DTM: Pressesprecher Lorenz Liechti: Emotionen gibt es nur im Sport

Lorenz Liechti,DTM-Pressesprecher (c)Erich Hirsch

Die DTM 2015 ist Geschichte und kürte mit Pascal Wehrlein (Mercedes) den jüngsten DTM-Champion aller Zeiten. Die Fahrer standen bei jedem DTM-Rennwochenende im Mittelpunkt. Abseits der Blicke von Zuschauern und Fernsehkameras zieht der eingetragene Verein Internationale Tourenwagen Rennen, kurz ITR, die Fäden zur Durchführung eines DTM-Rennens. Die ITR vermarktet und organisiert die Rennserie. Einen sehr wichtigen Part begleitet dabei Lorenz Liechti. Der ehemalige Weltklasseschwimmer (Bronzemedaillengewinner der Kurzbahn-EM 2003 in Dublin) leitet seit 1. März 2015 den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DTM. Liechti berichtet an den Vorstand der ITR um den Vorsitzenden Hans Werner Aufrecht. Vor seinem Wechsel in den Motorsport leitete der Schweizer den Medien & Kommunikationsbereich des Schweizer Skiverband Swiss-Ski.

Ich habe mich mit dem 39-jährigen DTM-Pressesprecher über seine Tätigkeit am Rande des DTM-Finales in Hockenheim unterhalten. Herausgekommen ist ein zweiteiliges Interview. Im Ersten Teil erfährt Ihr, welche Highlights Liechti in seiner Zeit beim Schweizer Skiverband erlebt hat und was er während der langen DTM-Pause macht.

Wie bist Du Pressesprecher der DTM geworden?

Liechti: Es war viel Zufall dabei, ich komme aus dem Skisport; dort war ich vier Jahre lang Pressesprecher des Schweizer Skiverbandes und im Laufe der Zeit lernt man Personen kennen, die auch in anderen Sportarten tätig sind. So kam ich ins Gespräch, daraus entstand dann der Kontakt zum Motorsport.

Wie viele Sprachen beherrschst Du?

Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch und ein bisschen Spanisch. Das hilft für den Job. Deutsch und Englisch die beiden wichtigsten Sprachen. Französisch ist hilfreich, sich mit einzelnen Fahrern und Journalisten zu unterhalten, Italienisch und Spanisch brauche ich dagegen sehr wenig.

Als Pressesprecher im Schweizer Skiverband hast Du viel erlebt, insbesondere die Konkurrenz der Schweiz mit Österreich ist ja bekannt…

Ich habe den legendären Krisenwinter in der Schweiz miterlebt. Da war in jeder Hinsicht eine Herausforderung, verdammt schwer. Nicht die Niederlagen an sich, sondern die internen Auswirkungen und was für Reaktionen von außen kamen.

In der Schweiz sind die Erwartungen extrem hoch, was den Skisport betrifft, und jeder, der nicht aufs Podest fährt, steht schon mal in der öffentlichen Kritik.

Als Pressesprecher von Swiss Ski war ich viel näher an den Athleten dran als heute. Hauptsächlich war ich mit den alpinen Skiläufern unterwegs. Ich habe die Athleten bei den Rennen betreut, nicht nur wenn es um Medientermine geht. Der Kontakt mit den Athleten, da gibt es sehr schöne Erlebnisse, auch schwierige, da Spitzensportler immer speziell im Umgang sind. Das ist der Vorteil, den ich habe, da ich selber Spitzensport gemacht habe. Ich weiss, wie die Athleten ticken und man darf nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, wenn die Emotionen rauskommen. Auf jeden Fall eine sehr spannende und lehrreiche Zeit.

Du warst selbst Spitzensportler…

Genau, ich war Schwimmer und habe einige Jahre Spitzensport in der Schweiz betrieben. Für einen Olympiasieg hat es nicht gereicht, aber ein paar Mal Landesmeister in der Schweiz und eine Bronzemedaille bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Dublin zählen zu meinen größten Erfolgen.

Seit einem Jahr bist Du DTM-Pressesprecher, was ist das Schöne an dem Job?

Das Schöne sind die Emotionen, die es praktisch nur im Umfeld des Sports zu erleben gibt. Daher macht es mir so viel Spass, genau in diesem Umfeld zu arbeiten. Die Rennen sind anstrengende, hektische Wochenenden, aber das macht mir überhaupt nichts aus, im Gegenteil, das finde ich herausfordernd, das brauche ich ein bisschen.

An Action mangelte es Dir auch nicht als Schweizer Pressesprecher. Bei einem Hahnenkamm-Rennen auf der Streiff oder bei Olympischen Spielen, war man da nicht besonders gefordert?

Definitiv. Wenn Didier Cuche zum fünften oder sechsten Mal in Kitzbühel gewinnt und dann seinen Rücktritt noch verkündet, dann geht medial schon etwas ab. Da muss man sich nicht um die Medienpräsenz sorgen, die kommt dann absolut automatisch. Es ist in solchen Momenten wichtig, das halbwegs zu kanalisieren, dass der Sportler zwischendurch zum Atmen kommt. Ähnlich bei Olympischen Spielen, da möchte jeder etwas wissen. Jeder möchte ein Bild haben, ein Interview erhalten.

Was waren deine Highlights in der Arbeit für den Schweizer Skiverband?

Mein persönliches Highlight war der Olympiasieg von Dominique Gisin beim Abfahrtslauf in Sotchi 2014. Das sind ganz besondere Momente, wenn man einen Sportler lange auf diesen Weg hin begleitet und hautnah miterlebt, dass alles aufgeht. Wenn am Ende die Eins aufleuchtet, das sind unbeschreibliche Momente.

Hast du mit ehemaligen Skiassen noch Kontakt?

Ja, teilweise. Es war nicht nur eine rein berufliche Beziehung, da wir uns im Skisport vier bis fünf Monaten täglich gesehen haben. Da spricht man auch über private Dinge, so ist der eine oder andere Kontakt noch geblieben.

Was macht ein DTM-Pressesprecher in der langen Pause bis zum Saisonstart Anfang Mai 2016 ?

Die erste Phase ist geprägt von Abarbeiten, was noch kurz nach dem Saisonfinale ansteht. Dazu zählen Auswertungen oder Rückblickgeschichten.

Aber danach geht es gleich los mit den Planungen und Überlegungen für die neue Saison 2016. Was können wir anders oder besser machen.

Und Urlaub …?

Ja, der kommt auch. Im November bin ich zwei Wochen weg.

 

Den Zweiten Teil des Interviews bekommt Ihr morgen zu lesen.

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