Formel E: e.dams-Pilot Buemi feiert Strandparty in Punta del Este

Sebastien Buemi_(c)Renault

Sebastien Buemi hat in Punta del Este den dritten ePrix der laufenden Saison souverän gewonnen und wiederholte damit seinen Vorjahreserfolg. Platz zwei ging an den Abt-Piloten Lucas di Grassi  vor Pole-Setter Jerome d’Ambrosio. Knapp dahinter beendete d’Ambrosios Teamkollege Loic Duval das Rennen auf Platz vier. Für den einzigen deutschen Piloten im Fahrerfeld Daniel Abt gab es einen achten Platz.

„Heute war ein anstrengender Tag. Ich hatte am Vormittag einen Unfall, und wir haben es trotzdem bis zum Sieg geschafft. Ich muss mich bei meinem Team bedanken, das nach dem Crash das Chassis und Getriebe wechseln musste. Nach Malaysia ist dieses Comeback verständlicherweise besonders schön für das ganze Team. Was für ein tolles Rennen!“, freute sich Buemi, der sich nach seinem zweiten Saisonsieg wieder die Tabellenführung zurückholte.

Der Schweizer ging nur als Fünfter ins Rennen, da er im Qualifying Nerven zeigte und patzte. Dennoch hatte der e.damsPilot das Glück auf seiner Seite, da er von der sauberen Starterseite mit mehr Grip das Rennen angehen konnte. Buemi schnappte sich gleich di Grassi, der einen Platz vor ihm ins Rennen gegangen war. D’Ambrosio, der zum ersten Mal in seiner Formel-e-Karriere die Pole-Position eroberte, blieb zunächst vorne.

Doch bald machte Buemi kurzen Prozess mit seinen Vorderleute. Nacheinander ließ er Duval, Sam Bird (DS Virgin) und  d’Ambrosio stehen und führte ab der achten Runde das Feld an. Die Führung gab er nicht mehr ab, zu stark lief sein Arbeitsgerät an diesen Tag.

Lucas di Grassi, Abt schaeffler Audi Sport (c)Abt,FIAformulaE

Lucas di Grassi

Ein wenig Hoffnung keimte im Abt-Lager auf, als es nach 17 von 33 Runden zum obligatorischen Fahrzeugwechsel kam. Nach einem mäßigen Start und einigem Gerangel in der ersten Rennhälfte wurde der Boxenstopp für di Grassi zum Showdown des Rennens in Punta del Este. Der Südamerikaner bog auf Position vier in die Boxengasse ab und kehrte auf Platz zwei wieder auf die Rennstrecke zurück. 59 Sekunden sind als Mindestzeit festgeschrieben,  di Grassi benötigte perfekte 59,2 Sekunden.

Dennoch blieb Buemi vorne, der allerdings nun Druck vom Brasilianer bekam. Virgin-Pilot Bird, der bis dahin eine tadellose Leistung hinlegte, blieb als Dritter auf der Start- und Zielgeraden einfach stehen und mußte aufgeben. Da sich sein Arbeitsgerät in einer gefährlichen Zone befand und nicht rechtzeitig entfernt werden konnte, befahl die Rennleitung richtigerweise Full Course Yellow. Zum Leidwesen von Buemi, der sofort langsamer wurde. Doch der Renndirektor zählte erst noch einen Countdown von zehn Sekunden herunter, um die langsame Rennphase einzuleiten. Di Grassi roch den Braten und machte Boden auf den e.dams-Fahrer gut.  „Ich habe dadurch fünf Sekunden auf di Grassi verloren“, schimpfte Buemi via Radiofunk Richtung Renndirektor.

Doch Buemi setzte danach seine souveräne Fahrt fort, erlaubte sich keine weiteren Fehler und fuhr di Grassi auf und davon. Action bekam das Rennen erst wieder gegen Ende des Rennens, als Jean-Eric Vergne seinen FanBoost ins Spiel brachte. Mit Champion Nelson Piquet Jr. (NextEV TCR) lieferte sich der Franzose ein brisantes Duell, das mit einem Ausritt Piquets endete. Der Brasilianer blieb trotz des heftigen Einschlags unverletzt, Vergne rettete sich als Fünfter ins Ziel.

Zwischenzeitlich sah es so aus, als könnte der einzige Deutsche im Fahrerfeld ,Daniel Abt, mit di Grassi im Parallelflug nach vorn stürmen. Doch ein kurzer Kontakt mit der Mauer warf ihn um einige Positionen zurück. „“Ich hatte einen guten Start und war in der Spitzengruppe unterwegs. Nach dem kleinen Ausrutscher habe ich mich dann darauf konzentriert, die Punkte nach Hause zu fahren und lieber nichts mehr riskiert“, so der junge Kemptener.

Vorne tat sich nicht mehr viel, die Positionen waren bezogen. Da Buemi sich noch weitere zwei Punkte mit der schnellsten Rennrunde holte, ging er in der Meisterschaft an di Grassi vorbei, lediglich mit einem Pünktchen. Da Buemis Teamkollege Nicolas Prost mit Platz fünf weitere Punkte für die e.dams-Truppe sammelte, konnte das Team um Alain Prost auch die Teamführung vor der Abt-Truppe wieder zurückerobern. Dennoch zeigte sich Abt-Teamchef Hans-Jürgern Abt nach dem Rennen zufrieden: „“Natürlich wollen wir immer gewinnen, aber heute feiern wir auch diesen zweiten Platz wie einen Sieg“, sagte der Teamchef. „Das Team hat wieder einmal seine Nervenstärke gezeigt und darf jetzt stolz Weihnachten feiern. Ja, wir haben beide Tabellenführungen verloren – aber das ist für uns nach dem dritten Rennen nicht mehr als eine Momentaufnahme.““

Bevor es endgültig in eine kurze Weihnachtspause geht, steht heute noch ein Testtag in Punta del Este auf dem Programm, bevor die Mechaniker und Ingenieure dann am Montag wieder zurück in die Heimat fliegen. Der nächste Lauf der Formel E startet am 6. Februar in Buenos Aires (Argentinien).

Rennen Punta del Este:

  1.  Sebastien Buemi, e.dams
  2.  Lucas di Grassi, Abt Schaeffler Audi Sport
  3.  Jerome d’Ambrosio, Dragon
  4.  Loic Duval, Dragon
  5.  Nicolas Prost, e.dams
  6.  Antonio Felix da Costa, Aguri
  7.  Jean-Eric Vergne, DS Virgin
  8.  Daniel Abt, Abt Schaeffler Audi Sport
  9.  Stephane Sarrazin, Venturi
  10.  Robin Frijns, Andretti

 

 

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