Formel E: BMW-Einstieg nur als Antriebshersteller

Jens Marquardt_BMW (c)EHirsch

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Münchner Automobilhersteller mit einem Einstieg in die Elektrorennserie liebäugelt. Hinter den Kulissen laufen bereits Gespräche über einen möglichen Eintritt, vor allem mit Andretti. Am Rande des DTM-Medientags in Hockenheim unterhielt ich mich mit BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt über die Formel E.

BMW stellt seit Beginn der Serie 2014/2015 den Fuhrpark in der Formel E. Der BMW i3 dient als Medical-Car. Der BMW i8 zeichnet für das Safety-Car verantwortlich, das zuletzt beim Long Beach ePrix seinen Auftritt hatte. Zudem stellt BMW Werkspilot Antonio Felix da Costa für die Formel E frei. Der 24-jährige Portugiese greift bekanntlich für das Team Aguri ins Lenkrad und feierte in der Premierensaison einen Sieg in Buenos Aires. Der BMW-Motorsportverantwortliche Marquardt hält große Stücke auf Felix da Costa wie er uns im Interview sagt.

Herr Marquardt, wie intensiv laufen die Gespräche mit dem Team Amlin Andretti?

Marquardt: „Wir haben eine Kooperation mit Andretti auf technischer Basis schon seit dem letzten Jahr. Die Programme laufen hier ganz normal weiter.“

Falls BMW in die Formel E einsteigt, kommen Sie als Partner eines Teams oder entwickelt BMW selbst Elektromotoren?

Marquardt: „Wir sind Premiumanbieter für Elektromobilität. Wir sind dort führend. Wir haben mit dem i3 und i8 zwei ganz innovative Konzepte gebracht, wo andere teilweise das Thema noch nicht im Detail überlegt haben. Als Hersteller ist es für uns klar, wenn wir uns in eine Rennserie intensiv und direkt einbringen, dann muss es für BMW eine Relevanz haben. Wir müssen unsere Kompetenz zeigen können so wie in der DTM oder im GT-Sport und so wäre es auch in der Formel E. Die Kompetenz zeigt BMW über den Antrieb.“

Könnte der neue Technische Fahrplan der Formel E, wonach ab Saison fünf der obligatorische Fahrzeugwechsel entfallen soll, einen Einstieg von BMW in die Formel E beschleunigen?

Marquardt: „Wir haben immer gesagt, dass der Fahrzeugwechsel nach 20 Minuten für uns als Premiumanbieter der Elektromobilität ein schwieriges Thema ist. Es sind für uns die falschen Rahmenbedingungen.

Hoffentlich besteht ab Saison fünf die Möglichkeit mit einem neuen Paket das Rennen durchzufahren. Wir sehen uns natürlich an, wie sich die Serie weiterentwickelt. Das werden wir beobachten. Auf dieser Basis werden wir zu einer Entscheidung finden, ob wir in die Serie einsteigen.

Bis dahin muss sich auch die Serie weiterentwickeln. Es bestehen tolle Potentiale. Es geht ja nicht nur um die technische Geschichte, sondern auch um die Plattform, wie sich die Serie selbst weiterentwickelt. Da sind gute Ansätze dabei. Es muss attraktiv bleiben. Es sind noch viele Sachen möglich, weil die Serie etwas ganz Neues ist, beispielsweise Interaktion mit FanBoost. Es gibt noch viel, viel mehr Möglichkeiten. Ich hoffe, dass die Formel E die Potentiale, die es gibt, wirklich nutzt und die Serie weiter voranbringt. Es sollte nicht passieren, dass nur mit einem Elektrofahrzeug gleicher Rennsport betrieben wird. Da würde zu wenig aus dem Thema herausgeholt werden.“

Wie schätzen Sie die Leistungenb Ihres Fahrers Antonio Felix da Costa?

Marquardt: „Antonio ist super vielseitig. Er schlägt sich wacker in der Formel E. Schade, dass er seine letzte Pole-Position nicht behalten konnte. Es war nicht sein Fehler. In Brasilien hat er in der Stock-Car letztes Jahr ein sehr gutes Ergebnis eingefahren und in der DTM zeigt Antonio, dass er zu den Besten gehört. Wenn jemand an Antonio, der auch noch ein wirklich toller Typ ist, keinen Spaß hat, weiß ich auch nicht, an was man Spaß haben kann.“

Herr Marquardt, nutzen Sie den FanBoost und voten Sie für Antonio?

Marquardt lächelt: „Das verrate ich hier nicht.“

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