Formel E: Lucas di Grassi verteidigt Formel-E-Führung trotz Nullnummer

  Lucas di Grassi (c)FormulaE

Der ePrix in Argentinien war nicht der Tag des Team ABT Sportsline. Nach drei Erfolgen in den ersten drei Rennen reist die Kemptener Truppe erstmals ohne Pokal von einem Rennen der Formel E zurück nach Deutschland. Sowohl der Brasilianer Lucas di Grassi als auch Youngster Daniel Abt schieden im vierten Lauf der Rennserie für rein elektrisch angetriebene Formelautos im Herzen von Buenos Aires vorzeitig aus. Dennoch verteidigte Lucas di Grassi seine Führung in der Gesamtwertung.

Rund 20.000 Zuschauer entlang des Kurses in Argentiniens Hauptstadt und Fans in aller Welt vor dem Fernseher erlebten den spannendsten Auftritt in der noch jungen Formel-E-Geschichte. Das Rennen auf der 2,440 Kilometer langen Strecke im Viertel Puerto Madero am Ufer des Río de la Plata entschied sich einmal mehr erst in den letzten von insgesamt 35 Runden und sah mit António Félix da Costa einen überraschenden Sieger.

Zuvor gehörten Lucas di Grassi und Daniel Abt aus dem Team ABT Sportsline zu den Hauptdarstellern in Buenos Aires. Di Grassi war von der fünften Position gestartet, arbeitete sich bis zur achten Runde auf Rang drei vor und übernahm in der 24 Runde die Führung. Garanten dafür: konstant schnelle Rundenzeiten, starke Überholmanöver auf dem engen Stadtkurs und ein perfekter Fahrzeugwechsel in der Box seiner Mannschaft. Die Freude währte allerdings nur kurz: Den zweiten Saisonsieg schon vor Augen, brach acht Runden vor dem Ziel die rechte hintere Radaufhängung seines Formelautos und der Brasilianer musste klar in Führung liegend aufgeben.

Daniel Abt (c)FormulaE

Ein Schicksal, das seinen Teamkollegen Daniel Abt in der letzten Runde ebenfalls traf. Der Deutsche war in dem turbulenten Rennen von Startplatz zwölf in die vorderen Punkteränge vorgefahren, traf dann aber bei einem Überholmanöver Virgin-Racing-Pilot Jaime Alguersuari und musste mit einem beschädigten Auto aufgeben. Faire Geste: Sofort nach dem Rennen nahm der 22 Jahre alte Abt die Schuld am Unfall auf sich und entschuldigte sich persönlich.

Trotz der Nullnummer in Argentinien hat Lucas di Grassi die Führung in der Gesamtwertung verteidigt und liegt jetzt zehn Punkte vor dem Briten Sam Bird und 15 Zähler vor Sébastien Buemi. Wie sein Teamkollege blieb auch Daniel Abt zum ersten Mal in dieser Saison ohne Punkte. In der Teamwertung belegt ABT Sportsline nach vier Rennwochenenden den dritten Platz im Kreis von zehn internationalen Mannschaften.

Der Lauf in Buenos Aires war das vierte von zehn Rennen der FIA Formula E, zu denen Auftritte in Asien, Uruguay, Argentinien, den USA, Monaco, Großbritannien und Deutschland gehören. Das fünfte Rennen folgt nach einer kleinen Pause in Nordamerika: Am 14. März 2015 starten Daniel Abt und Co in den Straßen von Miami (USA).

Teamchef Hans-Jürgen Abt (c)FormulaE

Hans-Jürgen Abt, Teamchef: „Das war ein Tag zum Vergessen. Wir hatten heute die Chance, ganz groß abzuräumen, denn Lucas’ zweiter Saisonsieg war schon zum Greifen nah. Stattdessen reisen wir jetzt mit leeren Händen nach Hause. Aber wir sind lang genug im Rennsport, um zu wissen, dass so etwas zu einer langen Saison dazugehört. Kompliment an die Mannschaft in der Box, die trotz der irren Temperaturen einen Null-Fehler-Job gemacht hat. Wir behalten den Kopf oben und greifen in den USA wieder an.“

Lucas di Grassi: „Heute hatte ich den Sieg schon in den Händen: Das Auto hat sich perfekt angefühlt, unsere Strategie und das Energiemanagement haben ebenso wie der Boxenstopp perfekt funktioniert. Aber dann ist acht Runden vor dem Ziel ohne Fremdeinwirkung die Aufhängung gebrochen und ich habe als Folge davon die Mauer touchiert. Wir haben alles richtig gemacht und hatten – so seltsam es jetzt auch klingen mag – einen starken Tag. Und ich habe die Führung in der Meisterschaft verteidigt. Diese positiven Aspekte nehmen wir mit in die kleine Pause und werden noch stärker zum nächsten Rennen in Miami kommen.“

Daniel Abt : „Das war ein turbulentes Rennen mit vielen Zweikämpfen und Überholmanövern. Nach einem guten Start, bei dem ich zwei Positionen gut gemacht habe, war ich lange mittendrin. Das hat viel Spaß gemacht. Bei einem Angriff in der letzten Runde habe ich dann leider im Gewühl Jaime (Alguersuari) getroffen. Ich bin froh, dass er weiterfahren konnte, aber trotzdem geht die Berührung auf meine Kappe.“

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