FE: Moskau ePrix, wer gewinnt die Russland-Premiere ?

©Erich Hirsch (kein Duell wie zuletzt in Berlin zwischen Scott Speed und Jerome d`Ambrosio in Moskau)

Am Wochenende geht der neunte und somit drittletzte Saisonlauf der Premierensaison in Moskau über die Bühne. Auf dem 2, 290 Kilometer langen Stadtkurs mit 13 Kurven im Herzen der russischen Hauptstadt werden 33 Runden von den Elektroboliden gefahren. Bekannte Sehenswürdigkeiten wie die berühmte Basilius-Kathedrale, der Kreml und der Rote Platz machen die Russland-Premiere für die Formel E einzigartig. Fraglich ist allerdings aus politischer Sicht, weshalb die Formel E einen ePrix in Russland austrägt. Zwar soll die politische Situation nicht mit der Sportlichen vermischt werden, dennoch wäre eine Stellungsnahme seitens der Formel E wünschenswert.

Der Titelkampf spitzt sich nach dem Berlin ePrix zu, denn nicht weniger als sechs Fahrer dürfen sich berechtigte Hoffnungen machen, erster Champion der neuen Serie zu werden. Als heißester Titelkandidat gilt Nelson Piquet jun. (China Racing), der mit 103 Punkten die Meisterschaft anführt. Der Brasilianer übernahm nach seinem vierten Platz in Berlin die Meristerschaftswertung, da dessen Landsmann und Erzrivale Lucas di Grassi (Audi Sport Team Abt) der Sieg wegen eines nicht regelkonformen Frontflügels in Berlin aberkannt wurde. Piquet jun. geht erstmals als Führender in einen ePrix. Beeindruckend ist seine zweite Saisonhälfte, in der der 29-Jährige mit dem Sieg in Long Beach seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Wie ein Eichhörnchen sammelte Piquet jun. fleißig wichtige Punkte und es wird für die Konkurrenz nicht einfach sein, ihm die Führung streitig zu machen.

Hinter Piquet jun. liegt e.dams-Pilot Sebastien Buemi mit nur zwei Punkten Rückstand in Lauerstellung. Der Schweizer feierte als einziger Pilot bisher zwei Siege (Punta del Este und Monaco) und profitierte nach di Grassi`s Disqualifikation mit Platz zwei in Berlin besonders. Buemi hat sich nach einem schwachen Saisonbeginn gefangen und zählt zum erlauchten Kreis der Titelanwärter. Mit seinem Team e.dams ist ihm die Teammeisterschaft fast schon sicher, das für weiteren Motivationsschub sorgt.

Jäger Nummer zwei neben Buemi ist Abt-Pilot di Grassi, der nach seiner Nullnummer in Berlin viel Terrain verloren hat. Zwar zeigte der Brasilianer in Berlin eine beeindruckende Siegesfahrt, die letztendlich wertlos war. Mit einer Kampfansage via Twitter gegenüber Piquet jun. und Buemi heizt di Grassi den Titelkampf weiter an. Für die Abt-Mannschaft war der Berlin ePrix mit der Nullnummer zum Vergessen, denn in der Teammeisterschaft fielen die Kemptener auf Platz drei zurück.

Dem viertplazierten Nicolas Prost (e.dams) werden nur noch theoretische Chancen auf den Titel eingeräumt. Der Miami-Sieger konnte in den bisherigen beiden Europa-Rennen zwar jeweils in die Top Ten fahren, doch Platz sechs (Monaco) und zehn (Berlin) sind für einen Titelanwärter zu wenig.

Größere Chancen werden Jerome d`Ambrosio (Dragon Racing) eingeräumt. Der Belgier feierte in Berlin seinen Premierensieg und hat sich mit den letzten Rennen zu einen weiteren Titelkandidaten gemausert. Ein weiterer Sieg in Moskau und d`Ambrosio ist ganz vorne bei der Musik.

Last but not least Sam Bird. Der Virgin-Racing-Pilot konnte zwar in beiden Europa-Rennen punkten, die Ausbeute war allerdings zu gering, um ganz vorne mitzumischen. Nach seinem überzeugenden Sieg in Putrajaya lief die weitere Saison nicht mehr so rund für den Briten. Mit einem Sieg in Russland könnte Bird allerdings wieder im Titelkampf anklopfen und anschließend beim Heimspiel in London für die Sensation sorgen. Zuzutrauen ist es dem sympathischen Briten.

Für die beiden deutschen Piloten Daniel Abt (Abt) und Nick Heidfeld (Venturi) verlief der Berlin ePrix unterschiedlich. Während Abt nach seinem Dreher in der ersten Kurve das Rennen gelaufen war, erzielte Heidfeld mit Platz fünf sein bisher bestes Saisonergebnis. Damit kommt der ehemalige Formel-1-Pilot einer Vertragsverlängerung bei Venturi ein Stückchen näher. Abt hat seinen Vertrag längerfristig im Team seines vaters verlängert. Für beide gilt es in Moskau in die Top Ten zu fahren.


Zwei neue Gesichter gibt es in Moskau zu sehen. Bei Andretti Racing wird US-Boy Scott Speed (Verpflichtung für VW bei den X-Games in den USA) durch den Briten Justin Wilson ersetzt, der aus der Indy-Car-Serie bekannt ist. China Racing setzt den Spanier Antonio Garcia als Teamkollegen von Titelkandidat Piquet jun. ein, der den erfolglosen Franzosen Charles Pic ersetzt. Garcia kam bereits in Punta del Este für China zum Einsatz, wo er mit Platz elf nur knapp einen Meisterschaftspunkt verpasste.

 

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