Formel E: ‚Roborace‘ revolutioniert den Motorsport

DTM Hockenheim II saisonfinale 2014 (c)Erich Hirsch

Der Motorsport definiert sich neu. ‚Roborace‘ mischt die ganze Szene neu auf. Im Vorjahr stieg mit der Formel E die erste vollelektrische Rennserie in den Motorsport ein. Das Premierenjahr der Formel E war ein grandioser Erfolg. Das neu geschaffene Rennformat, Training, Qualifying und Rennen an einen ganzen Tag abzuhalten und der FanBoost, bei dem sich die Rennsportfans direkt in das Renngeschehen einklicken können, revolutionierte den Motorsport. Die Mannschaft um Formel-E-Serienboss Alejandro Agag hat ganze Arbeit geleistet.

Die Formel E wird ab der dritten Saison mit ‚Roborace‘ einen weiteren Meilenstein im Motorsport setzen. Die erste fahrerlose Rennsportmeisterschaft tritt im Vorprogramm eines jeden Formel-E-Rennens auf. Eine autonom fahrende Rennserie im Rahmenprogramm der Formel E fährt die identischen Stadtkurse der Elektroserie. Renndauer soll eine Stunde betragen.

Kein Lucas di Grassi, Daniel Abt oder Nick Heidfeld im Cockpit eines Rennautos. Unvorstellbar und doch Wirklichkeit. Das autonome Fahren ist und wird in der Automobilbranche das zentrale Thema in den kommenden Jahren schlechthin sein und unser Leben und Handeln im Alltag neu definieren.

Schon heute sehen wir auf den weltgrößten Auto- und Computermessen wie beispielsweise der CES in Las Vegas (jedes Jahr Anfang Januar) futuristische, autonome Fahrzeuge, die bald Realität werden können.

DTM Hockenheim II saisonfinale 2014 (c)Erich Hirsch

Beim DTM-Saisonfinale 2014 auf dem Hockenheimring war ich Zeuge, wie Audi das fahrerlose Fahren zelebrierte. Der Audi RS7 piloted driving concept umrundete die Strecke zentimetergenau im Renntempo, ohne Fahrer. Da war sogar Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger von der Performance fasziniert, der den Startschuss für diese spektakuläre Demonstration gab.

Die Big Player der IT-Branche wie Apple oder Google arbeiten bereits heute im verborgenen Kämmerlein an autonom fahrende Fahrzeuge. Auch Audis deutsche Konkurrenten BMW und Mercedes arbeiten in Forschungsprojekten bereits an den Autos der Zukunft. Mercedes hatte Anfang Januar auf der weltgrößten Computermesse (CES) einen spektakulären Auftritt mit dem autonom fahrenden Fahrzeug F015 Luxury.

„Roborace wird den wissenschaftlichsten und technikaffinen Herstellen weltweit einen offenen Wettbewerb bieten“, sagt Agag. Zusammen mit dem Unternehmen Kinektik starten die Formel-E-Organisatoren diese Initiative. „Mehr als 300 km/h könnten die Geschwindigkeiten zukünftig sein“, so Denis Sverdlov von Kinetik. „Allerdings sei es dafür noch zu früh, die Entwicklung stehe gerade einmal am Anfang“, ergänzt der Kinetik-Gründer.

„Es ist schon spannend, eine weitere neue Plattform zu schaffen. Zu zeigen, was möglich ist und ich glaube, es gibt ein großes Potential für uns die nächste große Idee zu zeigen“, gibt sich Agag erneut ganz visionär.

Zehn Teams mit je zwei fahrerlosen Fahrzeugen sollen ab der dritten Saison an den Start gehen. Während bei der Formel E inzwischen die Antriebsaggregate zur Eigenentwicklung freigegeben wurden und somit verschiedene Lösungen zum Tragen kommen, sollen bei ‚Roborace‘ durchgängig Einheitsfahrzeuge eingesetzt werden. Einzig und allein die Software kann in Eigenregie optimiert werden. Laut Sverdlov gibt es bereits erste API’s, also Schnittstellen zur Programmierung. „Damit können eigene Algorithmen programmiert und entwickelt werden“, so der Kinetik-Boss.

DTM Hockenheim II saisonfinale 2014 (c)Erich Hirsch
Den Organisatoren schwebt vor, nicht nur die großen Automobil- und IT-Firmen ins Boot zu holen, sondern auch die Fan-Gemeinschaft soll ein Roborace-Team bilden. Kreative Entwickler und Programmierer stehen alle Möglichkeiten offen. Ein Fan-Boost für ‚Roborace‘ sozusagen.

In der Motorsport-Szene ruft ‚Roborace‘ gemischte Gefühle hervor. Putrajaya-Sieger Lucas di Grassi begrüßt via Twitter die nächste Motorsport-Revolution.

Twitter di Grassi (c)Twitter,di Grassi

Seine Fans hat der Abt-Pilot aufgefordert, ihre Meinung zu der autonom fahrenden Meisterschaft kundzutun. Immerhin 50 Prozent di Grassi-Fans sprachen sich für ‚Roborace‘ aus.

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