Formel E: Oliver Sittler & Timo Scheider kommentieren Formel E auf Eurosport

Oliver Sittler, Eurosport (c)ERICH HIRSCH

Am Samstag läutet die Formel E ihre dritte Runde ein. Der ePrix von Punta del Este kommt live im Free-TV. Eurosport überträgt ab 19:15 Uhr aus Uruguay. Bekanntlich hat sich der Sportsender für zwei Jahre exklusiv die Übertragungsrechte für die Formel E gesichert. Oliver Sittler kommentiert für Eurosport das erste Südamerika-Gastspiel der Elektrorennserie zur neuen Saison. An seiner Seite wird diesmal der zweimalige DTM-Champion und Audi-Werksfahrer Timo Scheider als Co-Kommentator fungieren. Beide zusammen haben erst kürzlich das Race of Champions (ROC) aus London für Eurosport kommentiert.

„Ich finde es toll, dass die Formel E die Vorreiterrolle in Sachen alternativer Antriebe im Rennsport übernommen hat. Ein zukunftsweisendes Konzept, von dem letztendlich jeder profitieren kann. Das Rennen in Uruguay exklusiv und live für Eurosport im deutschen Free-TV kommentieren zu dürfen, freut mich umso mehr. Ich kenne durch meine Verbindung zum Team Abt und Schaeffler schon viele Menschen, die im Umfeld der Formel E arbeiten. Durch die neue Aufgabe kann ich noch tiefer in die Rennserie einsteigen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Man sollte mit offenen Augen durch die Welt laufen um sich bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten“, freut sich Scheider schon auf sein Gastspiel in der Moderatorenkabine. Dem 37-jährigen ist die Jugend im Motorsport besonders ans Herz gewachsen, der in der ADAC Formel 4 (eine Einstiegsplattform für den Formelsport) ein eigenes Nachwuchsteam unterhält.

Letzte Woche haben wir Sittler bei ‚StarsandCars‘ in Stuttgart getroffen, wo er uns ganz spontan ein Interview gab.

Wie kamen Sie dazu, die Formel E für Eurosport im deutschen Free-TV zu moderieren?

Ich wurde gefragt, ob ich mir es vorstellen könnte, die Formel E zu kommentieren. Ehrlich gesagt, habe ich am Anfang über die Formel E gelächelt. Wenn man aus der normalen Motorsportszene kommt, ist es so eine Sache mit Ecken und Kanten. Elektrorennserie ohne Sound. Wenn man sich die Rennen aber ansieht, wieviel Action auf der Strecke geboten wird, wie die Kommunikation unter den Fahrern ist, was für eine Atmosphäre vorherrscht, muss ich sagen, es ist ein Produkt zum Liebhaben. Ich fühle mich sehr geehrt und finde es toll, dass ich den Deutschen im Free-TV die Formel E näherbringen kann.

Wie bereiten Sie sich auf einen ePrix vor?

Ich stehe mit Nick Heidfeld und seinem Management in Kontakt, natürlich auch mit Daniel Abt. Ich versuche, so viele Informationen wie möglich zu erhalten, am Liebsten aus erster Hand, von Heidfeld oder Abt, dem Abt-Team oder von Schaeffler, um es aus deutscher Sicht transportieren zu können. Die ganze Thematik ist zukunftsweisend und es freut mich sehr, so eine Innovation mitbegleiten zu dürfen.

Audi-DTM-Pilot Timo Scheider auf der Ispo (c)Erich Hirsch

Ist es für Sie angenehmer, einen Fachexperten an deiner Seite zu haben?

Wenn du allein kommentiert, gibst du dir deine Geschichte selbst vor. Da kommt nichts von außen rein. Das Schöne ist, wenn du einen Fachexperten neben der sitzen hast, ist es lockerer und einfacher, weil ein weiteres Thema dazukommt, das ein Fachexperte anspricht. Der Co-Kommentator bringt eine lockere und lustige Atmosphäre rein. Dazu kommt, dass ich schlecht einschätzen kann, wie sich ein Formel-E-Auto anfühlt, da ich es noch nie gefahren bin. Da fehlt mir schlicht die Erfahrung. Es macht das Kommentieren einfacher, wenn nebendran jemand mitkommentiert. Das gibt dir mal Zeit, auf eine Übersicht oder Tabelle zu schauen und deine Augen vom Bild wegzunehmen, ohne die Angst zu haben, etwas zu verpassen. Ich muss sagen, mit Timo Scheider hat mir die Kommentierung des Race of Champions Riesenspass gemacht und ihm auch. Wir beide denken darüber nach, wie wir in Zukunft das fortsetzen können. Es hängt auch von seinen Terminen ab.

Wir haben übrigens für den ePrix in Punta bei Nick Heidfeld als Co-Kommentator angefragt. Er muss jedoch noch seine Handgelenksverletzung auskurieren und hat daher abgesagt. Weitere Kandidaten wären Heinz-Harald Frentzen und Christian Danner, die zumindest einen Formel-E-Boliden bereits pilotierten und sich daher auskennen.

Haben Sie sich in der Premierensaison einen ePrix live vor Ort angesehen?

Ja, das Deutschland-Gastspiel in Berlin.

Sie sind ja auch Streckensprecher bei allen DTM-Rennen im Einsatz und kennen dort die Szene. Haben Sie sich mit BMW-Werksfahrer Antonio Felix da Costa, der für Aguri in der Formel E startet, schon über die Serie unterhalten?

Ja natürlich, ich habe ihn kürzlich bei einer BMW-Veranstaltung getroffen. Er hat sich viel Zeit genommen, mit mir über die Elektrorennserie zu fachsimplen. Er hat mir viel über die speziellen Herausforderungen erzählt, da es ein anderes Rennfahren ist. Man muss auf das Energiemanagement besonders Acht geben und die Autos fahren sich anders, wie es ein Rennfahrer eigentlich gewöhnt ist, egal ob sie aus der Formel 3 oder DTM kommen. Das hängt mit dem hohen Gewicht der Batterien zusammen, es lastet mehr Gewicht auf der Hinterachse und dadurch sind die Autos sehr schwierig zu handeln.

Nach zwei Rennen, haben Sie schon die Stärken und Schwächen der Formel E ausgemacht?

Es liest sich, wenn ich mir das Starterfeld ansehe, wie das ‚Who is Who‘ des Motorsports. Das hochkarätige Fahrerfeld ist eine der Stärken der Formel E. Ein Schwachpunkt ist die Tatsache, dass die Organisatoren zu früh begonnen haben, die Innovationen freizugeben. Man hat verschiedene Werke und Hersteller reingeholt, um den Antriebsstrang zu entwickeln.  Es wäre vielleicht besser gewesen, noch eine Weile mit dem exakt gleichen Material weiterzufahren, da sich dadurch die Stärken und Schwächen der einzelnen Fahrer besser charakterisieren lassen. Diese Meinung vertreten übrigens auch einige Piloten. Auf der anderen Seite ist die Offenlegung für die Gesamtentwicklung von Elektrotechnologie für die ganze Automobilbranche sehr positiv. Die Formel E ist Taktgeber für eine innovative Technik, die letztendlich auch in Zukunft auf der Straße zu sehen sein wird.

Welche Rolle spielt die Formel E bei Eurosport in den nächsten Jahren?

Dazu kann ich wenig sagen. Es gibt einen Vertrag. Eurosport ist von Discovery gekauft worden und miteinander verbandelt. Für die vielen Formel-E-Fans hoffe ich, dass es im Free-TV bleibt. Mir bereitet das Kommentieren großen Spaß.

In der Premierensaison sendete Sky aus einem kleinen Studio aus München. Wie macht es Eurosport?

Eurosport hat diverse Studios in Deutschland. Punta del Este werde ich aus dem Hauptstudio in München zusammen mit Timo Scheider kommentieren. Für die weiteren Rennen laufen die Planungen auf Hochtouren, welche Rennen wir vor Ort machen werden. Wie es aktuell aussieht, machen wir alle Europa-Rennen vor Ort. Was die Rennen in Buenos Aires, Mexico-City und Long Beach betrifft, sind wir in Verhandlungen. Wir arbeiten auch daran, dass wir einen Rennfahrer als Co-Kommentator bekommen, der sich mit der Formel E gut auskennt. Wir wollen einen deutschen Fahrer haben, der nah am Thema dran ist. Das ist momentan alles in Planung.

Wie viele Leute bei Eurosport arbeiten nur für die Formel E?

Das ist unterschiedlich. Das Team besteht aus verschiedenen Leuten. Es gibt Kamerateams vor Ort, dazu Kommentatoren, es gibt redaktionelle Mitarbeiter und Koordinatoren. Ich schätze mal 10 bis 15 Personen sind damit beschäftigt.

 

 

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