DTM: Das lange Warten hat ein Ende

Hockenheim 2016 (c)EHirsch

Die 202 rennfreien Tage haben ein Ende. An diesem Wochenende (7. und 8. Mai) startet die DTM in Hockenheim in ihre neue Saison.Ein hochkarätiges Starterfeld, extreme Leistungsdichte und Feintuning am Reglement versprechen eine spannende Saison.

Vorjahreschampion Pascal Wehrlein wechselte ins Formel-1-Lager, kann den Titel daher nicht verteidigen. Mercedes verpflichtet an seiner Stelle den jungen Franzosen Esteban Ocon. Der 19-Jährige fährt neu im Team ART an der Seite des erfahrenen Gary Paffett. Nebenbei ist der Franzose Testpilot beim Renault-Formel-1-Team. Ocon ist übrigens der einzige DTM-Rookie 2016.
Sowohl BMW als auch Audi hielten an ihrem Line-Up aus dem Vorjahr fest, lediglich Hersteller-Intern gibt es einige neue Fahrerpaarungen.

Wer zählt zu den Topfavoriten auf die neue Saison? 18 von 24 Piloten glauben an den Titel. Bei Audi zählen Jamie Green und Mattias Ekström zu den heißesten Titelanwärtern, wenn man sich die Leistungen beider Fahrer im Vorjahr ansieht. Green, der am Montag Vater einer Tochter geworden ist, sieht seine Favoritenrolle gelassen entgegen. „Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Druck verspüre ich keinen“, so der Brite.

Mike Rockenfeller_Audi_RS5_DTM (c)EHirsch

Den DTM-Champion von 2012 Mike Rockenfeller sehen viele Experten als weiteren Audi-Titelanwärter, der zur neuen Saison mit einem neuen Renningenieur antritt. Teamkollege Timo Scheider, der seine 16.DTM-Saison bestreitet, gewann das Saisonfinale im Vorjahr in Hockenheim und hofft auf mehr Konstanz für neue Saison. Ob es zum dritten Titelerfolg des sympatischen Audi-Piloten reicht, wird der Saisonauftakt zeigen.

Markenkollege Edoardo Mortara, der neuer Teamkollege von Ekström, bildet im Abt-Team nicht nur ein schlagkräftiges Duo für die Teammeisterschaft. Der Italiener war 2015 lange Zeit im Duell mit Wehrlein und Ekström im Titelkampf verwickelt, am Ende reichte es aber nicht mehr nach ganz oben. Daher peilt Mortara 2016 seinen ersten Titel an.

Bruno Spengler Mediaday (c)EHirsch

Im BMW-Lager zählt Bruno Spengler, DTM-Champion 2013, zum engeren Titelanwärter. Im Vorjahr war der Kanadier bester BMEW-Pilot und erhält im MTEK-Team mit Augusto Farfuß einen neuen Teamkollegen.
Für mich zählt Antonio Felix da Costa zum Geheimfavoriten in dieser Saison. Der Portugiese im Schnitzer-BMW-Team bestreitet seine dritte Saison in der DTM und feierte in Zandvoort 2015 seinen ersten uns bisher einzigen DTM-Sieg. Teamchef Charly Lamm weiß genau, wie der Rohdiamant Felix da Costa geschliffen wird, schließlich feierte der Freilassinger Erfolgscoach mit Spengler vor vier Jahren den DTM-Titel seit dem Wiedereinstieg der Münchner. Felix da Costa fährt zusätzlich in der Formel E. In der Elektrorennserie konnte der ehemalige Formel-1-Testpilot bereits einen Sieg verbuchen und wird zur neuen Saison ab Herbst bei vielen potenten Teams als neuer Fahrer gehandelt.

Im BMW-Team von Bart Mampaey gibt es mit Maxime Martin und Tom Blomqvist eine neue Fahrerpaarung. Besonders spannend dürfte Blomqvist zu beobachten sein, der in seinem Rookie-Jahr schon einen Sieg feierte (Oschersleben). Ob es für den jungen Briten zu den erweiterten Siegfahrern reicht, bleibt abzuwarten. Interessant wird die neue und alte Fahrerpaarung Timo Glock und Marco Wittmann im Team von Stefan Reinhold. Beide Piloten arbeiteten bereits beim MTEK-Team zusammen. Glock fordert von sich mehr Konstanz, um endlich ein gewichtiges Wörtchen im Titelkampf mitsprechen zu können. Wittmann, der Champion von 2014, hatte keine zufriedenstellende Saison im Vorjahr trotz eines Saisonsieges. Der Franke möchte an seine 2014-er Saison anknüpfen und wieder vorne mitmischen.

Mercedes Team 2016 (c)EHirsch

Bei Mercedes herrscht eine wenig Unsicherheit. Einserseits wanderte Wehrlein in die Königsklasse ab, andereseits gibt es mit dem neuen Facelifting des Mercedes DTM C63 noch die Unbekannte, ob die Schwaben an die Vorjahreserfolge anknüpfen können. Paffett, der erfahrene Mercedes-Pilot, zählt sicherlich zum engsten Titelfavoriten. Ob Paul di Resta und Robert Wickens ebenfalls ganz oben mitmischen können, bleibt abzuwarten. Eine schwierige Mission erwartet Christian Vietoris, der vom HWA-Erfolgsteam zu Mücke Motorsport nach Berlin gewechselt ist. Vietoris kommt mit einem unsicheren Gefühl zum Saisonauftakt zum Hockenheimring, da die Testfahren nicht wie gewünscht verliefen. Mit Lucas Auer erhält Vietoris einen neuen Teamkollegen. Der Österreicher wechselt Mercedes-Intern vom Art-Team zu den Berlinern.

Der Saisonauftakt in Hockenheim wird zeigen, wer seine Hausaufgaben über die langen Wintermonate am Besten gemacht hat. Spannung verspricht auch das geänderte Reglement. Das DRS darf nur noch limitiert eingesetzt werden. Beim Performancegewicht hat sich BMW gegenüber Mercedes und Audi einen Vorteil von 7,5 Kilogramm ausgehandelt. Zudem ist der Heckflügel des BMW M4 DTM breiter als die der Konkurrenz. Begründet wird diese Regelung mit der Chancengleichheit aller Hersteller. Bei Fans, Teamchefs und Medien kommt dieser Bonus nicht unbedingt positiv an, schließlich holte sich BMW im Vorjahr den Herstellertitel. Bereits nach dem Qualifying werden die Performancegewichte neu verteilt, die aus baulichen Gründen übrigens im Inneren der DTM-Boliden draufgepackt bzw. herausgenommen werden. Einen zusätzlichen Service gibt es für Fans und TV-Zuschauer. Seitlich an den DTM-Autos wird die aktuelle Plazierung des jeweiligen Piloten angezeigt.

Samstag gibt es das Sprintrennen über 40 Minuten plus einer Runde, Lauf zwei folgt am Sonntag über 60 Minuten plus einer Runde mit einem Pflichtboxenstopp. Die Rennen werden von der ARD im Ersten live übertragen. Die Sendezeiten sind Samstag, 07.05 von 15.30 – 17.00 Uhr und am Sonntag, 08.05. von 14.15 – 15.50 Uhr.

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