FE: Mahindra rast knapp am Sieg vorbei

nick-heidfeld-in-marrakesch (c)Mahindra
Der indische Rennstall Mahindra Racing raste beim Marrakesch ePrix haarscharf am Sieg vorbei. Lediglich sechs Runden fehlten Felix Rosenqvist für die große Sensation. Am Ende feierte Rookie Rosenqvist Platz drei wie einen Sieg. Es war die bereits zweite Podiumsplatzierung von Mahindra in dieser noch jungen Saison.

Teamkollege Nick Heidfeld eroberte mit Platz zehn wichtige Punkte für die Meisterschaft. In der Teammeisterschaft schloss der indische Rennstall zum Zweitplatzierten Abt-Team nach Punkten auf.

Dank eines etwas besseren Energiemanagements fing Titelverteidiger Sebastien Buemi (edams-Renault) den jungen Mahindra-Piloten noch ab, der 27 Runden lang in beeindruckender Manier den ersten ePrix auf dem afrikanischen Kontinent anführte. Virgin-Pilot Sam Bird hatte gegen Rennende ebenfalls noch mehr Energiespeicher zur Verfügung, die den Briten vorbei an Rosenqvist auf Platz zwei spülte.

felix-rosenqvist(c)Mahindra

Doch der Shootingstar des Marrakesch-ePrix war zweifellos Rosenqvist. Der 25-Jährige brannte in seinem erst zweiten Auftritt in der Formel E die schnellste Qualifying-Runde beim Superpole in den Asphalt des längsten Straßenkurses der Formel E, die ihm selbst nicht geheuer war. „Ich war noch ein wenig geschockt, dass wir die Pole in meinem erst zweiten Formel-E-Wochenende erobern konnten“, staunte Rosenqvist Bauklötze. „Wenn mir vor dem Rennen jemand gesagt hätte, ich starte das Rennen von der Pole und fahre auf Platz drei, hätte ich das auf der Stelle unterschrieben“, ergänzte der Schwede. Mahindra feierte mit Rosenqvist die erste Pole-Position in der Formel E überhaupt.

Von der Pole-Position aus dominierte Rosenqvist das Rennen in einer souveränen Art und Weise, dass es selbst Buemi & Co schwindlig wurde. Zeitweise betrug der Vorsprung des Mahindra-Piloten über vier Sekunden. Alles hatte der Rookie unter Kontrolle. Der neu entwickelte M3Electro-Antriebsstrang lief wie am Schnürchen, für Mahindra hat sich die harte Arbeit an dem neuen Antriebsstrang schon jetzt bezahlt gemacht.

Rosenqvist kam nach 16 von 33 Runden zum obligatorischen Boxenstopp, der reibungslos über die Bühne ging. Buemi blieb eine Runde länger draußen, der entscheidende Moment des Rennens. Denn gegen Rennende verblieb dem edams-Piloten rund acht Prozent mehr Restenergie, um den davoneilenden Rosenqvist doch noch abzufangen. Buemi konnte dank FanBoost auf den Sensationsmann aus Schweden aufschließen und mit Hilfe des Energieüberschüsses die Führung übernehmen.

Rosenqvist:

„Wenn ich zurückblicke, wie gut der Tag in Marrakesch begann, die Pole zu erobern, das war wirklich schon etwas Unerwartetess“, resümierte Rosenqvist nach dem Rennen. „Wir wussten, wir haben eine gute Pace und das Team hat besonders für das Qualifying ein hervorragendes Paket geschnürt“, so der Schwede. „Die Kommunikation mit Andres (Anmerkung: Renningenieur Castillo) am Funk war ausgezeichnet. Das Team hat mich die ganze Zeit unterstützt und ich glaube, wir haben dem Rennen unseren Stempel so gut es ging aufgedrückt. Der erste Stint war fantastisch, im zweiten Stint gab es ein paar verschiedene Dinge, die uns hinderten, weiter konkurrenzfähig zu sein. Insgesamt können wir aber alle stolz sein. Nick erzielte einen Podiumsplatz in Hongkong, ich die schnellste Rennrunde, hier kam die Pole und ein Podiumsplatz hinzu. Wenn ich nächstes Jahr auf die weiteren Straßenkurse zurückkehre, bin ich sehr zuversichtlich“, fügte Rosenqvist hinzu.

Heidfeld:

Nicht ganz so rund lief es für Teamkollege Nick Heidfeld, der von Platz elf ins Rennen ging. Gleich am Start gab es einige Rempler, die den Boliden des erfahrenen Deutschen entscheidend behinderten. Immerhin konnte Heidfeld noch einige Überholmanöver erfolgreich starten, am Ende gab es mit Rang neun zwei Meisterschaftspunkte. „Für mich war es ein sehr schwieriges Rennen, besonders im ersten Stint“, sagte Heidfeld. „Am Start gab es bereits ein wenig Lackaustausch, die Balance des Autos war danach ziemlich schlecht. Einer der Fahrer hat sich nachher entschuldigt, das habe ich wirklich sehr geschätzt. Ich habe einen ziemlich langen zweiten Stint gehabt im Vergleich mit den anderen Piloten, daher war es sehr schwierig, weitere Plätze gutzumachen. Die Pace war jedenfalls da. Ich konnte hier in Marrakesch einige Punkte mitnehmen. Es ist aber vielversprechend, dass Mahindra bereits zwei Podiumsplätze auf dem Konto hat. Mit der ersten Pole von Felix haben wir uns auf Platz zwei der Teammeisterschaft vorgearbeitet, das ist fantastisch. Wir wollen aber noch besser werden“, ergänzte der Mönchengladbacher.

Sichtlich zufrieden resümierte Teamchef Dilbagh Gill das Abschneiden seiner Schützlinge. „Es war ein großartiger Tag für Mahindra Racing. Es ist sehr zufriedenstellend, einen weiteren Siegfahrer in unseren Reihen zu haben. Felix’ Pole war sehr beeindruckend in seinem erst zweiten Formel-E-Event und zeigt eindrucksvoll, wieviel Arbeit wir in den neuen M3Electro gesteckt haben. Für Nick war es schade, dass er zu Beginn im Getümmel feststeckte, aber er hat mit einem starken Finish wichtige Punkte für das Team gesammelt. Das ist der stärkste Start, den wir je in der Formel E hatten und wir können es gar nicht abwarten, nach Argentinien zu kommen“, sagte Gill.

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