Formel E: Vorschau auf den Monaco ePrix, Senna gegen Prost

Lucas di Grassi (c)FormulaE

Das Warten der Motorsportfans hat ein Ende. Nach Gastspielen in Asien sowie in Nord- und Südamerika gastiert die Formel E am kommenden Wochenende erstmals in Europa. Lucas di Grassi startet als Tabellenführer in seiner Wahlheimat Monaco. Das Rennen in den Straßen von Monte Carlo läutet die heiße Phase der ersten Saison ein.

Di Grassi: „Ich lebe seit Jahren in Monaco, deshalb ist das Rennen etwas ganz Besonderes für mich. Die Formel E nutzt einige spannende Passagen des F1-Kurses. Auf vielen Teilen der Strecke fahre ich mit dem Fahrrad und kenne jede Ecke genau. Schön, dass die Formel E endlich nach Europa kommt. Sportlich ist der siebte Lauf für uns richtungsweisend. Wir wollen uns mit einer geschlossenen Teamleistung die bestmögliche Ausgangsposition für den Saisonendspurt erarbeiten.“

Sechs Rennen, sechs verschiedene Sieger, gepaart mit viel Spannung, Action und Überraschungssieger. Gibt es in Monaco einen weiteren Premierengewinner? Vor einem Monat feierte Nelson Piquet Jr seinen ersten Sieg in Long Beach. Der China-Pilot rückte damit di Grassi ganz nah auf die Pelle, ein Punkt trennt die beiden Brasilianer in der Gesamtwertung. Dagegen patzte Miami-Sieger Nicolas Prost in Long Beach. Mit einem enttäuschenden 14.Platz reiste der Franzose aus Kalifornien ab. Immerhin nahm er zwei wichtige Meisterschaftspunkte für die schnellste Rennrunde mit.

Die Formel E geht in Monaco so langsam, aber sicher in die entscheidende Meisterschaftsphase. Fünf Piloten stehen zur Auswahl. Neben di Grassi, Piquet Jr und Prost dürfen sich noch e.dams-Pilot Sebastien Buemi und Sam Bird (Virgin) berechtige Hoffnungen auf den Titel machen. Der Brite ließ in den vergangenen Rennen mächtig Federn. Der Ausfall in Long Beach warf ihn ein weiteres Stück im Titelkampf zurück. Höchste Zeit für Bird, den Anschluss nicht zu verlieren. Buemi wartet in Lauerstellung. In Long Beach holte der Schweizer die Pole-Position, erhielt aber eine Rückversetzung um neun Plätze wegen zu hohen Energieverbrauch. Mit gehöriger Wut im Bauch lieferte Buemi eine fabelhafte Leistung ab. Der 26-Jährige war nahe dran an einen Podestplatz. Am Ende reichte es für Platz vier. Tabellenführer di Grassi musste seine ganze Erfahrung ausspielen, um Platz drei zu retten. Buemi verschaffte sich damit gute Ausgangsposition für den Endspurt der Formel E. 20 Punkte Rückstand für den Punta del Este-Sieger auf di Grassi sind nicht uneinholbar.

Gespannt darf man auf das Abschneiden von Bruno Senna sein. Der Neffe des in Imola tödlich verunglückten Ayrton Senna kommt immer besser in Fahrt. In Long Beach konnte sich der Brasilianer von Startplatz 12 bis auf den fünften Platz nach vorne schieben. Gut möglich, dass der Mahindra-Pilot in die Fußstapfen seines berühmten Onkels tritt, der in den engen Gassen Monte Carlos beim Qualifying zum Formel 1 GP 1988  zur Rennsportlegende wurde. Sein damaliger Konkurrent im Titelkampf war übrigens Alain Prost, der heutige Teambesitzer von e.dams und Vater von Nicolas Prost. Senna gegen Prost waren immer hitzige Duelle.

Was machen die beiden deutschen Piloten? Daniel Abt kommt mit viel Rückenwind aus den beiden USA-Rennen nach Europa. In Miami platzte endlich der Knoten des jungen Allgäuers, der mit Platz drei sein bisher bestes Saisonergebnis erzielte. In Long Beach erbte Abt die Pole-Position nach Buemis Rückversetzung, er konnte daraus leider kein Kapital schlagen. Eine unverschuldete Durchfahrtsstrafe wegen übermäßigen Batterieverbrauch ruinierte Abts Rennen. Der 22-Jährige, der in der GP3 bereits auf dem Siegertreppchen in Monte Carlo stand, reist dennoch sehr zuversichtlich ans Mittelmeer. Ihm ist ein Sieg im Fürstentum durchaus zuzutrauen.

Ganz anders verläuft die Saison für Nick Heidfeld. In den Qualifying-Rennen kam der Venturi-Pilot zuletzt nicht richtig in die Gänge. Daher gab es für ihn bei den USA-Rennen nichts zu holen. Von den hinteren Startplätzen aus ist es schwierig für den ehemaligen Formel-1-Piloten, nach ganz vorne zu fahren. Hoffentlich platzt bei Heidfeld endlich der Knoten beim Heimspiel seines Teams. Im Hinblick auf den Berlin ePrix am 23. Mai wäre es den beiden deutschen Piloten zu gönnen, mit Spitzenplätzen auf sich aufmerksam zu machen.

Principauté de Monaco (98) Formula E Holdings (c)Formula E

Monaco gilt als das Kronjuwel im Motorsport. Der Kurs an der Côte d’Azur ist mit gerade einmal 1,760 Kilometern bisher der kürzeste im Kalender. 12 Kurven umfasst der Stadtkurs in Monte Carlo, sechs Rechts- und sechs Linkskurven. Er führt über die Start-Ziel-Gerade der Formel-1-Strecke, bevor es nach rechts direkt zum Hafen geht. Nach einer Haarnadelkurve folgen die bekannteren Passagen inklusive Tabac- und Schwimmbadkurve. Vorbei an Rascasse fahren die 20 Piloten wieder zurück auf die Start-Ziel-Geraden. Der Vollgas-Anteil beträgt übrigens 55%. Im Rennen sind 47 Runden zu absolvieren.

Der Monaco ePrix wird in Deutschland bei Sky übertragen. Der Pay-TV-Sender sendet am 9. Mai ab 15:45 Uhr live auf Sky Sport HD 1. SPORT1 bringt am Sonntag, 10. Mai, um 22:00 Uhr die Highlights in der Sendung ‚Motorsport kompakt‘.

Hier der Zeitplan für Monaco:

  • 08:15 – 09:00 Uhr Freies Training 1
  • 10:30 – 11:00 Uhr Freies Training 2
  • 12:00 – 12.00 Uhr Qualifying mit vier Gruppen
  • 15:50 Uhr Verkündung Gewinner FanBoost
  • 16:00 Uhr Rennen
  • 17:10 – 17:25 Uhr Pressekonferenz
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