Formel E: Die Vorschau des ePrix Miami


Die Formel E trifft sich kommendes Wochenende nach zweimonatiger Pause zum fünften ePrix der Saison. In Miami findet das erste Rennen in den USA statt.

Miami, im Sonnenstaat Florida gelegen, verspricht der Saisonhöhepunkt zu werden. Die Vorzeichen versprechen ein weiteres aufregendes Rennen. Bisher trugen sich vier verschiedene Sieger in die Siegerliste der vier Rennen ein. Lucas di Grassi in Peking, Sam Bird in Putrajaya, Sebastien Buemi in Punta del Este und Felix da Costa zuletzt in Buenos Aires. Wer macht den großen Wurf in Miami ?

Gespannt beobachten die 10 Teams mit ihren insgesamt 20 Piloten die neuen Radaufhängungsteile von Spark. Nach zahlreichen Brüchen der Vorderradaufhängung in Buenos Aires (Karun Chandhok, Sebastien Buemi und Lucas di Grassi) war laute Kritik aufgekommen, die Teile sind den Bodenwellen und den Kerbs der Strassenkurse nicht gewachsen. Spark war gezwungen zu handeln und kommt mit verbesserten Aufhängungsteile nach Miami. Ein erster echter Bewährungstest für die Franzosen.

Duran vor Senna (c)FormulaE

Das Team Amlin Aguri reist nach ihrem Premierensieg in Argentinien mit viel Selbstvertrauen nach Florida. Da Costa konnte die Gunst der Stunde nutzen, als er nach mehrmaligen Führungswechsel an die Spitze gespült wurde, die der Amlin Aguri-Pilot nicht mehr hergab. Da Costa und der Mexikaner Salvador Duran bilden ein schlagkräftiges Team und zählen sicherlich zum erweiterten Favoritenkreis.

Lucas di Grassi (c)FormulaE

Lucas di Grassi (Audi Sport ABT) und Sebastien Buemi (e.dams-Renault) wollen nach ihrer Nullnummer in Argentinien verlorenes Terrain gutmachen. Buemi sammelte zumindest mit der Pole-Position in Buenos Aires drei wichtige Meisterschaftspunkte. Der komfortable Vorsprung von di Grassi ist auf 10 Punkte vor Virgin Racing-Pilot Sam Bird zusammengeschmolzen. Bird war der große Gewinner in Buenos Aires, der mit Platz Sieben und der schnellsten Rennrunde acht Punkte sammeln konnte. Bird und Buemi liegen also in Lauerstellung. Nicolas Prost (e.dams-Renault) befindet sich nach seinem zweiten Platz in Argentinien auch noch in Schlagdistanz zu di Grassi. Die Weltmeisterschaft der Formel E entwickelt sich zu einem Vierkampf.


In Miami gilt es soviele Punkte wie möglich für die Titelkandidaten einzufahren. Nelson Piquet Jr. (China Racing), Jean-Eric Vergne (Andretti) und Jaime Alguersuari (Virgin Racing) zählen nach ihrer Leistung zuletzt in Uruquay und Argentinien ebenso zu heißen Sieganwärter in den USA. Ein Auge darf sicherlich auf die beiden deutschen Piloten Nick Heidfeld (Venturi) und Daniel Abt (Audi Sport ABT) geworfen werden. Besonders Heidfeld war in Buenos Aires drauf und dran, sein ersten Rennen zu gewinnen, ehe er in Führung liegend eine unverschuldete Durchfahrtsstrafe (Boxenstopptempomat versagte) erhielt. Daniel Abt  lieferte sich in Argentinien  tolle Rad-an-Rad-Duelle mit der Spitzengruppe. Ein Verbremser im Duell mit Alguersuari, den er sofort auf seine Kappe nahm, raubte ihm alle Chancen auf einen Spitzenplatz.

Gespannt darf man auf den Einsatz zweier Rookies in der Formel E sein. Beide amerikanische Teams haben ihr zweites Cockpit gewechselt. Bei Andretti ersetzt Scott Speed (USA) Marco Andretti (Terminüberschneidung mit der IndyCar-Serie), bei Dragon Racing feiert Loic Duval seine Formel-E Premiere. Der französische Audi-Werkspilot ersetzt überraschend den Spanier Oriol Servia.

Miami ist eine großartige City, genau die richtige Location für ein Formel E-Rennen. Der mit 2,169 Kilometern bisher kürzeste Kurs im Kalender führt um die American Airlines Arena der Miami Heat. Training, Qualifying und Rennen werden wie immer innerhalb weniger Stunden am Samstag ausgetragen. 39 Runden gilt es entlang der Biscayne Bay zu umfahren. Acht 90-Grad-Kurven umgeben den Kurs. Kurve Acht zählt mit 91km/h zur Schnellsten, die langsamste Kurve befindet sich gleich nach der Start-Zielgeraden mit 65 km/h. In Vorbereitung auf Miami fuhr das Abt-Team im Rennsimulator eine Rundenzeit von 1:05,30 Min.
„Der Kurs in Miami mag vielleicht auf den ersten Blick recht einfach aussehen, ist aber mit gleich mehreren 90-Grad-Kurven eine spannede Herausforderung“ sagt Daniel Abt.


Einzigartig ist die Boxeneinfahrt, die in Kurve Sechs mit Blick auf dem Hafen von Miami errichtet wurde. Dort fahren die Kreuzfahrtschiffe in Richtung Karibik und Mittelamerika.

Es gibt vier lange Geraden, die geradezu zum Überholen und des Einsatzes des FanBoost einladen. Besonders auf der Start-Zielgerade mit einer Höchstgeschwindigkeit von 202 km/h werden wir zahlreiche Überholmanöver sehen. Der Vollgasantiel in Miami beträgt 68%. Der maximale Verbrauch pro Rennrunde beträgt 2 kWh, insgesamt darf pro Rennen ein Pilot nicht mehr als 56 kWh verbrauchen. Das entspricht einen Fernsehkonsum von 15 Tagen nonstop. (Quelle: Schaeffler AG)

Apropos Fernsehen: In Deutschland zeigt Pay-TV-Sender Sky Deutschland live das Rennen aus Miami von 20:45 Uhr bis 22:15 Uhr.Kommentatoren sind Sascha Roos und Sven Heidfeld, der Bruder von Nick Heidfeld.
Im Free-TV zeigt Sport1 am Sonntag die Highlights aus Florida ab 17:30 Uhr in der halbstündigen Sendung „Motorsport kompakt“.

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