Formel E: Sebastien Buemi gewinnt Auftaktrennen in Peking

Peking, FIA Formula E Championship 2015/16 (c)FIAformulaE

Sebastien Buemi heißt der strahlende Sieger beim Auftaktrennen der Formel-E-Saison 2015/2016 in Peking. Der Schweizer feierte im e.dams-Renault einen souveränen Start-Ziel-Sieg von der Pole-Position vor Lucas di Grassi (Abt Schaeffler Audi Sport) und dem Deutschen Nick Heidfeld (Mahindra). Für Buemi war es ein ganz perfekter Renntag, der 26-Jährige holte mit der neu eingeführten Super Pole und der schnellsten Rennrunde die maximale Punkteausbeute von 30 Zählern. Die Fans in Peking und am Fernseher (Eurosport übertrug erstmals live und unverschlüsselt) erlebten einen spannenden Auftakt der Elektro-Rennserie in der chinesischen Hauptstadt, bei dem bis zur letzten Runde um die Positionen gekämpft wurde.

„Der Sieg freut mich natürlich wahnsinnig. Es war ein bisschen seltsam, da vorne alleine zu fahren“, sagte Buemi nach dem Rennen. Er fuhr dem Feld auf und davon, teilweise lag er 15 Sekunden vor den Verfolgern, am Ende betrug der Vorsprung immer noch elf Sekunden.

Einen glänzenden Einstand feierte der neue Motor des Abt Schaeffler Audi Sport Team, denn Lucas di Grassi, der von Platz vier ins Rennen ging, düpierte schon frühzeitig Nicolas Prost und konnte nach dem obligatorischen Fahrzeugwechsel auch den bis dahin zweitplatzierten Heidfeld hinter sich lassen. Platz zwei gab di Grassi nicht mehr aus der Hand. Der Brasilianer kam zwischenzeitlich durch Buemis Teamkollegen Nicolas Prost (e.dams-Renault) in arge Bedrängnis, doch der Franzose beschädigte sich in der Drangphase auf Platz zwei die Heckflügelaufhängung und verlor zudem die Schnauze seines Rennboliden, die ihn zur Aufgabe zwangen. „Auf dem Podium in eine neue Saison zu starten, ist immer ein tolles Erlebnis“, sagte di Grassi. „Der Pokal für den zweiten Platz ist eine schöne Belohnung für die harte Arbeit unserer Mechaniker, Ingenieure und Partner, die sich im Sommer keine Pause gegönnt haben.“

Für den Sohn des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost dagegen scheint Peking kein gutes Pflaster zu sein, denn im Vorjahr kollidierte Prost im Kampf um den Sieg gegen Heidfeld spektakulär und schied aus.

Dagegen feierte Nick Heidfeld nach seinem Wechsel von Venturi zu Mahindra einen Einstand nach Maß. Nach seinem Horrorcrash vom Vorjahr, erntete Heidfeld an gleicher Wirkungsstätte diesmal die Lorbeeren mit einem Podestplatz. Allerdings hatte der 38-Jährige zuvor mächtig Druck von seinen Verfolgern Loic Duval und Jerome d’Ambrosio (beide Dragon), die er nur mit Mühe hinter sich halten konnte. Am Ende waren es gerade mal 0,3 Sekunden Vorsprung auf Duval, der sich mit Platz vier zufriedengeben musste. Heidfeld profitierte dabei von einem internen Duell der beiden Dragon-Piloten, die sich gegenseitig fast rausgekegelt hätten. So erhielt der Deutsche unfreiwillig ein wenig Verschnaufspause, die er nutzte, den ersten Podestplatz für sein Mahindra-Team zu sichern.

Weniger Glück hatte di Grassis Teamkollege Daniel Abt, der nach einer soliden Leistung zuerst Platz neun erreichte und damit zwei Meisterschaftspunkte mitnahm. Nach dem Rennen verlor er Positionen und Punkte allerdings wieder, weil die Sportkommissare beim Stopp ein ‚Unsafe Release‘ sahen. Peking scheint Abt nicht zu liegen, denn im Vorjahr verlor der Kemptener seinen dritten Platz wegen zuviel Energieverbrauch und wurde auf Platz zehn zurückversetzt.

Wie erging es den Debütanten? Ex-Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve (Venturi) machte kurz nach dem Pflichtboxenstopp Bekanntschaft mit Antonio Felix da Costa (Aguri), als beide kollidierten. Während Felix da Costa mit Aufhängungsschaden zum Aufgeben gezwungen wurde, fuhr Villeneuve weiter, kam allerdings nicht über Platz 14 hinaus.

Besser machten es der Niederländer Robin Frijns (Andretti), der nach Abts Strafversetzung Platz zehn erbte und Aguri-Neuling Nathanaël Berthon, der Platz acht erzielte. Olivier Turvey im NextEV TCR fuhr auf Rang sechs, sein Teamkollege Nelson Piquet Jr, seines Zeichen erster Formel-E-Weltmeister, erwischte ein rabenschwarzes Wochenende und kam über Platz 15 nicht hinaus.
Last but not least Simona de Silvestro (Andretti), die nach einem Rempler, der von den TV-Bildern nicht eingefangen wurde, in der Boxenmauer landete und ausschied. Enttäuschend das Abschneiden des Franzosaen Jean-Eric Vergne, der bei seinem Einstand für DS Virgin nur auf Platz 12 kam, sein Teamkollege Sam Bird fuhr immerhin auf Platz sieben.

Alles in allem war es ein sehr spannendes Auftaktrennen mit einer beängstigenden Überlegenheit des Renault-e.Dams-Teams. Die Konkurrenz wird sich strecken müssen, um in zwei Wochen bei malaysischen ePrix in Putrajaya (7.November) Buemi & Co Paroli bieten zu können.

Ergebnis Peking, ePrix 1:
1. Sebastien Buemi, Renault e.Dams
2. Lucas di Grassi, Abt Schaeffler Audi Sport
3. Nick Heidfeld, Mahindra
4. Loic Duval, Dragon
5. Jerome d’Ambrosio, Dragon
6. Oliver Turvey, NextEV TCR
7. Sam Bird, DS Virgin
7. Nathanael Berthon, Aguri
9. Stephane Sarrazin, Venturi
10. Robin Frijns, Amlin Andretti

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: