Formel E: Traumdebüt für Scott Speed

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Der ePrix in Miami hatte viele strahlende Sieger. Nicolas Prost gewann sein erstes Saisonrennen und schnappte sich damit die Tabellenführung in der Meisterschaft. Bei Daniel Abt platzte endlich der Knoten und er schaffte den heiß ersehnten Podiumsplatz. Rookie Loic Duval (Dragon Racing) feierte in seinem Premierenrennen mit Platz Sieben einen gelungenen Einstand. Der andere Rookie Scott Speed gelang mit Platz Zwei ein Traumdebüt.

Es war fast das perfekte Ende für das erste Formel-E-Rennen in den USA. Viele Zuschauer säumten die Strassen in Downtown Miami, um das Spektakel rund um die Elektroserie zu erleben. Und sie bekamen fast das Ergebnis, das sie sich insgeheim erhofft haben. Scott Speed kam, sah und siegte beinahe. Als der US-Boy auf Platz Zwei fuhr und auf dem Siegerpodest die amerikanische Nationalhymne ertönte, war ein neuer Held in Amerika geboren.


Scott Speed war drauf und dran, in seinem Premierenrennen gleich einen Sieg einzufahren. Der Andretti-Pilot, der Marco Andretti wegen dessen Terminüberschneidung in der IndyCar-Serie ersetzte, pflügte durchs halbe Feld und kämpfte beinahe Prost nieder. Der Franzose Prost behielt die Nerven und die Ruhe, sich den Angriffen Speed’s zu widersetzen.
Speed überraschte bereits im Qualyfing, als er sich mit Platz Zehn eine gute Ausgangsposition für das Rennen schuf.

Speed ist in der Formel-E-Szene kein Unbekannter. Beim gemeinsamen “Pre-Season-Test” auf dem britischen Donington Park Circuit im letzten Sommer testete er bereits fleißig im Andretti-Auto. Und doch war es in Miami anders. Gegen die Bodenwellen und die Mauerbegrenzungen des Strassenkurses anzukämpfen im Vergleich zu den riesigen Auslaufzonen und dem glatten Oberflächenbelag in Donington war auch für Speed Neuland.

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„Das Auto an sich hat gewaltige Fortschritte gemacht, als ich zuletzt damit fuhr“ sagte der Andretti-Pilot. „Das Team hat mit dem Auto großartige Arbeit geleistet. Wenn man das Auto auf einem Strassenkurs mit den engen Mauerbegrenzungen bewegt, fühlt man erst, wie schnell alles an einem vorbeiläuft. Es ist klar, wenn du eher Rennen fährst als Testfahrten, gibt es viel mehr Strategien als bei einem Schachspiel. Ich habe es sehr genossen“ ergänzte ein strahlender Speed.

Vor seinem Premierenrennen in Miami hat Speed schon lange kein Formel-Rennen mehr bestritten. Vor fast zehn Jahren fuhr er für das Formel-1-Team Toro Rosso. Sein damaliger Teamkollege war übrigens Vitantonio Liuzzi, der bei Trulli ebenfalls seinen Einstand in Miami gab (16.Platz). So trifft man sich wieder. Seitdem ist Speed in der amerikanischen NASCAR-Serie und im Rallycross unterwegs gewesen.


„Es ist sehr nostalgisch und es gab viele Emotionen, als ich das Auto zum Start vorfuhr, aus meinem Auto ausstieg und mir Handtuch und Wasser holte und mit den Ingenieuren sprach“ gibt Speed offen zu. „Die große Zuschauermenge und der Besuch Sir Richard Branson bei der Startaufstellung, das waren Gefühle, die ich schon lange nicht mehr erlebt habe. Es war cool, wieder diese Erfahrung erleben zu dürfen“ so Speed.

Dann lobte Speed die Organisation der Formel-E. „Ich liebe die Formel-E, wie sie momentan dasteht. Sie haben die richtigen Ideen mit Sachen wie soziale Medien, die sehr extrem wichtig für den Sport sind. Das ist etwas, das andere Formel-Serien versäumen. Das die Formel-E so großen Wert darauf legt, ist sehr klug und der richtige Ansatz“ sagte der 32-jährige US-Boy.

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Speed feierte wahrlich ein Traumdebüt, wenn man bedenkt, dass seine Premiere alles andere als optimal verlief.  Der Andretti-Pilot fand im Qualyfing keine einzige freie Runde, fehlende Erfahrung auf einem Strassenkurs kam noch dazu. Dennoch erzielte er die zehntschnellste  Zeit, mußte aber acht Startplätze hinter dem späteren Sieger Prost ins Rennen gehen. Zuvor wurden die beiden freien Trainingssessions auf eine halbstündige Session zusammengestrichen, da an der Strecke noch letzte Arbeiten (Fangzäune erneuert) verrichtet wurden.

„Das Qualifying vernichtete wirklich unsere Chancen auf einen Sieg. Ich wurde zweimal in meiner fliegenden Runde ernsthaft aufgehalten. Anstatt vorne bei den Top Drei zu starten, war ich nur Zehnter. Das Rennen verlief ganz nach meinem Geschmack, wir hatten aber beim zweiten Auto Probleme mit der Temperatur. Wenn wir das Problem nicht gehabt hätten, hätte ich Prost noch mehr angreifen können“ so der Amerikaner.

Speed, der als Ersatz für Marco Andretti einsprang, wußte nicht, was ihn bei seinem Premierenrennen erwartet. Jetzt hofft er, in Long Beach ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen. „Ich freue mich auf das nächste Rennen in Long Beach, wenn es mir mein Zeitplan erlaubt und ich daran anknüpfe, was ich hier schon gelernt habe“ sagt Speed.
Amerika wartet schließlich auf seinen Helden.

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