DTM: Performance-Gewichte: Fluch oder Segen ?

Audi-Piloten Ekström,Rockenfeller,Scheider (c)Audi

Vor dem Rennwochenende in Spielberg gibt es momentan nur ein Thema bei Fahrer und Fans. Sind die Performance-Gewichte eine sinnvolle Regelung ? Seit 2014 hat die DTM diese Regelung eingeführt. Hintergrund der Regelung ist es, die Chancengleichheit unter den drei beteiligten Herstellern Audi, BMW und Mercedes-Benz über eine komplette Rennsaison zu gewährleisten. Es geht darum, die Dominanz einer Marke zu verhindern. Nun mehren sich die Kritiken, dass derjenige Fahrer bestraft wird, der am Erfolgreichsten fährt. Zu Saisonbeginn fuhren die Audi-Piloten am Hockenheimring und am Lausitzring alle in Grund und Boden, am Norisring dominierte Mercedes, während BMW zuletzt in Zandvoort alles abräumte.

„Ich kann auch ohne ‚Kartoffelsäcke‘ klarkommen“, wie der Meisterschaftszweite Mattias Ekström (Audi) die Performance-Belastung tituliert. „Ich bin dafür, sie komplett abzuschaffen“, spricht der Schwede Klartext. Sein Markenkollege Timo Scheider geht nicht ganz so hart mit der Regelung ins Gericht: „Ich persönlich würde mir schon nach jedem Rennen eine Änderung wünschen, also von Samstag auf Sonntag.“ Der zweifache DTM-Champion und Fahrersprecher bei Audi könnte sich aber eine weitere Lösung vorstellen: „Wenn man die ersten Drei mit den Zusatz-Gewichten belegt, gibt man dem Rest des Feldes mehr Chancen.“ Scheider ist sich sicher, dass sich dadurch ein vorzeitiger Titelfavorit vermeiden lässt.

Bruno Spengler,BMW (c)BMW

Wie sieht die Audi-Konkurrenz die Regelung? DTM-Champion Bruno Spengler (BMW) plädiert dafür, die Regelung zumindest bis Saisonende durchzuziehen. „Jeder Hersteller und jeder Fahrer wusste vor Saisonbeginn um die Regelung. Jeder hat sich also darauf einstellen können. Daher bin ich der Meinung, sie nicht während der laufenden Saison abzuändern bzw. abzuschaffen. Allerdings braucht so eine Rennserie wie die DTM nicht unbedingt die Performance-Gewichte“, so der Kanadier.

Max. Götz (c)Erich Hirsch

Mercedes-Rookie Maximilian Götz sieht die Regelungn ebenfalls kritisch: „Bestrafung durch Performancegewichte sind immer schlecht für einen Fahrer, der einen guten Job gemacht hat. Es ist für mich als Neuling sicher von Vorteil, wenn die schnelleren Fahrer ein wenig langsamer werden.“ Doch wie Scheider kann sich der Sterne-Pilot eine Lösung vorstellen, nur die Top-3-Piloten mit Zusatzgewicht zu beladen. „Im GT-Sport, wo ich ja herkomme, ist das so üblich“, ergänzt Götz.

Mike Rockenfeller (Audi) zeigte sich vor dem Norisring-Rennen ziemlich verärgert darüber, dass er zusammen mit Ekström das schwerste Auto unter den 24 Piloten hatte. „Es ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, dass mein Auto mehr Gewicht trägt, als beispielsweise Jamie Green nach seinen beiden Siegen zu Saisonbeginn. Als Fan, glaube ich, kann man das auch nicht verstehen“, so der DTM-Champion von 2013.

Einen Fürsprecher hat Audi-Pilot Ekström in Ski-Star Felix Neureuther, der als Fan der DTM besonders die fahrerischen Künste des Schweden verfolgt. „Ekström ist für mich der schnellste Fahrer. Ich kann als Außenstehender auch nicht nachvollziehen, dass ein Fahrer, der erfolgreich fährt, mit Zusatzgewichten bestraft wird.“

In Spielberg sind die BMW-Piloten übrigens erneut mit den leichtesten Fahrzeugen unterwegs. Zwar werden die Münchner nach ihren historischen Siebenfach- und Fünffacherfolgen von Zandvoort schwerer und die Konkurrenz etwas leichter, doch auf der Highspeed-Strecke in der Steiermark ist ein leichteres Auto im Vorteil. Die Diskussionen werden weitergeführt werden, da bin ich mir sicher.

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