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FE: Hans-Jürgen Abt: „Wir können kleine Nadelstiche setzen“

Hans Juergen Abt,FIA Formula E, Test Donington (c)ABT

Mit dem ersten Saisonsieg in der Formel E haben sich Lucas di Grassi und ABT Schaeffler Audi Sport wieder einen kleinen Schritt zurück in den Titelkampf gebracht. Im Interview spricht Teamchef Hans-Jürgen Abt über das dramatische Rennen in Mexiko, die Kräfteverhältnisse in der Elektro-Rennserie und seine Vorfreude auf die Rennen in Europa.

Wie haben Sie das Formel-E-Rennen in Mexiko erlebt?

„Als eines der spannendsten überhaupt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade in den letzten Runden noch irgendjemand ruhig geblieben ist. Der Mexiko ePrix hat ein kleines Stück Formel-E-Geschichte geschrieben. Ich bin stolz, dass wir mit unserem Team einen Teil dazu beigetragen haben.

Wie konnte Lucas di Grassi vom 15. Startplatz und mit einem zusätzlichen Stopp dieses Rennen gewinnen?

„Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit einer guten Strategie nach vorn fahren – denken Sie zum Beispiel an Hongkong, wo Lucas vom 19. Startplatz aufs Podium gefahren ist. Aber in Mexiko haben Rennfahrer und Team ihr Meisterstück abgeliefert: die Mannschaft in der Box, weil sie den Mut zu einer äußerst riskanten Strategie hatte. Die Mechaniker, weil sie bei dem außerplanmäßigen Stopp cool geblieben sind. Und Lucas di Grassi, weil er top konzentriert, fehlerfrei und mit voller Kontrolle über den Energieverbrauch seine Runden gedreht hat.“

Wäre sein Teamkollege Daniel Abt von der Pole-Position, die er nachträglich verloren hat, auch ein Kandidat für den Sieg gewesen?

„Selbstverständlich. Nicht nur mir und dem ganzen Team, auch den Fans tut es leid für Daniel. Er hat im Qualifying einmal mehr eine Wahnsinnsleistung gebracht, seinen Teamkollegen zum dritten Mal im vierten Rennen geschlagen. Im Rennen hat er elf Positionen gutgemacht und mit Platz sieben Punkte geholt. Ich weiß, er mag es nicht mehr hören, aber: Der Knoten wird platzen und bald steht er ganz oben auf dem Podium.“

Das erste Drittel der Saison ist absolviert. Wie schätzen Sie die Kräfteverhältnisse in der Formel E ein?

„Genau so, wie es viele vor der Saison prognostiziert haben: Das Feld ist viel enger zusammengerückt, viele Teams haben sich enorm gesteigert, statt drei oder vier gibt es jetzt in jedem Rennen mindestens ein Dutzend Kandidaten für den Sieg. Wie erwartet ist die Werksmannschaft von Renault das Team, das es zu schlagen gilt. Aber wir sehen: Wenn wir hart arbeiten, niemals aufgeben und noch dazu ein bisschen Glück haben, dann können wir kleine Nadelstiche setzen. Wenn eine Chance kommt, wollen wir sie nutzen.“

Nach Gastspielen in Asien, Afrika, Süd- und Nordamerika kommt die Formel E im Mai nach Europa. Wie groß ist die Vorfreude?

„Riesig – und nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen Fans, Medien und Partnern. Mit dem Rennen in Monaco nimmt die Formel E endlich richtig Fahrt auf, wir fahren dann vier Rennen innerhalb von vier Wochen. Ich bin mir sicher, dass die Serie dann noch mehr Interesse auf sich ziehen wird – nicht zuletzt, weil die TV-Übertragungen dann nachmittags laufen. Mit dem Wechsel von Eurosport zu DMAX erreichen wir außerdem viele neue Zuschauer.“

Einer der Höhepunkte sind die beiden Heimrennen in Berlin am 10. und 11. Juni. Wie gefällt Ihnen das neue Streckenlayout in Tempelhof?

„Ich bin überzeugt davon, dass die Fans in Berlin ein Mega-Event erleben werden. Die erste Reaktion unserer Fahrer auf das neue Layout ist durchweg positiv, das werden spannende Rennen mit vielen Überholmanövern und reichlich Action. Auch für die Fans ist das Areal in Tempelhof ideal: Sie erleben das ganze Programm der Formel E auf engstem Raum vor einer beeindruckenden Kulisse – und hoffentlich einen starken Auftritt des deutschen Teams.“

Parallel zu den aktuellen Rennen laufen schon die Vorbereitungen für die nächste Saison. Was ist der aktuelle Stand?

„Der aktuelle Stand ist, dass unsere Ingenieure und Mechaniker in den nächsten Wochen wenig Zeit für ihre Familien haben werden und viel unterwegs sind. Unser Plan bis zum Auftakt der neuen Saison steht, alle Tests auf der Strecke und auf Prüfständen sind geplant. Ende März haben wir in Spanien schon ein paar Kleinigkeiten ausprobieren können. Richtig los geht es dann in den Wochen rund um das Rennen in Berlin. Die Zusammenarbeit zwischen Audi, Schaeffler und ABT funktioniert gut – schön zu sehen, wie alle Seiten an dem gemeinsamen Ziel arbeiten, in der Formel E auch künftig eine gute Rolle zu spielen.“


FE: ABT ist bereit für Formel-E-Fiesta in Mexiko

AUDI SPORT ABT SCHAEFFLER FORMULA E TEAM,(c)ABT

Fiesta Mexicana. Stadionatmosphäre, Mega-City, enthusiastische Fans und eine breite Strecke für viele Überholmanöver: Der ePrix im Herzen von Mexiko-Stadt am kommenden Samstag (1. April) ist einer der Höhepunkte im Kalender der Formel E. Das Team ABT Schaeffler Audi Sport liegt mit Lucas di Grassi und Daniel Abt auf dem zweiten Platz in der Team- und Fahrerwertung.

Sébastien Buemi und sein Renault-Werksteam sind in der Formel E derzeit die Kombination, die es zu schlagen gilt. Erster Verfolger im internationalen Feld ist das deutsche Team ABT Schaeffler Audi Sport mit seinen beiden Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi. 19 Mal stand das deutsch-brasilianische Duo in den bisher 25 ausgetragenen Rennen auf dem Podium. Für das Gastspiel in Mexiko ist das Ziel deshalb klar: perfekt aussortiert anreisen, angreifen, den kleinsten Fehler ausnutzen.

Der 2,093 Kilometer lange Kurs liegt im Herzen von Mexiko-Stadt und nutzt einen Teil des Autódromo Hermanos Rodríguez, auf dem auch die Formel 1 startet. Besonders beeindruckend ist der Abschnitt zwischen den Tribünen, die für eine stadionähnliche Atmosphäre sorgen. Anders als die Formel 1 führt der Kurs der Formel E nicht nur durch dieses Stadion, sondern schlängelt sich vor den Tribünen entlang. Auch die Podiumszeremonie findet auf einer Bühne vor den im Vorjahr fast voll besetzten Tribünen statt – ein emotionales Highlight für Fans und Rennfahrer gleichermaßen.

Tests, akribische Analyse der gesammelten Daten, Optimierung der Software, Arbeit an der perfekten Abstimmung, Vorbereitung der Piloten im Simulator – auch während der Saison überlässt ABT Schaeffler Audi Sport nichts dem Zufall. „Nur wenn wir perfekt aussortiert in den Renntag starten, haben wir eine Chance auf Pokale und Champagner“, sagt Daniel Abt. Ebenso wie sein Teamkollege freut sich der Deutsche besonders auf die einmalige Atmosphäre in Mexiko.

„Unser Ziel bleibt auch für das Rennen in Mexiko unverändert: Wir wollen um das Podium und bestenfalls um den Sieg kämpfen“, sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Im Vorjahr hat Lucas das Rennen souverän gewonnen, den Pokal aber anschließend wegen unseres Fehlers verloren – auch deshalb haben wir mit Mexiko noch eine Rechnung offen. Leicht wird es nicht, denn in dieser Saison gibt es in der Formel E gleich mehr als ein Dutzend Kandidaten für den obersten Platz auf dem Podium.“

In der Formel E werden Training, Qualifying und Rennen innerhalb weniger Stunden ausgetragen. Start ist um 16 Uhr Ortszeit (Mitternacht deutscher Zeit). Das Rennen in Mexiko führt über 45 Runden und wird live auf Eurosport ab 00:00 Uhr von Samstag auf Sonntag übertragen. Am Dienstag, 4. April, zeigt der Sender ab 22:00 Uhr ein einstündiges Magazin zur Formel E.


FE: Lucas di Grassi feiert Pole und Podium in der Formel E

Lucas di Grassi in Buenos Aires (c)ABT

Der nächste Podiumsplatz von Lucas di Grassi und eine starke Aufholjagd von Daniel Abt bis auf den siebten Platz: Dem Team ABT Schaeffler Audi Sport ist beim Formel-E-Rennen in Buenos Aires ein erfolgreicher Start in das Motorsportjahr 2017 gelungen. Damit bleiben der Südamerikaner und das deutsche Team erste Verfolger von Sebastien Buemi und Renault.

Di Grassi zählt zu den Gewinnern des dritten Saisonlaufs der Formel E in Argentinien: Der Brasilianer holte mittags die erste Pole Position in der Elektro-Rennserie und feierte wenige Stunden später mit Platz drei seinen insgesamt 15. Podiumsplatz im 24. Rennen – Rekord. Teamkollege Abt komplettierte den Erfolg der einzigen deutschen Mannschaft im Feld mit einem starken siebten Platz.

Wie so oft in der Formel E erlebten die Zuschauer an dem 2,480 Kilometer langen Stadtkurs und weltweit vor dem Fernseher actionreiche und spannende 37 Runden mit zahlreichen Überholmanövern. Nachdem Di Grassi den Start gewonnen hatte, wurde er in den folgenden Runden zunächst bis auf den fünften Platz zurückgereicht. Mit einem erneut perfekten Boxenstopp seiner Mannschaft und einem beherzten Überholmanöver erkämpfte sich der Südamerikaner die Champagnerparty auf dem Podium.

„Das war ein sehr gutes Rennen, auch wenn es nach der Pole Position nur der dritte Platz geworden ist“, sagte Lucas di Grassi. „Wir müssen anerkennen, dass wir uns gegenüber den beiden Teams mit Renault-Antrieb noch in der Verfolgerrolle befinden. Das bedeutet nicht, dass wir aufgeben, sondern dass wir noch härter dafür arbeiten werden, die Tabellenführer endlich einmal wieder zu schlagen. Für heute sind wir zufrieden mit den Punkten für Platz drei und die Pole Position und fahren stolz nach Hause.“

Hatte sich di Grassi im freien Training einen Ausrutscher geleistet und seinen Mechanikern damit eine Extraschicht bei gut 30 Grad Außentemperatur beschert, so passierte Teamkollege Abt das gleiche Missgeschick im Qualifying. Auch der Deutsche touchierte mit seinem ABT Schaeffler FE02 die Mauer und kam damit nicht über Startplatz 16 hinaus. Im Rennen behielt Abt dann einen kühlen Kopf, hielt sich aus allen Rangeleien heraus und holte mit Platz sieben und damit neun aufgeholten Positionen wertvolle Punkte. „Ein verrücktes Rennen mit viel Action, einer Menge Spaß und am Ende mit einem guten siebten Platz – ein schöner Lohn für die harte Arbeit der Mechaniker nach dem Unfall im Zeittraining“, sagte Daniel Abt.

Teamchef Hans-Jürgen Abt zieht nach dem Comeback der Formel E nach einer gut dreimonatigen Winterpause ein positives Fazit. „Gratulation an Lucas, Daniel und das ganze Team zu dieser geschlossen starken Mannschaftsleistung. Es nicht leicht, nach so einer langen Pause wieder auf den Punkt fit und top konzentriert zu sein – uns ist das heute gut gelungen. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass wir uns auf dem Pokal und den Punkten ausruhen. Wir werden ab Montagmorgen wieder alles dafür tun, um beim nächsten Auftritt der Formel E in Mexiko um den Sieg zu kämpfen.“


FE: ABT-Team: „Heute war nicht unser bester Tag“; beide Piloten punkten in Marrakesch

Daniel Abt Marrakesch (c)ABT

Kein Pokal, aber ein starkes Rennen und wertvolle Punkte in der Meisterschaft: Lucas di Grassi und Daniel Abt haben bei der Premiere der Formel E in Afrika die Plätze fünf und sechs geholt. Damit bleibt der Südamerikaner auf Platz zwei der Gesamtwertung härtester Verfolger von Sébastien Buemi (edams-Renault). In der Teamwertung liegt ABT Schaeffler Audi Sport weiter auf Rang zwei hinter der französischen Equippe edams-Renault.

Die Zuschauer erlebten in Marokko das längste Rennen in der noch jungen Geschichte der Elektro-Rennserie – und einen weiteren spannenden Auftritt mit unterschiedlichen Strategien und zahlreichen Überholmanövern. Einer der Hauptdarsteller war erneut di Grassi, der vom zwölften Startplatz mit viel Kampfgeist auf den fünften Platz nach vorn fuhr. Teamkollege Daniel Abt holte mit einem fehlerlosen Rennen über 33 Runden Platz sechs.

„Platz fünf war heute das Maximum. Ich habe das ganze Rennen gekämpft, um die Autos vor mir zu überholen“, sagt der Brasilianer, der zuletzt in Hongkong sogar zwölf Positionen gutgemacht hatte. „Für heute bin ich mit den zehn Punkten zufrieden. Aber wir werden die kleine Winterpause nutzen, um alles genau anzuschauen und in Buenos Aires zurückzuschlagen. Die Situation ist nicht neu: Auch in der vergangenen Saison haben wir uns immer weiter gesteigert. Dafür werden wir jetzt alle Kräfte bündeln.“

Teamkollege Abt kam nur wenige Sekunden hinter seinem Teamkollegen auf dem sechsten Platz ins Ziel und holte damit seine ersten acht Punkte in dieser Saison. „Im Qualifying habe ich mit Platz sechs das Bestmögliche herausgeholt, während mir im Rennen besonders zu Beginn ein wenig die Pace gefehlt hat“, sagt der Deutsche. „Ich freue mich über die Punkte, werde jetzt gemeinsam mit dem Team genau analysieren, woran es uns gefehlt hat und dann greifen wir nach der Weihnachtspause wieder an.“

Nervenstärke bewies einmal mehr die Crew: Zum ersten Mal kamen die beiden Piloten zeitgleich zum Stopp und obligatorischen Autowechsel in die Box. Mit viel Routine und einem kühlen Kopf schickten die Mechaniker ihre Fahrer ohne Zeitverlust zurück auf die Strecke.

 ABT SCHAEFFLER AUDI SPORT FORMULA E TEAM, Hans - Jürgen Abt, Lucas di Grassi(c)AbtIA Formula E, race 2 Marrakesch

„Natürlich sind unsere Fahrer und die ganze Mannschaft sehr verwöhnt. Deshalb brauchte es vielleicht ein paar Stunden, bis auch dieses doppelte Top-Sechs-Resultat als kleiner Erfolg anerkannt wurde“, sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. In den bisherigen 23 Rennen stand ABT Schaeffler Audi Sport 18 Mal auf dem Podium. „Heute war nicht unser bester Tag, aber wir haben trotzdem nicht den Kopf hängen lassen und unter schwierigen Bedingungen das Beste herausgeholt. Darauf darf jeder im Team stolz sein.“

Nach dem Rennen in Marrakesch geht die Formel E in eine kurze Weihnachtspause und kehrt am 18. Februar 2017 in Buenos Aires auf die Strecke zurück. Die Höhepunkte des ePrix in Marokko sowie weitere Berichte rund um die Formel E gibt es am Dienstag im Magazin auf Eurosport, das um 23:05 Uhr beginnt.


FE: Abt-Team startet mit Podiumsplatz in die neue Saison

Lucas di Grassi in Hongkong (c)Audi

Lucas di Grassi ist mit Platz zwei in Hongkong ein fast perfekter Start in die neue Saison der Formel E gelungen. Nach 45 dramatischen Runden in der asiatischen Metropole feierte der Brasilianer aus dem Team ABT Schaeffler Audi Sport überglücklich auf dem Podium – und das nach einem Start von der vorletzten Position und einem zusätzlichen Boxenstopp. Garant für den insgesamt 18. Podiumsplatz der Mannschaft war auch eine mutige Strategie.

Ausgelassene Party vor rund 20.000 Fans beim ersten Auftritt der Elektro-Rennserie in Hongkong: Vor der beeindruckenden Kulisse der Metropole erlebten die Zuschauer gleich zu Beginn der neuen Saison eines der verrücktesten Rennen. Und eine Neuauflage des großen Duells der vergangenen Monate: Sebastien Buemi siegte vor seinem Erzrivalen Lucas di Grassi. Der Brasilianer eroberte damit in den 22 bisher ausgetragenen Rennen 14 Podiumsplätze und erzielte seine 18. Zielankunft in den Punkten.

Grund für die spektakuläre Entwicklung am Sonntag war eine Safety-Car-Phase wenige Runden vor Rennmitte, die den zehn Teams unterschiedliche Strategien für den obligatorischen Boxenstopp samt Autowechsel eröffneten. Die mutigste, aber auch beste Entscheidung traf ABT Schaeffler Audi Sport, als es als seinen Piloten als einzige Mannschaft eine Runde vor dem eigentlich errechneten Fenster an die Box rief. Dadurch wurde Lucas di Grassi zwar vom Ende des Feldes an die Spitze gespült, musste aber im zweiten Auto extrem auf seinen Energieverbrauch achten – was ihm bravourös gelang.

„Dieser zweite Platz fühlt sich wie ein Sieg an, ich bin überglücklich“, sagte Lucas di Grassi. „Das Rennen hat wieder einmal gezeigt, dass es in der Formel E wirklich erst vorbei ist, wenn man die Zielflagge sieht. Danke an mein Team, das heute Mut bewiesen und gezeigt hat, dass wir niemals aufgeben. Das ist eine wichtige Botschaft an die Konkurrenz in der neuen Saison.“

Nach einem Ausrutscher im Qualifying war di Grassi vom vorletzten Startplatz ins Rennen gegangen und musste zudem schon nach wenigen Runden einen zusätzlichen Stopp einlegen, um die bei einer Kollision lädierte Nase seines ABT Schaeffler FE02 in Rekordzeit tauschen zu lassen. Ein ähnliches Schicksal ereilte auch Daniel Abt. Der Youngster war von einem starken siebten Platz ins Rennen gegangen, wurde aber bereits in der ersten Runde von mehreren Konkurrenten getroffen und beschädigte sich den Frontflügel beim verunfallten Chinesen Ma (Techeetah). In der Folge von der Rennleitung zu einer Reparatur des Heckflügels an die Box gerufen. Nach dem Wechsel auf das andere Auto und der vergeblichen Jagd nach der schnellsten Rennrunde musste er seinen Elektro-Renner vorzeitig abstellen und blieb beim Auftakt ohne Punkte.

„Gratulation an die Formel E zu einem spektakulären Auftakt in einer faszinierenden Location. Und Gratulation an meine Jungs und Lucas zu so viel Einsatz, Mut und Hingabe“, sagte Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Natürlich hatten wir heute die nötige Portion Glück gehabt, aber die haben wir uns auch hart erarbeitet. Dieser Tag voller gemischter Gefühle und einem Happy End wird uns mit Schwung in die neue Saison tragen.“


FE: Kurzinterview Hans-Jürgen Abt: Es gibt nur noch starke Teams

Hans Juergen Abt,FIA Formula E, Test Donington (c)ABT

Teamchef Hans-Jürgen Abt tanzt derzeit auf zwei Hochzeiten. In der DTM kämpft das Kemptener Audi-Team mit Edoardo Mortara am nächsten Wochenende beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring um die Fahrermeisterschaft, die Herstellermeisterschaft und um die Teammeisterschaft. Dieses Wochenende startet die neue Formel-E-Saison in Hongkong, wo das ABT Schaeffler Audi Sport-Team mit den Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi wieder ein Wörtchen um den Titel mitreden möchte. Die Erfolgsmannschaft aus dem Allgäu war von Anfang an in der einzigartigen Elektrorennserie dabei und drückte der Serie in den vergangenen beiden Saisons ihren Stempel auf. Im Kurzinterview erzählt der 53-Jährige, was er sich von der neuen Saison erhofft, wie er die Austragungsorte einschätzt und wie stark die Konkurrenz ist.

Mit welchen Gedanken reisen Sie nach Hongkong?
Hans-Jürgen Abt: „Zuerst einmal mit großer Vorfreude. Die Sommerpause war zwar nicht besonders lang, aber trotzdem ist es schön, dass es jetzt nach den ganzen Testfahrten endlich wieder ernst wird. Und mit der Premiere in Hongkong wartet gleich zu Beginn der Saison ein echter Höhepunkt auf alle Fahrer und Teams.“

Was für Ziele haben Sie sich für die dritte Saison gesteckt?
Hans-Jürgen Abt: „Das ist leicht beantwortet, denn wo immer ABT antritt, haben wir das gleiche Ziel: Wir wollen Rennen gewinnen und um den Titel kämpfen. Das ist uns in den ersten beiden Saisons gelungen. Ob es jetzt wieder möglich ist, werden wir erst in Hongkong erahnen können. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und uns bestmöglich vorbereitet.“

Wen erwarten Sie als stärksten Konkurrenten?
Hans-Jürgen Abt: „Die Zeiten, in denen man in der Formel E von einem oder zwei Hauptkonkurrenten sprechen konnte, sind endgültig vorbei. Ich erwarte einen viel engeren Fight als in den ersten beiden Jahren und eine enorme Leistungsdichte. Es gibt im Feld nur noch starke Teams und sehr starke Teams – natürlich hoffe ich, dass wir zu letzteren gehören.“

Auf welche Strecke freuen Sie sich in dieser Saison am meisten?
Hans-Jürgen Abt: „Gegenfrage: Gibt es auch nur eine einzige Location im Kalender, auf die Sie sich nicht freuen würden? Ich möchte der Formel-E-Organisation um Alejandro Agag ein riesiges Kompliment aussprechen, dass es ihnen gelungen ist, so einen Kalender zusammenzustellen. Rennen im Herzen von Hongkong, Marrakesch, Paris, Berlin oder New York – das ist in der Motorsportgeschichte einmalig.“


FE: Hans-Jürgen Abt: „Freue mich auf nächste Tournee mit der Formel E“

HJ Abt (c)ABT

Mit zehn Podiumsplätzen feierte ABT Schaeffler Audi Sport so oft auf dem Podest wie kein anderes Team. Im Interview zieht Hans-Jürgen Abt sein Fazit der zweiten Formel-E-Saison, erzählt von seinen persönlichen Höhepunkten und wagt einen Ausblick auf die Zukunft der Elektro-Rennserie.

Die zweite Saison der Formel E ist Geschichte. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Abt:“Die Formel E nimmt eine prächtige Entwicklung. Das Team um Alejandro Agag ruht sich nicht auf Erfolgen aus, sondern treibt die Serie mit innovativen Ideen voran. Ein gutes Beispiel ist der neue Kalender, der in meinen Augen ein absolutes Highlight ist. Es wird nie der Weg des geringsten Widerstandes gegangen, sondern immer gemeinsam mit den Teams und Partnern nach der besten Lösung gesucht. Wir sind stolz darauf, ein Teil der Formel-E-Familie zu sein.“

Wie zufrieden sind Sie mit den beiden zweiten Plätzen in der Fahrer- und Teamwertung?

Abt:“Mit ein paar Tagen zwischen dem Finale und heute sehr zufrieden. Wir dürfen bitte nicht vergessen, dass die Formel E ein sportlicher Wettkampf auf allerhöchstem internationalen Niveau ist. Wir treten als ABT unter anderem gegen Hersteller wie Renault oder Citroën DS an. In diesem Feld Pokale und Siege zu holen und bis zum letzten Rennen um den Titel zu kämpfen, ist eine außerordentliche Leistung des ganzen Teams und seiner Partner. Wenn man den Titel am Finalwochenende so nah vor Augen hat, braucht man für diese Einsicht ein bisschen Abstand.“

Gerade das letzte Rennen und die Kollision zwischen Lucas di Grassi und Sébastien Buemi haben für viele Diskussionen gesorgt. Ihre Einschätzung?

Abt:“Ganz klar ist: Eine Kollision zwischen zwei Titelkandidaten in der ersten Runde des entscheidenden Rennens wünscht sich niemand, wir nicht, die Konkurrenz nicht und die Fans auch nicht. Hinzu kommt, dass Lucas ohne Zweifel einer der umsichtigsten Fahrer im Feld ist, sonst hätte er in der Saison nicht achtmal auf dem Podium gestanden. Klar ist aber auch: Er musste im letzten Rennen ein höheres Risiko eingehen, um gegen Sébastien Buemi eine Chance zu haben. Auch für diesen Kampfgeist genießt er bei seinen vielen Fans ein hohes Ansehen. Deshalb war es das Ziel, Nicolas Prost schnell zu überholen. Dabei hat er ihn berührt und ist dann mit Buemi kollidiert. Die Kollision war unglücklich, aber die Meisterschaft ist nicht durch sie entschieden worden. Ich glaube, alle wären gut beraten, Séb und Renault zum Titel zu gratulieren und Lucas für eine seiner stärksten Saisons überhaupt wertzuschätzen.“

Daniel Abts drittes Podium beim Finale ist in dem Trubel fast ein bisschen untergegangen. Wie beurteilen Sie seine Leistung?

Abt:“Natürlich waren seine Gedanken auch bei Lucas und dem Titelkampf, aber ich bin mir sicher, er hat das Bad in der Menge auf dem Podium trotzdem genossen. Der Champagner war hochverdient, denn er hat einmal mehr ein starkes Wochenende gezeigt. Dreimal auf dem Podium in diesem Jahr, zwei zweite Plätze, ich wünsche mir für ihn, dass der erste Sieg nicht mehr lang auf sich warten lässt.“

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt in dieser Saison?

Abt:“Das Rennen in Long Beach mit Lucas, Sieg und Daniels drittem Platz. Es war unser erstes Doppel-Podium in der Formel E, aber was viel wichtiger war: Es war ein perfektes Comeback nach der Disqualifikation von Lucas in Mexiko nach einem Fehler des Teams. Jeder stand unter enormem Druck und hatte sich insgeheim vielleicht schon aus dem Titelrennen verabschiedet, und dann haut die Mannschaft so ein Ding raus und legt drei Wochen später in Paris mit dem nächsten Sieg nach. Das waren Momente, die sehr emotional und besonders waren.“

2014/2015 zweimal Dritter, jetzt zweimal Zweiter, was muss passieren, damit es in der nächsten Saison mit dem Titel klappt?

Abt:“Zum Glück ist Erfolg im Sport nicht planbar, in keiner Disziplin. Wir müssen unsere Hausaufgaben im Sommer machen und das fängt damit an, für Daniel und Lucas ein siegfähiges Auto zu entwickeln. Daran arbeiten wir gemeinsam mit Schaeffler und anderen Partnern bereits hart. Schon nächste Woche geht es wieder nach Südeuropa zu Testfahrten. Und dann gilt es für uns alle, Fahrer und Team gleichermaßen, an jedem einzelnen Rennwochenende einen Null-Fehler-Job zu machen. Ich erwarte einen noch engeren Fight im kommenden Jahr und noch mehr Teams, die um Siege und den Titel fahren werden.“

Wie sieht der Zeitplan Ihres Teams bis zum Saisonstart aus?

Abt:“Oktober klingt noch so weit weg, aber tatsächlich laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Ich bin glücklich, dass wir ein paar wichtige Punkte schon abgehakt haben: Unser ABT Schaeffler FE02 ist bei der FIA homologiert worden, unsere Fahrerpaarung mit Daniel und Lucas steht, die wichtigsten Partner wie Schaeffler sind weiter mit an Bord. Einige interessante Gespräche führen wir gerade, sodass ich denke, es könnte noch die eine oder andere gute Nachricht geben. Es folgen Testfahrten inklusive der offiziellen Termine in Donington und eine kleine Präsentation unseres Teams im September, und schon sitzen wir wieder im Flieger nach Hongkong …“

… wo am 9. Oktober die neue Saison startet. Wie gefällt Ihnen der gerade veröffentlichte Kalender?

Abt:“Ich finde ihn großartig. Viele haben gedacht, Rennen mitten durch Paris oder Berlin seien nicht zu toppen. Und jetzt bestreiten wir unser Finale tatsächlich in den Straßen von New York. Auch Locations wie Montreal oder Marrakesch sind beeindruckend, Berlin und Monaco werden wie immer grandios werden. Wir freuen uns auf die nächste Tournee mit der Formel E.“


FE: ABT kämpft in London um Titel in der Formel E

Lucas di Grassi_Abt (c)ABT

Showdown der Formel E in London. Lucas di Grassi, Sébastien Buemi oder doch Sam Bird, wer wird neuer Champion der Formel E? Die Entscheidung fällt am nächsten Wochenende, wenn die Elektro-Rennserie in London ihre beiden letzten Rennen austrägt. Das Team ABT Schaeffler Audi Sport hat sich akribisch auf den Showdown vorbereitet, der Samstag und Sonntag von DMAX live übertragen wird.

Die Ausgangssituation vor den beiden letzten Rennen der aktuellen Saison könnte nicht brisanter und spannender sein: Nach sieben Podiumsplätzen und drei Siegen führt Lucas di Grassi aus dem Team ABT Schaeffler Audi Sport die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf Renault-Pilot Sébastien Buemi an. Inklusive der Zähler für schnellste Runden und Pole-Positions sind in London noch 60 Punkte zu holen, weshalb der drittplatzierte Sam Bird lediglich noch theoretische Chancen auf den Titel hat.

Austragungsort des Showdowns ist wie im Vorjahr der Battersea Park im Herzen von London und direkt an der Themse gelegen. Die Piloten absolvieren dort Samstag und Sonntag zwei komplette Renntage mit Training, Qualifying und Rennen innerhalb weniger Stunden. Der 2,925 Kilometer lange Kurs ist extrem eng und bietet nur wenige Überholmöglichkeiten, umso entscheidender könnte das Qualifying sein. Die wechselhafte Wettervorhersage könnte zusätzliche Brisanz in die Titelentscheidung bringen.

Titelkandidat Lucas di Grassi bleibt cool. „Wir haben alles getan, was wir konnten: Wir haben uns optimal vorbereitet, unsere Ingenieure und Mechaniker sind hoch motiviert, wir haben uns gegenseitig eingeschworen“, sagt der Brasilianer, der im Vorjahr Gesamtdritter wurde. „Unser gemeinsames Ziel ist klar: Wir wollen unsere beste Leistung abliefern und keinen einzigen Fehler machen. Wir haben ein gutes Team und wunderbare Partner. Wir haben in London die Chance, etwas Großes zu erreichen.“

Auch Teamkollege Daniel Abt hat eine klare Vorstellung vom Finalwochenende. „Je mehr Punkte ich der Konkurrenz wegnehme, desto mehr helfe ich Lucas im Titelkampf“, sagt der mit 23 Jahren jüngste Pilot im Feld. Schon zweimal stand Abt dieses Jahr auf dem Podium, zuletzt bei seinem Heimspiel in Berlin. Auch ein Grund dafür, dass ABT Schaeffler Audi Sport mit elf Punkten Rückstand auch noch Chancen in der Teamwertung hat. „Die Party auf dem Formel-E-Podium ist unbeschreiblich. Natürlich ist es mein großer Traum, dort auch in London wieder Champagner zu verspritzen.“

Ein Punkt Vorsprung, knifflige Strecke, Gefahr von Wetterkapriolen, alles ganz nach dem Geschmack von Hans-Jürgen Abt. „Natürlich ist der Druck riesengroß, aber genau das lieben wir, das ist der Grund, warum wir mit Leidenschaft Motorsport betreiben“, sagt der Teamchef. „Ich denke, bei einem Punkt Abstand gibt es keinen Favoriten. Es wird darauf ankommen, wer am Samstag und Sonntag den besten Job macht, und dabei habe ich volles Vertrauen in mein Team und die beiden Fahrer.“

Die Rennen in London starten Samstag und Sonntag jeweils um 16 Uhr Ortszeit (17 Uhr deutscher Zeit). DMAX überträgt an beiden Tagen ab 16:45 Uhr live aus Großbritanniens Hauptstadt.


Formel E: Abt mit großen Ambitionen beim Heimspiel in Berlin

Daniel_Abt_Berlin_2015 (c)EHirsch

Die Formel E kommt nach Deutschland. Am Wochenende steigt in Berlin das Heimspiel für das einzige deutsche Team Abt Schaeffler Audi Sport und seinen Piloten Daniel Abt. Zusammen mit seinem Teamkollegen und Tabellenführer Lucas di Grassi will der Kemptener die Fans beim Auftritt der Elektro-Rennserie begeistern und am liebsten am Samstagnachmittag auf dem Podium feiern. Neu: Der Sender DMAX überträgt schon ab 15:45 Uhr live aus der Hauptstadt.

Daniel Abt:

„Mit meinem Rennauto durch unsere Hauptstadt zu fahren wird bestimmt ein ganz besonderes Gefühl sein, die Vorfreude steigt von Tag zu Tag“, sagt Abt. Der mit 23 Jahren jüngste Pilot im internationalen Starterfeld gehört in der aktuellen Saison stets zu den schnellsten auf der Strecke, wurde aber oft unter Wert geschlagen. Zuletzt feierte Abt beim Rennen in den USA einen Podiumsplatz und lässt in der Gesamtwertung bisher so illustre Namen wie Senna oder Piquet hinter sich.

Daniel Abt in Paris (c)Abt

„Die Tabelle interessiert mich nicht. Ich möchte bei meinem Heimrennen aufs Podium fahren und mit den deutschen Fans feiern“, sagt Abt. „Außerdem ist das der beste Weg, um Lucas im Titelkampf zu unterstützen und auch unsere Mannschaft in der Teamwertung weiterzubringen. Wir wissen, dass wir mit unserem Paket und einer geschlossenen Teamleistung Großes erreichen können. Ich verspreche, dass wir alles für einen Pokal geben werden.“

Gastierte der Formel-E-Zirkus bei der Deutschland-Premiere im Vorjahr noch auf dem ehemaligen Flughafen in Tempelhof, so kommt das Fahrerlager jetzt mitten in die City: Der 1,927 Kilometer lange Kurs führt über die Karl-Marx-Allee und den Strausberger Platz, die Boxengasse liegt fast im Schatten des Fernsehturms auf dem Alexanderplatz. „Mit der Location im Herzen unserer Hauptstadt ist der Formel E ein weiteres Highlight gelungen“, sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Glückwunsch an alle Organisatoren und danke an die Stadt und alle Berliner, dass sie uns willkommen heißen.“

Lucas di Grassi:

Sportlich könnte das Heimspiel für Abt Schaeffler Audi Sport kaum brisanter sein: Nachdem der ePrix in Moskau gestrichen werden musste, werden bis zur Titelentscheidung nur noch drei Rennen gefahren und 90 Punkte vergeben. Damit ist klar: Die Meisterschaft wird erst beim Finale am 2./3. Juli in London entschieden. Vor dem Auftritt in Berlin führt di Grassi die Gesamtwertung mit elf Punkten Vorsprung an, theoretisch haben neben dem Erzrivalen Sébastien Buemi noch weitere Piloten Titelchancen.

„Unser Ziel ist die Meisterschaft“, sagt di Grassi. Der Brasilianer hat die bisherige Saison geprägt: In sieben Rennen stand er sechsmal auf dem Podium und gewann drei Rennen. Ein weiterer souveräner Sieg wurde ihm aberkannt, weil sein Auto in Mexiko knapp unter dem vorgeschriebenen Mindestgewicht lag. „Mit zwei Erfolgen in Folge in den USA und Paris haben wir gerade einen Lauf, den wir auch in Berlin fortsetzen wollen. Dabei verschwenden wir aber keine Zeit mit Rechnerei, sondern konzentrieren uns zu hundert Prozent auf einen weiteren Null-Fehler-Job“, sagt di Grassi. „Unser Auto ist ein Siegertyp, unsere Mannschaft bleibt unter Druck cool und fokussiert, so können wir auch das Heimspiel gewinnen.“

TV-Übertragung:

DMAX (c)DMAX

Wer keines der begehrten Tickets bekommen hat, darf sich auf eine spektakuläre Fernsehübertragung freuen: Für die letzten beiden Veranstaltungen der Saison wechselt die Formel E von Eurosport zum Partnersender DMAX, der aus Berlin mit der bisher längsten Sendezeit überträgt: Bereits ab 15:45 Uhr meldet sich Kommentator Jacques Schulz live aus der Hauptstadt. Der bei den Fans aus seiner Formel-1-Zeit bei Sky bekannte und beliebte TV-Mann wird die Action auf der Rennstrecke hautnah und packend einfangen und bis 17:15 Uhr die Podiumszeremonie sowie alle Stimmen liefern.


Formel E: ‚Vive la France‘, Abt-Team mit breiter Brust zum Paris ePrix

HJ Abt und Ribbery (c)EHirsch
Die Formel E kommt endlich nach Europa: Am Samstag (23. April) startet die Elektro-Rennserie im Herzen der französischen Hauptstadt Paris. Vor dem siebten von elf Saisonläufen führt Lucas di Grassi die Gesamtwertung mit einem Punkt Vorsprung an. Zuletzt hatte der Brasilianer gemeinsam mit seinem Teamkollegen Daniel Abt auf dem Podium in den USA gefeiert.

Eine Strecke rund um den Invalidendom, den Eiffelturm im Hintergrund und das Ufer der Seine nur wenige Meter entfernt: Der Paris ePrix bietet zweifellos eine der spektakulärsten Kulissen in der bisherigen Geschichte der Formel E. Mit nur 1,920 Kilometern ist der Kurs der kürzeste im diesjährigen Kalender und verspricht mit seinem Mix aus langen Geraden und engen Passagen schon jetzt einen spannenden Showdown in Paris.

Garant für Hochspannung ist auch die Ausgangssituation in der Meisterschaft: Nach seinem Triumph zuletzt in Long Beach liegt Lucas di Grassi einen Zähler vor seinem ärgsten Rivalen Sebastien Buemi aus der Renault-Werksmannschaft, die in Paris ihr Heimspiel hat. In der Teamwertung liegt das Team ABT Schaeffler Audi Sport lediglich sechs Punkte hinter der französischen Equipe. 25 Zähler erhält der Sieger eines Formel-E-Rennens.

„Paris ist ein neuer Höhepunkt im Kalender, Glückwunsch an die Formel E, dass es gelungen ist, dieses Rennen mitten in der Stadt zu organisieren“, sagt di Grassi. Die Strecke und die Umgebung passen perfekt zur Serie. Sportlich will der Südamerikaner beim Europa-Debüt der Formel E nachlegen: „Ja, es ist das Heimspiel unserer Freunde und Konkurrenten aus Frankreich, aber das interessiert mich nicht. Wir werden auch dort versuchen zu gewinnen. Bis jetzt stand di Grassi in sechs Rennen fünfmal auf dem Podium, holte dabei zwei Siege.“

Zwar wartet Teamkollege Abt noch auf seinen ersten Sieg, aber mit zwei Einzügen in die Super Pole und einem Podium in Long Beach scheint der Knoten bei dem jüngsten Piloten im Starterfeld jetzt geplatzt. „Mit Paris kommt jetzt ein absolutes Highlight, aber auch eine neue Strecke, die wir alle nicht kennen“, sagt der Deutsche. „“Wir werden mit der gleichen Konzentration und Motivation weitermachen und alles dafür geben, bald wieder auf dem Podium zu stehen, am liebsten natürlich zusammen.“

Abt-Sportdirektor Thomas Biermeier, der für die Gesamtverantwortung aller motorsportlichen Aktivitäten des Kemptener Unternehmens zeichnet, reist mit viel Vorfreude in die ‚Stadt der Liebe‘. „Ich freue mich auf jedes Formel-E-Rennen, weil die ganzen Städte Highlights sind. Das Formel-E-Konzept ist schön für uns. Jemand (Anmerkung der Redaktion: Hans Jürgen Abt) hat einmal gesagt ‚Ich liebe die DTM, aber in die Formel E habe ich mich verliebt‘. Das ist unser Motto. Wir haben da viel Spaß. Die Competition ist sehr hoch. Da freut man sich auf jedes Renn-Wochenende.“

Für den 37-Jährigen steht e.dams unter Erfolgszwang, insbesondere vor heimischen Publikum. „Für jedes Team ist das Heimrennen etwas Spezielles. Für uns würde es nichts Schöneres geben, Renault in Paris zu ärgern. Wir werden wieder alles versuchen. Es wird sicherlich hart, denn Renault wird nach dem Wochenende in Long Beach stark zurückkommen. Wir haben gesehen, wir sind konkurrenzfähig. Wir reisen mit viel Selbstvertrauen nach Paris und hoffen, dass wir wieder vorne mitfahren können.“

Das wünscht sich auch Teamchef Hans-Jürgen Abt. „Ich freue mich auf die Europa-Rennen der Formel E. Schon jetzt merken wir, wie das Interesse der Medien und Fans weiter ansteigt“, sagt er. „Die bisherige Saison hat gezeigt, wie stark unser Abt Schaeffler FE01 im Vergleich zur Konkurrenz ist. Das ist auch eine tolle Anerkennung für die harte Arbeit unseres Partners Schaeffler bei der Entwicklung.“

Für das Rennen erwartet Abt große Aufmerksamkeit: „Besonders um die Veranstaltung in Paris gibt es jede Menge Wirbel, aber wir werden cool bleiben und versuchen, das Maximum herauszuholen. Denn natürlich ist es unser großes Ziel, als Tabellenführer zu unserem Heimspiel nach Berlin zu kommen“, ergänzt der Abt-Teamchef. Ob ihm Bayerns Fussball-Star Franck Ribery (siehe Foto) da wohl fest die Daumen drückt?