WEC: Porsche gewinnt das WEC-Debüt in Mexiko

Porsche Sieg in Mexico(c)Porsche

Die amtierenden Langstrecken-Weltmeister Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber haben das packende Sechsstundenrennen in Mexiko-Stadt gewonnen. Zweiter wurde das Audi-Duo Marcel Fässler uns Andre Lotterer. Platz drei ging an Toyota mit Mike Conway, Kamui Kobayashi und Stephane Sarrazin.

Durch den Sieg des 919 Hybrid beim fünften von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC baut Porsche die Tabellenführung in der Herstellerwertung weiter aus. Das Porsche-Trio Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb kam am Samstag auf Platz vier ins Ziel und vergrößerte seinen Vorsprung in der Fahrer-WM.

Sieger Bernhard: „Besser kann ein Sportwagen-Rennen kaum sein! Als dritter Fahrer fuhr ich auf meinem Stint einen guten Vorsprung auf den Nummer-8-Audi heraus. Bei meinem zweiten Einsatz im letzten Renndrittel bis zum Ziel entpuppten sich vor allem die letzten 20 Minuten bei wieder einsetzendem Regen als sehr schwierig. Im dritten Sektor war es plötzlich nasser als in der Runde zuvor, da ist mir noch ein kleiner Fehler unterlaufen – aber glücklicherweise bin ich nirgendwo angeschlagen und konnte weiterfahren. Wie das Team den 919 Hybrid für diese speziellen Bedingungen auf einer neuen Strecke und in der Höhenluft vorbereitet hat, war wirklich sehr gut.“

Die Premiere der WEC in Mexiko-Stadt verlief mehr als abwechslungsreich. Audi lieferte sich mit Porsche wie schon am Nürburgring einen engen Kampf um den Sieg. Beste Chancen hatte in der ersten Rennhälfte der Audi R18 Nummer 8. Die Pole-Setter Lucas di Grassi übernahm früh die Führung von Teamkollege André Lotterer und übergab auf Platz eins liegend an Loic Duval. Der Franzose behauptete sich ebenfalls in der Spitzengruppe. Als Oliver Jarvis den Audi übernahm, trat in seiner ersten Runde ein technischer Defekt auf: Das linke vordere Radlager versagte, der Brite hatte beim Anbremsen der nächsten Kurve keine Chance und fuhr in einen Reifenstapel. Die anschließenden Reparaturen kosteten der Mannschaft mehr als 30 Minuten.

Besser lief es bei Porsche. Hartley startete von Platz vier, überholte seinen Teamkollegen Marc Lieb in der ersten Kurve und setzte sich hinter die beiden Audi. Hartley zog während einer „Full-Course-Yellow“-Phase einen Boxenstopp vor und übergab an Mark Webber, der mit frischen Reifen an zweiter Position weiterfuhr. Kurz nach dem Restart nutzte der Australier eine Chance, um an Lucas Di Grassi (Audi) vorbei in Führung zu gehen. Es entwickelte sich eine Hetzjagd, in der Webber bis eine Runde vor seinem Boxenstopp die Nase vorn behielt. Der Australier kam nach 74 Umläufen direkt hinter Di Grassi zum Fahrerwechsel. Das Porsche Team arbeitete schneller und Bernhard kehrte als Führender auf die Strecke zurück.

Nach 110 Runden hatte sich der Deutsche einen Vorsprung von über zehn Sekunden erarbeitet. Zuvor nutzte das Team die nächste Full-Course-Yellow-Phase, um beide 919 Hybrid an die Box zu holen – allerdings herrschte kurzfristig Unentschlossenheit, ob der Stopp sofort oder einen Umlauf später erledigt werden soll. Darum fuhr Bernhard weiter, obwohl er bereits die weiße Linie der Boxenanfahrt passiert hatte – Hartley musste deshalb eine Stop-and-Go-Strafe antreten und verlor vorübergehend die Führung an Duval im Audi. Doch der Neuseeländer rang den Franzosen bei der Durchfahrt des Baseball-Stadions nieder und übernahm wieder die Spitze.

Audi hatte sich bei einsetzendem Regen für Intermediate-Reifen auf beiden Rennwagen entschieden. Die Wahl war für den Schauer perfekt, wie Lotterer bewies. Der Deutsche kämpfte sich in dieser Phase wieder bis an die Spitze nach vorn. Eine bemerkenswerte Leistung, denn die Nummer 7 war zuvor bis auf den fünften Rang zurückgefallen. Trotz korrekter Kalkulationen und fehlerfreier Boxenstoppansagen war der Rennwagen mit Fässler am Steuer in der Boxengasse ohne Kraftstoff stehen geblieben. Das Team musste das Auto an seine korrekte Position schieben und verlor viel Zeit. Während Lotterer in der Schlussphase um den Sieg kämpfte, kostete ihn ein Systemdefekt in der Bremsanlage weitere Zeit. So musste sich die Mannschaft nach sechs Rennstunden schließlich mit der zweiten Position begnügen. Für Fässler und Lotterer war es das bislang beste Saisonergebnis.

Lotterer: „Mexiko war ein ereignisreiches Rennen – leider! Der Start war gut. Dann ließen die Reifen deutlich nach und wir haben uns für einen vorgezogenen Boxenstopp entschieden. Das kostete uns viel Zeit, weil die anderen Teams später in einer Full-Course-Yellow-Phase stoppen konnten. Doch im Regen ging es plötzlich wieder deutlich vorwärts. Ich kam immer näher an den führenden Porsche heran, als sich ein Problem mit unserem elektronischen Bremssystem ergab. Platz zwei fühlt sich nicht so schön an, wenn man weiß, dass ein Sieg grundsätzlich möglich gewesen wäre.“

Ergebnis:

  • 1. Bernhard/Hartley/Webber (Porsche) 230 Runden
  • 2. Fässler/Lotterer (Audi R18) +1.01,442 Min.
  • 3. Conway/Kobayashi/Sarrazin (Toyota) +1.09,709 Min.
  • 4. Dumas/Jani/Lieb (Porsche) +1.30,004 Min.
  • 5. Imperatori/Kraihamer/Tuscher (Rebellion) –12 Rd.
  • 6. Albuquerque/Gonzalez/Senna (Ligier-Nissan) –20 Rd.
  • 7. Lapierre/Menezes/Richelmi (Alpine-Nissan) –20 Rd.
  • 8. Cumming/Dalziel/Derani (Ligier-Nissan) –23 Rd.
  • 9. Kane/Leventis/Williamson (Gibson-Nissan) –23 Rd.
  • 10. Diaz/Gonzalez/Junqueira (Gibson-Nissan) –23 Rd.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: