaupt eines der schönsten Rennen unabhängig vom Ausgang des Rennens, sondern wegen der Atmosphäre, der Stimmung, der Location. Das Wetter hat hervorragend mitgespielt. Ich fand es als ein stimmiges Event. Ich hatte wirklich das Gefühl, ich bin mitten in Berlin, es hat sich nach Berlin angefühlt. Man war mittendrin, ich bin immer vom Hotel zur Rennstrecke gelaufen. Ich musste immer durch die Menschenmassen durchlaufen, das sehr cool war. Tempelhof, klar es ist Berlin, vermittelt mir nicht dieses Flair, diesen Innenstadtcharakter, so wie es eigentlich zur Formel E gehört. Das ist natürlich sehr, sehr schade. Als ich gehört habe, dass einige Politiker zu wenig andere Probleme haben und sich dagegenstemmten, fand ich das sehr schade. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass wir wieder so ein Innenstadtrennen bekommen.“

In Berlin oder auch woanders in Deutschland?

Abt: „Ich könnte mir München auch sehr gut vorstellen. München wäre auch super geeignet. Ich habe es in Berlin sehr genossen. Ich glaube, Berlin ist eigentlich schon das richtige Aushängeschild, es ist die Hauptstadt und Berlin ist normalerweise offen für alle Sorten von Dingen. Aber es gibt dort auch Politiker, die nicht so offen sind, die das Event jetzt so verändert haben. Ich würde gerne wieder in die Innenstadt ziehen, aber man muss nehmen, was man hat.“

Blick in die Zukunft. Gibt es schon erste Testfahrten für Saison 4?

Abt: „Bis jetzt gab es keine Testfahrten, aber im Hintergrund passiert sehr viel. Man weiß ja, dass Audi als Werksteam an Bord kommt. Es verändert sich generell die Struktur, die Abläufe, viele neue Leute, die dazu stoßen. Da wird sich in den nächsten Monaten einiges tun. Auf der Strecke waren wir aber noch nicht beim Testen.“
Kannst du uns den signifikanten Unterschied erklären, wenn Audi als Werksteam einsteigt, wie sich das ‚Privatteam Abt‘ verändert?

Abt: „Das ist relativ leicht erklärbar. Manpower und Ressourcen. Klar gaben wir mit den Leuten, die wir jetzt an Bord haben, unser Bestes. Die sind alle sehr, sehr gut, das haben wir die letzten Jahre bewiesen. Aber im Endeffekt ist es immer eine Geldfrage, wenn man mehr entwickeln und erforschen möchte. Man hat mehr Manpower, kann bei den Tests mehr auswerten und hat eben mehr Möglichkeiten. Als Privatteam muss man sehr auf das Geld achten und sich fragen, ob das Ganze sinnvoll eingesetzt wird. Ein Hersteller hat da ganz andere Möglichkeiten. Wenn sie kommen, wollen sie natürlich gewinnen und dementsprechend können sie Geschütze auffahren.“

Hast du dadurch mehr Druck bekommen und hast du Angst um deinen Job fürs nächste Jahr?

Abt: „Der Druck ist immer da, von Haus aus und den mache ich mir selbst. Natürlich ist der im Hinterkopf, ich weiß, jetzt sehen mehr Leute zu, die von dir etwas erwarten. Ich möchte diese Erwartungen erfüllen, das ist klar und das ist mir auch wichtig. Ich habe keinen Jobangst, aber natürlich macht man sich Gedanken, was passiert. Man weiß nicht zwingend, wie meine Zukunft aussieht. Wie es weitergeht, ist noch nicht alles geregelt. Ich kann das momentan nicht wirklich beeinflussen. Es geht jetzt darum, allen Leuten bei Audi zu zeigen, dass ich sehr hart arbeite, dass man Ergebnisse erzielen will und dass man versucht, das ganze Team voranzubringen und das alle an einem Strang ziehen. Das ist meine Hauptaufgabe, auf die konzentriere ich mich. Alles andere wird die Zukunft zeigen.“

Fotocredit: Eurosport Motorsport Launch


FE: Neun Hersteller der FIA benannt, BMW mit dabei

BMW Headquarter München(c)EHirsch

Die Formel E befindet sich mitten in der dritten Saison, doch die Weichen für die Zukunft werden heute schon gestellt. Die FIA hat die Hersteller benannt, die ab Saison fünf ins Rennen gehen. Neun Hersteller hat die FIA offiziell zugelassen, darunter mit BMW der zweite deutsche Konstrukteur. Es war bekanntlich ein offenes Geheimnis, dass sich die Münchner stärker in die Formel E einbringen wollen. Mit einem eigenen Antriebsstrang strengt BMW immer mehr einen Werkseinsatz in der Elektrorennserie an.

Formel-E-Serienchef Alejandro Agag zeigt sich mit dem Neueinstieg von BMW hochzufrieden: „Die heutigen Neuigkeiten unterstreichen einmal mehr die Fülle und Qualität der Hersteller in der Formel E, die unsere ursprünglichen Erwartungen voll überstiegen haben. Es zeigt, wie relevant diese Meisterschaft für die Automobilbranche geworden ist und auch das Interesse neuer Zuschauer weckt sowie die Sponsoring-Partner wie zuletzt die Allianz anlockt.“
FIA-Präsident Jean Todt schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Formel E hat sich in gerade einmal drei Jahren als eine der interessantesten und innovativsten Rennserien etabliert.“

Neben BMW schrieben sich weitere acht Hersteller ein. Mercedes ist nicht dabei. Der französische Hersteller DS geht mit einer eigenen Lizenz als Hersteller an den Start und trennt sich vom britischen Team Virgin. Anzunehmen ist, dass das Team um Eigner Richard Branson Kundenteam bei DS wird. Die Konstrukteure Jaguar Land Rover und Penske Autosport haben in der Herstellerliste ihre offiziellen Namen angepasst. Dazu kommen die altbekannten Hersteller Mahindra, NextEV Nio, Renault und Venturi. Beim Team Venturi zeichnet sich der deutsche Automobilzuliefere ZF für den Antriebsstrang in Saison fünf verantwortlich. Etwas überraschend auch, dass Audi namentlich nicht in der Herstellerliste auftaucht, obwohl die Ingolstädter dieses Jahr noch als Werksteam einsteigen. Hinter „ABT Formel E“ könnte sich das Triumvirat aus Audi, Schaeffler und ABT Sportsline verbergen. Es bleibt offen, ob der Name in dieser Form bestehen bleibt.

Neben den neun Herstellern gibt es zur fünften Saison Anpassungen beim Chassis und bei den Batterien. Letztgenannte werden den Teams einheitlich von McLaren Applied Technologies zur Verfügung gestellt mit einem Leistungsoutput von 54 kW. Dies soll den aktuell obligatorischen Fahrzeugwechsel ersatzlos streichen, eine der Grundvoraussetzungen für den Einstieg von BMW. Spark stellt den Teams dazu ein Einheitschassis an die Hand, um die Kosten nicht exorbitant steigen zu lassen. Die Homologation der Hersteller erstreckt sich übrigens auf drei Jahre.

Hier die Liste aller neun Hersteller für die Saison 2018/2019:
• ABT Formel E
• BMW AG
• DS Automobiles
• Jaguar Land Rover
• Mahindra Racing
• NextEV NIO
• Penske Autosport
• Renault
• Venturi Automobiles


FE: BMW als Hersteller für Saison 5 bestätigt

bmw-and-andretti (c)BMW

Während die Vorbereitungen auf das vierte Rennen der FIA Formula E Championship 2016/17 in Mexico City beim von BMW Motorsport unterstützten MS Amlin Andretti Team auf Hochtouren laufen, gehen auch die langfristigen Planungen für einen möglichen Werkseinstieg in Saison 5 weiter. Dazu gehört unter anderem die formale Einschreibung als Formel E Hersteller, die von BMW vorgenommen und vom Automobil-Weltverband FIA akzeptiert wurde.

Die geplante Ausweitung des Engagements von BMW i und BMW Motorsport in der ersten Rennserie für vollelektrische Formelfahrzeuge ist Teil der langfristigen globalen Motorsport-Strategie der BMW Group. Bereits zum Start der aktuellen Saison hatte BMW durch den Aufbau einer engen Partnerschaft mit dem MS Amlin Andretti Team den nächsten Schritt in diese Richtung vollzogen. Diese Kooperation umfasst unter anderem die Zusammenarbeit auf Ingenieursebene und die gegenseitige Nutzung von Ressourcen. BMW Motorsport schickt Werksfahrer António Félix da Costa (PRT) als Pilot für MS Amlin Andretti an den Start.

Jens Marquardt,BMW (c)Erich Hirsch

„Die Formel E hat seit ihrer ersten Saison eine rasante Entwicklung genommen und ist mittlerweile eine Rennserie auf sehr hohem Niveau“, sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Als Official Vehicle Partner hat BMW i die Serie ab der ersten Stunde mitgestaltet und geprägt. Mittlerweile sind uns andere Hersteller gefolgt. Jetzt auch Schritt für Schritt in die sportliche und technologische Seite der Formel E einzusteigen, bereitet allen Beteiligten bei uns große Freude. Die Planungen, in Saison 5 mit einem Werksteam anzutreten, schreiten voran. Dazu war die Einschreibung als Hersteller notwendig. Diese haben wir fristgerecht vorgenommen.“

Die Partnerschaft mit der Mannschaft von US-Rennlegende Michael Andretti verläuft bisher äußerst positiv. Es wurde ein enger Austausch zwischen den Ingenieuren von BMW Motorsport und von Andretti Formula E erreicht, mit synchronisierten Abläufen und einem kontinuierlichen Knowhow-Transfer. Bei BMW Motorsport in München haben die Ingenieure zudem die Entwicklung eines Formel E Antriebsstrangs aufgenommen. „Vor uns liegt noch viel Arbeit, aber die ersten Schritte sind gemacht“, bestätigt Marquardt. „Wenn sich Serie weiter so positiv entwickelt, dann wollen wir für den möglichen Werkseinstieg in Saison 5 perfekt vorbereitet sein.“


FE:Audi-Sportchef Dieter Gass: „Formel E muss bezahlbar bleiben“

dieter-gass_audi(c)EHirsch

Audi-Motorsportchef Dieter Gass hegt den Wunsch, dass die Formel E in Zukunft bezahlbar bleibt. Da immer mehr große Hersteller Interesse an der Formel E finden, macht sich die Sorge breit, dies könnte zu einer einhergehenden Kostenexplosion führen.

„Ich sehe die Gefahr“, gibt Gass gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘ zu. Denn in der Vergangenheit hat sich immer wieder bewahrheitet: Sobald mehrere Hersteller in eine Serie einsteigen, dreht sich die Kostenspirale unaufhörlich. Das gilt es in der Elektro-Rennserie zu verhindern. Nur wie? Der Audi-Motorsportchef vertraut in dieser Frage voll und ganz der FIA: „Ich sehe bei der FIA, dass man sich genau dessen bewusst ist. Wenn wir entsprechend damit umgehen, dann ist das natürlich in unserem Interesse“, so Gass.

Es ist schon bemerkenswert, in welch kurzer Zeit es Serienchef Alejandro Agag geschafft hat, die Formel E auf der Weltbühne des Motorsports zu etablieren. Gleich sechs Hersteller (Jaguar, Mahindra, Andretti mit BMW, e.dams mit Renault, ABT mit Audi und Virgin mit den Franzosen Citroen/DS) tummeln sich bereits in der Elektro-Rennserie. Audi steigt mit der nächsten Saison als Werksteam ein, BMW agiert ähnlich und fährt voraussichtlich 2018/2019 werksseitig auf.

Für denselben Zeitraum hat sich Mercedes einen potenziellen Startplatz in der boomenden Meisterschaft gesichert. Die Schwaben mussten dafür tief in die Tasche greifen und haben Berichten zufolge einen geschätzten zweistelligen Millionenbetrag lockergemacht. Mit Nissan könnte auch ein japanischer Hersteller die Formel-E-Bühne betreten. Noch nie gab es in so kurzer Zeit ein solch wachsendes Interesse von Herstellern, in eine Serie einzusteigen. Die Formel E fährt gerade mal ihre dritte Saison.

Bei dieser Anzahl an Herstellern und Interessensverbänden gilt es, die Kostenspirale unbedingt einzudämmen. Wird die Formel E zum Opfer ihres eigenen Erfolgs? Die FIA gibt die Spielregeln vor, was Technologie- und Reglement-Entwicklung betrifft. Ein Zehnjahresplan soll helfen, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Mit den Einheitsbatterien von McLaren Applied Technologies ab der fünften Saison hat die Formel E einen wichtigen Meilenstein gesetzt. Von da an soll der bis dato obligatorische Fahrzeugwechsel der Vergangenheit angehören. Die Energiemenge steigt dann von derzeit 28 kWh auf 54 kWh. Beim Chassis fährt die FIA ebenso eine klare Linie: Die nächsten fünf Jahre zeichnet auch weiterhin das italienische Unternehmen Dallara für das Einheitschassis verantwortlich.

Geben sich die Hersteller damit zufrieden? Auf lange Sicht wohl kaum. Jeder Hersteller versucht, das Beste aus seinem Paket herauszuquetschen. „Man muss aufpassen, denn es ist eine Gratwanderung“, sagt Gass. „Man muss das Maß finden, damit sich das Produkt Formel E weiter entwickeln kann und sie für die Hersteller interessant bleibt. Gleichzeitig muss sie bezahlbar bleiben“, fordert der neue Audi-Motorsport-Verantwortliche.

Wie hemmungslos sich die Kostenspirale drehen kann, sieht man an den Beispielen Formel 1 oder Langstrecken-WM WEC. Audi hat bei der letztgenannten Serie bekanntlich die Reißleine gezogen und wechselt im Herbst zur Formel E. Die FIA steht in der Pflicht und ist mit geeigneten Maßnahmen gefordert, die junge Serie Formel E weiter wachsen zu lassen. Dann dürfte auch Audi zufrieden sein.