Formula Student Germany: Ingenieure per Datenanalyse auf die Pole Position

Tim Kayser (c)VDI
Diese Woche ist es soweit. Fünf Tage lang geben mehr als 3.000 Studenten in 115 Teams mit ihren selbstgebauten Rennwagen alles, um am Ende auf Platz 1 zu fahren. Die Formula Student Germany 2015 auf dem Hockenheimring ist eine Großveranstaltung, die noch bis Sonntag ihren großen Auftritt hat.

Die Formula Student Germany ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb. Studententeams konstruieren, entwickeln und bauen einen Formelrennwagen und treten gegen Teams aus der ganzen Welt an. Die angehenden Ingenieure werden eines Tages in einer Motorsportserie arbeiten. Einer von Ihnen, der es geschafft hat, ist Tim Kayser.

Mit bis zu 250 km/h rasen in der Nachwuchsserie FIA Formel 3 die Rennboliden über die Strecke. Im Rahmen der DTM ist Spielberg dieses Wochenende Schauplatz des nächstes Rennens. Es geht um tausendstel Sekunden und über Sieg oder Niederlage entscheidet das kleinste Detail. Genau hier wird es für Kayser richtig spannend. Als Dateningenieur bei Mücke Motorsport ist es sein Job, aus den Daten, die der Rennwagen produziert, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Funktionieren alle Systeme einwandfrei? Wie sieht es mit den Vitaldaten aus? Verhält sich der Fahrer richtig? Ingenieur Kayser sucht überall nach Möglichkeiten die letzten Prozente aus Fahrer und Fahrzeug heraus zu kitzeln.

Mit seiner aktuellen Arbeit hat sich Kayser einen lang gehegten Traum erfüllt. Schon als Kind fieberte er leidenschaftlich mit Michael Schumacher mit und überlegte sich technische Lösungen, wie man einen Rennwagen noch schneller machen könnte. „Natürlich sehr naiv und noch utopischer war für mich der Gedanke, wirklich einmal im Motorsport zu arbeiten“, sagt Kayser. Ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik hat aus der Utopie Wirklichkeit gemacht. Denn Themen wie Aerodynamik, Leichtbau und Sicherheit sind auch im Motorsport von großer Bedeutung. Fahrzeugtechnik-Know-how holt sich Kayser jetzt zusätzlich nebenbei ‚On-the-Job‘. Eine Herausforderung, die er gerne annimmt.

Tim Kayser (c)VDI

Was braucht man für die Poleposition? „Einen guten Fahrer, ein gutes Auto und eine große Festplatte“, sagt Kayser. Für ihn sind Ingenieure Problemlöser und stehen als solche immer wieder vor neuen Herausforderungen. „Es gibt sehr viele frustrierende Momente, aber auch umso schönere, wenn man ein Problem gelöst hat“, sagt er. „Doch solange man ruhig bleibt und offen ist für neue Lösungsansätze kann man sich sicher sein, dass sich alles bewältigen lässt.“

Gerade im Motorsport ist man schließlich in einem ständigen Kreislauf aus Testen, Analysieren und Verbessern. Innovationen, die hier entstehen, kommen oft der Autobranche als Ganzes zu Gute. Anstatt Benziner weiterzuentwickeln, könnte der Rennsport dabei schon bald für bessere Elektroautos sorgen. Elektro-Rennserien wie die Formel E gewinnen immer mehr an Bedeutung. Auf jeden Fall möchte Kayser weiterhin Teil der großen Motorsport-Familie bleiben, denn nirgendwo ist die Entwicklung so schnell und so spannend: „Im Motorsport hast du immer wieder aufs Neue die Möglichkeit deine Ideen zu überprüfen. Alle 14 Tage ist wieder ein Rennen und eine neue Chance es besser zu machen.“

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