Formel E: Abt-Team vor den Toren Hollywoods

Daniel Abt, FIA Formula E, 05 Mexico City (c)Abt

Long Beach, dieser Name lässt das Herz vor allem amerikanischer Motorsportfans höher schlagen. Der Kurs, südlich von Los Angeles und direkt am Pazifik gelegen, hat eine lange Rennsport-Tradition, die bis ins Jahr 1975 zurückreicht. In diesem Jahr trägt die Formel E vor der beeindruckenden Kulisse erneut ihren ePrix aus. Es ist das einzige Rennen in den USA. Der 2,131 Kilometer lange Kurs entlang des Hafens und rund um das Kongress-Zentrum gilt als einer der Höhepunkte im Kalender.

Die beiden Piloten des deutschen Teams Abt Schaeffler Audi Sport reisen mit besten Erinnerungen nach Kalifornien. Abt eroberte im April 2015 in Long Beach seine erste Pole-Position in der Formel E, sein Teamkollege di Grassi feierte nach einem spannenden Rennen auf dem Podium. Nach vier Podiumsplätzen, darunter ein Sieg, musste der Südamerikaner zuletzt einen Rückschlag verdauen: Zwar gewann er den Lauf in Mexiko-Stadt souverän, wurde aber anschließend wegen Untergewichts seines Autos aus der Wertung genommen. Das Team übernahm die Verantwortung für den Fehler.

Lucas di Grassi:
„Jetzt beginnt für mich eine actionreiche Zeit mit vier Rennen in WEC und Formel E innerhalb von fünf Wochen. Los geht es mit der Formel E in Long Beach, ein Name mit einer großen Tradition im Motorsport“, sagt di Grassi. „Die Atmosphäre mit dem Kurs direkt am Wasser ist beeindruckend. Die Fans können sich auf ein spannendes Rennen freuen. Mein Ziel ist klar: Ich möchte um einen Platz auf dem Podium und wenn möglich den Sieg fahren, das ist uns bisher bei jedem Saisonrennen gelungen. Die Disqualifikation in Mexiko war natürlich ein Rückschlag im Kampf um den Titel. Mein Team hat die Umstände genau aufgearbeitet und wird alles dafür tun, dass so etwas nie wieder passiert. Damit ist das Thema für mich erledigt und ich blicke nur noch nach vorn: sechs Rennen, gut 150 Punkte, es gibt noch viel zu erreichen und unser Ehrgeiz ist ungebrochen. In Mexiko haben wir zusammen verloren, das nächste Mal gewinnen wir wieder zusammen.“

Daniel Abt:
Für den erklärten Amerika-Fan Daniel Abt ist das Gastspiel ein Highlight. Auch sportlich scheinen ihm die USA zu liegen: Der Pole-Position in Long Beach war im Vorjahr ein dritter Platz beim Rennen in Miami vorausgegangen. Mit dem Einzug in die Super Pole vor zwei Wochen in Mexiko präsentiert sich der Deutsche jetzt wieder in guter Form. „Ich mag die Atmosphäre in den Staaten einfach, das Klima, die Städte, den ganzen Way of Life“, sagt Abt, der einen Tag früher als geplant nach Kalifornien reist. „Ich freue mich darauf, ein bisschen durch Los Angeles zu streifen, bevor dann ab Donnerstagmorgen die gesamte Konzentration nur der Formel E gilt.“ Die Ziele des jüngsten Piloten im Feld bleiben ehrgeizig. „Ich möchte auch in Long Beach in die Super Pole und dann im Rennen ums Podium fahren.“

Im Interview, das wir mit ihm beim Motorsportlaunch von Eurosport führten, freut sich Abt schon sehr auf Kalifornien: „Ich bin höchst motiviert und bin der Erste, der will, dass Champagner fließt.“

Wenn Abts Boxenstopp so reibungslos klappen wie zuletzt beim Mexico ePrix, dann ist dem jungen Bayer durchaus eine große Überraschung zuzutrauen. Eine Erklärung für die schwankenden Boxenstopps in der bisherigen Saison findet der Deutsche auch nicht, wie Abt im Gespräch sagt. In Mexico-City wurde eine Kehrtwende zugunsten des 23-Jährigen eingeleitet.

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