Formel E: Rennvorschau auf Putrajaya (Malaysia), wiederholt Bird Vorjahrserfolg ?

Sam Bird DS Virgin (c)DS Virgin

Am Samstag geht die Formel E in die zweite Runde. In der malaysischen 50.000-Einwohnerstadt Putrajaya, südlich von Kuala Lumpur, steht den 20 Piloten im wahrsten Sinne des Wortes ein hitziges Rennen bevor. Bei einer Luftfeuchtigkeit von knapp 90 Prozent und 32 Grad Lufttemperatur werden Piloten und Maschine extrem gefordert. Auf keiner anderen Strecke des Formel-E-Kalenders geht es so heiß her wie in Malaysia. Die 2,5 Kilometer lange Strecke umfasst 12 Kurven, die teilweise einen sehr holprigen Asphalt aufweist. Dort müssen sich die neuen Elektromotoren der Teams im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Stabilität erneut beweisen.

Als eine der symbolträchtigsten Strecken im Rennkalender führt der Stadtkurs von Putrajaya entlang des Putrajaya Boulevard. Der prachtvolle Bürokomplex Perdana Putra des malaysischen Premierministers bietet für den Lauf eine malerische Kulisse.

Im Vorjahr feierte Sam Bird (DS Virgin) einen souveränen Sieg, der erste von zwei (London) Erfolgen in der Premierensaison. Der Brite hätte nichts dagegen, seinen Sieg aus der vergangenen Saison zu wiederholen. “ Neben meinen Sieg in London war der Sieg in Putrajaya zweifellos mein persönliches Highlight in der Vorsaison. Für uns als Team steht noch eine Menge Arbeit bevor, aber ich kann mir für das kommende Rennen keinen schöneren Schauplatz vorstellen. Die Kulisse ist einmalig“, so Bird. Beim Auftaktrennen in Peking erzielte der DS Virgin-Pilot Platz sieben, war aber mit der Performance des neuen Elektromotors nicht zufrieden.

Zumindest auf seine Fans kann sich Bird verlassen, denn in Peking gewann er völlig überraschend den FanBoost. „Ich habe mich über den Gewinn des FanBoost in Peking sehr gefreut und war gleichzeitig auch ein wenig überrascht. Im vergangenen Jahr konnten wir die Wahl lediglich ein Mal für uns entscheiden – hoffentlich gelingt Jean-Éric Vergne und mir dies in der laufenden Saison häufiger.“

Sein neuer Teamkollege Vergne enttäuschte in Peking mit Platz 12, konnte sich aber zumindest für das Shootout des neuen Qualifyingmodus qualifizieren. „Wir sind sehr zuversichtlich aufgrund der in Peking erreichten Geschwindigkeiten – ganz besonders im Qualifying, das wir als Zweitschnellste abschlossen“, erkläre Jean-Éric Vergne im Vorfeld seines Renndebüts in Putrajaya. „Auf diese positiven Aspekte werden wir in Malaysia aufbauen. Hoffentlich kann ich zu einem weiteren Erfolg des Teams, das hier 2014 siegte, beitragen.“

Als klarer Favorit reist das Team Renault e.dams um Tabellenführer Sebastien Buemi und Nicolas Prost nach Malaysia. Der neue Renault-Elektromotor spielte in Peking in einer eigenen Liga und die Konkurrenz wird sich strecken müssen, der französischen Mannschaft Paroli bieten zu können. Buemi feierte einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg, gewann das Qualifying und fuhr zudem die schnellste Rennrunde. Mit der maximalen Ausbeute von 30 Punkten kommt der Schweizer als souveräner Tabellenführer nach Malaysia. Sein Teamkollege Prost hatte im Kampf um eine Podestplatz hingegen kein Glück, verlor die Aufhängung des Heckflügels und wurde am Ende nur 16.

Auf die Lauer von Buemi und Prost legen sich besonders Lucas di Grassi vom Abt Schaeffler Audi Sport Team und Mahindra-Neuzugang Nick Heidfeld. Di Grassi feierte mit Platz zwei in Peking einen gelungenen Einstand des neu entwickelten Schaeffler-Motors. In der Vorsaison landete der Brasilianer hinter Bird auf Platz zwei. Überraschend stark fuhr der Deutsche Heidfeld für seinen neuen Arbeitgeber. Platz drei war der verdiente Lohn eines hart umkämpften Rennens, denn Heidfeld konnte dank seiner Erfahrung und seinem Können nur mit Mühe den heftigen Attacken der beiden Dragon-Piloten Loic Duval und Jerome d’Ambrosio standhalten. Mit diesen drei Teams wird in Putrajaya sicher zu rechnen sein. Di Grassis Teamkollege Daniel Abt konnte trotz eines tapferen Rennens mit Platz neun keine Punkte mitnehmen, da er nachträglich wegen Unsafe Release auf Platz elf zurückversetzt wurde. Bruno Senna, Teamkollege von Heidfeld, kam hingegen über Platz 13 nicht hinaus.

Besonders enttäuschend verlief der Auftakt für Formel-E-Champion Nelson Piquet Jr im NextEV TCR-Boliden, der in allen Sessions einen rabenschwarzen Tag erwischte und am Ende auf Platz 15 landete. Da wartet noch viel Arbeit auf den Titelverteidiger, der zumindest in Teamkollege Oliver Turvey einen Lichtblick in seinem Team sah. Denn der Brite fuhr mit einer alternativen Strategie in Peking immerhin bis auf Platz sechs vor. Schwer einzuschätzen, wie stark die chinesische Mannschaft in Malaysia zurückkommt. Gespannt darf man auf das Auftreten von Venturi-Pilot Jacques Villeneuve sein, der in China unverschuldet mit Antonio Felix da Costa kollidierte und sich ins Ziel auf Platz 14 schleppte. Da besteht noch viel Luft nach oben.

Premiere in die neue Saison feiert die Trulli-Mannschaft in Malaysia. Wie der Schweizer Rennstall via Twitter meldete, sind die Motoren termingerecht in Putrajaya angekommen, der erste Aufritt des neuen Motomatica-Motors JT-01 steht also nichts mehr im Wege. In Peking konnte das Team um Teamchef Jarno Trulli nur Zuschauen, da die Antriebsteile des neuen Motors beim Zoll festhingen. Vitantonio Liuzzi und Neuzugang Salvador Duran können es schon gar nicht mehr erwarten, erste Runden mit dem neuen Boliden zu drehen.

Wegen des erwarteten Monsunregens wird das Rennen um zwei Stunden vorverlegt. Um 07.00 Uhr früh deutscher Zeit können die deutschen Fans im Free-TV auf Eurosport das Hitzerennen verfolgen. Bereits ab 06.15 Uhr bringt Eurosport unverschlüsselt das Qualifying zeitversetzt, auf den kostenpflichtigen Eurosport-Player sind alle Sessions und das Qualifying live zu sehen.

Zeitplan Putrajaya (deutsche Zeit):

00:45 Uhr – 02:00 Uhr Freies Training
03:00 Uhr – 03:45 Uhr Qualifying
03:45 Uhr – 04:00 Uhr Super Pole
07:00 Uhr – Rennen (33 Runden)

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