Formel E: Auftaktsieger Lucas di Grassi rückblickend auf die Peking-Premiere

Lucas di Grassi (c)Audi
Der erste Sieger der neugeschaffenen Formel E heißt Lucas di Grassi, der in Peking das erste Formel-E-Rennen gewann. Der Abt-Pilot profitierte dabei vom spektakulären Abflug Nick Heidfelds, der beim Überholansatz in der letzte Runde von Nicolas Prost abgeschossen wurde. Auf der offiziellen Formel-E-Webseite lässt di Grassi seinen Erfolg noch einmal Revue passieren und blickt bereits auf den zweiten Lauf in Malaysia am 22.Novmeber voraus.

„Das Ergebnis war sehr positiv,aber rückblickend, wie wir den Sieg erzielt haben und wie wir uns für das das nächste Rennen verbessern können, gibt es noch viel zu tun. Nachdem ich die Daten nach Peking ausgewerte habe,da ich nicht wußte, wieviel Energie ich verbrauchte, hatte ich sehr wenig Energie verbraucht verglichen, was ich in beiden Autos nützen hätte können. Wir verloren viel Zeit durch unseren Fehler in der Strategie beim Boxenstop. Daher war das Wochenende alles andere als perfekt. Ich glaube, wir können als Team uns weiter verbessern. Wir arbeiten sehr hart dafür. Das erste Rennenwar eingroßer Erfolg rückblickend gesehen, die Sponsoren sind glücklich, jeder war mit dem Ergebnis glücklich. Am Ende des Rennens war es ein bisantes Ende, im Motorsport gescheiht das manchmal, es passierte mir in Le Mans, du mußt zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ich glaube, es gibt für die nächstes Rennen noch viel zu tun, um uns weiter zu verbessern und wir wissen, die anderen Teams werden ebenfalls sich verbessern.“ so di  Grassi.

Was ist denn in Peking schiefgelaufen ?

„Es gibt in der Boxengasse eine Höchst- und Mindestgeschwindigkeit. Ich bin gegen diese Regel, die besagt, du hast wenig Zeit von der Boxeneinfahrt bis zur Boxenausfahrt. Es gibt daher ein großes Risiko. Wenn du eine halbe Sekunde unter dieser Zeitspanne bist, bekommst du eine Durchfahrtstrafe, daher gibt es viel zu verlieren. Deswegen kam ich erst ein wenig später hinter Nick Heidfeld aus der Boxengasse, weil wir kein ‚Unsafe Release‘ wollten. Das bedeutete aber, wir waren hinter Heidfeld. Wenn du diesen Faktor berücksichtigst, haben wir 7 oder 8 Sekunden in der Boxengasse verloren, das ist brutal für ein Rennen, besonders für unsere Strategie. Und dann hatten wir einen Fehler im Energiesystem. Es war aber ein Fehler meines Abt-Teams, nicht der von der Formel E. Es war mein Ingenieur, der die fehlerhaften Eingaben in das Auto programmierte und danach verloren wir viel an Leistung.“

Wie war es denn auf einem Stadtkurs zu fahren, nachdem die Formel E überwiegend auf einer herkömmlichen Rennstrecke Testfahrten unternahm?

„Für mich persönlich war der Peking-Kurs zu langsam. Es gab zu viele Schikanen. Donington ist eine Strecke mit maximal fünf oder sechs Kurven und in Peking hatten wir 12 oder 13 davon über die gleiche Distanz. Es gab viel Stop and Go und die Schikanen waren sehr eng gesetzt. Die Kerbs waren sehr unterschiedlich und wir müssten viel Kerbs überfahren. Zu Donington war es anders,  sehr extrem, was die Leistung betraf und was der Motor leistet, wieviel Batterie benötigt wird. In Peking war es sehr leicht, Power und Energie zu bekommen. In Donington ist es viel einfacher zu überholen, in Peking war das viel schwieriger.“

Wie liefen die Reifen auf dem Asphalt, der für Autorennen nicht so geeignet ist?

„Die Reifen waren sehr gut, sehr beständig, das ganze Wochenende lang. Es gab wenig Abnutzung, viel weniger als in Donington. Das war kein Problem in Peking.“

„Sie waren unter den ersten drei Gewählten, die den FanBoost nutzen durften. Sie haben es nicht getan, warum eigentlich  nicht?

„Ich habe mich bei der Menge an Energie, die mir zur Verfügung stand, gehalten, so brauchte ich keinen FanBoost. Ich benutze sehr viel die sozialen Medien  und ich muß meinen ganzen Fans danken, die für mich stimmten. Ich hoffe, sie stimmen auch bei den anderen Rennen für mich, aber am Ende konnte ich den FanBoost nicht verwenden, da ich nicht wußte, wieviel Energie ich tatsächlich verbrauchte. Daher entschloß ich mich, ihn nicht zu verwenden.“

Was halten Sie von dem Ein-Tages-Rennformat der Formel-E ?

„Es ist unglaublich anstrengend. Es ist sehr schwierig, denn mehr oder weniger jede Entscheidung, die du machst, ist mehr oder weniger eine permanente Entscheidung. Es gibt keinen Weg zurück und es gibt keine Zeit, die Entscheidung zu korrigieren. Wenn du entscheidest, die Federung zu ändern oder den Reifendruck oder was auch immer, was du machst, bleibst so, weil es keine Zeit gibt, es zu testen oder zurückzusetzen. Also wenn du eine falsche Entscheidung triffst, ist dein Wochenende mehr oder weniger beeinträchtigt. Oder wenn du einen Fehler auf der Strecke machst und es verursacht einen Unfall, kann es ein Getriebe kosten oder sogar mehr. Es ist sehr, sehr schwierig, mit diesem Wissen am Limit zu fahren, dass ein Fehler das ganze Wochenende vermasselt  “

Waren Sie überrascht von der Konkurrenz oder war es so, wie Sie es erwartet haben ?

„Es gab ein paar Überraschungen, zum Beispiel Nick Heidfeld, der im zweiten Stint der Schnellste war. Das war überraschend, da er in Donington nie der Schnellste war. Nick war eine positive Überraschung und dann hatten wir noch Franck Montagny, der hervorragend fuhr. Mein Teamkollege Daniel Abt  fuhr besonsers im Qualifying sehr stark, so bewies er, dass er den Speed hat. Einihe Jungs hatten einsehr positives Rennen im Vergleich zu den Testläufen.“

Wird es ähnlich in Malaysia laufen ?

„Ja, ich denke, die Teams, denen es gelang, vorne zu sein, werden versuchen, sich weiter zu verbessern und die Teams, bei denen es nicht rund lief, werden versuchen, zurückzukommen. Es ist ein anderer Kurs in Malaysia, eine andere Atmosphäre. Es wird das zweite Rennen sein, jeder weiß, wie es jetzt läuft. Der Kurs ist auch ganz anders, er ist viel kürzer. Ich vermute, wir werden einige Überraschungen von  Piloten sehen, die in Peking nicht ihre wahre Leistungen gezeigt haben.“

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