Formel E: das kabellose Aufladen von Qualcomm – wie funktioniert es?

BMW i8 (c)BMW

Während die Formel E mit drei Rennen ihre ersten Schritte in die neue grüne Rennserie erfolgreich getätigt hat, setzen  die Organisatoren der Formel E und ihre Partner bereits zukünftig auf die Einführung der kabellosen Ladetechnik .

Qualcomm ist weltweit führend bei der Mobilfunktechnologie von  3G und 4G und der kommenden Wireless-Technologie. Das Unternehmen schloss sich der Formel E bereits von Anfang an als Gründungspartner an. In der Formel E  stattet Qualcomm die Safety-Car-Fahrzeuge von BMW, den i3 als Medical Car und den i8 als Safety-Car mit ihrer kabellosen Aufladetechnologie aus. Aber wie funktioniert es?

Graeme Davison, Vizepräsident der Technologie bei Qualcomm, erklärt die Physik hinter den Prozess. „Ich könnte 10-15 Minuten erklären und womöglich 10-15 Stunden verbringen! Das System selbst ist eigentlich eine ziemlich alte Technologie. Es ist aus früheren Tagen des Magnetismus, Motoren und Transformatoren. Es funktionieren Sachen, die bereits vor 150 Jahren in ihren Grundzügen liefen. Die Theorie besagt, wenn Sie ein elektrisches Wechselfeld erstellen, abwechselnd einen Strom durch einen Draht jagen und diesen dann durch eine Spule, erhalten Sie ein magnetisches Feld. Elektromagnetische Energieübertragung heißt das Zauberwort. Die induktive Energieübertragung, beispielsweise bei Smartphones, ist die am weitesten verbreitete Methode zur kontaktlosen Energieübertragung. Diese kann aber bei Autos nicht verwendet werden.

Wie Davison vermuten lässt, besteht die Schwierigkeit darin,  genug Energie effizient zu nutzen. „Der Schlüssel ist die Maximierung der Effizienz und der Energie. Wir haben bereits Systeme, die  bis zu 20kW Energie über eine Lücke von 150 bis 200 mm übertragen“, sagt er. 

Qualcomm schloß sich bereits frühzeitig bei den Vorplanungen der Formel E an. Es folgte eine Zusammenarbeit mit Paul Drayson, den ursprünglichen Besitzer von Drayson Racing, das später von Trulli GP übernommen wurde. Diese Partnerschaft führte zu einem Treffen mit Formel E-Promoter Alejandro Agag. „Wir arbeiteten vor drei Jahren mit Paul an dieser Sache und es war eines der interessantesten Teile der Formel E. Von da an wurde er Teammitglied“ fügt Davison hinzu. „Er führte uns zu Alejandro in den Anfangsplänen der Formel E und sagte nur: Stellen Sie sich vor, was die kabellose Aufladung für die Motorsportserie bewirken kann.“  Alejandro Agag verstand die Vision des kabellosen Aufladens, die verantwortlich für die Partnerschaft der Formel E und Qualcomm war.

„Es muß sicher sein, Sicherheit ist an oberster Stelle im Motorsport. Daher müssen wir garantieren, dass keine anderen elektronischen Geräte durch die Ausstrahlung von Energie in bestehenden Geräten beeinflusst werden. Wir verbrachten viel Zeit damit, wie die Autos von Grund auf gebaut wurden, welche Materialen sie verwenden, wie sie zusammengebaut werden.“ fügte Davison hinzu.

Der vielleicht spannendste Aspekt des kabellosen Aufladens ist das Zukunftspotenzial in der Formel E und den Elektrofahrzeugen auf der Straße.

BMW i8 (c)BMW
Wann werden wir diese Technologie nicht nur bei den Safety-Car-Autos des BMW i3 und i8 sehen, sondern auch bei den 20 Rennautos?  „Es war schon immer die Vision der Formel E, dass das kabellose Aufladen bei den Rennautos Einzug hält. Wir können das Aufladen draußen realisieren, das für die Werbeflächen der Sponsoren von Vorteil ist. Die Rennautos wollen während des Aufladens nicht versteckt werden.“

Die Formel E und Qualcomm blicken auf die Möglichkeiten der dynamischen Aufladung – es muß gelingen, die elektrische Energie zu nutzen, während das Auto auf der Rennstrecke fährt. Es ist eine Idee, die den Elektro-Rennsport revolutionieren könnte und würde möglicherweise zu einem 24-Stunden-Rennen ohne Aufladung führen.

Wie weit ist das Realität? „Wir können wahrscheinlich nicht bei 240 km/h aufladen, aber vielleicht bei einer geringeren Geschwindigkeit.“ gibt Davison offen zu. „Wir können kabelloses Aufladen auf langsameren Streckenabschnitten implementieren, sogar in der Boxengasse. Auch auf Sektionen, bei denen der Fahrer entscheidet, ob er aufladen möchte oder nicht. Alles ist möglich. Die Forschung zur dynamischen Aufladung ist im Gange. Es ist natürlich schwierig, ein genaues Datum zu nennen, aber wahrscheinlich innerhalb der kommenden fünf Jahre sehen wir Autos, die während des Rennens aufladen.  Die Frage lautet, bei welcher Geschwindigkeit  können die Autos aufladen und wieviel Energie benötigen sie.“ so Davison.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: