DTM: Testwoche abgeschlossen, Saison kann beginnen

Robert Wickens_DTM2016 (c)EHirsch

Der Saisonstart rückt näher. Die DTM 2016 kann kommen. Am Freitag schlossen Audi, BMW und Mercedes die viertägigen Testvorbereitungen auf die neue Saison ab. Audi präsentierte sich am letzten Tag in guter Verfassung und belegte die Plätze eins bis drei. Mike Rockenfeller vor Edoardo Mortara und Mattias Ekström lautete die Reihenfolge. Bester Nicht-Audianer war Robert Wickens, der im Mercedes-AMG C63 DTM auf Platz vier kam. Antonio Felix da Costa fuhr als schnellster BMW-Pilot auf Platz sechs. Absolute Rundenzeiten standen wie üblich bei einem DTM-Test allerdings nicht im Fokus.

Was diese Tests wert sind, wissen wie spätestens beim Saisonauftakt am 7./ 8. Mai an gleicher Stelle. Natürlich lassen sich die drei Hersteller nicht in die Karten schauen. Über den gesamten Testzeitraum gelang Audi-Pilot Mattias Ekström die schnellste Rundenzeit (1:32,964 Minuten), bei BMW war Tom Blomqvist (1:33,214 Minuten) der schnellste Fahrer . Daniel Juncadella (1:33.141 Minuten) fuhr bei Mercedes die besten Zeiten. Da jeden Tag unterschiedliche Streckenbedingungen vorherrschten, sind die Zeiten nicht aussagekräftig. Nur am Mittwoch und am Freitag schien durchgehend die Sonne. Jene Fahrer, die am Dienstag und am Donnerstag im Einsatz waren, hatten dagegen phasenweise mit Regen und einer rutschigen Strecke zu kämpfen. Auch die Temperaturen schwankten von Tag zu Tag stark.

Die Hersteller arbeiteten bereits für 2017 und führten in Hockenheim erste Tests durch. Beispielsweise bestückte Audi zwei mit zusätzlichen Sensoren bestückte Testträger des Audi RS 5 DTM im Testbetrieb – unter anderen, um Hankook-Reifen für die Saison 2017 zu erproben. Timo Scheider unternahm am Freitag erste Versuche mit den neuen Pneus (91 Runden), tags davor war Ekström mit den zukünftigen Hankook-Reifen unterwegs (118 Runden).

Audi hinterließ überhaupt einen bärenstarken Eindruck. Dennoch mahnt Audi-DTM-Leiter Dieter Gass zur Vorsicht. „Der Test lief gut. Wie gut unsere Wettbewerber gearbeitet haben, werden wir aber erst im Qualifying für das erste Rennen in Hockenheim sehen“, sagt Gass. „Viel wichtiger als die Rundenzeiten ist, dass unserer Fahrer ein positives Feedback gegeben haben. Das zeigt, dass wir im Winter in die richtige Richtung gearbeitet haben. Und natürlich ist es erfreulich, dass wir vier Tage ohne größere Zwischenfälle erlebt haben und insgesamt fast 8.700 Testkilometer absolvieren konnten. Das hilft bei der weiteren Vorbereitung bis zum Saisonstart“, ergänzt der Audi-Verantwortliche.

BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt hielt sich mit Testaussagen zurück. Die Münchner gehen allerdings von einer spannenden DTM-Saison aus. „Im Jahr des 100-jährigen Jubiläums der BMW Group und der Marke BMW erwartet uns natürlich eine besondere DTM-Saison 2016. Mit acht bewährten BMW Fahrern, vier erfahrenen Teams und dem BMW M4 DTM in seinem dritten Jahr möchten wir den Fans in Deutschland und in Europa auch 2016 eine gute Show bieten. Die DTM hat vor allem ein Ziel: Die Zuschauer sollen packende, ausgeglichene Rennen erleben“, so Marquardt.

Bei Mercedes verliefen die Testtage nicht immer rund, wie DTM-Teamchef Ulrich Fritz verriet: „Insgesamt sind wir mit dem Test zufrieden. Durch den Unfall von Daniel Juncadella am Mittwoch und zwei technische Probleme am heutigen Tag, lief zwar nicht alles nach Plan, aber auch das gehört nun einmal zu einem Test. Bis zum Saisonstart in Hockenheim liegt noch viel Arbeit vor uns, wo wir stehen, wird sich dann nach dem ersten Qualifying zeigen.“

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Was sagen denn die 24 Piloten zu den Testfahrten? Nicht Alle waren zu 100 Prozent zufrieden.

Mercedes:

Robert Wickens:
„Ein gemischter Tag für mich. Der Nachmittag war sehr produktiv, leider konnten wir am Vormittag nicht so viel fahren. Nach der Mittagspause konnten wir jedoch viel von unserem Programm absolvieren und unsere Pace sieht gut aus. Ich denke, dass wir in einer guten Verfassung für den Saisonstart sind.“

Christian Vietoris:
„Das war ein schwieriger Tag. Ich konnte am Vormittag wegen eines technischen Problems nicht so viele Runden fahren. Am Nachmittag konnte ich dafür mehr fahren. Insgesamt war es gut, endlich wieder im Auto zu sitzen. Jetzt freue ich mich auf das erste Rennen hier in Hockenheim.“

Maximilian Götz:
„Es war super, nach so langer Zeit wieder im Auto zu sitzen. Ich bin gestern und heute die meisten Runden aller Piloten gefahren und damit der Rundenkönig. Wir haben alle fleißig gearbeitet. Jeder ist ein unterschiedliches Programm gefahren, um uns bestmöglich auf die Saison vorzubereiten. Das war bisher ein sehr produktiver Test. Wir haben ein großes Programm abgespult. Der Winterrost ist abgeschüttelt, jetzt bin ich heiß auf den Saisonstart.“

Esteban Ocon:
„Das war ein sehr guter Tag. Heute Morgen war es noch ein wenig feucht, dann hatten wir aber perfekte Bedingungen. Wir sind viele Kilometer gefahren und haben dabei zahlreiche Daten gesammelt. Das verschafft uns eine sehr gute Basis für die weiteren Arbeiten bis zum Saisonauftakt. Jetzt bin ich sehr gespannt und freue mich auf mein erstes DTM-Rennen in Hockenheim.“

Daniel Juncadella:
„Schade, dass wir nicht die kompletten Tests fahren konnten. Ich hatte vormittags leider einen kleinen Unfall. Die Strecke war nass und ich habe die Kontrolle über das Auto verloren. Ich möchte mich beim Team dafür entschuldigen. Bis dahin lief es aber sehr gut. Mit den Rundenzeiten, der Teamarbeit und unserem absolvierten Programm bin ich glücklich. Ich fühle mich definitiv bereit für den Saisonbeginn.“

Lucas Auer:
„Das war ein guter erster Testtag mit meinem neuen Team Mücke. Wir sind viele Runden gefahren und hatten keinerlei Probleme. Leider war das Wetter recht wechselhaft, weswegen es wichtig war, zum richtigen Zeitpunkt auf der Strecke zu sein. Insgesamt bin ich aber mit dem Tag zufrieden.“

Gary Paffett:
„Der Vormittag verlief etwas enttäuschend. Es regnete und wir konnten nicht im Trockenen fahren. Zum Glück blieb es am gesamten Nachmittag trocken, so konnten wir einige Fortschritte mit dem Auto erzielen. „

Paul Di Resta:
„Ein schwieriger Tag bei schwierigen Bedingungen. Dennoch haben wir hart am Auto gearbeitet. Ich bin aber optimistisch, dass wir uns weiter steigern können.“

Audi:

Mike Rockenfeller:
„Es wurde Zeit, endlich wieder ein DTM-Auto zu fahren. Aber der Test war für alle gut: das Team, die Mechaniker, die Ingenieure – ganz besonders natürlich auch in Bezug auf die Zusammenarbeit mit meinem neuen Renningenieur Arnau (Niubó). Wir hatten einiges auf der Agenda, eine große Menge davon konnten wir abarbeiten. Das wird uns für diese Saison helfen. Im letzten Jahr waren wir in Sachen Setup etwas verunsichert. Jetzt haben wir eine klare Linie. Das gibt mehr Sicherheit und hat sich hier gut angefühlt. Jedes Mal, wenn ich im Auto war, war ich konkurrenzfähig. Wir hatten schon deutlich schlechtere ITR-Tests …“

Edoardo Mortara:
„Der erste Tag war etwas durchwachsen. Wir hatten ein paar kleinere Schwierigkeiten, weshalb wir etwas weniger auf der Strecke waren als geplant. Der zweite Tag war dagegen sehr positiv. Ich konnte viele Runden fahren. Es war einer der besten Testtage, den ich je in der DTM hatte. Wir haben gute Wege gefunden, in welche Richtung wir das Setup für meinen Fahrstil optimieren können. Ich verlasse Hockenheim nach diesen beiden Tagen mit einem positiven Gefühl.“

Timo Scheider:
„Ich bin zufrieden, dass mein Level nach sechs Monaten Pause so gut war. Wir haben die beiden Tage erwischt, an denen es anfangs geregnet hat, aber es auch jeweils trockene Bedingungen am Nachmittag gab. Das war zwei in einem: Wir konnten beide Situationen testen und waren in beiden Situationen sehr schnell. Ich glaube, das war mein bester Vor-Saisontest seit vielen Jahren. Ich bin zufrieden mit beiden Tagen. Nun werden wir beim Saisonauftakt in Hockenheim sehen, wie gut wir in diesem Jahr vorbereitet sind.“

Mattias Ekström:
„Ich bin sehr viele Runden gefahren und wir haben viel gelernt – nicht nur Dinge, die einen schneller machen. Wir haben auch ein paar Dinge ausprobiert, von denen wir nun wissen, dass wir sie nicht mehr versuchen müssen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Test, freue mich auf ein paar freie Tage, die Analyse der vielen Daten, die wir hier gesammelt haben, und natürlich darauf, in vier Wochen zum Auftakt nach Hockenheim zurückzukehren. Auch die Reifentests für 2017 waren interessant. Ich hatte drei sehr erfreuliche Tage hier und kann es kaum erwarten, dass es bald richtig losgeht.“

Miguel Molina:
„Es war schön und wichtig, nach einer so langen Winterpause endlich wieder im Auto zu sitzen. Es war gut, all die Veränderungen und Verbesserungen, die es im Winter gegeben hat, beim Fahren selbst zu spüren. Es waren zwei gute Tage. Die Witterungsbedingungen waren nicht perfekt und haben unseren Testplan ein wenig durchkreuzt. Wir haben trotzdem gute Erkenntnisse gewonnen. Ich denke, wir sind bereit für das erste Rennen. Nun geht es darum, von Anfang an alles auf den Punkt zu bringen.“

Jamie Green:
„Wir hatten einige Punkte auf der Liste, die das Audi Sport Team Rosberg und Audi Sport für den Test vorbereitet hatten und dabei noch mehr über unser Auto gelernt. Ich hatte das Glück, an beiden Tagen gutes Wetter zu haben und viele Runden im Trockenen zu fahren. Wir konnten alle Punkte der Liste abarbeiten und eine Menge Daten sammeln, die wir nun analysieren werden. Auch die Longruns, die wir absolviert haben, waren vielversprechend. Schade war, dass ich am Freitag die letzte Stunde verpasst habe, weil ich einen kleinen Ausritt in der Zielkurve hatte. Zum Glück waren wir mit unserem Programm schon fast durch.“

Adrien Tambay:
„Ich fühle mich in meinem neuen Team sehr wohl. Wir arbeiten toll zusammen, die Arbeitsweise passt. Wir waren voll darauf fokussiert, das Beste aus den beiden Testtagen zu holen, die wir hatten. Leider waren die Witterungsbedingungen an beiden Tagen ziemlich wechselhaft. Wir konnten im Trockenen deshalb nicht ganz soviel von unserer Liste abarbeiten wie erhofft. Aber die Rundenzeiten am zweiten Tag waren okay. Es wird sich zeigen, wo wir beim ersten Rennen stehen. Bis dahin heißt es: Daten analysieren und Kraft sammeln für den Saisonstart.“

Nico Müller:
„Der Test war sehr gut, auch wenn wir durch das Wetter einen Tag mehr oder weniger verloren haben. Unser Testprogramm wurde dadurch etwas verkürzt. Aber das, was wir probiert haben, war ziemlich positiv. Die Jungs bei Audi Sport und bei Abt haben im Winter einen tollen Job gemacht und noch einmal ein paar Hundertstel aus dem Auto herausgekitzelt. Wir hoffen, dass uns das hilft, in dieser Saison vorne dabei zu sein. Ich fühle mich bereit wie noch nie und auch bei Abt sehr wohl. Von mir aus kann es losgehen.“

BMW:

Marco Wittmann:
„Insgesamt bin ich mit dem Test sehr zufrieden. Wir konnten sowohl im Trockenen als auch auf nasser Fahrbahn testen. Entsprechend viel haben wir ausprobiert. Es waren in jedem Fall sehr produktive Tage. Jetzt gilt es, bis zum Saisonstart die Daten zu analysieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Bei einem Test ist es immer schwierig einzuschätzen, wie gut die Konkurrenz und die eigene Leistung sind. Dieses Geheimnis wird dann erst im ersten Qualifying gelüftet.“

Timo Glock:
„Es war natürlich ärgerlich, durch den Unfall einen halben Tag zu verlieren. Aber ein großes Lob geht an meine Mechaniker, die unheimlich hart gearbeitet haben, um das Auto wieder auf die Strecke zu bringen. Dadurch konnte Marco Wittmann sein Testprogramm problemlos abspulen. Generell ist es ein tolles Gefühl, wieder im Auto zu sitzen. Wir hatten immerhin noch einen Tag mit guten Wetterbedingungen. Jetzt hoffe ich natürlich, dass wir für den Auftakt gut aufgestellt sind.“

Bruno Spengler:
„Es war schön, wieder hier in Hockenheim zu sein und bei unterschiedlichen Bedingungen zu testen. Am Rennwochenende weiß man schließlich auch nicht, was einen erwartet. Alles in allem lief es positiv. Man kann natürlich nie genau einschätzen, wie gut man im Vergleich zur Konkurrenz ist. Aber insgesamt bin ich definitiv zufrieden mit den Testtagen. Jetzt steigt die Vorfreude auf das erste Rennen.“

Augusto Farfus:
„Die vergangenen vier Tage waren super für mich, um mit dem BMW Team MTEK zusammenzuwachsen. Wir konnten uns noch besser kennenlernen und haben intensiv gearbeitet. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Unser Auto macht einen guten Eindruck. Ich werde top-motiviert ins erste Rennwochenende 2016 gehen.“

Martin Tomczyk:
„Leider habe ich genau die beiden Tage zum Testen erwischt, an denen das Wetter durchwachsen war. Viele Dinge, die wir hier herausgefunden haben, werden für die Saison nützlich sein. Das stimmt mich positiv für das erste Rennen. Wenn wir die gewonnenen Erkenntnisse gut umsetzen können, dann sollten wir für den Saisonstart gut aufgestellt sein.“

Antonio Felix da Costa:
„Der Test lief sehr gut. In diesem Jahr habe ich einen neuen Renningenieur (Marco Schüpbach), und es war gut, sich aneinander gewöhnen zu können. Wir werden jetzt versuchen, unsere hier gesammelten Erfahrungen zu nutzen, um unser Gesamtpaket weiter zu verbessern. Und dann steht Anfang Mai das erste Rennen des Jahres an. Darauf freut sich jeder bei uns riesig.“

Maxime Martin:
„Es war super, wieder hier in Hockenheim am Steuer zu sitzen. Der Test lief gut. Mit meinen Ergebnissen bin ich allerdings nicht ganz zufrieden, weil das Wetter nicht optimal war. Zumindest konnten wir alles testen, was wir uns vorgenommen hatten. Jetzt wird es Zeit für das erste Rennen.“

Tom Blomqvist:
„Der Test lief ziemlich gut. Ich hatte Glück mit dem Wetter und war im Trockenen unterwegs. So konnten wir unser Programm abspulen. Das letzte Rennen liegt jetzt schon eine ganze Weile zurück. Deshalb freue ich mich nun umso mehr, dass es in ein paar Wochen endlich wieder losgeht.“

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