Formel E: Heidfelds Handgelenk eingeschränkt

Nick Heidfeld_Mahindra(c)FIAformulaE

Nick Heidfeld feierte nach seiner Armverletzung mit Platz sieben in Buenos Aires ein gelungenes Comeback. Dennoch geht der Deutsche davon aus, dass er sein Handgelenk nie mehr so belastbar ist wie früher, meldet ‚Motorsport.com‘. Der Mahindra-Pilot verletzte sich beim ePrix in Putrajaya ein Gelenksband in der rechten Hand, als sein Lenkrad einschnappte. Heidfeld unterzog sich in der Schweiz einer Operation, die ihm für das darauffolgende Rennen in Punta del Este (Uruguay) eine Zwangspause verordnete. Das Langstrecken-WM-Finale in Bahrain musste der 38-Jährige zwangsläufig sausen lassen.

Heidfeld war überzeugt davon, dass er voll genesen sei, als er in die argentinische Hauptstadt zum ersten ePrix des neuen Jahres reiste. Weit gefehlt. Hinter seinem Einsatz stand ein großes Fragezeichen, doch nach dem Shakedown gab er selbst grünes Licht für einen Einsatz. Adam Carroll wäre als Ersatzpilot bereits parat gestanden.

Das Comeback gelang, doch die Schmerzen blieben. Im Interview mit ‚Motorsport.com‘ sagt Heidfeld ganz offen, dass er sich fit genug für das Rennen fühlte, aber die Hand nie mehr so gelenkig sein werde wie vor der Verletzung. Insbesondere gegen Rennende ließen die Kräfte buchstäblich nach.

Heidfeld macht Spass (c)Twitter Heidefeld

Schmerzen blieben:

Heidfeld flog nach dem ePrix zu PR-Terminen nach Indien, wo er auf dem Buddh Circuit einen Showrun mit dem Mahindra-Boliden auf dem Programm stand. Dort traten die Handgelenksschmerzen erneut auf. „Zuerst fühlte ich mich wohl, daher achtete ich nicht so sehr auf die Hand. Ich machte normale Bewegungen und dann fühlte ich, dass es doch noch nicht in Ordnung ist. Die Heilung verläuft sehr schnell und das ist das Wichtigste“, macht sich Heidfeld Mut.

„Der Arzt sagt, die Heilung wird noch ein paar Monate dauern, doch ich spüre, dass die Gelenkigkeit nie mehr so sein wird wie früher“, so Heidfeld. Dennoch geht der Mahindra-Pilot davon aus, dass die Verletzung keine weitreichenden Folgen nach sich ziehen wird. „Ich glaube nicht, denn im Motorsport ist nicht viel Gelenkigkeit notwendig. Ich werde zwar nicht vollständig genesen, aber es reicht allemal, ein Rennauto zu steuern. Die Kräfte kommen wieder, es braucht ein wenig Geduld.“

Rennverlauf Buenos Aires:

Mit dem bisherigen Verlauf der Saison zeigt sich Heidfeld zufrieden. „Ich denke, sie ist bisher gut verlaufen. Es war fantastisch, in unserem ersten Rennen gemeinsam mit Mahindra einen Podestplatz in Peking zu erreichen. Ein Rennen aussetzen zu müssen, war anschließend nicht gerade angenehm. Dann folgte das erfolgreiche Comeback mit Platz sieben. Wir wollten mehr erreichen. Wegen der Verletzung war es ein akzeptables Ergebnis, insbesondere da ich von Startplatz 13 ins Rennen ging. Für das gesamte Team war es eine schöne Belohnung, beide Autos in die Punkteränge zu bekommen, nachdem es in Punta del Este nicht optimal für uns lief“, fasst der vierfache Familienvater zusammen.

Im Freien Training lief es für Heidfeld noch nicht optimal, man arbeitete in die falsche Richtung. Doch der erfahrene Mönchengladbacher ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und überzeugte mit einer geschickten Strategie. „Ich wusste, wenn ich einen kühlen Kopf bewahre und mit der Energiemenge sorgsam umgehe, werde ich gegen Rennende einige Positionen gutmachen. Und so kam es auch. Zu Beginn des Rennens wurde ich nach hinten durchgereicht, aber nicht wegen fehlender Pace, sondern wegen dem geringeren Energieverbrauch. Es zahlte sich aus. Von ganz hinten ging es noch bis auf Platz sieben nach vorne“, resümierte Heidfeld zufriedenstellend das Comeback-Rennen.

Formel E prädestiniert für City-Kurse:

Der ehemalige Formel-1-Pilot widerspricht Kritikern, dass die Elektroboliden der Formel E nicht schnell genug seien. „Sie sind nicht so schnell wie Formel-1-Autos, aber gerade für Straßenkurse prädestiniert. Wer schon einmal ein Rennen live verfolgt hat und die Kurven sieht, wie eng es in Innenstädten zugeht, dann passt es perfekt, würde ich behaupten. Wenn man dort mit der Formel 1 fahren würde, wäre es viel zu gefährlich. Außerdem ist es dort momentan gar nicht erlaubt zu fahren“, sagt Heidfeld.

Dagegen sieht der Mahindra-Pilot erwartungsvoll der ersten autonom fahrenden Meisterschaft ‚RoboRace‘ entgegen. „Ich glaube, es ist eine großartige Idee. Ich kann es kaum erwarten, sie zu sehen. Es wird interessant werden, wenn sie kommt. Es ist egal, ob sie nächstes Jahr kommt oder vielleicht noch später, aber es ist sehr interessant, sie zu verfolgen. Wie die Formel E ist sie ein Neubeginn. Ich weiß momentan wirklich nicht, was uns erwartet“, freut sich Heidfeld auf die Support-Serie der Formel E.

Wechsel zu Mahindra:

Einen Neubeginn in Sachen Formel E unternahm Heidfeld selbst zu Saisonbeginn, als er überraschend von Venturi zu Mahindra wechselte. Da Jacques Villeneuve bei den Monegassen anheuerte, war kein Platz mehr frei für den Mönchengladbacher. „Es war keine leichte Entscheidung, da Venturi ein sehr gutes Team ist. Wir besaßen einige Male die Möglichkeiten im letzten Jahr zu gewinnen. Peking als Beispiel und in Buenos Aires führte ich bis ein, zwei Runden vor Schluss, ehe ich eine Durchfahrtsstrafe wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse erhielt. Der Geschwindigkeits-Begrenzer war ausgefallen“, ließ Heidfeld die Premierensaison noch einmal Revue passieren.

„Nichtsdestotrotz unterhielt ich mich mit Mahindra-Boss Dilbagh Gill und ich erkannte, dass er sehr präzise analysierte, warum es für sein Team in der ersten Saison nicht rund lief. Sie haben danach einige Veränderungen durchgeführt und man erkennt schon, dass es ein bisschen runder läuft. Für Saison drei, so glaube ich, haben sie die richtigen Entscheidungen getroffen. Die zukünftige Richtung von Mahindra war auch ausschlaggebend, weshalb ich zu Ihnen ging“, begründete Heidfeld seinen Wechsel.

Saison drei:

Er ist felsenfest davon überzeugt, dass sich Mahindra in den kommenden Jahren weiter steigern wird. „Mahindra hat gewiss einen Plan, noch weitere Grenzen zu sprengen. Sie haben einige Dinge vom ersten zum zweiten Jahr verändert, es ist aber nicht möglich, alles sofort zu machen. Wir werden in der nächsten Saison weitere Fortschritte beim Antrieb erleben. Wir loten die Grenzen noch stärker aus, so wie es momentan Renault macht. Aktuell müssen wir mit dem vorhandenen Paket auskommen, aber ich hoffe, dass wir in Saison drei gegen sie konkurrieren können und auf einem ähnlichen hohen Niveau fahren“, gibt der Mahindra-Pilot die Devise aus.

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