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FE:Audi-Sportchef Dieter Gass: „Formel E muss bezahlbar bleiben“

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Audi-Motorsportchef Dieter Gass hegt den Wunsch, dass die Formel E in Zukunft bezahlbar bleibt. Da immer mehr große Hersteller Interesse an der Formel E finden, macht sich die Sorge breit, dies könnte zu einer einhergehenden Kostenexplosion führen.

„Ich sehe die Gefahr“, gibt Gass gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘ zu. Denn in der Vergangenheit hat sich immer wieder bewahrheitet: Sobald mehrere Hersteller in eine Serie einsteigen, dreht sich die Kostenspirale unaufhörlich. Das gilt es in der Elektro-Rennserie zu verhindern. Nur wie? Der Audi-Motorsportchef vertraut in dieser Frage voll und ganz der FIA: „Ich sehe bei der FIA, dass man sich genau dessen bewusst ist. Wenn wir entsprechend damit umgehen, dann ist das natürlich in unserem Interesse“, so Gass.

Es ist schon bemerkenswert, in welch kurzer Zeit es Serienchef Alejandro Agag geschafft hat, die Formel E auf der Weltbühne des Motorsports zu etablieren. Gleich sechs Hersteller (Jaguar, Mahindra, Andretti mit BMW, e.dams mit Renault, ABT mit Audi und Virgin mit den Franzosen Citroen/DS) tummeln sich bereits in der Elektro-Rennserie. Audi steigt mit der nächsten Saison als Werksteam ein, BMW agiert ähnlich und fährt voraussichtlich 2018/2019 werksseitig auf.

Für denselben Zeitraum hat sich Mercedes einen potenziellen Startplatz in der boomenden Meisterschaft gesichert. Die Schwaben mussten dafür tief in die Tasche greifen und haben Berichten zufolge einen geschätzten zweistelligen Millionenbetrag lockergemacht. Mit Nissan könnte auch ein japanischer Hersteller die Formel-E-Bühne betreten. Noch nie gab es in so kurzer Zeit ein solch wachsendes Interesse von Herstellern, in eine Serie einzusteigen. Die Formel E fährt gerade mal ihre dritte Saison.

Bei dieser Anzahl an Herstellern und Interessensverbänden gilt es, die Kostenspirale unbedingt einzudämmen. Wird die Formel E zum Opfer ihres eigenen Erfolgs? Die FIA gibt die Spielregeln vor, was Technologie- und Reglement-Entwicklung betrifft. Ein Zehnjahresplan soll helfen, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Mit den Einheitsbatterien von McLaren Applied Technologies ab der fünften Saison hat die Formel E einen wichtigen Meilenstein gesetzt. Von da an soll der bis dato obligatorische Fahrzeugwechsel der Vergangenheit angehören. Die Energiemenge steigt dann von derzeit 28 kWh auf 54 kWh. Beim Chassis fährt die FIA ebenso eine klare Linie: Die nächsten fünf Jahre zeichnet auch weiterhin das italienische Unternehmen Dallara für das Einheitschassis verantwortlich.

Geben sich die Hersteller damit zufrieden? Auf lange Sicht wohl kaum. Jeder Hersteller versucht, das Beste aus seinem Paket herauszuquetschen. „Man muss aufpassen, denn es ist eine Gratwanderung“, sagt Gass. „Man muss das Maß finden, damit sich das Produkt Formel E weiter entwickeln kann und sie für die Hersteller interessant bleibt. Gleichzeitig muss sie bezahlbar bleiben“, fordert der neue Audi-Motorsport-Verantwortliche.

Wie hemmungslos sich die Kostenspirale drehen kann, sieht man an den Beispielen Formel 1 oder Langstrecken-WM WEC. Audi hat bei der letztgenannten Serie bekanntlich die Reißleine gezogen und wechselt im Herbst zur Formel E. Die FIA steht in der Pflicht und ist mit geeigneten Maßnahmen gefordert, die junge Serie Formel E weiter wachsen zu lassen. Dann dürfte auch Audi zufrieden sein.

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DTM: Audi enthüllt neuen Audi RS 5 DTM in Genf

Dieter Gass (Head of Motorsport of AUDI AG); next to the new Audi RS5 DTM on the Geneva Motorshow 2017.(c)Audi

Weltpremiere in Genf für den neuen Audi DTM-Boliden 2017. Bühne frei für ein aufregendes neues Rennauto: Zeitgleich mit dem Serienmodell hat Audi Sport auf dem Automobilsalon in Genf die DTM-Rennversion des Audi RS 5 Coupé präsentiert. Die neue RS-Designsprache hat in diesem Modell Premiere; ebenso sind zahlreiche reglementbedingte Änderungen umgesetzt.

„Das ist ein besonderer Tag für mich und alle, die beim DTM-Projekt mitarbeiten“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Zum ersten Mal haben wir ein neues DTM-Auto parallel zum Serienmodell entwickelt. Das unterstreicht einmal mehr, wie eng Motorsport und Serie bei Audi zusammenarbeiten.“ Die Bilanz des Vorgängermodells setzt Maßstäbe für die Zukunft: Mit je zehn Saisonsiegen war der Audi RS 5 DTM in den vergangenen beiden Jahren jeweils das erfolgreichste DTM-Auto. „Das möchten wir mit dem neuen RS 5 DTM natürlich gern wiederholen“, so Gass.

Der Audi RS 5 DTM der dritten Generation hebt sich optisch deutlich von seinen beiden erfolgreichen Vorgängermodellen ab. „Er wirkt noch progressiver und ist aerodynamisch noch extremer“, sagt Projektleiter Stefan Gugger. „Wir haben die Aerodynamik in vielen Bereichen im Detail weiter ausgelotet.“ Dies zeigt sich vor allem im Bereich der Frontpartie und der hinteren Radhäuser. Der markante Singleframe-Kühlergrill des neuen Audi RS 5 besteht beim Rennauto aus einer hauchdünnen Folie. Rund um die hinteren Radhäuser lässt das restriktive DTM-Reglement den Technikern noch den größten Spielraum. Entsprechend wurden sie auf maximalen Abtrieb bei gleichzeitig größter Effizienz getrimmt.

„Außerdem haben wir die Passgenauigkeit der Teile noch einmal verbessert“, sagt Gugger. „Was die Spaltmaße betrifft, hat sich Audi schon immer von den Wettbewerbern abgehoben. Trotzdem haben wir noch einmal einen Schritt gemacht, der die aerodynamische Performance verbessert.“ Neu ist auch der Heckflügel, der nun aus zwei Blättern besteht. Um den Wirkungsgrad des Drag Reduction Systems (DRS) zu erhöhen, wird nicht mehr der gesamte Flügel nach unten geklappt, sondern wie in der Formel 1 das obere Flügelblatt flach gestellt – dadurch soll es in der DTM in Zukunft noch mehr Überholmanöver geben. weiterlesen


Nico Rosberg vom ADAC in München ausgezeichnet

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Glanzvoller Schlusspunkt einer erfolgreichen Motorsportsaison: Bei der ADAC SportGala 2016 ehrte der Automobilclub in seiner Zentrale in München am Samstagabend vor rund 400 geladenen Gästen die erfolgreichsten Motorsportler des Jahres 2016. Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg wurde als ADAC Motorsportler des Jahres ausgezeichnet, während Motorsport-Legende Walter Röhrl für sein Lebenswerk geehrt wurde. SPORT1 zeigt die Höhepunkte der ADAC SportGala 2016 am Sonntag. 25. Dezember ab 17.00 Uhr.

„Die Motorsportsaison 2016 war mit zahlreichen Siegen und Weltmeistertiteln für deutsche Fahrer und Hersteller so erfolgreich wie selten zuvor“, zog ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk Bilanz. „Ich freue mich bei der ADAC SportGala gemeinsam mit Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg, Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier und Sportwagen-Weltmeister Marc Lieb auf diese Erfolge zurückzublicken. Ebenso möchte ich mich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern bedanken – ohne die unsere zahlreichen Motorsportveranstaltungen nicht durchführbar wären. Sie sind das Herz des Motorsports und Teil der DNA des Clubs“.

Im Mittelpunkt der ADAC SportGala stand Rosberg, der als ADAC Motorsportler des Jahres aus den Händen von ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk den großen Christophorus aus Nymphenburger Porzellan erhielt. „Diese Auszeichnung ist toller Abschluss eines für mich perfekten Jahres“, sagte der Formel-1-Weltmeister. „Ich bin sehr stolz über diese Auszeichnung, mit der vor mir bereits zahlreiche namhafte Rennfahrer geehrt wurden. Meine Anfänge lagen in der Formel BMW ADAC. Es war damals mein erstes Jahr im Formelsport, an diese Zeit habe ich schöne Erinnerungen und dafür bin ich sehr dankbar.“

Als ADAC Junior Motorsportler des Jahres 2016 wurde Maximilian Günther ausgezeichnet. Der in den vergangenen vier Jahren von der ADAC Stiftung Sport geförderte Nachwuchsrennfahrer belegte 2016 Rang zwei in der FIA Formel-3-Europameisterschaft. In den Jahren 2013 und 2014 wurde er Zweiter im ADAC Formel Masters, der Vorgängerserie der ADAC Formel 4.

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Eine besondere Ehre wurde Walter Röhrl zuteil. Der ehemalige Rallye-Pilot wurde für sein Lebenswerk mit einem Ehren-Christophorus ausgezeichnet. Der Ehrenpreis wurde in der mehr als 30-Jährigen Geschichte der ADAC SportGala erst zum dritten Mal vergeben. „Die Leistung von Walter Röhrl für den deutschen Motorsport ist bis heute unübertroffen“, würdigte Tomczyk.

Auch die Sieger der ADAC Master-Serien wurden am Samstag geehrt: Connor de Phillippi/Christopher Mies (ADAC GT Masters-Fahrerwertung), Remo Lips (ADAC GT Masters-Trophywertung), Joey Mawson (ADAC Formel 4), Max Stilz (ADAC Motorboot Masters), Dennis Ullrich (ADAC MX Masters) und Hermann Gaßner/Katrin Thannhäuser (ADAC Rallye Masters).

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Durch den Abend führte TV-Moderatorin Julia Josten, der frei empfangbare TV-Sender SKY Sport News HD sendete live vom „gelben Teppich“. Das abwechslungsreiche Programm endete mit einem Auftritt der Band VoXXclub. Unter den Gästen waren unter anderem DTM-Fahrer Lucas Auer, der ehemalige Formel-1-Pilot Gerhard Berger, Wolfgang Dürheimer, President und CEO Bentley und Bugatti sowie Generalbevollmächtigter Volkswagen Konzern Motorsport, der ehemalige Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug, ADAC Formel 4-Vizechampion Mick Schumacher, der ADAC Klassik-Referent und ehemalige BMW-Motorsportdirektor Prof. Dr. Mario Theissen, Ex-DTM-Champion Martin Tomczyk, der scheidende Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich und sein Nachfolger Dieter Gass, Porsche-Motorsportdirektor Dr. Frank-Steffen Walliser, zahlreiche frühere Preisträger, ADAC Präsident Dr. August Markl, die ADAC-Präsidiumsmitglieder Kurt Heinen und Jens Kuhfuß sowie die ADAC-Geschäftsführer Mahbod Asgari, Lars Soutschka und Oliver Weissenberger.

Hier eine kleine Bildergalerie:


FE/DTM: Dieter Gass beerbt Wolfgang Ullrich bei Audi Motorsport

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Planmäßiger Stabwechsel bei Audi Sport: Zum 1. Januar 2017 übergibt Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich (66) nach 23 Jahren das Amt an seinen Nachfolger Dieter Gass (53). Ullrich selbst bleibt Audi bis Ende 2017 in beratender Funktion erhalten.

Motorsportchef Ullrich hatte Gass Anfang 2012 mit dem Ziel zu Audi zurückgeholt, den diplomierten Ingenieur für elektromechanische Konstruktion als seinen Nachfolger aufzubauen. Nach fünf gemeinsamen Jahren an der Spitze von Audi Sport ist es nun so weit: Dieter Gass wird neuer Motorsportchef der AUDI AG und leitet damit alle werksseitigen Engagements von Audi. Aktuell die FIA Formel E und die DTM. Audi steigt im kommenden Jahr ab Saison drei als Werksteam in die Formel E ein. Beim Team ABT Schaeffler Audi Sport prangt bereits in der laufenden Saison das Audi-Logo am Abt-Boliden von Lucas di Grassi und Daniel Abt, so richtig ab geht die Post dann 2017. Mit Dieter Gass als neuen Motorsportleiter der Ingolstädter.

„Dieter Gass wird Audi Sport durch die bevorstehende Phase der Transformation führen und die Erfolgsstory von Audi im Motorsport fortschreiben“, sagt Dr. Wolfgang Ullrich. „Er kennt Audi Sport wie kaum ein anderer. Von November 1994 bis März 2001 hat er als Techniker dort gearbeitet – erst bei den Supertourenwagen, später bei den Sportprototypen. Anschließend war er elf Jahre in leitenden Funktionen in der Formel 1 tätig. Dabei hat er viel Know-how gesammelt, von dem Audi Sport seit seiner Rückkehr 2012 profitiert. Nach einem Jahr als Leiter Renneinsatz und vier Jahren als Leiter DTM macht er nun den sorgfältig geplanten nächsten Schritt. Dabei werde ich ihm beratend zur Seite stehen, mich aber aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Ich weiß das Motorsport-Engagement von Audi bei Dieter Gass in guten Händen.“

„Die Fußspuren, die Dr. Wolfgang Ullrich hinterlässt, sind sehr groß“, sagt Dieter Gass. „Er stand 23 Jahre an der Spitze von Audi Sport und hat für das Unternehmen in dieser langen Zeit Außergewöhnliches geleistet. Neben dem weltweiten Aufbau von Partnerteams und unzähligen Meisterschaften bei den Supertourenwagen ragen die 13 Siege bei den 24 Stunden von Le Mans und zahlreiche DTM-Titel als bleibende Meilensteine heraus. Ich möchte aber auch den Aufbau des Kundensports bei Audi sowie den Umzug von Audi Sport in das moderne und zeitgemäße Kompetenz-Center Motorsport in Neuburg nicht vergessen. Solche Karrieren gibt es im Motorsport nur ganz selten.“

Motorsports / DTM 4. race Norisring, Dr.Wolfgang Ullrich ©Audi

„Ich habe die 23 Jahre an der Spitze von Audi Sport sehr genossen“, sagt Dr. Wolfgang Ullrich. „Wir haben große Erfolge gefeiert, und ich durfte mit vielen tollen Menschen zusammenarbeiten, bei denen ich mich herzlich bedanken möchte. Dasselbe gilt für unsere Teams und Partner. Der Vorstand hat auch in schwierigen Phasen an uns geglaubt, und ich denke, wir haben dieses Vertrauen immer wieder mit tollen Siegen und Meistertiteln gerechtfertigt.“

Hier seht ihr ein kurzes Video , dass ich mit dem geschätzten Herrn Ullrich ganz spontan während der FIA-Sportkonferenz beim ADAC in München vor zwei Jahren führte:


FE: Marquardt (BMW) & Gass (Audi): Die Stärken & Schwächen der Formel E

Jens Marquardt, BMW-Motorsportchef (c)Erich Hirsch

Der Saisonauftakt der Formel E in Hongkong hinterließ bei BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt und Audis DTM-Leiter Dieter Gass einen bleibenden Eindruck. Beide deutschen Hersteller Audi und BMW engagieren sich mittlerweile stärker in der Elektrorennserie. Die Ingolstädter steigen bekanntlich im kommenden Jahr als Werksteam bei ABT ein. Die Münchner eignen sich das Know-how beim US-Rennstall Andretti an und beabsichtigen, in zwei Jahren als Werksteam dabei zu sein.

Sowohl Marquardt als auch Gass beobachteten den Saisonstart der Formel E live vor Ort, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim hatten wir die Gelegenheit, beide Verantwortlichen nach ihren Eindrücken zu befragen und zu erfahren wie sie die Serie einschätzen. Außerdem haben wir Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger getroffen, um zu erfahren, was der mittlerweile 57-jährige Tiroler über die Formel E denkt.

Jens Marquardt (BMW-Motorsportdirektor)

„Der Auftakt in Hongkong war wirklich ein tolles Event. Die Szenerie war super – so mitten in der Stadt – und es gab einen tollen Zuspruch von den Leuten. Ich glaube, das Konzept, in der Stadt Elektromobilität emotional darzustellen, ist super aufgegangen und die Marke BMW i war ganz vorne mit dabei.“

Das Konzept der Formel E gefällt dem Münchener Hersteller, der seit Anfang an den Fuhrpark (BMW i8 und BMW i3) der Elektrorennserie stellt. „Wenn die Serie diesem Konzept treu bleibt, ist das ein sehr guter Weg, die Dimensionen, was Sportlichkeit und Motorsport in Richtung E-Mobilität angeht, weiter auszubauen und zu entwickeln. Es ist ganz, ganz wichtig, dass das Konzept in der Stadt bleibt, nämlich bei den Leuten. Das Format mit Musik und Experience-Area für die Leute muss mit allem drum und dran beibehalten werden“, attestiert Marquardt der Formel E ein gutes Zeugnis.

Der 49-Jährige schätzt das Umfeld der Formel E und will damit beim interessierten Publikum punkten. „Wir müssen den Leuten die E-Mobilität ans Herz legen und ihnen zeigen, wie toll, dynamisch und sportlich die E-Mobilität sein kann. Dafür ist die Formel E eine wirklich tolle Plattform.“

Dieter Gass, Audi (c)Audi

Dieter Gass (DTM-Leiter Audi)

Audis DTM-Leiter Gass, der zusammen mit dem ehemaligen WEC-Piloten Allan McNish das Geschehen in Hongkong genauer unter die Lupe nahm, zeigt sich hinsichtlich Marketingstrategie der Formel E angetan: „Die Vermarktung in der Formel E ist ausgezeichnet. Sie war schon in aller Munde, bevor das erste Rennen überhaupt gestartet war. Das war sicherlich ein guter Beginn.“

Allerdings ist sich Gass nicht so sicher, ob die positiven Effekte der Elektrorennserie hierzulande auf die DTM übertragen werden könnten. „Da die Konzepte und die Rennen so unterschiedlich zu anderen Serien sind, ist es ganz schwer, positive Effekte von der einen auf die andere Serie zu übertragen. Als purer Racer, das muss ich ehrlich sagen, tue ich mich noch ein bisschen schwer, da die Konzepte und die Rennen so unterschiedlich sind.“

Dennoch weiß auch Gass, dass es keine Alternative zur E-Mobilität gibt. „Ich sehe auch, die Begeisterung bei den Leuten und bei den Sponsoren ist extrem groß. Die Formel E und die E-Mobilität ist momentan ein Thema, das keinen kalt lässt. Stadtkurses sind geil und das können wir in der DTM in der Form nicht bieten. Wenn man die Sache ganz nüchtern betrachtet, kommt man relativ schnell darauf, dass einige Themen in der Formel E wirklich sehr, sehr gut sind.“

Doch der 53-Jährige gibt auch zu bedenken: „Ein Stadtrennen logistisch zu bewältigen, kostet einen Haufen Geld. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, alle anderen Serien können das nicht, und das ist fantastisch. Aber sie haben keinen Platz, um viele Tribünen für die Zuschauer aufzustellen. Das bedeutet, die Serie hat Probleme sich zu refinanzieren und sie kann kein Rahmenprogramm aufstellen. Es geht nicht einfach, einen Porsche-Carrera-Cup ins Rahmenprogramm zu stellen. Daher entstehen unter dem Tag große Lücken zwischen der einen und der nächsten Aktion auf der Strecke, selbst wenn es für die Arbeitenden dort sehr, sehr komprimiert ist. Das sind halt Themen, die sind nicht so einfach zu lösen.“


FE: Formel E erstmals im Zeichen der Vier Ringe

Formel ,ABT Schaeffler Audi Sport (c)Audi

Während sich die DTM-Mannschaft von Audi Sport auf ein spannendes Finale auf dem Hockenheimring vorbereitet, beginnt in Hongkong am Sonntag, 9. Oktober, die neue Saison der Formel E. Die Elektro-Rennwagen des Teams ABT Schaeffler Audi Sport starten in der chinesischen Metropole erstmals im Zeichen der Vier Ringe.

Auf dem Weg zu einem vollen Werksengagement nutzt Audi die Saison 2016/2017, um mehr über die erste rein elektrische Rennserie der Welt zu lernen und sich für die Saison 2017/2018 vorzubereiten. Der ehemalige Formel-1-Pilot und Le-Mans-Sieger Allan McNish hat bei Audi Sport in Neuburg kommissarisch die Koordination des Formel-E-Projekts übernommen und wird beim Saisonstart in Hongkong genauso vor Ort sein wie der stellvertretende Audi-Motorsportchef, Dieter Gass.

Das Team ABT Schaeffler Audi Sport hat sich intensiv auf die neue Formel-E-Saison vorbereitet und mit dem Elektro-Rennwagen ABT Schaeffler FE02 ausgiebig getestet. Nach dem Abschluss der offiziellen Testfahrten in Donington am 7. September standen vor allem Prüfstandversuche auf dem Programm. Die beiden Piloten des Teams, Daniel Abt und Lucas di Grassi, haben den knapp drei Kilometer langen Stadtkurs im Hafen von Hongkong im Simulator trainiert und den Ingenieuren des Teams wertvolle Informationen für die Abstimmung von Auto und Software geliefert.

„Ähnlich wie in der DTM sind die Formel-E-Rennwagen homologiert und dürfen während der Saison nicht verändert werden“, sagt Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Gleichzeitig kann an der Software, die das in der Formel E so wichtige Energiemanagement steuert, permanent weitergearbeitet werden. In diesem Bereich haben wir sehr viel Erfahrung aus der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, mit der wir das Team unterstützen können.“

Die Formel-E-Organisation hat die vier Elektro-Rennwagen des Teams bereits Mitte September verladen und per Flugzeug nach Hongkong gebracht. Am heutigen Donnerstagmorgen wurden sie an der Rennstrecke angeliefert und wieder übergeben. Insgesamt hat das Team rund acht Tonnen Material auf die Welttournee der Formel E geschickt.

Am Samstag, 8. Oktober, steht von 15 bis 15.30 Uhr ein kurzer Shakedown auf der Rennstrecke auf dem Programm. Am Sonntag, 9. Oktober, gibt es zwei Freie Trainings sowie ein in vier Gruppen aufgeteiltes Qualifying mit anschließendem „Super-Pole“-Einzelzeitfahren der schnellsten fünf. Das erste Rennen der neuen Formel-E-Saison startet um 16 Uhr (10 Uhr MESZ). Der Auftakt der dritten Formel-E-Saison wird weltweit in 120 Ländern im Fernsehen übertragen, in Deutschland sendet Eurosport live im Free-TV ab 09:30 Uhr.


DTM: Audi-Leiter Dieter Gass: ‚Wettbewerb in der DTM ist extrem hart‘

 

Dieter Gass, Audi (c)Audi

Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport über die Ziele für die am 7. und 8. Mai in Hockenheim beginnende DTM-Saison 2016 und die Änderungen, die es im vergangenen Winter gab.

Im vergangenen Jahr war der Audi RS 5 DTM mit zehn Siegen bei 18 Rennen das erfolgreichste Auto. Trotzdem reichte es in der Fahrer-, Hersteller- und Teamwertung jeweils nur zum zweiten Platz …

Dieter Gass: „Der Audi RS 5 DTM war ohne Zweifel das schnellste Auto. Dass wir trotzdem keinen Titel geholt haben, war deshalb besonders ärgerlich. Aufgrund unserer Erfolge bei den ersten Rennen hatten wir früh im Jahr sehr viel Gewicht in unseren Autos. Das war sicher ein Grund – aber nicht der einzige. Auf einigen Strecken haben wir einfach nicht das Maximum herausgeholt und zu oft Punkte liegenlassen. Wir haben im Winter intensiv daran gearbeitet, uns in diesen Bereichen zu verbessern.“

Wie konnten Sie das Auto weiter verbessern, obwohl die Technik per Reglement ‚eingefroren‘ ist?

Gass: „Natürlich waren keine großen Schritte möglich, also war Detailarbeit angesagt. Wir haben viel Zeit mit Analysen verbracht und sind zuversichtlich, dass wir die richtigen Maßnahmen ergriffen haben. Unser Ziel war es, viele Setup-Optionen zu entwickeln, um bei den unterschiedlichsten Bedingungen immer optimal vorbereitet zu sein. Das ist bei der extremen Leistungsdichte in der DTM ganz entscheidend. So haben wir im Winter zum Beispiel an der Tool Box gearbeitet, die unseren Teams zur Verfügung steht. Wir wollen 2016, unabhängig von den Performance-Gewichten, konstantere Ergebnisse liefern.“ weiterlesen


DTM: Audi-Leiter Dieter Gass: Tool-Box im Focus

Audi-DTM-Leiter Dieter Gass (c)Audi

Vergangene Woche waren alle drei Hersteller bei einem Test in Monteblanco im Einsatz. Audi-DTM-Leiter Dieter Gass zeigt sich zufrieden mit dem ersten Aufgalopp für die neue Saison. Wie der Audi-Verantwortliche die DTM-Testfahrten einschätzt und auf was sich die Fans von der neuen Saison erwarten dürfen, könnt ihr hier nachlesen.

Audi hat in Monteblanco besonders viele Testkilometer abgespult. Wie ist der Test aus Ihrer Sicht verlaufen?

Gass: „Es war ein sehr guter Test. Wir sind jede Menge Kilometer ohne größere Probleme gefahren. Wir hatten ein umfangreiches Testprogramm und haben unsere Hausaufgaben in Spanien so wie gewollt abgearbeitet.“

Wie geht es nun weiter?

Wir haben an den drei Tagen mit beiden Autos sehr viele Daten gesammelt, die wir nun in Neuburg zusammenführen und auswerten werden. Die Aufgabe ist, das Beste herauszulesen und für den ITR-Test in Hockenheim Anfang April an unsere Teams weiterzugeben. In Monteblanco haben wir intensiv an der ‚Tool Box‘ gearbeitet, die unseren Teams zur Verfügung steht. Es geht darum, dass wir die richtigen Setup-Optionen haben, um bei unterschiedlichen Bedingungen immer optimal vorbereitet zu sein. Das ist bei der extremen Leistungsdichte in der DTM ganz entscheidend.

Audi Sport hatte in Monteblanco mit Jamie Green und Mattias Ekström nur zwei Fahrer im Einsatz. Warum nur die beiden?

Um die bestmöglichen Testergebnisse zu erreichen, bevorzugen wir es, bei einem Entwicklungstest nur einen Fahrer pro Auto einzusetzen. Das hat sich auch dieses Mal bewährt. Jamie und Mattias haben gut durchgehalten. Allein am Mittwoch sind sie 200 bzw. 206 Runden gefahren. Ich weiß nicht, ob es so etwas in der DTM überhaupt schon einmal gegeben hat. Für mich ist das rekordverdächtig.

An zwei der drei Tagen hatte Mattias Ekström und damit Audi die Nase vorn, am Ende ging die Bestzeit des Tests an BMW-Pilot Timo Glock. Wie relevant sind die Rundenzeiten?

Natürlich sieht es schön aus, wenn man auf der Zeitenliste vorn steht. Aber wie immer sind die Rundenzeiten bei Testfahrten nicht wirklich aussagekräftig. Auch den neuen Mercedes-Benz kann man nach diesen drei Tagen noch nicht beurteilen. Wie in jedem Jahr werden wir erst beim ersten Zeittraining beim Saisonauftakt in Hockenheim wissen, wo wir stehen. Aber das macht die DTM ja so spannend.

Worauf dürfen sich die DTM-Fans denn freuen, wenn es am 7./8. Mai in Hockenheim losgeht?

Ich denke, sie werden wieder ein sehr ausgeglichenes Feld sehen. Es wird daran gearbeitet, dass es noch mehr Abwechslung und weniger Blockbildung innerhalb der Hersteller gibt. Dabei spielen natürlich die Performancegewichte eine Rolle. Aber auch das DRS (Drag Reduction System), das noch mehr als bisher zum Überholen genutzt werden und nicht dazu dienen soll, um hinter einem schnelleren Auto herfahren zu können.


DTM: Audi vor schwerer Aufgabe in Russland

Dieter Gass im Gespräch mit Jürgen Pippig, Audi (c)Erich Hirsch
Audi-Pilot Mattias Ekström will bei den DTM-Rennen in Moskau ganz oben auf das Podium: Mit einem Sieg auf dem Red Bull Ring hat der Schwede Ende Juli die Führung in der Meisterschaft übernommen. Nun steht das Russland-Gastspiel der DTM auf dem Programm.

Bei der Russland-Premiere der DTM auf dem Moscow Raceway komplettierte der Schwede in der Saison 2013 mit Platz zwei einen souveränen Audi-Doppelsieg. Auch im vergangenen Jahr stand Ekström in Moskau auf dem Podium: Vom elften Startplatz kämpfte er sich im Rennen auf Platz drei nach vorn. „Fehlt eigentlich nur noch ein Sieg“, meint der DTM-Tabellenführer – wohl wissend, dass das keine leichte Aufgabe wird: Denn die Audi RS 5 DTM sind nach den Erfolgen in Spielberg einmal mehr in dieser Saison die schwersten Autos im Feld.

Ekström rechnet sich für den 3,931 Kilometer langen Moscow Raceway trotz des hohen Gewichts Chancen aus. „Ich hatte schon in Spielberg das schwerste Auto im Feld und hätte dort eigentlich nicht gewinnen dürfen“, sagt er. „Wir müssen einfach wieder den besten Job machen, dann ist alles möglich. Jeder Punkt zählt. In diesem Jahr wird derjenige den Titel holen, der auch mit viel Gewicht noch gute Ergebnisse erzielt.“

„Das wird eine ganz harte Nuss“, glaubt Dieter Gass. Der Leiter DTM bei Audi Sport fehlte zuletzt in Spielberg krankheitsbedingt und kehrt in Russland an den Kommandostand zurück. „Wir haben auf dem Moscow Raceway schon gewonnen, im vergangenen Jahr aber auch ein ziemlich schwieriges Rennen erlebt. Unser Ziel ist ein weiterer Sieg.“ weiterlesen