Formel E: Dragon löst sich von Venturi, strebt Herstellerstatus an

Dragon Racing (c)FIAformulaE

Die Formel E erhält einen weiteren Hersteller. Dragon Racing bemüht sich bei den Organisatoren der Elektrorennserie, den Status eines Herstellers zu erlangen. Dragon will unabhängig werden und sich von Venturi lösen. Daher benötigt es laut ‚autosport.com‘ den Herstellerstatus, um in der Formel E weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das US-Team von Jay Penske erreichte in der Premierensaison der Elektroserie hinter der e.dams-Mannschaft den Vizetitel und mischt auch in der zweiten Saison mit den beiden Top-Piloten Jerome d’Ambrosio und Loic Duval vorne kräftig mit. Die Penske-Mannschaft ist das einzige Formel E-Team, dass als Nicht-Konstrukteur einen Antrieb eines Konkurrenten bezieht. Venturis VM200-FE-01-Antriebsstrang leistet Dragon weiterhin den notwendigen Performance-Schub, um e.dams und die ‚Äbte‘ im Kampf um die Spitzenplätze zu ärgern. Platz drei in der Teammeisterschaft hält der Penske-Mannschaft alle Möglichkeiten offen, um den Titel mitzukämpfen.

Dragons Teammanager Oriol Servia, der in der Premierensaison selbst noch ins Cockpit des US-Teams griff, möchte trotz des guten Abschneidens einen eigenen Antriebsstrang und nennt auch die Gründe dafür: „Wir könnten unsere Chancen auf beide Meisterschaften wahren, die Fahrer- und die Teammeisterschaft. Das Paket mit Venturi läuft hervorragend, doch am Ende des Tages hat man nicht die vollständige Handlungsfreiheit, die man gerne hätte.“

Servia weiß um die Wichtigkeit der Software, die das Bindeglied zwischen Motor, Getriebe, Inverter und Kühlsystem ist. Sie zeichnet für das Zusammenspiel aller Komponenten verantwortlich. „Die Software ist für die Meisterschaft ein äußerst wichtiger Parameter. Sie handelt das Batteriemanagement und die Motorleistungssteuerung.“  Wie der Spanier anmerkt, ist Venturi verpflichtet, Ihnen nur die Hardware zur Verfügung zu stellen, nicht aber die Software. Bei Verbesserungen der Softwarefunktionalität gibt es keine Pflicht, diese dem US-Team ebenfalls zugänglich zu machen. „Wir sind auf diesem Gebiet sehr eingeschränkt“, gibt Servia auch unumwunden zu. „Man muss beinahe ein eigener Hersteller werden, um von niemanden abhängig sein“, ergänzt der Dragon-Verantwortliche.

Auf die Konkurrenzsituation zu Venturi angesprochen meint Servia: „Es ist ein anderes Team, das es gilt, jeden Rennsamstag zu schlagen.“ Daher strebt Dragon an, einen eigenen Antriebsstrang einsetzen. „Wir sind sehr nah dran, einen neuen Antrieb zu bringen.“

Der Spanier nennt den Grund, warum Dragon kein Hersteller in dieser Saison wurde. „Wir sind ein Rennteam, kein Autohersteller. Wir sind zuversichtlich, ein optimales Paket zu schüren.“ Servia ist bewußt, dass Dragon keinen Antrieb in Eigenregie entwickeln kann. „In Wahrheit gibt es niemanden, der in seiner Garage einen eigenen Elektromotor entwickelt. Man benötigt Partner, die das seit Jahren machen. Man arbeitet mit Ausrüstungspartner zusammen, sagt Ihnen, was man gerne möchte und hofft, ein entsprechendes Paket zu bekommen.“

 

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