Formel E: Vorschau Long Beach ePrix

Long Beach 2015 (c)FIAformulaE

Am kommenden Wochenende steht der Long Beach ePrix auf dem Programm. Mit dem sechsten Lauf im US-Bundesstaat Kalifornien wird die zweite Saisonhälfte der Formel E eingeläutet. Nach dem grandiosen Erfolg bei der Mexico-Premiere vor knapp drei Wochen läuft momentan alles nach Plan für das e.dams-Team.

Zur Strecke:
Long Beach befindet sich im Süden Kaliforniens, circa 30 Kilometer entfernt von Los Angeles. Die Stadt gehört zu einer der größten Städte an der Westküste Amerikas. Der Wassersport wie Kite-Surfen oder Kajakfahren wird dort ganz großgeschrieben. Kein Wunder, bei einer Länge von 20 Kilometer Sandstrand. Disneyland zieht jedes Jahr immer noch sehr viele Touristen an. Seit 1975 werden in dem Hafen-Vorort von Los Angeles Rennen gefahren.

Im Vorjahr gab es mit Miami und Long Beach gleich zwei ePrix auf US-Terrain, dieses Jahr macht der Formel-E-Zirkus nur in Long Beach Halt. Der Kurs selbst ist 2,131 Kilometer lang und gespickt mit sieben Kurven.  41 Runden werden wie schon 2015 auf den Stadtkurs von Long Beach gefahren.  Im Vorjahr feierte Nelson Piquet jr. (NextEV) dort seinen ersten Formel-E-Sieg, der dem Brasilianer den Grundstein zur Formel-E-Meisterschaft ebnete. Jean-Eric Vergne, damals noch im Andretti-Boliden unterwegs, wurde Zweiter, Abt-Pilot Lucas di Grassi landetet auf Platz drei. Bemerkungswert zu diesem Zeitpunkt war die Tatsache, dass es mit Sieger Piquet jr. den sechsten unterschiedlichen Gewinner im sechsten Rennen gab.

Track Long Beach (c)FIAformulaE

Der Kurs in Long Beach hat eine Streckenlänge von 2,1 Kilometer und umfasst sieben Kurven. Für Vorjahressieger Piquet jr. zählen Kurve eins  und fünf zu den besten Überholmöglichkeiten, die enge Haarnadelkurve bei Turn sieben gibt den Piloten eine weitere Möglichkeit zum Passieren.

Das Vorjahr weckt schöne Erinnerungen bei di Grassis Teamkollegen Daniel Abt. Dort feierte der junge Kemptener seine bisher einzige Pole-Position in seiner Formel-E-Karriere. Auf Platz drei liegend im Rennen verhinderte eine Durchfahrtsstrafe wegen Überschreitung der Energiemenge einen Podiumsplatz für den Deutschen.
Nick Heidfeld, damals noch bei Venturi unter Vertrag, belegte Platz elf. 2016 werden die Karten neu gemischt.

Sieger Sebastien Buemi(c)FIAformulaE

Ausgangslage:

Tabellenführer Sebastien Buemi konnte seine Führung gegenüber seinem schärfsten Verfolger Lucas di Grassi auf 22 Punkte ausbauen. Buemi, der in Mexico-Stadt Platz zwei hinter dem Dragon-Piloten Jerome d’Ambrosio belegte, profitierte von der Disqualifikation di Grassis, der das Rennen eigentlich souverän gewann. Wegen Unterschreitung des Mindestgewichts wurde der Brasilianer nachträglich aus der Wertung genommen.

Buemis Teamkollege Nicolas Prost erzielte in Mexico mit Platz drei seine erste Podiumsplazierung in dieser Saison. Damit führt das e.dams-Team souverän auch die Teammeisterschaft an.

Buemi kommt zwar als souveräner Tabellenführer nach Kalifornien, dennoch ist auch der Schweizer nicht frei von Fehlern. Gerade in den Qualifyings zeigte Buemi zuletzt Nerven. Verfolger di Grassi reist mit einer Portion Wut im Bauch in die USA, seine beeindruckende Vorstellung beim vermeintlichen Sieg in Mexico wurde nicht belohnt.

Eines ist klar. Wenn der Abt-Pilot noch im Titelkampf entscheidend eingreifen will, muss ein Sieg her. Positiv aufgefallen ist der unübersehbarer Leistungsschub des Abt-Schaeffler FE 01, der seit Buenos Aires verbessert wurde. Ob es allerdings für Long Beach reicht, die e.dams-Mannschaft in Schach zu halten, bleibt abzuwarten.

Die zweite Geige hinter e.dams teilen sich momentan das Abt-Team und Dragon Racing. Das US-Team kommt nach dem Sieg d’Ambrosios mit gehörig viel Selbstvertrauen zum Heimrennen und hat in der Teammeisterschaft die Abt-Truppe auf Platz drei verdrängt. Sowohl d’Ambrosio als auch Teamkollege Loic Duval zählen zu den erweiterten Sieganwärtern in Long Beach. Vor heimischer Kulisse motiviert die Dragon-Mannschaft um Teamchef Jay Penske zusätzlich.

Mit den beiden DS-Virgin-Piloten Vergne und Sam Bird muss man immer rechnen. Besonders der Brite Bird, zuletzt Sechster in Mexico, fährt bisher eine starke Saison, wo er bereits einen Sieg einfahren konnte. Der Gesamtdritte lauert auf Fehlern von di Grassi und Buemi, allerdings liegt er in der Meisterschaft nur knapp vor d’Ambrosio.

Heidfeld wäre im Mahindra-Boliden ein Top Five-Ergebnis zu wünschen, immerhin landete der Mönchengladbacher bei allen Starts für das indische Team in den Top Ten.

Spannend bleibt die Frage, wie das zweite US-Team vor heimischen Publikum abschneidet. Robin Frijns ließ in Mexico mit Platz fünf erneut aufhorchen. Trotz Antriebsstrang aus Saison eins gelingt es dem Niederländer immer wieder, die Großen im Spitzenfeld zu ärgern. Es würde mich nicht wundern, wenn dem 24-Jährigen erneut ein Husarenstück gelänge. Und Teamkollegin Simona da Silvestro hofft, ihre ersten Punkte für das US-Team einzufahren.

Daniel Abt_bei Eurosport (c)Erich Hirsch

Long Beach ePrix im Fernsehen:

Der sechste Saisonlauf startet am Samstag, 2. April, um 16 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ am Sonntagmorgen). Eurosport überträgt bereits ab 00:15 Uhr und zeigt zunächst eine Zusammenfassung des Qualifyings und dann das Rennen live. Kommentator Oliver Sittler erhält erneut Unterstützung von Timo Scheider. Der zweimalige DTM-Champion und langjährige Abt-Pilot kommt wieder als Experte zum Einsatz. In dem kostenpflichtigen Player von Eurosport sind auch Trainingssitzungen und das Qualifying live zu sehen.

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