Eurobike 2015: Zukunft des Mountainbikes ist elektrisch

EUROBIKE 2015 mit Mountainbikes auf e-Motoren (c)Messe Friedrichshafen/Eurobike
In drei Wochen startet die Internationale Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen. „Das wird das nächste große Ding“, sagt Gary Fisher, in der Fachwelt als einer der Erfinder des Mountainbikes bekannt, jüngst vor amerikanischen Marktteilnehmern. Das Thema, über das der Kalifornier sprach, waren Mountainbikes mit Elektromotor. Auf der Eurobike (26. bis 29. August 2015) werden viele Neuheiten in diesem Segment für das Modelljahr 2016 vorgestellt.

Viele Innovationen, die im Fahrradmarkt längst zum Standard geworden sind, waren zuerst in dieser Produktkategorie mit ihren breiten Stollenreifen zu finden. Doch beim E-Bike ging die Entwicklung den umgekehrten Weg: Während bei Trekking- und City-Fahrrädern der Elektroantrieb bereits seit einigen Jahren einen Siegeszug feiert, kommt die Tretkraftunterstützung per E-Motor bei den Fahrrädern für den sportlichen Offroad-Einsatz gerade erst so richtig in Fahrt.

„In zehn Jahren wird es keine kommerziellen Mountainbikes mehr ohne Elektromotor geben“, sagte jüngst Marc Faude, der beim deutschen Fahrradkonzern Derby Cycle die sportliche Marke Focus steuert. Focus stellte vor Pressevertretern auf den Eurobike Media Days in Kirchberg in Tirol sein neues Modell Jarifa i29 für das kommende Modelljahr vor, das auf dem vom Hersteller selbst entwickelten Antriebssystem Impulse Evo basiert. Dieses neue Antriebssystem kommt mit seinen kompakten Abmessungen künftig auch bei der urban geprägten Derby-Marke Kalkhoff zum Einsatz. Mit seiner Akku-Integration im Unterrohr ist das neue Focus-Modell auf den ersten Blick kaum von einem schnittigen Race-Hardtail zu unterscheiden. Und tatsächlich erinnern am neuen E-Mountainbike aus Cloppenburg viele Ausstattungsdetails an Mountainbike-Modelle für den sportlichen Renneinsatz.

Eine gute Integration können sich beim E-Mountainbike im neuen Modelljahr auch andere Anbieter auf die Fahnen schreiben. Fahrradhersteller Winora hat bei seiner sportlichen Bike-Marke Haibike die Einführung des neuen Antriebssystems Perfomance CX von Bosch zum Anlass genommen, seine Bike-Linie Xduro grundlegend zu überarbeiten. Die 2016er Modelle der Marke aus Schweinfurt, die sich zu den Marktführern unter den E-MTB-Anbietern zählen darf, setzen künftig auf den neuen Antrieb, der von Bosch mit seinem höheren Drehmoment, 500-Wh-Akku und einigen anderen technischen Features speziell für den Einsatz an sportlichen Fahrradmodellen konzipiert wurde.

Während Haibike den Elektroantrieb gut integriert, sonst aber bei seinen Xduros aus deren Eigenschaft als E-Bike kein Geheimnis macht, muss man bei Rotwild schon genau hinsehen, um das neue Modell R.X+ FS als Elektrorad zu erkennen. Das E-Mountainbike der hessischen Bikeschmiede setzt auf den noch neuen E-Motor von Automotive-Ausrüster Brose, der mit seinen kompakten Abmessungen fast vollständig vom Kettenblatt verdeckt wird. Dazu kommt ein individuell für Rotwild entwickelter Akku, der trotz seiner großen Kapazität von 500 Wh vollständig im Unterrohr verschwindet.

Doch nicht nur die Antriebsintegration zeugt bei Rotwild von einem hohen Innovationsgrad: Grundlage für das E-Mountainbike ist eine neue Rahmengeneration von Rotwild, die sich sowohl mit 27.5-Laufrädern als auch mit dem neuen Format 27+ bestücken lässt. 27+ steht für eine neue Reifenbreite, die mit drei Zoll eine Brücke schlägt zwischen herkömmlichen Mountainbike-Reifen und dem überbreiten Fatbike-Format.

Wer als internationaler Marktteilnehmer wissen will, was die Trends im E-Bike-Markt für die kommenden Jahre sind, für den ist die Fachmesse am Bodensee vom 26. bis 29. August wieder ein Pflichttermin. Rund 1 350 Aussteller, 46 000 Fachbesucher aus über 100 Ländern, 20 000 Fahrradfans und knapp 2 000 Journalisten haben nur eines im Blick: Das Bike.

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