WEC: Audi verabschiedet sich eindrucksvoll mit Doppelsieg aus der WEC

Di Grassi,Duval, Javis,Audi (c)Audi

Sag beim Abschied ganz laut Servus: Audi gelang beim letzten Einsatz seiner Le-Mans-Prototypen ein eindrucksvoller Doppelsieg in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC. Nach der Pole-Position im Qualifying fuhr der Diesel-Hybridsportwagen Audi R18 zu einem Start-Ziel-Sieg bei den 6 Stunden von Bahrain, zudem drehte Lucas di Grassi die schnellste Rennrunde. Damit hat Audi die Vize-Weltmeistertitel in der Marken- und der Fahrerwertung eingefahren.

Den WM-Fahrertitel sicherten sich das Porsche-Trio Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb. Die diesjährigen Le-Mans-Sieger kamen im Finale der WEC als Sechste ins Ziel und verteidigten damit ihre Führung in der Tabelle. „Le Mans und der WM-Titel – das war ein unglaubliches Jahr, das werde ich nie vergessen“, sagte Neel Jani. „Es gibt nichts Besseres, als beides in einer Saison zu gewinnen. Es war zwar mühsam nach Le Mans, aber wir haben es geschafft und das ist alles, was zählt“, freute sich der Schweizer über den Titelgewinn. Das Schwesternauto mit Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber kamen von Startplatz zwei aus mit dem Porsche 919 Hybrid als Dritte ins Ziel.

Audi Sport, seine sechs Piloten und das Audi Sport Team Joest gaben beim Saisonfinale noch einmal alles und waren die großen Gewinner. „Danke an die gesamte Mannschaft für eine tadellose Leistung. Einen schöneren Abschied kann man sich nicht wünschen“, lobte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Unsere Wettbewerber und die FIA WEC haben uns an diesem Rennwochenende mit vielen schönen Gesten einen sehr emotionalen Abschluss bereitet, und wir bedanken uns mit dem bestmöglichen sportlichen Ergebnis für so viele tolle Jahre Rennsport. Ein unvergessliches Wochenende!“

„Es ist ein schönes Gefühl, als Team die Saison mit einem goldenen Ergebnis abzuschließen“, sagte di Grassi. „Wir haben gezeigt, wie wir uns als Fahrermannschaft entwickelt haben, und es ist toll, zwei Mal in diesem Jahr gewonnen zu haben. Natürlich bin ich traurig, dass Audi und die meisten von uns die WEC verlassen, die so eine große Familie ist. Ich werde nicht nur die Rennen, sondern auch die Menschen vermissen. Ich kannte den Langstrecken-Rennsport noch nicht, als ich 2012 zum ersten Mal für Audi fuhr, aber ich habe ihn sehr zu lieben gelernt. Diese Autos und das Adrenalin der Langstreckenrennen werden mir fehlen“, fügte der Brasilianer hinzu.

Lucas di Grassi/Loïc Duval/Oliver Jarvis gingen vom Start weg in Führung. Gegen Ende des ersten Renndrittels holte das Schwesterauto mit der Nummer 7 von Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Tréluyer deutlich auf und setzte sich zeitweilig an die Spitze, fiel aber wegen Problemen mit einem Schlagschrauber beim Reifenwechsel wieder zurück. Die Nummer 8 ging erneut in Führung und wagte in Runde 104 als einzige Spitzenmannschaft einen Boxenstopp während einer Full-Course-Yellow-Phase. Der Schritt zahlte sich aus, und in Verbindung mit den guten Zeiten einschließlich der schnellsten Rennrunde von Lucas di Grassi verschaffte sich die Nummer 8 einen Vorteil. Auch ein nicht geplanter Stopp in Runde 149, bei dem das Team aufgesammelten Gummiabrieb aus verschiedenen Karosseriepartien entfernen musste, brachte das Trio nicht aus seinem Rhythmus.

So überquerten di Grassi/Duval/Jarvis die Ziellinie nach sechs Stunden mit 16 Sekunden Vorsprung. Damit gelang ihnen der zweite Saisonsieg nach den 6 Stunden von Spa im Mai, zudem erkämpften sie sich Tabellenplatz zwei zurück.

„Es bedeutet uns viel, die letzten Fahrer zu sein, die für Audi ein Rennen mit Le-Mans-Prototypen gewonnen haben“, jubelte Loic Duval. „Wir waren heute absolut wettbewerbsfähig. Als ich im Auto saß, fehlte uns ein bisschen Abtrieb, aber die Mechaniker haben die Karosserie gereinigt und dabei eine Plastiktüte entdeckt, die die Aerodynamik verschlechtert hat. Das ganze Team hat spitze gearbeitet. Es war ein sehr emotionales Wochenende. Meine Gefühle waren noch stärker als beim Titelgewinn 2013. Ich bin glücklich und stolz“, ergänzte der Franzose.

Ihre Teamkollegen Fässler/Lotterer/Tréluyer komplettierten den Doppelsieg und verhalfen Audi so zum besten Ergebnis in dieser Saison. Damit blickt Audi auf eine Sportwagen-Epoche mit einer makellosen Bilanz zurück: Seit 1999 haben die LMP-Rennwagen mit den Vier Ringen 107 von 187 Rennen in Amerika, Europa, Asien und Australien gewonnen. Auch in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC seit 2012 steht Audi für Bestleistungen: 16 Mal standen die Sportwagen der Marke auf der Pole-Position und sie gewannen 17 von 41 Rennen. 23 schnellste Rennrunden komplettieren diese Bilanz. Kein anderer Hersteller war auch nur in einer dieser Kategorien erfolgreicher. Hinzu kommen zwei Fahrer- und zwei Marken-Weltmeistertitel für Audi.

„Wir hatten uns heute in Bahrain das Maximum vorgenommen, und genau das haben wir auch erreicht“, sagte Stefan Dreyer, Leiter LMP von Audi Sport. „Ein riesiges Dankeschön an diese Spitzenmannschaft, an das Audi Sport Team Joest, an unsere Fahrer und an alle, die dies hinter den Kulissen in Neuburg, Neckarsulm und Ingolstadt ermöglicht haben. So emotional und berührend dieser Abschied auch erscheinen mag, so sehr freuen wir uns doch auch über diese sportliche Spitzenleistung mit dem Doppelsieg und den beiden Vize-Weltmeistertiteln. Einen herzlichen Glückwunsch an alle.“

Ergebnis 6h Bahrein:

  • Di Grassi/Duval/Jarvis (Audi R18) 201 Runden
  • 2. Fässler/Lotterer/Tréluyer (Audi R18) +16,419 Sek.
  • 3. Bernhard/Hartley/Webber (Porsche) +1.17,001 Min.
  • 4. Buemi/Davidson/Nakajima (Toyota) –1 Rd.
  • 5. Conway/Kobayashi/Sarrazin (Toyota) –1 Rd.
  • 6. Dumas/Jani/Lieb (Porsche) –3 Rd.
  • 7. Imperatori/Kraihamer/Tuscher (Rebellion) –10 Rd.
  • 8. Kaffer/Trummer/Webb (CLM P1/01) –14 Rd.
  • 9. Brundle/Rast/Rusinov (Oreca-Nissan) –17 Rd.
  • 10. Albuquerque/Gonzalez/Senna (Ligier-Nissan) –17 Rd.

 

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