DTM: Volle Renn-Action auf 2,3 Kilometern am Norisring

 

Motorsports / DTM: german touring cars championship 2013, 5. Race at Nuernberg, Norisring (c)ikMedia

Er ist nur 2,3 Kilometer lang und verfügt lediglich über drei wirkliche Kurven: die Grundig-Kehre, das Schöller-S und die Dutzendteichkehre. Klingt simpel – ist für die DTM-Piloten jedoch eine große Herausforderung. Auf dem Norisring ist punktgenaues Fahren so wichtig wie auf keiner anderen Strecke. Hier zählt jeder Millimeter, der kleinste Fehler zieht enormen Zeitverlust nach sich. Der Stadtkurs-typische wellige Asphalt macht die Aufgabe für die Piloten zudem nicht gerade leichter. Ein Profil, das Mercedes-AMG besonders liegt.

Lucas Auer,Mercedes:
„Der Norisring ist mein persönliches Highlight“, sagen Bruno Spengler (BMW) und Lausitzring-Premierensieger Lucas Auer (Mercedes) unisono in einer DTM-Telefonpressekonferenz. „Der Straßenkurs ist sehr speziell, es gibt lange Geraden, ist sehr eng und man muß jede Kurve exakt treffen, jede Kurve ist entscheidend. Top oder Flop lautet das Motto“, fügt Auer hinzu. Im Vorjahr holte der Österreicher mit Platz neun seine ersten Punkte in der DTM und auch die Atmosphäre am Dutzendteich hat es ihm angetan. „Ich freue mich auf den Norisring, denn es strömen so viele Fans dorthin“, so der 21-Jährige. Der erste Sieg hat Auer viel Selbstvertrauen gegeben, ein Sieg am Norisring ist für den Mercedes-Piloten gar nicht mal so unwahrscheinlich.

Die Stuttgarter sind in Nürnberg – beim Heimspiel des Konkurrenten Audi – eine Macht. Umso mehr brennen die Ingolstädter darauf, die Siegesserie der Sternenfahrer beim vierten DTM-Wochenende der Saison 2016 (24. bis 26. Juni) zu stoppen. Und auch BMW hat in diesem Jahr gezeigt, dass sie auch auf ungeliebten Strecken ein Wörtchen um die Ränge auf dem Podium mitreden können. Die Zuschauer dürfen sich auf ein mitreißendes Kräftemessen freuen, zumal die Ausgangslage in den Gesamtwertungen spannender kaum sein könnte.

Jamie Green,Audi:

13 Mal in Folge feierten Mercedes-AMG-Piloten auf der obersten Stufe des Siegerpodestes. Für vier dieser Erfolge zeichnet Jamie ‚Mr. Norisring‘ Green verantwortlich und ist damit der erfolgreichste DTM-Pilot auf dem Norisring. Seit 2013 sitzt der jedoch in einem Audi und zählt auch an diesem Wochenende zu den großen Herausforderern der Stuttgarter. „Es kommt darauf an, sehr genau zu fahren, die Bremspunkte exakt zu finden. Das liegt mir“, sagt Green, der im Titelkampf mit 13 Punkten Rückstand auf dem vierten Platz liegt und in den vergangenen drei Rennen nie schlechter war als Platz vier. Sechs unterschiedliche Sieger brachten die sechs Rennen der Saison bisher hervor. Green zählt nicht dazu. Nur zu gern würde er erneut in seinem ‚Wohnzimmer‘ triumphieren.

Mike Rockenfeller,Audi (c)Erich Hirsch

Mike Rockenfeller,Audi:
Markenkollege Mike Rockenfeller kommt nicht ganz fit zum Norisring. „Seit einer Woche habe ich mit Fieber zu kämpfen“, verriet der DTM-Champion von 2013 in der Telefonpressekonferenz, der es sich dennoch nicht nehmen ließ, am Wochenende nach Moskau zu fliegen, um das 24h-Rennen von Le Mans bei einer Audi-PR-Aktion zu promoten. Obwohl ‚Rocky‘ keine gute Bilanz auf dem Norisring aufweist (Platz vier war sein bisher bestes Ergebebnis), sieht sich der Audi-Pilot schon zu den engeren Sieganwärtern. „Es wird Zeit, dass Audi beim Heimspiel siegt“, so Rockenfeller. „Es wird zwar ein schwieriges Wochenende, aber dieses Jahr sind wir aber in einer Position, um den Sieg mitzufahren“, ergänzt der 32-Jährige. Wegen dem schwülwarmen Wetter, das für Nürnberg vorausgesagt wird, wird es laut Rockenfeller auf die Bremsen besonders ankommen. „Die Bremskühlung wird ein entscheidende Rolle spielen. Wir haben die Daten aus den Vorjahren und ich versuche, die Fehler aus dem Vorjahr auszumerzen“, so der Audi-Pilot. Für Rockenfeller geht der Sieg nur über ein positives Qualifying. „Wenn ich eine gute Runde im Qualifying hinbekomme, ist alles möglich, besonders am Norisring. Ich hoffe, das dort der Knoten platzt“, sagt Rockenfeller, der besonders den vielen Besuchern seines Hauptsponsorts Schaeffler eine gute Show bieten möchte.

Robert Wickens, Mercedes:

Einer, der sich in den vergangenen Jahren anschickt, Greens Rekordmarke in Nürnberg anzugreifen, ist Robert Wickens. Der Kanadier fuhr seit 2013 zweimal auf den zweiten und zweimal auf den ersten Platz. In seinem fünften DTM-Jahr kommt er darüberhinaus als Gesamtführender an den Norisring. Auch er konnte sich 2016 noch nicht in die Liste der Sieger eintragen, fuhr jedoch einmal auf Platz zwei und zuletzt zweimal auf den dritten Rang. „Der Norisring ist für mich immer ein ganz spezielles Rennen. Der Stadtkurs macht sehr viel Spaß und fordert die Fahrer und Autos nochmal ganz anders. Noch dazu ist die Atmosphäre richtig cool und die Fans sind gefühlt noch näher dran am Geschehen“, sagt Wickens. „In den vergangenen Jahren war ich immer sehr erfolgreich auf dieser Strecke. Daran möchte ich natürlich anknüpfen.“
Gelingt dies kann sich Wickens in den zwei Rennen des Wochenendes nicht nur ein Polster in der Fahrerwertung herausfahren, sondern im Optimalfall auch nach Norisring-Siegen mit Green gleichziehen.

Die DTM auf dem Norisring(c)Erich Hirsch

Bruno Spengler, BMW:
Dies kann auch Wickens Landsmann Bruno Spengler gelingen, der in Nürnberg bisher dreimal triumphieren konnte und mit dem dritten Rang im Vorjahr die BMW-Fahne auf dem Stadtkurs hochhielt. Doch in dieser Saison will es bei ihm noch nicht so richtig klappen, mit zwölf Punkten liegt er auf dem 17. Rang. „Ich habe mit dem Norisring meine eigene Geschichte“, verrät Spengler in der Telefonkonferenz. „2006 feierte ich dort meinen ersten DTM-Sieg. Der Norisring zählt zu meinen Highlight. Es wäre schön, wenn BMW zu Hause den ersten Sieg einfahren könnte, aber das wird schwierig. Wir haben ein bischen Gewicht dazubekommen, daher wird es ein schwieriges Wochenende für uns. Im Allgemeinen sind wir gut vorbereitet und wir wollen sehen, was kommt“, gibt sich der DTM-Champion von 2012 kämpferisch.

Lokalmatador Marco Wittmann,BMW:
Wesentlich besser läuft es bei Marco Wittmann, der in Spielberg bereits einen Sieg einfahren konnte. Der aus Fürth stammende BMW-Pilot kommt zu seinem Heimspiel als Zweitplatzierter der Gesamtwertung, hat drei Punkte Rückstand auf Wickens. Dass er auch auf Strecken, die seinem Hersteller traditionell nicht so liegen, für gute Ergebnisse infrage kommt, bewies er beim vergangenen Rennwochenende auf dem Lausitzring: Platz vier und sechs. Wittmann: „Der Norisring liegt der Konkurrenz besser. Aber, vielleicht gelingt uns ja eine Überraschung. Ein Podiumsrang bei meinem Heim-Auftritt wäre natürlich ein Hammer!“

Ob Seriensieger, oder Außenseiter. Die DTM-Saison 2016 hat gezeigt, dass in diesem Jahr alles möglich scheint. Sechs unterschiedliche Sieger in sechs Rennen, jeder Hersteller durfte dabei zweimal jubeln. Den Zehnten der Fahrerwertung, Augusto Farfus, trennen lediglich 27 Punkte vom Gesamtführenden (58 Punkte). Die Voraussetzungen für einen packenden Kampf zwischen dem 24. und 26. Juni sind optimal.

Neben den beiden DTM-Rennen (Sa. ab 13:25/So. ab 13:10 Uhr) dürfen sich die Zuschauer auf die Duelle in der FIA Formel-3-Europameisterschaft, dem Audi Sport TT Cup und dem Porsche Carrera Cup Deutschland freuen. Auch hier ist mitreißende Rennaction auf Top-Niveau garantiert.

Abgerundet wird das Programm mit Public Viewing zur Fußball-EM und jeder Menge Unterhaltung im Fahrerlager. Tickets sind im Vorverkauf unter DTM.com/tickets oder an der Tageskasse erhältlich.

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