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FE: Hans-Jürgen Abt: „Wir können kleine Nadelstiche setzen“

Hans Juergen Abt,FIA Formula E, Test Donington (c)ABT

Mit dem ersten Saisonsieg in der Formel E haben sich Lucas di Grassi und ABT Schaeffler Audi Sport wieder einen kleinen Schritt zurück in den Titelkampf gebracht. Im Interview spricht Teamchef Hans-Jürgen Abt über das dramatische Rennen in Mexiko, die Kräfteverhältnisse in der Elektro-Rennserie und seine Vorfreude auf die Rennen in Europa.

Wie haben Sie das Formel-E-Rennen in Mexiko erlebt?

„Als eines der spannendsten überhaupt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade in den letzten Runden noch irgendjemand ruhig geblieben ist. Der Mexiko ePrix hat ein kleines Stück Formel-E-Geschichte geschrieben. Ich bin stolz, dass wir mit unserem Team einen Teil dazu beigetragen haben.

Wie konnte Lucas di Grassi vom 15. Startplatz und mit einem zusätzlichen Stopp dieses Rennen gewinnen?

„Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit einer guten Strategie nach vorn fahren – denken Sie zum Beispiel an Hongkong, wo Lucas vom 19. Startplatz aufs Podium gefahren ist. Aber in Mexiko haben Rennfahrer und Team ihr Meisterstück abgeliefert: die Mannschaft in der Box, weil sie den Mut zu einer äußerst riskanten Strategie hatte. Die Mechaniker, weil sie bei dem außerplanmäßigen Stopp cool geblieben sind. Und Lucas di Grassi, weil er top konzentriert, fehlerfrei und mit voller Kontrolle über den Energieverbrauch seine Runden gedreht hat.“

Wäre sein Teamkollege Daniel Abt von der Pole-Position, die er nachträglich verloren hat, auch ein Kandidat für den Sieg gewesen?

„Selbstverständlich. Nicht nur mir und dem ganzen Team, auch den Fans tut es leid für Daniel. Er hat im Qualifying einmal mehr eine Wahnsinnsleistung gebracht, seinen Teamkollegen zum dritten Mal im vierten Rennen geschlagen. Im Rennen hat er elf Positionen gutgemacht und mit Platz sieben Punkte geholt. Ich weiß, er mag es nicht mehr hören, aber: Der Knoten wird platzen und bald steht er ganz oben auf dem Podium.“

Das erste Drittel der Saison ist absolviert. Wie schätzen Sie die Kräfteverhältnisse in der Formel E ein?

„Genau so, wie es viele vor der Saison prognostiziert haben: Das Feld ist viel enger zusammengerückt, viele Teams haben sich enorm gesteigert, statt drei oder vier gibt es jetzt in jedem Rennen mindestens ein Dutzend Kandidaten für den Sieg. Wie erwartet ist die Werksmannschaft von Renault das Team, das es zu schlagen gilt. Aber wir sehen: Wenn wir hart arbeiten, niemals aufgeben und noch dazu ein bisschen Glück haben, dann können wir kleine Nadelstiche setzen. Wenn eine Chance kommt, wollen wir sie nutzen.“

Nach Gastspielen in Asien, Afrika, Süd- und Nordamerika kommt die Formel E im Mai nach Europa. Wie groß ist die Vorfreude?

„Riesig – und nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen Fans, Medien und Partnern. Mit dem Rennen in Monaco nimmt die Formel E endlich richtig Fahrt auf, wir fahren dann vier Rennen innerhalb von vier Wochen. Ich bin mir sicher, dass die Serie dann noch mehr Interesse auf sich ziehen wird – nicht zuletzt, weil die TV-Übertragungen dann nachmittags laufen. Mit dem Wechsel von Eurosport zu DMAX erreichen wir außerdem viele neue Zuschauer.“

Einer der Höhepunkte sind die beiden Heimrennen in Berlin am 10. und 11. Juni. Wie gefällt Ihnen das neue Streckenlayout in Tempelhof?

„Ich bin überzeugt davon, dass die Fans in Berlin ein Mega-Event erleben werden. Die erste Reaktion unserer Fahrer auf das neue Layout ist durchweg positiv, das werden spannende Rennen mit vielen Überholmanövern und reichlich Action. Auch für die Fans ist das Areal in Tempelhof ideal: Sie erleben das ganze Programm der Formel E auf engstem Raum vor einer beeindruckenden Kulisse – und hoffentlich einen starken Auftritt des deutschen Teams.“

Parallel zu den aktuellen Rennen laufen schon die Vorbereitungen für die nächste Saison. Was ist der aktuelle Stand?

„Der aktuelle Stand ist, dass unsere Ingenieure und Mechaniker in den nächsten Wochen wenig Zeit für ihre Familien haben werden und viel unterwegs sind. Unser Plan bis zum Auftakt der neuen Saison steht, alle Tests auf der Strecke und auf Prüfständen sind geplant. Ende März haben wir in Spanien schon ein paar Kleinigkeiten ausprobieren können. Richtig los geht es dann in den Wochen rund um das Rennen in Berlin. Die Zusammenarbeit zwischen Audi, Schaeffler und ABT funktioniert gut – schön zu sehen, wie alle Seiten an dem gemeinsamen Ziel arbeiten, in der Formel E auch künftig eine gute Rolle zu spielen.“


FE: Lucas di Grassi triumphiert in Mexico

AUDI SPORT ABT SCHAEFFLER FORMULA E TEAM, Lucas di Grassi (c)ABT

Das Team ABT Schaeffler Audi Sport erlebte beim vierten Lauf der Formel E ein Wechselbad der Gefühle – und ein sensationelles Happy End: Lucas di Grassi holte in einem dramatischen Rennen seinen fünften Sieg und hat sich damit zurück in den Titelkampf gefahren. Teamkollege Daniel Abt zeigte ebenfalls eine beeindruckende Aufholjagd und fuhr auf Platz sieben.

Die knapp 40.000 Fans in Mexiko-Stadt erlebten eines der dramatischsten Rennen in der noch jungen Geschichte der Elektro-Rennserie. Hauptdarsteller: Lucas di Grassi. Dank einer äußerst riskanten Strategie und dem nach eigenen Worten „besten Rennen“ seiner Formel-E-Karriere jubelte der Brasilianer schließlich doch als Sieger vor den begeisterten Fans. Ebenso wichtig: Weil Erzrivale Sébastien Buemi nur einen Zähler holte, ist der Titelkampf bei noch acht ausstehenden Rennen wieder offen.

Lucas di Grassi war nach einem verkorksten Qualifying nur vom 15. Startplatz ins Rennen gegangen und fiel nach einer unverschuldeten Kollision in der ersten Runde und dem nötigen Wechsel des Heckflügels sogar auf den letzten Platz zurück. Anschließend setzte das Team alles auf eine Karte und holte di Grassi bereits in der 18. von 45 Runden zum Autowechsel an die Box. In den verbleibenden 27 Runden lieferte der Brasilianer sein Meisterstück in Sachen Energiemanagement ab und hielt die mit deutlich mehr Power ausgestattete Konkurrenz bis zur Ziellinie hinter sich.

„Heute haben alle gesehen, was die Formel E ausmacht: Man darf niemals aufgeben, egal wie aussichtslos die Situation auch scheint“, sagt Lucas di Grassi. „Vor allem die Runden nach dem Stopp waren die vielleicht besten meiner Karriere: Ich musste mit meiner Energie haushalten und durfte keinen einzigen Fehler machen. Mein Dank geht an die Mannschaft in der Box, die mutig genug war, diese gewagte Strategie zu riskieren.“

Teamkollege Daniel Abt war der tragische Held des Mexiko ePrix: Mittags hatte der Deutsche in einem spannenden Qualifying seine zweite Pole-Position in der Formel E erobert – und wenig später unverschuldet doch wieder verloren: Die Sportkommissare attestierten einen minimal zu geringen Luftdruck und versetzten den Deutschen ans Ende des Starterfeldes. Von dort kämpfte sich Abt mit einem starken und fehlerfreien Rennen nach vorn, hielt sich aus den meisten Rangeleien heraus und sammelte im Ziel mit Platz sieben wertvolle Punkte. „Von dieser schlechten Ausgangsposition waren Punkte unser Ziel – das haben wir erreicht und damit Schadensbegrenzung betrieben“, sagt Abt. Und fügt lächelnd hinzu: „Aber natürlich ärgert es mich schon ein wenig, denn man hat an Lucas gesehen, was mit ein bisschen mehr Glück möglich gewesen wäre.“


FE: ABT ist bereit für Formel-E-Fiesta in Mexiko

AUDI SPORT ABT SCHAEFFLER FORMULA E TEAM,(c)ABT

Fiesta Mexicana. Stadionatmosphäre, Mega-City, enthusiastische Fans und eine breite Strecke für viele Überholmanöver: Der ePrix im Herzen von Mexiko-Stadt am kommenden Samstag (1. April) ist einer der Höhepunkte im Kalender der Formel E. Das Team ABT Schaeffler Audi Sport liegt mit Lucas di Grassi und Daniel Abt auf dem zweiten Platz in der Team- und Fahrerwertung.

Sébastien Buemi und sein Renault-Werksteam sind in der Formel E derzeit die Kombination, die es zu schlagen gilt. Erster Verfolger im internationalen Feld ist das deutsche Team ABT Schaeffler Audi Sport mit seinen beiden Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi. 19 Mal stand das deutsch-brasilianische Duo in den bisher 25 ausgetragenen Rennen auf dem Podium. Für das Gastspiel in Mexiko ist das Ziel deshalb klar: perfekt aussortiert anreisen, angreifen, den kleinsten Fehler ausnutzen.

Der 2,093 Kilometer lange Kurs liegt im Herzen von Mexiko-Stadt und nutzt einen Teil des Autódromo Hermanos Rodríguez, auf dem auch die Formel 1 startet. Besonders beeindruckend ist der Abschnitt zwischen den Tribünen, die für eine stadionähnliche Atmosphäre sorgen. Anders als die Formel 1 führt der Kurs der Formel E nicht nur durch dieses Stadion, sondern schlängelt sich vor den Tribünen entlang. Auch die Podiumszeremonie findet auf einer Bühne vor den im Vorjahr fast voll besetzten Tribünen statt – ein emotionales Highlight für Fans und Rennfahrer gleichermaßen.

Tests, akribische Analyse der gesammelten Daten, Optimierung der Software, Arbeit an der perfekten Abstimmung, Vorbereitung der Piloten im Simulator – auch während der Saison überlässt ABT Schaeffler Audi Sport nichts dem Zufall. „Nur wenn wir perfekt aussortiert in den Renntag starten, haben wir eine Chance auf Pokale und Champagner“, sagt Daniel Abt. Ebenso wie sein Teamkollege freut sich der Deutsche besonders auf die einmalige Atmosphäre in Mexiko.

„Unser Ziel bleibt auch für das Rennen in Mexiko unverändert: Wir wollen um das Podium und bestenfalls um den Sieg kämpfen“, sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Im Vorjahr hat Lucas das Rennen souverän gewonnen, den Pokal aber anschließend wegen unseres Fehlers verloren – auch deshalb haben wir mit Mexiko noch eine Rechnung offen. Leicht wird es nicht, denn in dieser Saison gibt es in der Formel E gleich mehr als ein Dutzend Kandidaten für den obersten Platz auf dem Podium.“

In der Formel E werden Training, Qualifying und Rennen innerhalb weniger Stunden ausgetragen. Start ist um 16 Uhr Ortszeit (Mitternacht deutscher Zeit). Das Rennen in Mexiko führt über 45 Runden und wird live auf Eurosport ab 00:00 Uhr von Samstag auf Sonntag übertragen. Am Dienstag, 4. April, zeigt der Sender ab 22:00 Uhr ein einstündiges Magazin zur Formel E.


FE: Neues Berliner Streckenlayout veröffentlicht, Tickets verfügbar

Berlin track map_(c)Veranstalter

Ab sofort geht der Kartenvorverkauf für den Berlin ePrix 2017 bei Ticketmaster.de weiter. Mit einer völlig neuen Rennstrecke findet das vollelektrische Motorsport- Event auf dem historischen Flughafen Tempelhof statt. Erstmals fährt die Formel E in der deutschen Hauptstadt ein Doppelrennen, das den Zuschauern am 10. und 11. Juni gleich ein ganzes Rennwochenende voller mit Spannung und Unterhaltung bietet.

Die Runden 7 und 8 der Formel E-Meisterschaft kehren zurück an den Austragungsort der ersten Saison, jedoch auf einem mit Spannung erwarteten, neuen Streckenlayout. Auf der 2,25km langen Strecke auf dem Vorfeld des stillgelegten Flughafens, werden sich – gegen den Uhrzeigersinn – die 20 vollelektrischen Boliden zwei packende Rennen am Samstag- und Sonntagnachmittag liefern. Der neue Berliner Kurs umfasst zehn Kurven, mit der langen Geraden, mehreren Highspeed-Corners und zahlreichen filigranen Ecken zählt Tempelhof zu den wohl anspruchsvollsten im gesamten Rennkalender.

Daniel Abt, Fahrer im Team Abt Schaeffler Audi Sport sagt dazu: „Für uns als deutsches Team mit deutschen Partnern und auch für mich als deutscher Fahrer ist es eine großartige Neuigkeit, dass wir in dieser Saison gleich zwei Heimrennen fahren werden. Es ist kein Geheimnis, dass ich den Track auf der Karl- Marx-Allee im letzten Jahr sehr mochte. Aber jetzt habe ich das neue Streckenlayout für Tempelhof gesehen und kann die beiden Rennen in Berlin kaum erwarten! Die Fans werden von den besonderen Features der Strecke begeistert sein: Vor Ort kommen sie dem Renngeschehen und auch uns Fahrern sehr nahe. Die Strecke bietet viele Überholmöglichkeiten und verspricht ein richtig spannendes Rennen. Ich freue mich wahnsinnig auf das heimische Publikum – wir werden in Berlin eine riesige ’48-Stunden-Formel E- Party’ für die Fans abfeiern!“

Im Video zeigt euch Daniel Abt den neuen Berliner Formel-E-Kurs:

Tickets verfügbar:

Tribünentickets für einen Renntag sind für 49,- Euro erhältlich, Senioren (60+ Jahre), Schüler und Studenten erhalten eine Ermäßigung von 10,- Euro (39,-€/Ticket). Tribünenkarten für Kinder (6-15 Jahre) kosten mit 24,50 Euro die Hälfte. Das Tribünenticket für beide Renntage kostet 79,- Euro.

Rennen Berlin 2015 (c) Adam Warner/LAT/Formula E

Der allgemeine Zugang zur Strecke und dem Allianz eVillage an einem Renntag kostet für Erwachsene nur 5,- Euro, Kinder erhalten freien Eintritt in Begleitung eines erwachsenen Ticketinhabers.
Einen besonderen Blick hinter die Kulissen können Fans bei einer Führung durch die Boxengasse werfen und den Teams bei ihren letzten Vorbereitungen auf das Rennen zuschauen. Das Ticket für den so genannten Pit Walk kostet 20,- Euro, für Kinder 10,- Euro.

Fans, die bereits im Besitz eines Tickets für das ursprünglich geplante Rennen auf der Karl-Marx- Allee sind, werden von Ticketmaster kontaktiert und erhalten ein tolles Upgrade für den neuen Austragungsort in Tempelhof.

Fans erhalten weitere Informationen zu den Ticketpreisen sowie dem Karten-Upgrade über die Homepage von Ticketmaster.de oder per E-Mail an: kundenservice@ticketmaster.de.
Link zum Ticketverkauf des Berlin ePrix 2017: http://info.fiaformulae.com/berlin-eprix


FE: [INTERVIEW 2/2] Daniel Abt: „Fahrerwechsel bei Techeetah verständlich“

Daniel Abt, Abt (c)Abt

Am Sonntag haben wir die erste Hälfte unseres Interviews mit Daniel Abt im Rahmen des jüngten Eurosport-Events veröffentlicht. Im zweiten Teil erzählt uns der deutsche Formel-E-Fahrer, wie beim letzten Lauf in Argentinien eine bessere Platzierung möglich gewesen wäre, und ob der FanBoost wirklich hilft. Ferner zeigt sich Abt beeindruckt von der Entwicklung seines YouTube-Kanals und seiner Wahl zum Sportler des Jahres in seiner Heimatstadt. Auch verrät er, wie er den Fahrerwechsel beim Team Techeetah (Gutierrez für Ma) einschätzt und was er von Felipe Massa in der Formel E halten würde.

Daniel, du bist in Buenos Aires Siebter geworden. Was wäre drin gewesen, wenn das Qualifying besser gelaufen wäre?

Fakt ist, dass ich dieses Jahr sehr, sehr stark bin auf eine Runde gesehen. Bis zum Zeitpunkt des Unfalls war ich zwei Zehntelsekunden schneller als mein Teamkollege Lucas (di Grassi). Eine bessere Zeit wäre möglich gewesen. Das Auto war sehr gut an diesem Wochenende, es war definitiv unser stärkstes Wochenende, was die reine Performance des Autos angeht. Von daher war es sehr ärgerlich und auch unnötig. Ich habe einen Tick zu viel gewollt. Im Nachhinein zu sagen, was dabei herausgekommen wäre, ist immer schwer und bringt auch nichts. Das Rennen war gut, denn es war wirklich hart, von da hinten (Startplatz 16) loszufahren, weil es in der Anfangsphase immer sehr knifflig ist am Ende des Feldes. Neun Positionen gutzumachen, damit kann ich schon zufrieden sein.

Auch dank FanBoost konntest du Robin Frijns, der dir fest im Nacken saß, hinter dir halten…

Ja, das stimmt. Ich habe mir das Rennen im Nachhinein noch einmal angesehen, und der Zeitpunkt, als ich den FanBoost gezündet habe, war die letzte Möglichkeit. Was oft nicht erklärt wird: Der FanBoost funktioniert nur mit mindestens 50 Prozent Batterie-Ladestand und unter 50 Prozent gibt es nicht mehr die volle Leistung des FanBoost. Das heißt, ich habe darauf gewartet, ob er zum Einsatz kommt und auch etwas bringt. Ich habe zu meinem Ingenieur gesagt, er solle bitte Bescheid geben, wenn die letztmögliche Runde kommt und wo es sinnvoll ist, und dann habe ich ihn halt gezogen, weil ich in dem Fall musste. Aber der FanBoost war nicht zwingend nötig, um Robin hinter mir zu lassen. Er war zwar an mir dran, aber technisch nicht wirklich eine Gefahr für mich.

Aber vermutlich ist es nicht gerade angenehm, wenn drei, vier Kollegen dich jagen, oder?

Nein, das ist absolut nicht angenehm. Was halt in der Formel E anders ist, ist das Thema Energiesparen. Das Problem ist: Man sieht nicht, was die anderen Fahrer gerade machen. Ich muss mit der Box kommunizieren und fragen, welche Strategie die anderen fahren. Oftmals kommt ein Fahrer angeflogen und überholt dich. Dann fragt man sich: Bin ich jetzt viel zu langsam, oder verbraucht der andere Fahrer zu viel Energie? Das war gerade in der Anfangsphase des Buenos Aires ePrix einige Male der Fall. Einige haben mehr Energie verbraucht, und ich hatte das Gefühl, gar nicht so schnell zu sein. Aber mein Energielevel war einfach besser. Ich konnte jeweils die letzten zwei, drei Runden eines Stints unheimlich viel Boden gutmachen, das hat mir ein wenig geholfen.

Du hast nun zweimal hintereinander den FanBoost gewonnen, hilft dir dabei auch dein eigener YouTube-Kanal?

Ich hoffe es. Ich gebe da wirklich Gas und nehme das sehr ernst. Der Kanal ist neben dem Rennfahren ein sehr wichtiges Projekt. Ich versuche dabei, den Leuten die Person Daniel Abt auf verschiedenste Art und Weise näherzubringen, aber auch den Motorsport. Ich versuche, die Formel E anders zu zeigen und dem Publikum bekannter zu machen. Wenn im Gegenzug die Leute Fans werden und dann auch für mich abstimmen, ist das eine sehr, sehr schöne Sache. Ich machen den Kanal aber nicht nur wegen des FanBoost, sondern weil ich Lust darauf habe. Es bereitet mir sehr viel Freude. Das Feedback, das ich bekomme, ist gigantisch. Was da in einem Jahr entstanden ist, ist für mich Motivation genug, da mit Vollgas weiterzumachen.

Daniel_Abt_Berlin_2015 (c)Erich Hirsch

Macht es dich stolz, „Sportler des Jahres“ in deiner Heimatstadt Kempten geworden zu sein?

Ja, das war eine sehr, sehr große Ehre für mich. Ehrlicherweise war das für mich überraschend, muss ich sagen. Damit habe ich gar nicht gerechnet, als es bekannt wurde. Es macht mich natürlich sehr stolz. Kempten ist eine Kleinstadt, hat aber einige sehr gute Sportler, zahlreiche Vereine und viele Personen, die sich in den verschiedensten Sportarten engagieren. So eine Auszeichnung bedeutet mir viel und macht mich schon sehr stolz.

Wie findest du die Entscheidung, die Formel-E-Übertragung von Eurosport zu DMAX zu verlegen?

Grundsätzlich kann ich das sehr schwer beurteilen, da ich selbst kein klassischer Zuschauer bin und die Rennen nie anschauen kann (lacht). Ich glaube, es ist wichtig, dass man den Sendeplatzwechsel richtig kommuniziert, sodass die Leute auch davon wissen. Ich glaube, es ist generell wichtig, dass man fernsehtechnisch mehr für die Formel E macht. Ich bin fest davon überzeugt, dass da Luft nach oben ist. Man muss es den Leuten schmackhaft machen und gewisse Dinge näher erklären. Man sollte nicht nur die Rennen zeigen.

Ab dem Mexiko-Rennen nächstes Wochenende ersetzt Esteban Gutierrez den bisherigen Piloten Ma Qing Hua bei Techeetah. Richtige Entscheidung?

Ja, ich finde es gut. So nett der Kollege auch ist, aber Ma ist nicht auf dem Niveau der anderen Piloten gefahren. Gutierrez hat damit sofort ein starkes Auto, und er ist ein Fahrer, der sehr gut ist und einen großen Namen hat. Er kommt jetzt zu seinem Heimrennen nach Mexiko. Ich glaube, das bringt schon etwas. Ich möchte dem Ma nichts absprechen, aber aus Teamsicht ist der Wechsel verständlich. Für Gutierrez ist die Formel E ein guter Schachzug.

Massa war lange als Fahrer für die Formel E im Gespräch. Würde er der Serie guttun?

Grundsätzlich ist es gut, einen Fahrer mit hoher Bekanntheit zu bekommen. Im Endeffekt ist es seine eigene Entscheidung, ob er Formel E fahren möchte oder nicht. In erster Linie muss es für Massa stimmen. Mir oder den anderen Fahrern brächte die Verpflichtung Massas in der Formel E nichts. Wir haben schon viele ehemalige F1-Fahrer, es ist aber auch wichtig, dass der Nachwuchs ebenso zum Zug kommt. Die Serie sollte nicht nur aus Ex-Formel-1-Fahrern bestehen. Man sollte den jungen Fahrern zeigen, dass sie auch in der Formel E Karriere machen können und nicht nur die Ex-F1-Piloten. Die gesunde Mischung macht’s.


FE: Daniel Abt im Interview: „Ich mag keine Doppelrennen“

Daniel Abt bei Eurosport(c)Eurosport Motorsport Launch

In München lud Sportsender Eurosport kürzlich Medienvertreter zur einem ‚Home of Racing’-Event ein. Neben diversen Serien der Zweirad- und Vierradszene war die Formel E ein Schwerpunkt des Abends. Dabei vertrat die Elektrorennserie, die in Deutschland exklusiv von Eurosport übertragen wird, der Kemptener Pilot Daniel Abt. Der junge Bayer ist einer von drei deutschen Piloten der diesjährigen Formel E und fährt bekanntlich für das einzige deutsche Team ABT Schaeffler Audi Sport. Wir hatten die Gelegenheit, uns mit Abt über die aktuelle Saison zu unterhalten. Im ersten Teil unseres zweiteiligen Interviews erzählt uns der 24-Jährige, warum er kein Liebhaber von Doppelrennen ist, warum er ein Rennen in Berlin am Alex nachtrauert und ob es bereits Testfahrten für Saison Vier gegeben hat. Außerdem verrät er uns exklusiv, was sich durch den Werkseinstieg von Audi im Abt-Team verändert und ob ihm bange wird um ein Cockpit im Audi-Team.

Berlin bekam kürzlich den Zuschlag für ein Doppelrennen. Bist du damit sehr zufrieden?

Abt: „Grundsätzlich ja. Es ist schön, dass Berlin der Formel E erhalten bleibt. Es ist schon mal gut, zwei Rennen in Berlin zu fahren. Ich persönlich bin allerdings nicht der größte Fan von zwei Rennen an einem Rennwochenende, das muss ich ganz ehrlich sagen. Für die Fans und den Leuten vor Ort ist es eine gute Sache und ein zumindest versöhnlicher Ausgang nach all dem Hin und Her.“
Es gibt neben Berlin mit New York und Montreal zwei weitere Locations mit Doppelrennen. Warum bist du kein Fan von zwei Rennen an einem Wochenende, ist es dir zu anstrengend?

Abt: „Nein, daran liegt es definitiv nicht. Man hat ein Rennen, ein Rennwochenende. Ich finde, es soll ein Ergebnis und einen Sieger pro Wochenende geben. Wenn es ein Doppelrennwochenende gibt, kann es sein, du gewinnst eines und bei einem Rennen fällst du aus. Man fährt nach Hause und weiß nicht genau, ob es ein gutes Rennwochenende war oder nicht. Was berichten die Zeitungen, welcher Fahrer war jetzt der Beste am gesamten Wochenende? Das ist ein bisschen schwierig, in der DTM ist es ja ähnlich. Daher finde ich es besser, ein Rennen pro Rennwochenende und einen Gewinner auf einer Rennstrecke und dann fährt man zur nächsten Rennstrecke. Ich habe aber mit zwei Rennen kein Problem.“

Lucas di Grassi, Daniel Abt (c)Abt

Du hast im Vorjahr in Berlin am Alex dein bestes Rennen mit Platz zwei abgeliefert. Bedauerst du den Umzug zurück gen Tempelhof?

Abt: „Ich bedauere es wirklich sehr. Letztes Jahr war für mich überhaupt eines der schönsten Rennen unabhängig vom Ausgang des Rennens, sondern wegen der Atmosphäre, der Stimmung, der Location. Das Wetter hat hervorragend mitgespielt. Ich fand es als ein stimmiges Event. Ich hatte wirklich das Gefühl, ich bin mitten in Berlin, es hat sich nach Berlin angefühlt. Man war mittendrin, ich bin immer vom Hotel zur Rennstrecke gelaufen. Ich musste immer durch die Menschenmassen durchlaufen, das sehr cool war. Tempelhof, klar es ist Berlin, vermittelt mir nicht dieses Flair, diesen Innenstadtcharakter, so wie es eigentlich zur Formel E gehört. Das ist natürlich sehr, sehr schade. Als ich gehört habe, dass einige Politiker zu wenig andere Probleme haben und sich dagegenstemmten, fand ich das sehr schade. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass wir wieder so ein Innenstadtrennen bekommen.“

In Berlin oder auch woanders in Deutschland?

Abt: „Ich könnte mir München auch sehr gut vorstellen. München wäre auch super geeignet. Ich habe es in Berlin sehr genossen. Ich glaube, Berlin ist eigentlich schon das richtige Aushängeschild, es ist die Hauptstadt und Berlin ist normalerweise offen für alle Sorten von Dingen. Aber es gibt dort auch Politiker, die nicht so offen sind, die das Event jetzt so verändert haben. Ich würde gerne wieder in die Innenstadt ziehen, aber man muss nehmen, was man hat.“

Blick in die Zukunft. Gibt es schon erste Testfahrten für Saison 4?

Abt: „Bis jetzt gab es keine Testfahrten, aber im Hintergrund passiert sehr viel. Man weiß ja, dass Audi als Werksteam an Bord kommt. Es verändert sich generell die Struktur, die Abläufe, viele neue Leute, die dazu stoßen. Da wird sich in den nächsten Monaten einiges tun. Auf der Strecke waren wir aber noch nicht beim Testen.“
Kannst du uns den signifikanten Unterschied erklären, wenn Audi als Werksteam einsteigt, wie sich das ‚Privatteam Abt‘ verändert?

Abt: „Das ist relativ leicht erklärbar. Manpower und Ressourcen. Klar gaben wir mit den Leuten, die wir jetzt an Bord haben, unser Bestes. Die sind alle sehr, sehr gut, das haben wir die letzten Jahre bewiesen. Aber im Endeffekt ist es immer eine Geldfrage, wenn man mehr entwickeln und erforschen möchte. Man hat mehr Manpower, kann bei den Tests mehr auswerten und hat eben mehr Möglichkeiten. Als Privatteam muss man sehr auf das Geld achten und sich fragen, ob das Ganze sinnvoll eingesetzt wird. Ein Hersteller hat da ganz andere Möglichkeiten. Wenn sie kommen, wollen sie natürlich gewinnen und dementsprechend können sie Geschütze auffahren.“

Hast du dadurch mehr Druck bekommen und hast du Angst um deinen Job fürs nächste Jahr?

Abt: „Der Druck ist immer da, von Haus aus und den mache ich mir selbst. Natürlich ist der im Hinterkopf, ich weiß, jetzt sehen mehr Leute zu, die von dir etwas erwarten. Ich möchte diese Erwartungen erfüllen, das ist klar und das ist mir auch wichtig. Ich habe keinen Jobangst, aber natürlich macht man sich Gedanken, was passiert. Man weiß nicht zwingend, wie meine Zukunft aussieht. Wie es weitergeht, ist noch nicht alles geregelt. Ich kann das momentan nicht wirklich beeinflussen. Es geht jetzt darum, allen Leuten bei Audi zu zeigen, dass ich sehr hart arbeite, dass man Ergebnisse erzielen will und dass man versucht, das ganze Team voranzubringen und das alle an einem Strang ziehen. Das ist meine Hauptaufgabe, auf die konzentriere ich mich. Alles andere wird die Zukunft zeigen.“

Fotocredit: Eurosport Motorsport Launch


FE: Lucas di Grassi feiert Pole und Podium in der Formel E

Lucas di Grassi in Buenos Aires (c)ABT

Der nächste Podiumsplatz von Lucas di Grassi und eine starke Aufholjagd von Daniel Abt bis auf den siebten Platz: Dem Team ABT Schaeffler Audi Sport ist beim Formel-E-Rennen in Buenos Aires ein erfolgreicher Start in das Motorsportjahr 2017 gelungen. Damit bleiben der Südamerikaner und das deutsche Team erste Verfolger von Sebastien Buemi und Renault.

Di Grassi zählt zu den Gewinnern des dritten Saisonlaufs der Formel E in Argentinien: Der Brasilianer holte mittags die erste Pole Position in der Elektro-Rennserie und feierte wenige Stunden später mit Platz drei seinen insgesamt 15. Podiumsplatz im 24. Rennen – Rekord. Teamkollege Abt komplettierte den Erfolg der einzigen deutschen Mannschaft im Feld mit einem starken siebten Platz.

Wie so oft in der Formel E erlebten die Zuschauer an dem 2,480 Kilometer langen Stadtkurs und weltweit vor dem Fernseher actionreiche und spannende 37 Runden mit zahlreichen Überholmanövern. Nachdem Di Grassi den Start gewonnen hatte, wurde er in den folgenden Runden zunächst bis auf den fünften Platz zurückgereicht. Mit einem erneut perfekten Boxenstopp seiner Mannschaft und einem beherzten Überholmanöver erkämpfte sich der Südamerikaner die Champagnerparty auf dem Podium.

„Das war ein sehr gutes Rennen, auch wenn es nach der Pole Position nur der dritte Platz geworden ist“, sagte Lucas di Grassi. „Wir müssen anerkennen, dass wir uns gegenüber den beiden Teams mit Renault-Antrieb noch in der Verfolgerrolle befinden. Das bedeutet nicht, dass wir aufgeben, sondern dass wir noch härter dafür arbeiten werden, die Tabellenführer endlich einmal wieder zu schlagen. Für heute sind wir zufrieden mit den Punkten für Platz drei und die Pole Position und fahren stolz nach Hause.“

Hatte sich di Grassi im freien Training einen Ausrutscher geleistet und seinen Mechanikern damit eine Extraschicht bei gut 30 Grad Außentemperatur beschert, so passierte Teamkollege Abt das gleiche Missgeschick im Qualifying. Auch der Deutsche touchierte mit seinem ABT Schaeffler FE02 die Mauer und kam damit nicht über Startplatz 16 hinaus. Im Rennen behielt Abt dann einen kühlen Kopf, hielt sich aus allen Rangeleien heraus und holte mit Platz sieben und damit neun aufgeholten Positionen wertvolle Punkte. „Ein verrücktes Rennen mit viel Action, einer Menge Spaß und am Ende mit einem guten siebten Platz – ein schöner Lohn für die harte Arbeit der Mechaniker nach dem Unfall im Zeittraining“, sagte Daniel Abt.

Teamchef Hans-Jürgen Abt zieht nach dem Comeback der Formel E nach einer gut dreimonatigen Winterpause ein positives Fazit. „Gratulation an Lucas, Daniel und das ganze Team zu dieser geschlossen starken Mannschaftsleistung. Es nicht leicht, nach so einer langen Pause wieder auf den Punkt fit und top konzentriert zu sein – uns ist das heute gut gelungen. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass wir uns auf dem Pokal und den Punkten ausruhen. Wir werden ab Montagmorgen wieder alles dafür tun, um beim nächsten Auftritt der Formel E in Mexiko um den Sieg zu kämpfen.“


FE: Premiere für ABT-Team beim Vegas eRace

Formula E CES Las Vegas(c)ABT

Premiere für Daniel Abt und Lucas di Grassi. Heute gehen die beiden Piloten des Formel-E-Teams ABT Schaeffler Audi Sport zum ersten Mal bei einem virtuellen Rennen an den Start. Das Vegas eRace wird während der weltgrößten Elektronikmesse CES in Las Vegas an Simulatoren ausgetragen. Statt Punkten gibt es Preisgeld: insgesamt eine Million Dollar.

Bildschirm statt Helmvisier und ein Saal im legendären Hotel The Venetian statt einer echten Rennstrecke: Das eRace im Herzen von Las Vegas ist eine absolute Weltpremiere, mit der sich die Formel E einmal mehr auf ungewohntes Terrain vorwagt. Bei dem Showdown am Samstagnachmittag (Start ist um 16:05 Uhr Ortszeit) treffen die 20 Stammpiloten der Formel E auch auf zehn Spiele-Spezialisten, die sich zuvor online qualifiziert hatten. Eine Million Dollar Preisgeld wird ausgeschüttet, der Sieger erhält 200.000.

Angesichts der neuen Herausforderung stapeln di Grassi und Abt erst einmal tief. „Das ist völliges Neuland. Dieser Samstag ist noch schwieriger vorherzusagen als ein echtes Formel-E-Rennen“, sagt der Südamerikaner, der in der aktuellen Gesamtwertung den zweiten Platz belegt. Und auch Daniel Abt, seines Zeichens bekennender PlayStation-Fan und langjähriger Freizeitzocker, gibt zu bedenken: „Die Action am Bildschirm ist völlig anders als auf der Strecke, weil sämtliche physischen Faktoren fehlen. Da werden die Simulator-Cracks sicherlich im Vorteil sein.“

Einer der Cracks ist Patrik Holzmann. Der 22 Jahre alte Deutsche hat sich im Vorfeld als einer der zehn besten Piloten für das eRace qualifiziert und wird als Teamkollege von Abt und di Grassi für das einzige deutsche Team an den Start gehen. „Schon hier dabei zu sein und mich mit den echten Stars messen zu können, ist ein absoluter Höhepunkt“, sagt Holzmann bescheiden, schickt aber trotzdem eine kleine Kampfansage hinterher: „Ich genieße jede Minute und das ganze Flair hier in Vegas – aber natürlich werde ich am Samstag alles geben, um den Jackpot zu knacken.“

Der Modus des eRace ist dem eines echten Formel-E-Rennens nachempfunden: Am Samstag werden hintereinander freies Training, Qualifying, Super Pole und Rennen ausgetragen – inklusive anschließender Ehrung auf dem Podium. Schauplatz sind die Hallen des Hotels The Venetian, die einen Teil der Messe bilden. Mit 3.000 Ausstellern, mehr als 175.000 Fachbesuchern und allein gut 6.000 Medienvertretern ist die CES eine Show der Superlative und bildet mit ihren zahlreichen Innovationen den perfekten Rahmen für die Premiere des virtuellen Rennens der Formel E.

„Das eRace ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Formel E vielen anderen Sportdisziplinen immer wieder einen Schritt voraus ist“, sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Wir betreiben seit mehr als sechs Jahrzehnten Motorsport auf allen Rennstrecken der Welt – aber dieses Event ist für uns eine absolute Premiere. Ich wünsche unseren drei Jungs viel Spaß und natürlich viel Glück – denn ob virtuell oder auf Asphalt: Gewinnen wollen wir immer.“


FE: ABT-Team: „Heute war nicht unser bester Tag“; beide Piloten punkten in Marrakesch

Daniel Abt Marrakesch (c)ABT

Kein Pokal, aber ein starkes Rennen und wertvolle Punkte in der Meisterschaft: Lucas di Grassi und Daniel Abt haben bei der Premiere der Formel E in Afrika die Plätze fünf und sechs geholt. Damit bleibt der Südamerikaner auf Platz zwei der Gesamtwertung härtester Verfolger von Sébastien Buemi (edams-Renault). In der Teamwertung liegt ABT Schaeffler Audi Sport weiter auf Rang zwei hinter der französischen Equippe edams-Renault.

Die Zuschauer erlebten in Marokko das längste Rennen in der noch jungen Geschichte der Elektro-Rennserie – und einen weiteren spannenden Auftritt mit unterschiedlichen Strategien und zahlreichen Überholmanövern. Einer der Hauptdarsteller war erneut di Grassi, der vom zwölften Startplatz mit viel Kampfgeist auf den fünften Platz nach vorn fuhr. Teamkollege Daniel Abt holte mit einem fehlerlosen Rennen über 33 Runden Platz sechs.

„Platz fünf war heute das Maximum. Ich habe das ganze Rennen gekämpft, um die Autos vor mir zu überholen“, sagt der Brasilianer, der zuletzt in Hongkong sogar zwölf Positionen gutgemacht hatte. „Für heute bin ich mit den zehn Punkten zufrieden. Aber wir werden die kleine Winterpause nutzen, um alles genau anzuschauen und in Buenos Aires zurückzuschlagen. Die Situation ist nicht neu: Auch in der vergangenen Saison haben wir uns immer weiter gesteigert. Dafür werden wir jetzt alle Kräfte bündeln.“

Teamkollege Abt kam nur wenige Sekunden hinter seinem Teamkollegen auf dem sechsten Platz ins Ziel und holte damit seine ersten acht Punkte in dieser Saison. „Im Qualifying habe ich mit Platz sechs das Bestmögliche herausgeholt, während mir im Rennen besonders zu Beginn ein wenig die Pace gefehlt hat“, sagt der Deutsche. „Ich freue mich über die Punkte, werde jetzt gemeinsam mit dem Team genau analysieren, woran es uns gefehlt hat und dann greifen wir nach der Weihnachtspause wieder an.“

Nervenstärke bewies einmal mehr die Crew: Zum ersten Mal kamen die beiden Piloten zeitgleich zum Stopp und obligatorischen Autowechsel in die Box. Mit viel Routine und einem kühlen Kopf schickten die Mechaniker ihre Fahrer ohne Zeitverlust zurück auf die Strecke.

 ABT SCHAEFFLER AUDI SPORT FORMULA E TEAM, Hans - Jürgen Abt, Lucas di Grassi(c)AbtIA Formula E, race 2 Marrakesch

„Natürlich sind unsere Fahrer und die ganze Mannschaft sehr verwöhnt. Deshalb brauchte es vielleicht ein paar Stunden, bis auch dieses doppelte Top-Sechs-Resultat als kleiner Erfolg anerkannt wurde“, sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. In den bisherigen 23 Rennen stand ABT Schaeffler Audi Sport 18 Mal auf dem Podium. „Heute war nicht unser bester Tag, aber wir haben trotzdem nicht den Kopf hängen lassen und unter schwierigen Bedingungen das Beste herausgeholt. Darauf darf jeder im Team stolz sein.“

Nach dem Rennen in Marrakesch geht die Formel E in eine kurze Weihnachtspause und kehrt am 18. Februar 2017 in Buenos Aires auf die Strecke zurück. Die Höhepunkte des ePrix in Marokko sowie weitere Berichte rund um die Formel E gibt es am Dienstag im Magazin auf Eurosport, das um 23:05 Uhr beginnt.


FE: Venturi-und Abt-Team zu Gast bei der Messe ‚electronica‘ in München

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Auf der Messe ‚electronica‘, der Weltleitmesse für Komponenten, Systeme und Anwendungen der Elektronik in München war diese Woche die Formel E prominent vertreten. Da das Batteriemanagement ein zentrales Thema aller Formel-E-Piloten ist, finden immer mehr Hersteller aus der Elektronikbranche den Weg in den Formel-E-Zirkus. Gerade Messen sind für Firmen prädestiniert, ihr Vorzeige-Projekt einem breiten Publikum zu präsentieren.

Vor dem morgigen Marrakesch ePrix waren Venturi-Pilot Maro Engel und sein Teamchef Franck Baldet bei Technologiepartner ROHM Semiconductor zu Gast. Am Dienstag gab der deutsche Neueinsteiger in der Elektrorennserie eine Autogrammstunde, bestens gelaunt schrieb Engel zahlreiche Autogramme und machte Fotos mit den Fans. ROHM, das für den Inverter beim monegassischen Team verantwortlich zeichnet, unterstrich bei einer Pressekonferenz nochmals die Bedeutung der Partnerschaft mit Venturi. ROHM präsentierte den Showcar des Venturi-Boliden und den Inverter als ein Anwendungsbeispiel für die Weiterentwicklung im Bereich der Elektromobilität. Das Arbeitsgerät von Engel und Teamkollege Stephane Sarrazin wird im Zuge dieses Abkommens mit SiC-Bauelementen ausgestattet. Ziel ist eine entscheidende Leistungssteigerung des Antriebsstrangs, indem mithilfe der SiC-typischen Eigenschaften für mehr Energieeffizienz und Leistungsdichte gesorgt wird.

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Tags darauf lud das Unternehmen Würth Elektronik eiSos zu einer Standparty mit dem deutschen Formel-E-Team ABT Schaeffler Audi Sport ein. Die beiden Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi sowie Sportdirektor Thomas Biermeier, Abt-Marketingmanager Harry Unflath und Teamchef Hans Jürgen Abt kamen der Einladung gerne nach und gaben den zahlreichen Besuchern tiefe Einblicke in die Welt der Formel E. Die beiden Abt-Piloten versuchten sich am Rennsimulator, der bei den Gästen ebenfalls hohen Zuspruch fand. Nicht nur im realen Formel-E-Boliden zählen di Grassi und Abt zu den Besten ihres Fachs, auch im Simulator brannten sie eine schnelle Runde in den Asphalt der virtuellen Monaco-Formel-E-Strecke. Während meine Wenigkeit für die schnellste Runde 1:21 Minuten benötigte, waren di Grassi und Abt mit je 55 Sekunden deutlich schneller.
Las Vegas kann kommen. Auf der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik, der Consumer Electronics Show (CES) in der Glitzermetropole Las Vegas treten nämlich Videospieler gegen die Formel-E-Piloten im eRace-Sport an. Den Gewinnern winkt Anfang Januar ein üppiges Preisgeld von einer Million US-Dollar.

Hier sehr ihr einige Impressionen von der ‚electronica‘ mit den Teams Venturi und Abt: