Formel E: Eine logistische Meisterleistung von DHL

Wenn die Formel E am Wochenende ihren fünften Saisonlauf in Miami in Angriff nimmt, hat das Logistikunternehmen DHL wieder eine logistische Meisterleistung abgelegt. 

DHL, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Post, ist Partner der Formel E und kümmert sich um den Transport der Formel E-Rennboliden, den Fuhrpark der Safety- und Medical-Autos und des restlichen Equipments für ein Formel-E-Rennen in allen Herren Länder. Elf Rennen in neun verschiedenen Ländern auf vier Kontinenten stellt eine logistische Herausforderung für die Formel E auf.

Wie kommen die Formel E-Autos von Donington, dem Hauptquartier der Formel E, nach Peking oder Buenos Aires, Miami, Berlin oder London? Wie erfolgt der Transport und was muss beim Transport eigentlich beachtet werden? Wie nachhaltig erfolgt der Transport? Fragen über Fragen.

Der Reihe nach. DHL wurde von Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn (Unternehmer) 1969 in San Francisco gegründet. Der Name leitet sich von den Anfangsbuchstaben der Nachnamen der Firmengründer ab. Das Unternehmen hat ihren Hauptsitz in Bonn und beschäftigt über 315.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern und Territorien.

DHL ist Weltmarktführer bei Luft- und Seefracht und weltweit das umsatzstärkste Logistikunternehmen. Seit 2002 zählt die Deutsche Post als Tochtergesellschaft zum Konzern. Am  East Midlands Airport in Donington besitzt DHL ein großflächiges Frachtzentrum, von wo aus der Transport für die Formel-E durchgeführt wird.

Im März 2013 gab es erste Gespräche zwischen der Formel E und DHL. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main wurde im selben Jahr die Partnerschaft zwischen der Formel E und DHL besiegelt. DHL zählt zu den ersten Gründungsmitgliedern der Formel E.


Wer meint, die ganze Formel-E-Fracht von über 200 Tonnen wird nach jedem Rennen zurück an die Basis nach Donington überführt, irrt gewaltig. DHL wollte die Fracht nicht nach jedem Rennen Richtung Midland zurück transportieren.

Effektivität und Nachhaltigkeit stehen im Vordergrund. In Zusammenarbeit mit der Formel E-Organisation wurde der Rennkalender so gestaltet, dass die elf Rennen nicht kreuz und quer auf den vier Kontinenten stattfinden. Stattdessen wurden sogenannte ‚Clusters‘ gebildet, die für DHL einfacher zu koordinieren sind. Die Rennen  werden pro Kontinent abgehalten. Zuerst zwei Rennen in Asien, zwei Rennen in Südamerika, zwei in Nordamerika usw. Erst nach einer Weltreise von insgesamt über 51.000 Kilometern kehrt die Fracht endgültig zurück an die Basis nach England.


In 25 Containern machten sich im September letzten Jahres  41 Rennautos des Einheitsboliden Spark-Renault SRT_01E, 400 Reifen, 45 Batterien, 10 Batterie-Aufladeeinheiten und das restliche Equipment für den Aufbau des Strassenkurses in zwei Flugzeugen  auf den langen Weg von Donington nach Peking. Die Premierensaison der Formel E wurde eingeläutet.


Der Transport eines Formel-E-Fahrzeug ist ein komplexes Konstrukt. Auf die empfindlichen Batterien, das Herzstück eines Elektroautos, geben die Logistiker besonders Obacht. Die Lithium-Ionen Batterien werden als gefährlich eingestuft. Daher erfolgt die Verpackung und der Transport der 300 Kilogramm schweren Teile in spezielle Boxen. Die feuerfesten und aus Aluminium bestehenden Boxen entsprechen den internationalen Regularien der UN.

Hier seht ihr einmal, wie der Transport organisiert wird.

Von Peking aus ging die Reise des Formel-E-Equipments weiter per Flugzeug und Schiff ins malaysische Putrajaya. Der Weitertransport nach Punta del Este (Uruquay) erfolgte erneut mit Schiffscontainern. Die Reise von Uruquay in die argentinische Haupstadt Buenos Aires führte DHL mit den Lieferautos auf der Strasse durch. Adiós Südamerika, welcome Miami. Die wertvolle Fracht gelangte per Schiff in den Port of Miami. Danach werden die speziellen Containerboxen, die übrigens 2 Tonnen Druck ertragen müssen, nach Long Beach, Berlin, Moskau und schlußendlich London gebracht.


Mit dem Flugzeug würde die wertvolle Fracht wesentlich schneller erfolgen. DHL verzichtet bewußt darauf, um den CO2-Ausstoß auf ein Minimum zu reduzieren. Nachhaltigkeit heißt das Zauberwort. Stattdessen setzt DHL vorwiegend auf Strasse, Bahn und Schiff, soweit es die Infrastruktur zulässt. Daher wurde das Programm ‚GoGreen‘ aufgelegt mit dem Ziel, den CO2-Ausstoß um 30% bis ins Jahr 2012 zu vermindern. Ein ehrgeiziges Ziel.

Ein Jahr lang dauerte die logistische Vorbereitung auf das Abenteuer Formel E. Für den ePrix in Miami und Long Beach (4.April) benötigte DHL für die Seefracht eine Vorlaufzeit von sechs Monaten. Bis zum Abladen an den Boxen der zehn Formel E-Teams kann sich die Lieferung der ‚heißen‘ Ware täglich verzögern, Flexibilität ist angesagt. Bisher war DHL immer im Zeitplan.

Dank ihrer pünktlichen Lieferung können die Teams jeweils am Donnerstag vor dem ePrix die Formel E-Autos in Ruhe vorbereiten. Nicht anders wird es in Berlin sein. Am 23.Mai präsentiert DHL als Titelsponsor den deutschen ePrix in der Bundeshauptstadt. Garantiert eine logistische Meisterleistung.

Quelle: DHL/electricautosport.com/Wikipedia

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