FE: Showdown in London: Di Grassi oder Buemi?

Pressekonferenz Berlin Abt(c)EHirsch
Die Formel E lässt am Wochenende seine zweite Saison mit zwei Rennen in London ausklingen. Der Kurs im Battersea Park, der sich auf der Südseite der Themse gegenüber dem Stadtteil Chelsea befindet, steht zum letzten Mal der Formel E zur Verfügung. Aktivisten haben für eine Verlegung des Saisonfinales in eine andere Gegend der britischen Hauptstadt demonstriert und scheuten auch den Gerichtsweg nicht. In letzter Sekunde lenkten die Organisatoren der Formel E ein mit der Folge, dass sich die Elektrorennserie zukünftig aus dem Battersea Park zurückzieht, alle Folgeschäden beseitigt und einen nicht unerheblichen finanziellen Beitrag an die Parkverwaltung leistet.

Der 2,925 Kilometer lange und mit 17 Kurven gespickte Kurs wurde von dem britischen Architekten Simon Gibbons entworfen und wird 33 Runden lang entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren. Die engen Parkwege bieten wenig Überholmöglichkeiten, wie die Vorjahresrennen eindrucksvoll zeigten. Der Kurs ist zudem sehr wellig, das Auto liegt sehr unruhig auf der Strecke. Das Qualifying nimmt also entscheidenden Einfluss auf die Rennergebnisse. Sollte noch der englische Regen hinzukommen, erhöht sich der Spannungseffekt.

Lucas di Grassi (ABT Schaeffler Audi Sport) gegen Sebastien Buemi (e.dams-Renault) lautet das heiß erwartete Duell um die Krone in der Elektrorennserie. Nach seinem Sieg vor sechs Wochen in Berlin hat Buemi ein winziges Pünktchen Rückstand auf den Führenden di Grassi. Im Vorjahr spielten an gleicher Stelle beide Akteure eine Hauptrolle im Kampf um den Premierentitel, den sich letztendlich Nelson Piquet jr (NextEV TCR) holte. Mit nur einem Punkt Vorsprung auf Buemi gewann der Brasilianer den vielumjubelten Titel. Buemi gewann zwar das Samstagsrennen im Battersea Park, Platz fünf beim zweiten Rennen reichte nicht mehr für den ganz großen Wurf. Di Grassi belegte die Plätze vier und sechs, am Ende wurde der Abt-Pilot Dritter in der Meisterschaft.

Diese Saison stehen die Vorzeichen um den Titel für di Grassi und Buemi besser. Während Titelverteidiger Piquet jr eine enttäuschende Saison (Platz 18) erlebt, konnte sein Landsmann di Grassi bereits vier Siege erringen. Allerdings wurde sein Sieg in Mexico-City wegen eines zu niedrigen Fahrzeuggewichts nachträglich annulliert. Die Saisonbilanz von di Grassi ist beeindruckend. Der Abt-Pilot stand in jedem Saisonrennen auf dem Podium. Je zwei zweite und dritte Plätze spülten di Grassi an die Spitze der Meisterschaft.
Die Titelentscheidung zugunsten von di Grassi könnte bereits am Samstag fallen. Nämlich dann, wenn der Brasilianer die Maximalausbeute von 30 Punkten pro Rennen erzielt und gleichzeitig sein schärfster Widersacher Buemi punktelos bleibt. Die Experten gehen allerdings davon aus, dass die endgültige Titelvergabe erst beim zweiten Rennen am Sonntag entschieden wird.

Zuschauer feiern Sieger Buemi in Berlin (c)EHirsch

E.dams-Pilot Buemi beherrschte die erste Saisonhälfte ganz klar, gewann wie di Grassi insgesamt drei Rennen und konnte zweimal Platz zwei und einmal Platz drei erzielen. Der Schweizer sammelte darüber hinaus eifrig wie ein Eichhörnchen Zusatzpunkte bei den Pole-Positions und Schnellsten Rennrunden. Bei zwei Läufen (Peking und Putrajaya) gingen die fünf Zusatzpunkte (drei für die Pole-Position, zwei für die Schnellste Runde) an Buemi. Bei zwei weiteren Rennen fuhr der Titelaspirant die schnellste Rennrunde und konnte so seine beiden Nullnummern von Long Beach und Putrajaya im Rennen kompensieren. Möglicherweise bescheren die Zusatzpunkte dem Schweizer am Saisonende doch noch den Titel. „Wir wissen, was wir zu tun haben und wie wir es gut vollenden“, sagt Buemi zuversichtlich. „Wir fokussieren uns auf jedes kleinste Detail, den Simulator inklusive, sehen uns das Auto ganz genau an und ich versuche so viel Zeit wie möglich im Simulator zu verbringen“, ergänzt Buemi. Der Schweizer weiß, dass er seinen größten Erfolg vor Augen hat. „London wird sehr speziell werden. Beide Meisterschaften sind noch offen und aus der Sicht des Fahrers ist das sehr motivierend. Es spielen eine Menge Faktoren eine wesentliche Rolle, die das Ergebnis beeinflussen. Das Wetter oder die Qualifying-Gruppe, in der wir fahren. Die Meisterschaft spielt sich auch im Kopf ab. Natürlich wäre es großartig zu gewinnen. Letztes Jahr habe ich den Titel nur um einen Punkt verfehlt. Das war schon hart, es zu akzeptieren. Ich werde bis zur letzten Runde des Rennens um Punkte kämpfen“, sagt Buemi.

Last but not least hat der Drittplatzierte Sam Bird (DS Virgin) noch eine theoretische Chance auf den Titel. Doch nach der Nullnummer des Briten zuletzt in Berlin müsste ein Wunder geschehen, sollte Bird doch noch den Titel an sich reißen. Der DS-Virgin-Pilot müsste in beiden Rennen die maximale Punktanzahl von 30 Punkten machen und zugleich dürfte Buemi maximal einen Punkt und di Grassi keinen Punkt in beiden Rennen holen. Nach dem bisherigen Saisonverlauf eher ein unwahrscheinliches Szenario. Doch Bird möchte seinen Vorjahreserfolg wiederholen und seine Landsleute beim Abschiedsrennen im Battersea Park eine tolle Show bieten.

In der Teammeisterschaft dreht sich die Titelvergabe nur noch zwischen e.dams-Renault und der Abt-Mannschaft. Elf Punkte Vorsprung haben die Franzosen, die ihren Vorjahrestitel unbedingt verteidigen wollen. Nach dem Aufwärtstrend des zweiten Abt-Piloten Daniel Abt in der zweiten Saisonhälfte, bleibt es bis zum Schluss spannend, wer sich den Team-Titel holt.

Die deutschen Formel-E-Fans können auf DMAX die beiden Rennen live im Free-TV ab jeweils 16:45 Uhr (Samstag und Sonntag) verfolgen und um die Titelentscheidung mitfiebern.

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