Formel E: Qualcomm Halo Aufladetechnik mit 120 km/h möglich

Thomas Nindl_Qualcomm_Halo (c)EHirsch
Qualcomm Halo stattet bekanntlich den elektrischen Fuhrpark der Formel E mit ihrer innovativen Ladetechnik, dem dynamischen (induktiven) Laden, aus. Sowohl die beiden Safety-Cars, der BMW i8, als auch die beiden Medical-Cars, der BMW i3, werden kabellos geladen, um im Ernstfall rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein. Zum Berliner ePrix stehen diese Einsatzfahrzeuge wieder bereit.

In München haben wir uns mit Thomas Nindl, Director Business Development von Qualcomm Halo, unterhalten, der uns im exklusiven Interview von den neuesten Entwicklungen der induktiven Ladetechnologie berichtet. Eine Neuerung der Qualcomm-Technologie ist das dynamische Ladens während der Fahrt. Auf einer Strecke von 100 Metern sollen die Elektroautos während der Fahrt bis zu 120 km/h dynamisch geladen werden. Das Großprojekt nennt sich ‚FABRIC‘, ein von der EU finanziertes Konsortium von 23 Partnerorganisationen aus neun Ländern. In Satory, nahe Paris laufen dazu bereits Testversuche. Sollten die Tests in Frankreich erfolgreich abgeschlossen werden, steht einem Ladevorgang während eines Formel-E-Rennens nichts mehr im Wege. „Beispielweise könnten die Rennautos so in der Boxengasse geladen werden“, so Nindl. Qualcomm ist bereits in Gesprächen mit der Formel E. Umsetzungen sind allerdings noch keine getroffen worden. Das ‚FABRIC‘-Projekt läuft noch bis 2017.

Thomas Nindl_Qualcomm_Halo (c)EHirsch

In Sachen Ladeperformance hat Qualcomm Halo ganze Arbeit geleistet. So steigerte der Formel-E-Technologiepartner die Ladeleistung von der Premierensaison bis zur aktuellen zweiten Saison von 3,6 kW auf 7 kW, eine Verdoppelung also. Für die Formel-E-Boliden wäre eine weitere Leistungssteigerung wünschenswert, allerdings läuft man Gefahr, die Batterien damit zu überhitzen. Daher sieht es Nindl als große Herausforderung, die Balance zu halten, die Batterien einerseits schnell zu laden und zugleich den Akkuspender unter einer bestimmten Temperatur zu halten.

Die Formel E startet in der neuen Saison mit der fahrerlosen Rennserie Roborace, die im Rahmenprogramm der ePrix-Events an den Start geht. Qualcomm beteiligt sich allerdings nicht als Technologiepartner von Roborace. Ebenso wenig gibt es keine technologische Unterstützung für Tesla Motors neue elektrische Rennserie ‚ ‚Electric GT World Series‘, die mit Tesla Modellen S 2017 an den Start geht.

Mit der Entwicklung in der Formel E und der Zusammenarbeit der Formel-E-Organisatoren ist Qualcomm sehr zufrieden, wie Nindl bestätigt. Daher fiebert der Münchner dem Heimspiel des deutschen ePrix am 21.Mai in Berlin heftig entgegen.

Hier seht Ihr das Interview mit Thomas Nindl:

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