Formel E: Vorschau für den ePrix in Buenos Aires

Daniel Abt via_instagram-buenos_aires (c)Daniel Abt

Tango Olè. Bühne frei für Buenos Aires. Die argentinische Hauptstadt steht derzeit im Mittelpunkt des neuen Motorsportjahres 2015. Am 4.Januar startete dort die berühmte Rallye Dakar und endet nach 9.000 Kilometern am 17.Januar an gleicher Stelle. Dazwischen gibt die Formel E am kommenden Samstag ihr Gastspiel in der argentinischen Hauptstadt ab.

Der vierte ePrix der Saison findet im Park Mujeres Argentinas im Stadtteil von Puerto Madero statt. Das erste Rennen der Formel E geht über eine Distanz von 35 Runden auf dem 2,407 km langen Stadtkurs, der gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird. Der temporäre Kurs mit 12 Kurven in der südamerikanischen Metropole ist erneut ein Mix aus schnellen Passagen und extrem langsamen Haarnadelkurven. Der Vollgasanteil beträgt etwa 70 Prozent. Bei vorausgesagten hochsommerlichen 31 Grad erwartet die Piloten eine wahre Hitzeschlacht.

Kurs Buenos Aires (c)Schäffler.com

Drei ePrix’s sind bereits absolviert, drei unterschiedliche Sieger gab es bisher. Beim Premierenauftakt in Peking ging Lucas di Grassi (Audi Sport Team ABT) als Sieger hervor, der von dem dramatischen Unfall in der Schlussrunde zwischen Nick Heidfeld und Nicolas Prost profitierte. Im malaysischen Putrajaya beeindruckte Sam Bird (Virgin Racing) mit einer souveränen Vorstellung die Szene und gewann dank einer cleveren Batteriemanagementstrategie. Zuletzt feierte e.dams-Renault-Pilot Sebatien Buemi in Punta del Este seinen ersten Sieg. Der Schweizer fand nach seiner enttäuschenden Premiere in Peking zurückin die Erfolgsspur und zählt wieder zum heißesten Titelanwärter der Formel E.

Die Meisterschaft führt Abt-Pilot Lucas di Grassi mit jeweils 18 Punkten Vorsprung auf Sebastien Buemi und Sam Bird an. Di Grassi stand als einziger Pilot in allen drei ePrix auf dem Podium und reist somit souverän als Tabellenführer nach Buenos Aires. Für ABT-Pilot di Grassi geht es darum, seine Führung in der Fahrerwertung zu verteidigen. Di Grassi ist ein cleverer Pilot, der wie ein Eichhörnchen bei jedem Rennen versucht, soviele Punkte wie möglich zu sammeln. Und wenn es sein muß, nicht immer mit dem größten Risiko. Der Brasilianer erinnert mich stark an DTM-Champion Mike Rockenfeller, der 2013 auf ähnliche Weise seinen Titel gewann. „Buenos Aires ist ein schneller Kurs mit einigen tückischen Ecken. Die Start-Ziel-Gerade ist extrem lang und ich mag den schnellen Part mit der langgezogenen Kurve 3
im Anschluss. In der Haarnadel ist eine Menge Platz für Überholmanöver, aber auch die langsamen Kurven 4
und 7 bieten sicherlich Möglichkeiten zum Überholen.“, so der Tabellenführer.

In der Teamwertung liegt das französische e.dams-Renault-Team mit den Piloten Buemi und Prost knapp vor dem deutschen Audi Sport Team ABT, die mit di Grassi und Daniel Abt antreten. In Schlagdistanz zu dem Duo liegt das Virgin Racing Team mit Sam Bird und Jaime Alguersuari auf Platz Drei.

Für den ePrix in Buenos Aires gibt es im Starterfeld eigentlich nur zwei Veränderungen. Der Chinese Ho-Pin Tung kehrt ins China Racing-Team zurück und ersetzt den Spanier Antonio Garcia, der zuletzt in Punta del Este ran durfte.
Im Amlin Aguri Team fährt der Mexikaner Salvador Duran auch den zweiten südamerikanischen ePrix neben Stammpilot Felix da Costa, den wir alle aus der DTM als Werkspilot bei BMW kennen. Damit kommt die Britin Katherine Legge wieder nicht zum Einsatz, die bei Amlin Aguri die ersten beiden ePrix bestreiten durfte. Als einzige Frau im 20-köpfigen Fahrerfeld bleibt es daher bei Michela Cerruti (Trulli GP).
Die zweite Veränderung betrift das amerikanische Andretti Team. Marco Andretti, Sohn des Teambesitzers Michael Andretti, ersetzt den Franzosen Franck Montagny, der nach seinem Drogenskandal (Kokainmißbrauch) nicht mehr berücksichtigt wird.
Somit gibt es mit Marco Andretti, Nicolas Prost und Daniel Abt gleich drei Piloten, die im Team ihrer Väter fahren. Mal sehen, wer der Schnellste Sprößling der Drei in Buenos Aires sein wird.

Punta_Race_Nick Heidefled (c)Venturi

Die beiden einzigen deutschen Piloten Nick Heidfeld (Venturi GP) und Daniel Abt kommen mit viel Zuversicht nach Argentinien. Heidfeld konnte zuletzt in Uruquay mit Platz 10 seinen ersten Meisterschaftspunkt einhamsen und hat mit dem Venturi GP-Team ein siegfähiges Autos. Beim Auftaktrennen in Peking war der ehemalige Formel-1-Pilot drauf und dran, das Rennen zu gewinnen,ehe ihn Prost in der Schlussrunde zu Tür zumachte. Der spektakuläre Unfallvon Heidfeld, der Gott sei dank glimpflich verlief, ging ja rund um die Welt.
Daniel Abt hatte teilweise Pech bei den Rennen, im Qualifying lief es dagegen bisher sehr gut. Jetzt gilt es, seine guten Startplätze auch in positive Rennergebnisse umzumünzen.

Stark im Radar für den argentinischen ePrix habe ich neben Bruno Senna (Mahindra Racing) den Franzosen Jean Eric Vergne. Der Formel-1-Testfahrer von Ferrari kam, sah und siegte beinahe bei seinem ersten Auftritt für das Andretti-Team in Punta del Este. Vergne, der zuvor beim Formel-1-Team Torro Rosso seinen Hut nehmen mußte, holte sich beim Qualifying die Pole-Position und wurde beim Rennen in der Schlussrunde vom Batteriesystem um den Sieg kämpfend in Stich gelassen.

Stichwort Batteriemanagement: 56 kWh Energie pro Rennen darf der Pilot im Rennen verbrauchen, das entspricht 70 Waschgänge einer Spülmaschine. Bei Mehrverbrauch gibt es Zeitstrafen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: