DTM: Die Stimmen von Audi nach Norisring

Ekström sieht sich Wickens Auto an (c)Erich Hirsch

Audi hat den erhofften Heimsieg am Norisring erneut verpasst. Die Ingolstädter boten dem DTM-Publikum nichtsdestotrotz einen spannenden Kampf.Insbesondere das Duell von Mattias Ekström gegen BMW-Pilot Bruno Spengler hatte es in sich. In der Fahrer- und Markenwertung bleibt Audi weiterhin voran. Hier die Stimmen der Audi-Mannschaft:

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef):
„Das Norisring-Wochenende war wieder einmal ein absolutes Highlight. Es waren an beiden Tagen sehr viele Zuschauer vor Ort, wie jedes Jahr auch wieder besonders viele Audi-Fans und -Mitarbeiter. Die hätten natürlich gerne einen Audi siegen sehen, aber das war aufgrund der hohen Performance-Gewichte in unseren Autos einfach nicht möglich. Mit Jamie (Green) und Mattias (Ekström) haben immerhin unsere beiden bestplatzierten Fahrer in der Tabelle wertvolle Punkte gesammelt, die am Ende der Saison entscheidend sein könnten. Toll war, dass ausgerechnet unser RS 5 DTM im Retrodesign von 1990 am Sonntag einer der Hauptdarsteller des Rennens war. Ich denke, die Aktion ist bei den Fans gut angekommen. Insgesamt haben wir den Fans am Norisring viel geboten, inklusive zwei toller Rennen im Audi Sport TT Cup.“

Dieter Gass (Leiter DTM bei Audi Sport): „Auf dem Norisring machen sich die Performance-Gewichte besonders bemerkbar. Das haben unsere Wettbewerber erwartungsgemäß ausgenutzt, vor allem die Kollegen aus Stuttgart. Unsere Fahrer hatten es dieses Wochenende wirklich nicht leicht. Zwei waren dabei ‚outstanding‘: Jamie (Green) und Mattias (Ekström). Die beiden haben die Grenzen der Physik an diesem Wochenende infrage gestellt: Jamie am Samstag, Mattias am Sonntag. Schade ist, dass Jamie am Sonntag um mögliche weitere Punkte gebracht wurde. Ich bin nicht damit einverstanden, wie man heute mit dem Meisterschaftsführenden umgegangen ist. Wenn man Jamie Green so hart angeht, dass er wegen eines Reifenschadens an die Box kommen muss, ist das nicht okay. Das Überholmanöver von Bruno Spengler gegen Mattias Ekström war ebenfalls hart, blieb aber fair. So etwas wollen die Fans sehen.“

Mattias Ekström (Platz 17 / Platz 4):
„Das zweite Rennen war spannend. Der Kampf um Platz drei hat Spaß gemacht. Leider haben meine Reifen drei, vier Runden vor Schluss unter dem hohen Gewicht nachgelassen. Deshalb konnte ich meinen Vorsprung nicht mehr verteidigen. Ich kannte mein Limit, habe Bruno Spengler Platz gelassen und ihm ist ein gutes Manöver gelungen. Er war auch in der Vergangenheit sehr fair zu mir, deshalb habe ich ihm diese Chance gelassen. Er hat den Pokal verdient. Ich bin von dem Rennergebnis überhaupt nicht enttäuscht, denn man darf nie vergessen, wie groß unser Nachteil beim Gewicht war. Es war eines der besten Rennen meiner Karriere. Das Rennen lief fehlerfrei und mein Team hat eine gute Abstimmung gefunden.“

Jamie Green (Platz 7 / Platz 19): „Ich habe in etwa mit diesem Ergebnis gerechnet. Die Stärken, die unser Auto hat, kamen am Norisring nicht zur Geltung. Jetzt stehen andere Strecken im Kalender. Im ersten Rennen war klar, dass es viele Platzwechsel geben würde. Ich war auf Slicks unterwegs, viele Gegner auf Regenreifen. An beiden Tagen hat sich aber gezeigt, dass man auf dieser Strecke nicht zu viele Risiken eingehen sollte. Leider galt das auch für einen Gegner, der mir so hart ins Auto fuhr, dass ich einen Reifenschaden hatte. Ich würde natürlich gern um Siege kämpfen, aber positiv ist, dass ich Nürnberg als Tabellenführer verlasse. In Zandvoort will ich wieder um den Sieg kämpfen.“

Edoardo Mortara (Platz 11 / Platz 15): „Stadtkurse liegen mir, deshalb bin ich enttäuscht, dass es für uns nicht besser lief. Natürlich hat uns das Gewicht überhaupt nicht geholfen. Aber wir müssen auch innerhalb des Teams analysieren, warum wir als Mannschaft keine geschlossene Leistung gezeigt haben. Es fällt mir schwer, auf Anhieb zu begründen, weshalb wir nicht wettbewerbsfähiger waren. Ich bin mir aber sicher, dass wir schon in zwei Wochen in Zandvoort ein ganz anderes Bild sehen werden. Und ich freue mich, zwischendurch ein Rennwochenende beim Audi R8 LMS Cup in Taiwan zu bestreiten.“

Mike Rockenfeller (Platz 14 / Ausfall): „Wir kamen nach Nürnberg und wussten, wie sehr wir unter dem hohen Gewicht leiden würden. Trotzdem müssen wir selbstkritisch sein, denn wir haben gesehen, dass unser Markenkollege Mattias Ekström auch mit diesem Nachteil sehr gut kämpfen konnte. Am Samstag war ich im Regen gut unterwegs, doch als es trocken war, waren wir nicht schnell genug. Am Sonntag hat es im Qualifying nur für Startplatz 19 gereicht. Im Rennen war ich etwas überrascht, wie früh António Félix da Costa gebremst hat. Dass ich auf ihn auffuhr, war dennoch klar mein Fehler. Zum Glück trug sein Auto nur einen geringen Schaden davon, während ich leider aufgeben musste. Gerne hätte ich unserem Partner Schaeffler beim Heimspiel mehr geboten. Schön war, dass sich Frau Schaeffler die Zeit genommen hat, uns an der Rennstrecke zu besuchen.“

Adrien Tambay (Platz 19 / Platz 14): „Nach dem für mich nicht optimal verlaufenen Saisonstart hatte ich mir vorgenommen, am Norisring die ersten Punkte des Jahres zu holen. Angesichts der Performance-Gewichte war das wohl nicht das beste Wochenende dafür. Ich habe aber trotzdem mein Bestes gegeben. Am Sonntag war ich zweitbester Audi-Pilot und insofern relativ zufrieden. Ich hoffe aber, dass ich das nächste Mal auf dem Podium stehe, wenn ich wieder zweitbester Audi-Pilot bin. Und dass die BMW-Piloten nicht wieder so aggressiv fahren wie auf dem Norisring. Ich versuche immer, ohne Berührungen zu überholen. Das war bei den BMW-Piloten dieses Wochenende nicht der Fall.“

Timo Scheider (Platz 16 / Platz 17):
„Mein Wochenende hat schwierig begonnen und ebenso geendet. Im Regen lag ich unter den besten fünf, doch im Qualifying trocknete es ab und mir ist ein Fehler passiert. Am Sonntag war unsere Leistung viel zu schlecht. Wir konnten im Qualifying nichts ausrichten und haben im Rennen auch nicht um Punkte gekämpft. Das ist frustrierend. Einige Teamkollegen haben von Samstag auf Sonntag große Änderungen an der Abstimmung vorgenommen. In der Regel trifft man damit nicht gleich ins Schwarze, aber das war diesmal anders. Wir haben etwas gelernt, was wir hoffentlich in Zandvoort umsetzen können.“

Nico Müller (Platz 18 / Platz 20): „Meine ersten Runden liefen nicht schlecht. Ich habe einige Plätze gewonnen und die Zweikämpfe haben Spaß gemacht. Wenn man noch nicht so lange in der DTM ist, ist es wichtig, sich auch bei den Positionskämpfen im Mittelfeld durchzusetzen. Klar ist aber auch, dass wir an diesem Wochenende nicht schnell genug waren. Vielleicht liegt uns die Streckencharakteristik nicht so, hinzu kam das Gewicht. Ich blicke nach vorn und freue mich auf Zandvoort. Das ist eine echt coole Strecke.“

Molina am Norisring (c)Erich Hirsch

Miguel Molina (Platz 20 / Platz 18): „Leider war mein Wochenende nicht so gut. Im ersten Qualifying war ich als Neunter zweitbester Audi-Fahrer. Das war mein bestes Qualifying auf dem Norisring, seit ich in der DTM fahre. Leider hat mich ein Gegner im ersten Rennen schon in der ersten Kurve umgedreht. Im Zeittraining am Sonntag kam ich auf keine gute Rundenzeit. Das Rennen habe ich als Test genutzt, um an meinem Fahrstil zu arbeiten und auch am Auto etwas auszuprobieren. Für Zandvoort bin ich optimistisch. In der Meisterschaft bin ich als Achter aktuell viertbester Audi-Fahrer.“

Arno Zensen (Teamchef Audi Sport Team Rosberg): „Wir haben Punkte auf dem Norisring gesammelt und reisen mit Jamie (Green) als Tabellenführer aus Nürnberg ab. Das ist ebenso positiv wie die Tatsache, dass Jamie trotz des hohen Erfolgsgewichts an Bord im Qualifying sehr schnell war und entsprechend gute Ausgangspositionen gehabt hat. Leider kamen ihm in beiden Rennen in der ersten Runde Gegner in die Quere, sonst wäre sicherlich noch mehr für ihn drin gewesen. Nico (Müller) kämpfte wie viele seiner Markenkollegen mit dem zusätzlichen Gewicht und konnte nur stellenweise sein Potenzial aufzeigen. Jetzt können wir Gewicht ausladen, daher bin ich zuversichtlich, dass wir in Zandvoort wieder unsere Stärken voll ausspielen können.“

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline):
„Für die DTM war es ein tolles Wochenende vor einer fantastischen Kulisse, für unsere Mannschaft aber eines der härtesten seit Langem. Es ist ziemlich frustrierend, wenn man aufgrund der Performance-Gewichte mit stumpfen Waffen kämpfen muss und das auch noch bei unserem Heimspiel vor unseren Fans. Trotzdem hat jeder im Team sein Bestes gegeben und der Lohn sind zwölf hart verdiente Punkte. Mattias (Ekström) ist am Sonntag wieder einmal über sich hinausgewachsen. Er hatte den schnellsten Audi im Feld. Den wollen wir ihm auch in Zandvoort geben. Das ist eine unserer Lieblingsstrecken und eine gute Gelegenheit, zurückzuschlagen.“

Ernst Moser (Teamchef Audi Sport Team Phoenix): „Es war unter den Vorzeichen des hohen Gewichts klar, dass der Kampf um den Sieg für Audi schwer werden würde. Aber wir müssen uns auch eingestehen, dass es uns am Norisring nicht gelungen ist, die gute Mannschaftsleistung der vergangenen Rennen zu wiederholen. Darin müssen wir uns bis Zandvoort verbessern. Wir dürfen aus unseren beiden Rennwagen beim nächsten Lauf je zehn Kilogramm ausladen. Dann sind wir beim Gewicht auf dem Niveau von Mercedes, während BMW noch einen kleinen Vorteil hat. Ich erwarte bei den nächsten beiden Rennen viel Spannung und einen ausgeglichenen Kampf. Nach dem ersten Saisondrittel liegt Audi in der Tabelle vorn. Der RS 5 DTM bleibt das Auto, das es zu schlagen gilt.“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: