Formel E: Ein fürchterliches Rennen, die Fahrerstimmen aus Monaco

Monaco_die ersten Drei (c)FIAformulaE
Die Europapremiere in Monaco endete mit dem zweiten Saisonsieg von Sebastien Buemi (e.dams). Der Schweizer war bereits im Qualifying das Maß aller Dinge und feierte als Polesetter einen Start-Ziel-Sieg. In einem turbulenten Rennen ließ der e.dams-Pilot nichts anbrennen und widersetzte sich nach dem obligatorischen Boxenstopp mit dem Autowechsel den Angriffen von Lucas di Grassi. Verdienter Lohn für den 26-Jährigen: Fürst Albert von Monaco überreicht ihm die Siegertrophäe. Buemi ist damit der erste zweifache Sieger in dieser Saison, nachdem die ersten sechs Rennen von sechs verschiedenen Piloten gewonnen wurden.

Aufreger des Rennens war der Massencrash zu Beginn des Rennens in Kurve 1, bei dem Nicolas Prost (e.dams), Daniel Abt (Abt), Bruno Senna (Mahindra) und Jaime Alguersuari (Virgin) verwickelt waren. Sage und schreibe sieben Piloten, die sich entweder Nase oder Flügel beschädigten, wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Wir haben für euch einige Fahrerstimmen zur Europapremiere der Formel E in den Häuserschluchten von Monte Carlo zusammengetragen.

Sebastien Buemi (e.dams, 1.): „Von der Pole-Position zu gewinnen ist einfach großartig. Besonders hier in Monaco. Das Überholen ist schwierig, beinahe unmöglich, wenn man Energie sparen muss. Ich bin sehr glücklich über den Sieg.“

Lucas di Grassi (Abt, 2.): „Ich wollte heute vom zweiten Startplatz angreifen und um den Sieg kämpfen. Ich habe attackiert und alles versucht, aber es hat nicht ganz geklappt. Fünf Rennen auf dem Podium können sich sehen lassen und heute einen Pokal von Prinz Albert zu bekommen, ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Was aber viel wichtiger ist: Wir kommen als Tabellenführer nach Berlin. Mit der Unterstützung vieler Fans und Partner wollen wir dort wieder ganz nach oben aufs Podium fahren.“

Nelson Piquet jun. (China, 3.): „Nach einem Sieg möchte man einen weiteren Sieg einfahren, aber man muss ruhig bleiben und einsehen, dass man nicht immer gewinnen kann. Der dritte Platz ist nicht schlecht. Wir arbeiten hart für diesen Erfolg, für das Team ist es sehr motivierend und wir können alle mit dem Ergebnis zufrieden sein.“

Sam Bird (Virgin, 4.): „Ich geniesse immer das Rennfahren in Monaco und heute war es nicht anders. Ich wollte zum drittenmal hintereinander hier gewinnen, leider gelang uns das nicht. Mit Platz vier bin ich sehr zufrieden. Im Freien Training und im Qualifying lief es nicht besonders gut für mich, daher ist es großartig, viele Punkte gesammelt zu haben. Dank an mein Team, das den Boxenstopp mit dem Autowechsel zur richtigen Zeit ausführte. Es war der Schlüssel zum Erfolg. Ich wollte Piquet jun. noch abfangen, um auf dem Podium zu stehen, vergeblich. Berlin wird ein großartiges Rennen werden, dort hole ich mir mehr Punkte.“

Stephane Sarrazin (Venturi, 7.): „Als ich mein Fahrzeug wechselte, hatten wir einen Fehler in der Elektrik. Das Auto arbeitete nicht mehr richtig und wir verloren zwölf Sekunden und zwei Positionen. Was uns ermutigt, ist die Tatsache, dass wir den Speed haben und mit der Spitze mithalten können. Wieder einmal. Mehrere Male in der Saison kämpften wir um Platz fünf. Das Ergebnis war wichtig vor heimischer Kulisse. Es ist nur ein siebter Platz, aber es bringt Punkte. Das Auto ist potenziell schnell, aber wir haben immer technische Probleme. Meine Gefühle sind gemischt. Ich hätte heute Dritter, Vierter oder Fünfter werden können, daher bin ich enttäuscht. Es ist aber das beste Saisonergebnis. Wir haben ein konkurrenzfähiges Auto, wir müssen die Zuverlässigkeit finden.“

Nick Heidfeld (Venturi, 10.): „Es ist schwierig zu sagen, dass es im nächsten Rennen besser wird, das sagen wir bereits zum sechsten Mal. Im Qualifying bekamen wir eine Strafe wegen eines zu hohen Energieverbrauchs, daher musste ich auf Startplatz 16. Zu Beginn war ich einer der Schnellsten,aber es war eine schlechte Ausgangsposition, da es hier unmöglich ist, zu überholen. Dann kam der Crash, ich fuhr dahinter. Mein Frontflügel wurde beschädigt. Ich war Siebter bis zum Wechsel. Beim Boxenstopp hatte ich Probleme und ich verlor neun Sekunden. Es ist schwer, das wegzustecken und es zu verstehen.“

Charles Pic (China, 9.): „Das Rennen verlief sehr gut, mit Startpaltz 18 hatten wir eine ziemlich schlechte Ausgangsposition. Während des Rennens war die Rennpace gut und Platz neun ist ein zufriedenstellendes Ergebnis. Wir müssen jetzt die Probleme aus dem Qualifying in den Griff bekommen, da es im Moment unser Hauptproblem ist.“

Jarno Trulli (Trulli, 12.): „Ich fuhr die erste Kurve sehr vorsichtig, da ich wusste, irgendetwas würde dort passieren. Und so kam es auch. Ich sah vor mir Autos durch die Luft fliegen, aber ich kam unbeschadet davon. Der Beginn meines Rennens verlief ziemlich gut, wir hatten ein sehr gutes Batteriemanagement. Alles lief wie geschmiert und ich war Achter. Nach dem Boxenstopp bekamen wir Probleme, der erste Gang ließ sich nicht schalten und wir verloren dadurch viel Zeit und Positionen. Ich bin vom Ergebnis sehr enttäuscht.“

Vitantonio Liuzzi (Trulli, 14.): „Es war ein fürchterliches Rennen. Wir starteten von weit hinten, da wir im Qualifying einige Probleme hatten. Ich war ziemlich zuversichtlich, dass das Auto im Rennen besser läuft, aber es dauerte nicht lange. Als wir langsam in die erste Kurve einbogen, bekam ich einen heftigen Stoß von hinten und ich krachte in das Auto vor mir. Der Heckflügel ging dabei zu Bruch. In der Boxengarage versuchten wir, ihn wieder zu befestigen, aber er war komplett verbogen. Wir mussten ihn ersetzen. Das Rennen war nach dem Vorfall für mich gelaufen.“

Daniel Abt (Abt, 18.): „So habe ich mir das Rennen nicht vorgestellt und mir fehlt für das Verhalten in der ersten Kurve das Verständnis. Jeder weiß doch, dass es eng ist in Monaco und man sich genug Raum geben muss – bitter, dass durch so eine Aktion nach ein paar hundert Metern gleich ein paar Autos aus dem Rennen sind. Ich wollte mit Rückenwind nach Berlin kommen. Das ist jetzt leider nicht der Fall, aber an meiner Vorfreude auf unser Heimrennen ändert das nichts. Ich kann es kaum erwarten, in zwei Wochen endlich zum ersten Mal in Deutschland ein Formel-E-Rennen zu fahren.“

Bruno Senna (Mahindra, Ausfall): „Der Unfall war ein bisschen schmerzvoll und der Rücken schmerzt ein wenig. Ich bin soweit OK. Glücklicherweise erlitt ich keine Verletzungen. Der Unfall ist sehr ärgerlich, denn wir waren in den Punkterängen.

Jaime Alguersuari (Virgin, Ausfall):
„Jeder Pilot liebt hier das Rennfahren und ich freute mich sehr auf das heutige Rennen, besonders nach dem Freien Training, als ich Zweiter wurde. Es wäre vielleicht heute anders verlaufen, wenn ich die Rückversetzung um 10 Startplätze nicht bekommen hätte, aber das ist Motorsport und als Fahrer muss man es akzeptieren. Ich bin echt froh, dass jeder, der in den Massencrash verwickelt war, O.K. ist. Es zeigt, wie robust die Formel-E-Fahrzeuge sind. Das Positive von heute ist das Set-Up meines Autos. Wir schauen im Hinblick auf Berlin nach vorne, wo wir Punkte erzielen möchten.“

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