Formel E: Berlin-ePrix elektrisiert Deutschland, die Vorschau

ePrix Berlin (c)ePrix Berlin Veranstalter

Hurra, wir fahren nach Berlin. Nicht nur die Fussballfans aus Dortmund und München pilgern zum DFB-Pokalfinale in die deutsche Bundeshauptstadt, auch die Formel E macht kommendes Wochenende Station in Berlin. Die Formel E elektrisiert Deutschland. Alles ist angerichtet. Am Samstag, 21. Mai gastiert die Elektrorennserie zum zweiten Mal nach 2015 in Berlin. Im Vorjahr feierte die Formel E noch am ehemaligen Flughafen Tempelhof Premiere. Wegen der Notunterkünfte für Flüchtlinge musste eine neue Strecke her.

Auf Berlin freut sich Lokalmatador NickHeidfeld (Mahindra Racing) entsprechend: „Ich liebe Berlin und ich freue mich sehr, wieder dort zu sein. Es ist fantastisch, vor heimischen Publikum zu fahren und die Unterstützung der Fans zu spüren. Die Strecke liegt an einer großartigen Location, wir haben ein tolles Wochenende vor uns. Ich freue mich sehr auf mein Heimrennen.“

Diesmal fahren die Elektroboliden auf einer neuen Strecke. Auf der Karl-Marx-Allee und rund um den Strausberger Platz, nahe Alexanderplatz, werden die 18 Piloten die 1,927 Kilometer lange Strecke im Herzen Berlins insgesamt 48 Mal umrunden. Neuer Rekord für die Formel E bei ihren insgesamt neun Locations rund um den Globus. Ich werde beim einzigen deutschen Gastspiel auch vor Ort sein und mir das Spektakel live ansehen. Zusammen mit meinen Kollegen Oliver Braun, Tobi Bluhm und Timo Pape von www.e-Formel.de verfolgen wir gespannt für euch die vorletzte Station der Formel-E-Welttournee.

Organisatorisches:

Insgesamt stehen 14.000 Steh- und Sitzplätzen im Herzen Berlins zur Verfügung. 250.000 € hat die FIA aus ihrer eigenen Tasche investiert, um den Asphalt für die neue Strecke zu erneuern. Früh aufstehen lohnt sich, denn Trainingsläufe, Qualifying und Rennen (Start 16.04 Uhr) finden alle am Samstag statt.

Ab 08:00 Uhr öffnen sich die Pforten für die Rennsportfans. Rund um die Karl-Marx-Allee und die Lichtenberger Straße (ab Platz der Vereinten Nationen bzw. Holzmarktstraße) kommt es im Rahmen der Veranstaltung am Freitag, 20.5. ab 09:30 Uhr bis Samstag, 21.5. 20:30 Uhr zu einer Vollsperrung. Die an den Streckenverlauf angrenzenden Wohnhäuser, Geschäfte und gastronomische Einrichtungen bleiben am Veranstaltungstag von allen Seiten zugänglich. Zufahrtsstraßen um die Rennstrecke werden während der Vollsperrung geschlossen und sind nur für Anwohner befahrbar. Auch im Sinne der Nachhaltigkeit wird dringend empfohlen, den Berlin ePrix mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Fahrrad zu besuchen.

Parkmöglichkeiten in der Umgebung sind zur Veranstaltung nicht vorhanden. Aufgrund von BVG-internen Bauarbeiten fährt zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz keine U-Bahn. Stattdessen erreichen Fahrgäste vom Strausberger Platz aus jeweils mit Shuttlebussen sowie der Linie 142 entweder den Ostbahnhof oder den Platz der Vereinten Nationen. Vom Ostbahnhof geht es dann mit der S-Bahn, vom Platz der Vereinten Nationen mit der Straßenbahn weiter zum Alexanderplatz. Wenn möglich sollte der Bereich großräumig mit der S-Bahn umfahren werden.

Das Sportliche:

Nach Mexiko und Paris wird Berlin die nächste Strecke, die für alle Team Neuland bedeutet. Alle fangen wieder bei Null an.

Im Mittelpunkt des Rennens steht das Duell Lucas di Grassi (Abt) gegen Sebastien Buemi (e.dams-Renault). Di Grassi kommt als Tabellenführer ausgerechnet zum Heimspiel seines Teams Abt Schaeffler Audi Sport nach Berlin. Mit einem souveränen Sieg beim ersten Auftritt der Formel E in Paris hat der Brasilianer nicht nur die französischen Fans begeistert, sondern auch den Abstand auf Sebastien Buemi ausgebaut.

„Wir kommen als Spitzenreiter zum Heimspiel der Mannschaft nach Berlin. Ich weiß, was das für alle Teammitglieder, Partner, Fans und Medien bedeutet“, sagt di Grassi. Der Brasilianer hat mit Berlin noch eine Rechnung offen. Im Vorjahr siegte der Titelkandidat in beeindruckender Manier, doch wegen einen nicht regelkonformen Frontflügels wurde der Sieg des Abt-Piloten nachträglich annulliert. 25 Meisterschaftspunkte verloren, die dem ehrgeizigen Brasilianer am Saisonende die Meisterschaft kostete. Die letzten drei Rennen in Mexiko, Long beach und Paris standen ganz klar im Zeichen di Grassis. Alle drei Rennen gewann der aktuelle Tabellenführer, allerdings wurde er in Mexiko erneut disqualifiziert, da sein Auto zu leicht war.

Kein Sieg für Lucas di Grassi (c)FIAformulaE

Und dennoch führt di Grassi die Meisterschaft mit 11 Punkten vor Sebastien Buemi (e.dams) an. Da der Moskau ersatzlos ausfällt, verbleiben nur noch drei Rennen (neben Berlin gibt es das Doppelrennen in London). Berlin könnte bereits eine kleine Vorentscheidung zugunsten di Grassis bringen. Wie schwer so ein Heimrennen auf einen Fahrer lastet, zeigte zuletzt Buemi in Paris. Im Qualifying schaffte der Schweizer nur Platz acht, dass ihm den Sieg seines Renault-Boliden vor heimischer Kulisse kostete. Im Rennen fuhr Buemi großartig und konnte nach einem atemberaubenden Kampf mit DS-Virgin-Pilot Sam Bird mit Platz drei noch auf das Podium klettern. Also alles andere als eine leichte Aufgabe für di Grassi.

Der Abt-Pilot und Buemi werden den Titel unter sich ausmachen. Bird ließ zuletzt viele Punkte liegen und hat mit 44 Punkten Rückstand nur noch rein mathematisch eine Titelchance. „Wir werden  von Rennen zu Rennen immer stärker“, sagt Bird. „Zuletzt gab es einen kleinen Fehler, der einen Doppel-Podiumsplatz für das Team verhinderte. Ich denke, das zeigt wie sehr weit wir gekommen sind.  Am Saisonende wollen wir es in die Top drei schaffen. Bei drei noch ausstehenden Rennen müssen wir unseren Fokus darauf richten Aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen“, gibt sich Bird kämperisch. Bei den drei verbliebenen Rennen werden insgesamt maximal noch 90 Punkte für den Sieger vergeben.

Wie sieht es mit den beiden Lokalmatadoren Nick Heidfeld und Daniel Abt aus? Heidfeld fährt im Mahindra-Boliden eine solide Saison. Bei jedem Rennen sammelte der ehemalige Formel-1-Pilot Meisterschaftspunkte mit einer Ausnahme. Wegen einer Handgelenksverletzung musste Heidfeld in Uruguay (Punta del Este) pausieren.

Beim Auftaktrennen in Peking bescherte Heidfeld seinem neuen Arbeitgeber mit Platz drei den ersten Podestplatz überhaupt. In Long Beach verpasste er mit Platz vier knapp einen weiteren Podestplatz. Zuletzt kam der Mönchengladbacher in Paris über Platz 12 nicht hinaus, allerdings musste Heidfeld das Rennen von ganz hinten bestreiten. Im Qualifying leistete sich der Mahindra-Pilot einen Fahrfehler und landete in der Mauer. Immerhin holte er sich mit der schnellsten Rennrunde zwei wichtige Meisterschaftspunkte und liegt aktuell auf Platz acht.

Zwei Plätze dahinter befindet sich Daniel Abt. Der Kemptener zeigte in der zweiten Saisonhälfte einen deutlichen Aufwärtstrend und feierte in Long Beach mit Platz drei sein bisher bestes Saisonergebnis. Zuletzt erreichte der 24-Jährige in Paris Platz zehn. Für Abt geht es vor heimischer Kulisse nicht nur um eine gute Leistung zu zeigen, zusammen mit Teamkollege di Grassi bestehen darüber hinaus noch Chancen, den Titel in der Teammeisterschaft zu gewinnen. Tabellenführer e.dams-Renault liegt nur sieben Punkten vor der Abt-Truppe.

Auf das einzige deutsche Team wartet in der deutschen Bundeshauptstadt ein großes Stück Arbeit. Hurra, wir fahren nach Berlin.

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