FE: Vorschau zur neuen Formel-E-Saison, Saisonstart in Hongkong

FIA Formula E, 08 Berlin (c)FIAformulaE

Das Warten hat endlich ein Ende. Die Formel E startet am Sonntag (9. Oktober) mit dem Hongkong ePrix in die neue Saison. Vieles ist Neu in der dritten Saison der Elektrorennserie, die sich in kürzer Zeit so positiv entwickelt hat. Die Saison bietet alles, was den Motorsport ausmacht. Es gibt neue Teams, neue Fahrergesichter in der Boxengasse, darunter drei deutsche Fahrer und ein wenig neue technische Anpassungen. Unverändert ist der FanBoost, ein Alleinstellungsmerkmal der Serie. Nach wie vor können die Formel-E-Fans über die Social Media-Plattformen Twitter und Instagram, der offiziellen Formel-E-Webseite und der Formel-E-App auf iOS- und Android-Smartphones bzw. Tablets ihr Voting für ihren Lieblingspiloten abgegeben, um ihm im Rennen einen kleinen Zusatzschub zu spendieren.

In Deutschland überträgt Eurosport alle Rennen live. Die Sendung startet am Sonntag, 9. Oktober, um 09:30 Uhr. Am Mikrophon sitzt wie schon in der letzten Saison Oliver Sittler. Auf dem kostenpflichtigen Eurosport-Player sind auch alle Trainingssitzungen und das Qualifying in voller Länge zu sehen.

Der Startschuss in die neue Saison erfolgt auch dieses Jahr in China. Diesmal ist allerdings nicht Peking Gastgeber der Formel E, sondern die Sonderverwaltungszone Hongkong. Die Sieben-Millionen-Metropole ist eine von fünf neuen, fantastischen Metropolen, die die Formel E in ihrem Rennkalender 2016/2017 aufgenommen hat.

hongkong-eprix-circuit (c)Mahindra

Für alle Teams und Fahrer ist die Strecke in Hongkong Neuland, daher werden die Karten für alle neu gemischt. Der Kurs ist 2 Kilometer lang und umfasst zehn Kurven, wovon es zwei ganz enge Haarnadelkurven gibt, die zum Überholen einladen. Die eine Möglichkeit befindet sich in der Lung Wo Road, die zweite beim Star Ferry Pier. Die Strecke verläuft am zentralen Hafengelände von Hongkong, in der Central Harbourfront, vorbei an den Sehenswürdigkeiten Central Star Ferry Pier und der City Hall, eingerahmt von atemberaubenden größeren und mittleren Wolkenkratzern. Ein weitere vielversprechende Überholmöglichkeit bietet sich für die 20 Piloten auf der 555 Meter lange Geraden.

Terminkalender:

Der Rennterminkalender hat sich gegenüber den ersten beiden Jahren sehr verändert. Peking, Putrajaya, Punta del Este, Long Beach, Moskau und London sind aus dem begehrten Terminkalender rausgeflogen, dafür kommen mit Hongkong, Marrakesch, Brüssel, New York und Montreal fünf neue Locations hinzu. Monaco erscheint nach einjähriger Abstinenz ebenfalls wieder im Formel-E-Rennkalender. Der einzige deutsche ePrix findet wieder in der Bundeshauptstadt Berlin statt, Termin dafür ist der 10. Juni 2017. Die Meisterschaft 2016/17 wird demnach aus zwölf Saisonläufen in zehn verschiedenen Städten bestehen. Das große Saisonfinale geht mit einem Doppelrennen in Montreal über die Bühne, auch in New York werden Buemi & Co ein Doppelrennen bestreiten.

Teams und Piloten:

Die Formel E tritt diese Saison mit 20 Piloten an. In der Vorsaison gingen 18 Piloten an den Start, nachdem das Trulli –Team aus der Serie ausschied.

Daniel Abt (ABT Schaeffler Audi Sport) und Nick Heidfeld (Mahindra) sind altbekannte in der Elektrorennserie, neu hinzugestoßen ist Maro Engel im Team Venturi. Der 31-Jährige feiert seine Formel-E-Premiere in Hongkong und fiebert seinem ersten Auftritt heftig entgegen. „Ich freue mich, dass es endlich losgeht“, sagt Engel. „Wir werden alles geben, um vorne reinzufahren“, so der Rookie.

Vorne reinfahren heißt auch das Stichwort der beiden neuen Teams in der Formel E, Jaguar und Techeetah. Die ‚Raubkatze’ feiert nach 12-jähriger Motorsportabstinenz ein spektakuläres Comeback und geht mit dem Neuseeländer Mitch Evans und dem Briten Adam Carroll an den Start. Jaguar ist viel zuzutrauen, steht doch Williams Advanced Engineering (WAE) als technischer Partner zur Seite. WAE ist der Batterien-Serienausrüster und unterstützt mit viel Know-How zu Jaguar.

Techeetah ist das neugegründete Team aus China und übernahm den Slot des mittlerweile aufgelösten Aguri-Teams. Jean-Eric Vergne und Qinghua Ma sind die Fahrer von Techeetah, die als einziges Team den Renault-Antrieb nutzen. Bisher keine schlechte Entscheidung, denn bei den offiziellen Testfahrten der Formel E in Donington war Vergne im vorderen Spitzenfeld zu finden. Der Franzose verließ nach nur einem Jahr DS Virgin, wo er eine enttäuschende Saison hinlegte. Im Premierenjahr der Formel E stieg der 26-jährige im Laufe der Saison beim US-Rennstall Andretti ein.

Beim Andretti-Team von Teamchef Michael Andretti heuerte Antonio Felix da Costa an, der nach der Auflösung von Aguri zum US-Rennstall wechselte und neuer Teamkollege des bisherigen Stammpiloten Robin Frijns wird. Felix da Costa löst Simona de Silvestro ab, die kein Cockpit mehr in der Formel E fand und ihr Glück jetzt in der australischen Supersportserie sucht. Felix da Costa und Frijns, zwei junge und hungrige Piloten, bilden ein extrem starkes Fahrerduo. Zudem hilft BMW dem Andretti-Team auf technischer Basis.

Der dreifache Welt-Tourenwagenchampion ‚Pechito’ Lopez aus Argentinien ersetzt bei DS Virgin Vergne und wird gemeinsam mit Sam Bird versuchen, nach dem Titel zu greifen. Noch ein neues Gesicht taucht in der Boxengasse auf, Felix Rosenqvist, der neuer Teamkollege von Heidfeld bei Mahindra wird. Der Schwede löst Bruno Senna im indischen Team ab.

Vier Teams gehen mit gewohnten Stammpersonal an den Start. Das e. dams-Renault-Team um Champion Buemi und Prost wollen sowohl Fahrer- als auch Teammeisterschaft verteidigen. Das will das einzige deutsche Team ABT Schaeffler Audi Sport verhindern, Daniel Abt und Lucas di Grassi antreten. Neu ist im Team aus Kempten der Support von Audi. Ab Saison vier steigen dann die Ingolstädter als Werksteam bei ABT ein. Nach der knapp verpassten Meisterschaft in der Vorsaison wird di Grassi alles daransetzen, seinen ersten Formel-E-Titel einzufahren.

Keine Veränderung im Stammpersonal gibt es ebenfalls bei den Teams Faraday Dragon Racing mit Jerome d’Ambrosio und Loic Duval und NextEV mit Ex-Champion Nelson Piquet jr und Oliver Turvey.

Technische Anpassung:

Größte optische Veränderung der Formel-E-Autos ist der Frontflügel, der mit einer Art ‚Doppeldecker-Nase’ ausstaffiert wurde. Diese Frontnase bringt zwar keinen aerodynamischen Vorteil, sondern dient lediglich einer ästhetischen Schönheitsoperation. Das Gesamtgewicht der Formel E-Boliden (Auto plus Fahrer) erfährt eine leichte Anpassung. 880 kg sind ab der neuen Saison erlaubt-acht Kilo weniger als in der Vorsaison. Dagegen erhöht sich das erlaubte Batteriegewicht von 200 Kg auf 230 Kg, um der Steigerung der Rückgewinnungsenergie der Bremsen (Rekuperation) gerecht zu werden.

Reifen-Serienausstatter Michelin kommt mit neuen Pneus an die Strecke. Das schwarze Gold soll noch mehr Grip aufbauen als die bisherigen Reifen und sorgt für schnellere Betriebstemperatur. E.dams-Renault wird es seinen französischen Landsleuten danken, denn beim Paris-Gastspiel hatten beide edams-Piloten Sebastien Buemi und Nicolas Prost gehörige Probleme mit dem Arbeitsfenster der französischen Reifen.

Die Teams sind für Saison 3 noch enger zusammengerückt, es spricht viel für actiongeladenes Racing. Es wird eine spannende Saison mit aufregenden Locations und hoffentlich geilen Rennen.
Im Vorprogramm der Formel E kommt erstmals die neue Serie Roborace zum Einsatz, allerdings vorerst als Demolauf. Die fahrerlose Serie sorgte im Vorfeld für viel Aufsehen und die Fans dürfen gespannt sein, was die heutige Technik alles ermöglicht.

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