DTM: Hockenheim, mittendrin, statt nur dabei

Bye, bye Hockenheim. Die DTM-Saison 2014 ist vorbei. Der Saisonauftakt im Mai und das Finale wird traditionell immer in Hockenheim ausgetragen. BMW gewann mit Marco Wittmann und dessen Team RMG die Fahrer- und Teammeisterschaft, Audi holte sich gestern mit einem beeindruckenden Dreifacherfolg den Herstellertitel.

Rookie of the Year wurde Maxime Martin (BMW) und die inoffzielle Boxenstopmeisterschaft (von Reifenpartner Hankook ausgelobt) gewann die Mannschaft um Paul di Resta (Mercedes). Jeder involvierte Hersteller hat mindestens einen Titel in der Tasche.

Ich mischte mich auch unter den 155.000 Zuschauern (Rennwochenende), besser gesagt Medienvertreter in Hockenheim. Und eines gleich vorweg. Mittendrin im DTM-Zirkus, statt nur dabei. Viele Impressionen (seht ihr selbst an den zahlreichen Bildern), sehr nette Gespräche und jede Menge Motorsport machten aus dem DTM-Finale ein rundum einzigartiges Event. Es fällt schon auf. Im Vergleich zum Saisonauftakt, sieht man entspanntere Piloten (besonders Mattias Ekström war bei offiziellen PR-Terminen bestens aufgelegt), die Teamchefs wirkten lockerer, der Anspannung ist Lockerheit gewichen.

Happy Birthday Pascal Wehrlein. Der Mercedes-DTM-Fahrer und Formel-1-Testpilot feierte am Samstag seinen 20.Geburtstag, am Sonntag gab es nach dem Rennen einen leckeren Geburtstagskuchen, eigens von Mama Chantal Wehrlein gebacken. Im Kreise seiner Familie, Vater Richard und zahlreiche Freunde, durften mein Kollegen Helmut Ulrich und ich ein bisschen mitfeiern. Eine schöne Randnotiz während des DTM-Geschehens.

Was nimmt man mit als Blogger zu einem DTM-Rennen. Fotokamera, Einbeinstativ und Blitz (ganz wichtig), ne Menge Speicherkarten und ausreichend Ersatzakkus. Zum Schreiben, für Audio-, Foto- und Videoaufnahmen ein iPad Mini (ein Tausendsassa). Eine externe Tastatur darf im Gepäck auch nicht fehlen.

Freitags machte ich mich per Bahn auf dem Weg von München ins badische Motodrom, wohlweislich den am Wochenende angekündigten Streik der Bahn zu umgehen. In Hockenheim erwartete mich das ganze Rennwochenende über herrliches Spätsommerwetter. Ideale äußere Bedingungen also. Der Freitag ist auch insoweit positiver Anreisetag, da man im Pressezentrum leichter größere Schließfächer für seine Ausrüstung erhält. Zudem konnte ich mir gleich vor Ort ein Bild machen, wo die DTM-Hersteller und ihre Serienpartner, der Porsche Carrera Cup oder der VW Scirocco R-Cup ihre Zelte aufgeschlagen haben.

Am Freitag lüftete Audi das Geheimnis um seine neueste Motorsportaktivität. Der versammelten Presselandschaft wurde von Audi`s Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich der eigens für Einsteiger und Umsteiger neu gegründete Audi Sport TT Cup präsentiert. Er findet ab der Saison 2015 im Rahmen der DTM statt. Mehr davon gibts in einem eigenem Blogbeitrag. Eva Scherr führte charmant und eloquent durch das Programm. Unter den staunenden Gästen waren auch die ehemaligen Rennsportgrößen Kris Nissen und Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck anwesend.

Spät nachmittags rollten bereits die ersten DTM-Boliden aus den Boxen, das Roll-Out stand auf dem Programm. Auf den Tribünen herrschte gähnende Leere, umso lauter dröhnten ohrenbetäubend die Motoren.

Am Samstag traf ich mich zu einem Gespräch mit DTM-Fahrergewerkschaftssprecher Manuel Reuter in der VW-Hospitality. Das Thema DTM-Fahrergewerkschaft und die Ziele zur Verbesserung der DTM standen auf dem Programm. Ein royaler Pilot war ebenso bei VW anzutreffen. Albert von Thurn und Taxis startete beim letzten Scirocco R-Cup, der im nächsten Jahr durch den Audi Sport TT Cup abgelöst wird. Er wirkte ziemlich locker und war überaus freundlich. Cooler Typ, muss ich sagen.

Danach schaute ich im Fahrerlager kurz bei den beiden Meisterschaftsfavoriten im Porsche Carrera Cup, Philipp Eng und Michael Ammermüller, vorbei. Bei beiden war die Anspannung vor der Titelentscheidung unübersehbar.

Beim Qualifying zur DTM nutzte ich die Gelegenheit, Wittmann & Co auf den ausgewiesenen Fotografenplätze zu beobachten und zu fotografieren. Nicht immer ergibt sich für mich diese Gelegenheit. Es ist schon heftig, wenn die Rennsportprofis mit ihren 460 PS ins Motodrom einlenken.

Nach dem Qualifying stand die übliche Pressekonferenz vor der Tür. Streckensprecher Peter Reichert führte souverän durch die in englischer Sprache abgehaltene Session. Die schnellsten Drei und die besten Piloten eines jeden Herstellers (durch die drei schnellsten Audi`s Miguel Molina, Mattias Ekström, Edoardo Mortara waren auch BMW-Pilot Augusto Farfuß und Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein dabei) stellten sich den Fragen. Danach waren die Verantwortlichen der drei DTM-Hersteller Dieter Gass (Audi), Jens Marquardt (BMW) und Toto Wolff (Mercedes) an der Reihe.

Bei Audi erwische ich noch Daniel Abt für ein kurzes Interview über die Formel E (demnächst im eigenem Formel-E-Blog zu lesen), bei BMW gibt es ein Gespräch mit DTM-Pilot Felix da Costa zum gleichen Thema. Da Costa fährt ja bekanntlich in der Formel E für das britische Amlin Aguri Team. Im gleichen Atemzug treffe ich Da Costa`s Markenkollege Martin Tomczyk, der mir seine Ansicht für sein Schnitzer-Team auf die bestehenden Chancen der Boxenstoppmeisterschaft mitteilt.

Mit dem amerikanischen Motorsportkollegen Wolfgang Monsehr, der von der Nascar- und Indy-Carserie berichtet, und Fotograph Helmut Ulrich geht es zu DTM-Reifenpartner Hankook, die die Piloten Bruno Spengler und Martin Tomczyk (BMW), Christian Vietoris (Mercedes) und Mattias Ekström (Audi) zu Gast haben. Ziemlich locker und redselig beantworten die Piloten die Fragen von Hankook`s Pressechef Felix Kienzer. Besonders Mattias Ekström unterhält die Gäste mit einigen witzigen Aussagen und erntet dafür verdient den Beifall des Publikums.

Am Rennsonntag gab es ein besonderes Schmankerl für die Zuschauer am Hockenheimring. Audi brachte das sportlichste pilotiert fahrende Auto der Welt auf die Rennstrecke. Im Renntempo und ohne Fahrer umrundete der Audi RS 7 concept in knapp mehr als zwei Minuten hochpräzise und zentimetergenau den 4,574 km langen Hockenheimring. Prof. Dr. Ulrich Hackenberg, Audi-Vorstand für technische Entwicklung und FC-Bayern-Fussballstar Bastian Schweinsteiger drückten auf den Roten Knopf, um den Audi RS 7 auf den Ring fortzubewegen. Verdienten Applaus für Audi gab es von den Rennsportfans für diesen beeindruckenden Erfolg bei der Entwicklung zum pilotierten Fahren.

Bei Mercedes war der aktuelle Formel-1-Titelfavorit Louis Hamilton zu Gast und stellte sich mit Mercedes-Boß Toto Wolff den Fragen der Journalisten. Auch die beiden Ex-Formel-1-Piloten David Coulthard und Jean Alesi kamen auf Einladung von Mercedes ins badische Motodrom. Susie Wolff, Formel-1-Testfahrerin bei Williams ist bei Mercedes zu Gast und steht gerade im Fotoshooting.

Dann war Racing-Time. Die gelben Grid-Girls läuteten den Höhepunkt des Rennwochenendes ein. Es wimmelt nur so von Teammitgliedern, Helfern, Sicherheitsleuten, Fotographen und schönen Frauen bei der Startaufstellung. Es ist schon erstaunlich, wie schnell es dann geht, die Strecke für das Rennen freizumachen.
Das Rennen verfolge ich im Pressezentrum. Dort kann jede Ecke, jeder Winkel des Renngeschehens, die Rundenzeiten, die Reifenwahl aller Piloten verfolgt werden. Hier läuft übrigens nicht die Live-Sendung der ARD am Monitor, sondern das hauseigene DTM-FanTV mit Streckensprecher Peter Reichart kommentiert mit motorsportlicher Leidenschaft das Geschehen.

Hektische Betriebssamkeit herrscht im Pressezentrum, die geschossenen Bilder müssen fertiggestellt werden, die schreibende Zunft hackt fleißig in die Tastaturen.


Nach dem Rennen gibt es wieder die obligatorische Pressekonferenz, die diesmal ganz unterhaltsam abläuft. Sieger Mattias Ekström gibt sein Statement in seiner Muttersprache Schwedisch ab und nennt all seine Sponsoren, die von jederman zu verstehen sind, die auch nicht der schwedischen Sprache mächtig sind. Gelächter unter den anwesenden Medienvertretern. Richtig unterhaltsam war es und man merkte sowohl den Piloten als auch den DTM-Verantwortlichen Dieter Gass, Toto Wolff und Jens Marquardt ihre Lockerheit und Entspanntheit sichtlich an. Ein anstrengendes und kräfteraubendes Jahr 2014 geht zu Ende.

Mir hat es sichtlich Spass gemacht, über die DTM 2014 zu bloggen. Auch in der neuen Saison 2015 bin ich wieder dabei. Mittendrin, statt nur dabei.

Hier einige Impressionen vom Wochenende, weitere folgen demnächst.

 

 

 

 

 

 

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