Formel E: Vorschau auf Marrakesch ePrix

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Auf zu neuen Ufern. Der Marrakesch ePrix steht vor der Tür. Zum ersten Mal wird ein Formel-E-Rennen auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. Marrakesch, dass auch die ‚Perle des Südens’ oder die ‚Rote Stadt’ genannt wird, liegt im Süd Osten von Marokko und zählt knapp 1 Millionen Einwohner.

Die Stadt:

Marrakesch ist eine Stadt mit langer Geschichte, deren Wurzeln bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, gleichzeitig aber auch ein zukunftsorientierter und lebendiger Ort. Die Ausrichtung des Klimagipfels COP22 ist ein starkes Signal dafür. In den vergangenen Jahren war Marrakesch bereits Austragungsort für diverse Tourenwagen-Rennen und ist seit 2009 regelmäßiger Gastgeber für FIA Meisterschaften in Afrika. Der FIA WTCC Lauf 2009 war das erste große Motorsport-Event in Marokko seit dem Grand Prix 1958 in Casablanca. Das zukunftsweisende, vollelektronische Konzept der Formel E trifft in Marrakesch auf eine verblüffende kulturelle Mischung aus historischer Architektur und geschichtsträchtiger Kulisse. Nach Asien, Europa, Nord- und Südamerika folgt in Afrika nun der fünfte Kontinent, auf dem ein Formel E Rennen ausgetragen wird.

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Die Strecke:
Das Rennen in Marokko wird auf demselben Streckenverlauf ausgetragen, der in diesem Jahr bereits im Rahmen der FIA WTCC zu sehen war. Der nicht-öffentliche Teil der Strecke wurde von Hermann Tilke (DE) entworfen. Es ist der erste Kurs dieser Art, auf dem ein Formel E Event stattfindet. Mit drei schnellen Geraden und einer schnellen Rechtskurve direkt nach der ersten engen Kurve ist die Strecke deutlich schneller als die meisten anderen Kurse im Rennkalender. Zudem handelt es sich mit 2,97 Kilometern Gesamtlänge um den längsten Kurs der Saison. Der Circuit International Automobile Moulay El Hassan besitzt zwölf Kurven. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Das Streckenlayout umfasst quasi jede Art von Kurve, das verspricht viel Action auf der Strecke und zahlreiche Überholmöglichkeiten.

Das erste Afrika-Gastspiel der Formel E hat sogar noch eine größere Bedeutung, da die Elektrorennserie offizieller Partner der COP22 sind. Die 22. Ausgabe der Conference of Parties to the United Nations Framework Convention on Climate Change (COP) begann gestern in Marrakesch und läuft noch bis 18. November. Die politische Zusammenkunft baut auf der bahnbrechenden Pariser Klimakonferenz aus dem Vorjahr auf (COP21) und soll die Weichen für eine grünere Zukunft stellen. US-Präsident Barack Obama und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sind aktuell beim Klimagipfel vor Ort. Ob sie das Formel-E-Rennen besuchen, ist nicht bekannt.

Einer der Favoriten beim Marrakesch ePrix dürfte Virgin-Neuling Jose Maria Lopez sein. „Ich bin schon in den letzten drei Jahren mit der WTCC in Marrakesch gefahren. Wie auf allen Stadtkursen wird es ein anspruchsvolles Rennen. Ich bin an große Tourenwagen gewöhnt, mit dem Formel-E-Auto dürfte sich die Strecke also deutlich breiter anfühlen.“

Mit Ausnahme von DS-Virgin-Pilot Jose Maria Lopez betreten alle Piloten Neuland in Marokko. Kleiner Vorteil für den Argentinier, der die Besonderheiten des Kurses aus dem Effeff kennt.

Als Sieganwärter zählen die üblichen Verdächtigen wie Sebastian Buemi, der den Saisonauftakt in Hongkong gewann, Lucas di Grassi (Abt Schaeffler Audi Sport), aber auch die beiden Virgin-Piloten Lopez und Sam Bird zählen zum erweiterten Kreis. Auch Nelson Piquet jr, der das erste Qualifying der neuen Saison für sich entschied, könnte mit einer ähnlich guten Leistung die Favoriten ärgern.

Aus deutscher Sicht können zumindest Nick Heidfeld (Mahindra) und Maro Engel (Venturi) zuversichtlich nach Afrika reisen, denn sowohl Heidfeld (Platz Drei) als auch Engel (Platz Neun) konnten in Hongkong voll überzeugen. „Der Kurs ist teilweise eine permanente Rennstrecke, trotzdem gibt es zahlreiche enge Mauern wie auf allen Stadtkursen. Die Chance auf eine Full-Course-Yellow-Phase oder das Safety-Car ist groß“, so Heidfeld. „Das Layout verspricht eine Menge Lift-and-Coast, das Energiemanagement wird ein großes Thema werden. Dies wird mein erstes Rennen in Afrika, daher freue ich mich darauf.“
Lediglich Daniel Abt konnte nach seinem Ausfall keine Punkte aus Asien mitnehmen und wird umso mehr alles daransetzen, in Marrakesch Boden gutzumachen.

Den zweiten Saisonlauf zeigt Eurosport im Free-TV live ab 16:45 Uhr. Moderator Oliver Sittler bekommt Unterstützung von Experte Jan Seyffahrt.

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