DTM: BMW vor einer schwierigen Aufgabe auf dem Norisring

DTM 2014 Norisring-Charly Lamm, BMW-Schnitzer (c) Erich Hirsch

Die DTM-Veranstaltung rund um den Dutzendteich zieht mit ihrer einmaligen Atmosphäre Fans und Fahrer gleichermaßen in ihren Bann. Dennoch fiebert ein Pilot im Aufgebot von BMW Motorsport den Saisonrennen fünf und sechs besonders entgegen: Marco Wittmann, der amtierende DTM-Champion, lebt nur wenige Kilometer von der Strecke entfernt in Fürth. Damit ist die Veranstaltung auf dem Norisring für Wittmann ein echtes Heimspiel.

So überrascht es kaum, dass der Kalender des BMW Team RMG Fahrers in den vergangenen Wochen prall gefüllt war – und das vor allem mit Terminen in seiner fränkischen Heimat. Für ein ganz besonderes Highlight wird Wittmann jedoch in dieser Woche die Reise nach Österreich antreten, ehe er auf dem Norisring um Punkte kämpfen will. Am Mittwoch absolviert er auf dem Red Bull Ring in Spielberg jenen Formel-1-Test mit der Scuderia Toro Rosso, mit dem ihn BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt als besondere Belohnung für seinen DTM-Titel 2014 bereits beim letztjährigen Saisonfinale in Hockenheim überrascht hatte.

DTM 2014 Norisring-RBM BMW Team (c) Erich Hirsch

Mit einem Test auf dem Lausitzring bereiteten sich die in der DTM vertretenen Hersteller auf die Rennen in Nürnberg vor. Für BMW Motorsport waren Augusto Farfus, Martin Tomczyk, Timo Glock und António Félix da Costa im Einsatz. Die beiden BMW M4 DTM wurden vom BMW Team RMG und vom BMW Team MTEK eingesetzt. Insgesamt legten die vier BMW Piloten über 2.000 Kilometer zurück.

Für Glock ging es anschließend direkt weiter nach Le Castellet. Dort stand der erste gemeinsame Renneinsatz von Alessandro Zanardi, Bruno Spengler und ihm im BMW Z4 GT3 auf dem Programm. Das Dream-Team bereitet sich aktuell auf den Start beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps am 25./26. Juli vor. Bei ihrer Premiere in der Blancpain Endurance Series schieden die drei Piloten zwar wegen eines technischen Problems vorzeitig aus, könnten aber viele wertvolle Erfahrungen im Hinblick auf die 24 Stunden von Spa sammeln.

In Maxime Martin war neben Glock und Spengler ein weiterer BMW DTM-Pilot auf dem „Circuit Paul Ricard“ unterwegs – und hatte Grund zum Jubeln. Für das BMW Sports Trophy Team Marc VDS erreichte er an der Seite von Markus Palttala und BMW Motorsport Werksfahrer Lucas Luhr den dritten Rang und stand nach dem sechsstündigen Rennen auf dem Podest.

Nun treffen sich alle BMW DTM-Piloten auf dem Norisring wieder, um nach zwei schwierigen Wochenenden in Hockenheim und auf dem Lausitzring einen Schritt nach vorn zu machen. Fünf Siege und 15 Podesterfolge konnte BMW bisher in Nürnberg feiern. In der vergangenen Saison erwies sich der Stadtkurs, der alljährlich von ehrenamtlichen Helfern renntauglich gemacht wird und auch öffentliche Straßen einschließt, jedoch als schwieriges Pflaster für BMW Motorsport. Auf zunächst nasser und später abtrocknender Strecke schafften lediglich zwei BMW Fahrer den Sprung in die Top-10. Lokalmatador Wittmann war als Sechster der bestplatzierte BMW Vertreter.

Hier die Stimmen vor dem dritten Rennwochenende 2015 auf dem Norisring:

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor):„In den vergangenen Wochen waren wir vor allem damit beschäftigt, mit Reifenpartner Hankook eine Lösung für den Rest der Saison zu finden. Mit der von Hankook angekündigten Rückkehr zu den alten Reifenstandards sollte ab dem Norisring die Basis geschaffen schein, uns wieder auf rein sportliche Dinge konzentrieren zu können. Das erleichtert auch die Analyse unserer aktuellen Situation, denn mit den ersten beiden Wochenenden der Saison können wir natürlich überhaupt nicht zufrieden sein. Unser Ziel ist klar: Wir wollen es der Konkurrenz in Nürnberg wieder schwerer machen als zuletzt. Das wird ein hartes Stück Arbeit. Aber dieser Herausforderung stellen wir uns bei BMW Motorsport gerne.“

Stefan Reinhold (Teamchef, BMW Team RMG):„Der Norisring ist Kult. Das Flair an dieser Strecke ist definitiv etwas Besonderes. Natürlich hätten wir uns gewünscht, mit einer stärkeren Ausgangsposition ins dritte Rennwochenende der Saison zu gehen. Aber wir schauen nur noch vorn und konzentrieren uns darauf, keine Fehler zu machen. Klar ist, dass wir uns in Nürnberg wieder konkurrenzfähiger präsentieren möchten.“

Charly Lamm (Teamchef, BMW Team Schnitzer):„Der Norisring ist seit jeher eine der großen Konstanten im deutschen Rennsport-Jahr. Mit nur einer Handvoll Kurven und lediglich 2,3 Kilometern Länge wirkt die Strecke zunächst einfach – und ist doch eine sehr große Herausforderung für Fahrer und Teams gleichermaßen. Die Bedeutung des Set-ups ist wegen der welligen Fahrbahn und der vielen Unebenheiten hoch. Zudem stellt der Kurs enorme Anforderungen an die Bremsen. Nach einem schwierigen Start in die Saison freuen wir uns auf die enthusiastischen Fans, die einzigartige Atmosphäre und die Tradition bei unserem bayrischen Heimrennen.“


Bart Mampaey (Teamchef, BMW Team RBM):
„Wenn man das Streckenlayout des Norisrings das erste Mal sieht, kann man nicht ahnen, welch große Herausforderung sich dahinter verbirgt. Stadtrennen sind immer speziell, und es ist schwierig, sie vollständig zu verstehen. Wir freuen wir uns auch in diesem Jahr auf unser Gastspiel in Nürnberg. Dieser Kurs ist wirklich einzigartig.“

Ernest Knoors (Teamchef, BMW Team MTEK):„Der Norisring war in den vergangenen zwei Jahren für uns immer eine schwierige Herausforderung. In dieser Saison wollen wir unsere Bilanz auf dieser Strecke mit ein bisschen mehr Erfahrung und auf Basis des exzellenten Teamworks, das wir 2015 bisher gezeigt haben, verbessern.“

Marco Wittmann (BMW Team RMG):
„Der Norisring ist immer wieder ein Highlight für mich – und die Vorfreude ist groß. Ich wohne nicht weit entfernt von der Strecke. Es motiviert mich, wenn so viele Fans, meine Familie, Verwandte und Freunde vor Ort sind, um mich zu unterstützen. Das gibt mir einen Extra-Schub. Es macht einfach Spaß, auf dem Norisring zu fahren.“

Maxime Martin (BMW Team RMG):„Nach dem erfolgreichen Rennen in Le Castellet reise ich mit Selbstvertrauen zum Norisring. Dort ist vieles anders als auf den restlichen Strecken in der DTM. Der Kurs ist trotz des relativ einfachen Layouts sehr interessant. Es ist nicht einfach, den richtigen Rhythmus zu finden. Traditionell werden wieder viele Fans am Norisring sein. Das macht das Rennen zu einem Highlight im Kalender. Ich freue mich wirklich sehr darauf, dort fahren zu können.“

Martin Tomczyk (BMW Team Schnitzer):„Jeder kommt gerne an den Norisring. Es ist einfach immer wieder ein tolles Spektakel. Dem einen Fahrer liegt dieser Stadtkurs mehr, dem anderen weniger. Wenn du dann im Auto sitzt und die einmalige Atmosphäre an der Strecke mitbekommst, dann ist das immer wieder sensationell.“

António Félix da Costa (BMW Team Schnitzer):„Das Rennwochenende wird fantastisch. Zwar lief es im vergangenen Jahr lief nicht ganz so gut für uns. Aber ich denke, mit den Lehren, die wir daraus gezogen haben, können wir dieses Mal besser abschneiden. Ich bin in jedem Fall top-motiviert.“

Augusto Farfus (BMW Team RBM):„Der Norisring ist ein magischer Ort. Die Atmosphäre und die Fans sind fantastisch. In der Vergangenheit waren die Straßen Nürnbergs nicht unbedingt das beste Pflaster für uns, aber vielleicht bietet sich uns in diesem Jahr die Chance, das zu ändern. Wichtig ist, dass wir die maximale Geschwindigkeit und das optimale Bremsverhalten aus dem Auto herauszuholen.“

Tom Blomqvist (BMW Team RBM):„Ich kenne den Norisring recht gut aus meiner Zeit in der Formel 3. Die Pace ist entscheidend, und die müssen wir im Vergleich zu den anderen Rennen verbessern. Auf jeden Fall freue ich mich riesig auf den Norisring, weil uns dort eine großartige Veranstaltung erwartet. Es sind immer viele Zuschauer dort. Ich hoffe, wir können unseren Fans einiges bieten.“

Bruno Spengler (BMW Team MTEK):„Der Norisring ist für mich das Monaco der DTM – und mit Abstand meine Lieblingsstrecke. Ich mag die Atmosphäre, die Fans sind sensationell. In den vergangenen Jahren war es am Norisring immer ein wenig schwierig für uns. Aber jedes Jahr läuft es auf dieser Strecke anders. Es hat am Wochenende Spaß gemacht, wieder im BMW Z4 GT3 zu sitzen. Wir haben in der Vorbereitung auf Spa-Francorchamps viel gelernt. Zudem bin ich zum ersten Mal seit 2002 wieder einen fliegenden Start gefahren. Und für uns Fahrer ist es ohnehin toll, zwei Rennwochenenden hintereinander zu haben.“

Timo Glock (BMW Team MTEK):„Der Norisring ist hinsichtlich der Atmosphäre immer ein absolutes Highlight und eines der schönsten Events des Jahres. Allerdings wird es für uns unter Umständen wieder ein sehr schwieriges Wochenende. Wir werden aber hart dafür arbeiten, um dort trotzdem erfolgreich zu sein. In Le Castellet bin ich mein erstes Rennen im BMW Z4 GT3 gefahren. Das Auto macht richtigen Spaß. Es war interessant, in einer Serie wie der Blancpain Endurance Series an den Start zu gehen, und für unsere Vorbereitung auf Spa war dieser Test unter Rennbedingungen sehr wichtig.“

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