FE: Berliner Lokalpolitiker üben scharfe Kritik an Formel-E-Rennen

Zuschauer feiern Sieger Buemi in Berlin (c)EHirsch

Die Formel E gastiert bei ihrem einzigen deutschen Gastspiel bekanntlich am 10. Juni 2017 in Berlin. Die Bundeshauptstadt gilt allgemein als tolerante, weltoffene Stadt, doch beim Thema Elektrorennen in Berlin-Mitte verstehen gewisse Berliner Lokalpolitiker keinen Spass. Sie üben wie schon im Mai dieses Jahres heftige Kritik an dem Großereignis und versuchen dieses zu verhindern. „Das Rennen ist eine nicht zumutbare Belastung für Anwohner und Pendler“, wird Boris Velter, Kreisvorsitzender der SPD in Mitte, von der ‚Berliner Morgenpost’ zitiert. „Wir waren sehr unglücklich über die Entscheidung des Senats das Autorennen im Mai gegen den Willen des Bezirks und der Parteigliederung vor Ort auf der Karl-Marx-Allee durchführen zu lassen. Hier leben tausende Bürgerinnen und Bürger, deren Lebensqualität über Wochen massiv eingeschränkt wird. Noch dazu verursachen die Sperrungen ein gewaltiges Verkehrschaos mitten in der Innenstadt“, poltert der Lokalpolitiker weiter.

Von der CDU kommt ebenfalls Kritik. Carsten Spallek, Stadtrat aus der Abteilung Stadtentwicklung, Wirtschaft, Bauen und Ordnung in Mitte: „Straßenrennen sind bei enger Auslegung der Straßenverkehrsordnung nicht zulässig. Diesbezüglich haben wir schon im Mai eine negative Stellungnahme abgegeben.“ Von den Grünen macht Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, ihren Unmut via Twitter Luft. „Ich gehe davon aus, dass der abgewählte Senat dem Antrag nicht schnell zustimmt! #Xhain ist nach wie vor dagegen!!!!.“

Um die heftige Kritik zu entschärfen, hat Geschäftsführer Ulrich Weingärtner von der Agentur Gil und Weingärtner, die den Berliner ePrix für die FIA organisieren, bereits angekündigt, einige Anpassungen durchzuführen. So sollen die Auf- und Abbauzeiten des temporären Stadtkurses verkürzt werden und die Zuschauer dieses Mal näher an die Rennstrecke herankommen. „Außerdem verzichten wir dieses Mal auf die Verhängung der Strecke. Die vorbeilaufenden Passanten können so das Rennen auch ohne Ticketkauf verfolgen“, sagt Weingärtner. Der Geschäftsführer hat diese Woche im Namen der FIA beim Berliner Senat die Anträge für die Durchführung des Rennens im Juni 2017 gestellt.

Übrigens hat die Formel E die Nutzungsgebühren der Berliner Straßen im vergangenen Mai in voller Höhe beglichen, der Senat pochte auf die kompletten Unkosten: 200.000 Euro gingen an den Bezirk Mitte, 140.000 an Friedrichshain-Kreuzberg inklusive neuen Aspahltbelag für die teilweise maroden Strassen.

Bei den Formel-E-Fans kam der Berliner e-Prix im Mai dieses Jahres jedenfalls gut an. 14.000 Besucher erlebten den Sieg des amtierenden Champions Sebastien Buemi. Ich war selbst beim Rennen in Berlin vor Ort und konnte kein Verkehrschaos, geschweige denn Lärmbelästigung feststellen. Im Gegenteil, alles war perfekt durchorganisiert und viele Anwohner feierten ausgelassen die Elektrorennserie auf den Balkonen mit Kind, Hund und Kegel.

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